Change the game…

Change the game…

…diesen Slogan drängte mir vor einiger Zeit ein bekannter Nikotinanbieter auf. Und manchmal überkommt es mich einfach…und ich ändere das Spiel, breche die Regeln. Denn das, was daraus entsteht, ist oft überraschend. So wie am Freitagabend.

Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände sprang ich in letzter Minute in einen Zug, der nur ungefähr in die Richtung ging, in die ich wollte. Mein wichtigstes Utensil zur Kommunikation, Orientierung und Planung war ebenfalls „im Arsch“. Ich saß also in diesem sehr vollen, sehr schweigsamen und distanziert wirkenden Zugabteil, wo sich die Passagiere gegenübersitzen und auf Krampf versucht wird, sich nicht anzuschauen und wußte nicht wie ich weiterkommen sollte. Einfach die Leute ansprechen …arrgggh, nee, nicht meins.

Da hörte ich von weitem die Stimme des Zugbegleiters: „Die Fahrkarten bitte!“ …jaaa, wunderbar, da kommt jemand mit Kompetenz, super! Ich hielt ihm meine Abokarte entgegen und spreizte die zusätzlich gelöste Ringe-Karte für den größeren Umkreis beiseite. Wir waren noch innerhalb der Großstadt, also im Geltungsbereich meiner Abokarte. Während er danach dann die Abokarte meiner Sitznachbarin zur Kontrolle in die Hand nahm, befragte ich ihn nach meinen Anschlußmöglichkeiten.

Seine Antwort war sehr kurz, sehr vage und sehr gleichgültig. Da sprach ein Mann, der seinen Job unglaublich gern hatte (Ironie ON). 😉 Dann fiel sein Blick auf die Karte in seinen Händen, die leider nicht für diesen Bereich galt, sondern erst 2 Stationen später. 15,- Euro verlangte er daraufhin von der Schülerin und er erklärte ihr, dass sie für solcherlei Ausflüge eine zusätzliche Ringe-Karte benötigen würde. Während das schon rot angelaufene und vollkommen geschockte Mädchen (die Mutter hatte ihr zuhause versichert, dass das alles rechtens wäre) nach ihrer Briefbörse wühlte, drückte ich ihr meine Ringe-Karte in die Hand. Damit irritierte ich den Zugbegleiter, der nur noch fragte, ob wir denn zusammengehören würden – ein kurzes „Ja“ war meine Antwort mit Blick in seine Augen.

Die kleine Geste (sorry, aber 4,-Euro sind eine kleine Geste) war sehr impulsiv, mit der Reaktion der übrigen Reisenden, nachdem der Zugbegleiter außer Hörweite war, habe ich dabei nicht gerechnet. Wo vorher Distanziertheit war, herrschte jetzt eine wunderbar offene Atmosphäre. Alle grinsten oder lächelten, kommentierten das Geschehen und es kamen Gespräche von Bank zu Bank auf. Und nicht nur das, mir schlug ebenfalls Hilfsbereitschaft entgegen. Ein Pärchen war schon am Suchen nach der für mich besten Verbindung, ohne, dass ich darum gebeten hatte. Und jemand anderes sendete eine SMS an meinen Abholkontakt.

Ich wünsche uns allen immer öfter den Mut, das Spiel zu ändern…

…und einen schönen Sonntag

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22 Gedanken zu “Change the game…

      1. wenn ich meinen kids peinlich bin … biete ich ihnen an sie gaaanz feste zu verhauen …

        in dem fall löst gewalt doch probleme … denn kinder zu verprügeln müsste mir dann peinlich sein … und die kleinen racker … können im mitleid ihrer mitmenschen baden…

        logischer ansatz … omg … manchmal verblüffe ich mich selbst …

        kein wunder … das sie mich SUPERDAD nennen …

        Gefällt 1 Person

        1. Bist Du sicher, dass Du Deine Eiweiß-Steroid-Shakes richtig dosierst? 😉 …ich vermute eine riesige Mind-Behavior-Gap ;-)))
          Trotzdem danke für den Lösungsansatz – ist eher ungeeignet mit nem „Racker“, der mich um eine Kopflänge überragt und durch seinen Leistungssport doppelt so dicke Oberarme (ich vermute darin auch Muskelmasse) wie ich…
          Außerdem ..warte mal ein paar Jährchen ab *ggg und aus Superdad wird „der alte Spießer zuhause“ :-)))))

          Gefällt 2 Personen

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