Meditationen – Tai Chi

Meditationen – Tai Chi

Wer mich kennt, weiß dass ich eher so der Typ „Hummeln im Mors“, wie man hier im Norden Deutschlands liebevoll sagt, bin. Trotzdem oder auch genau deswegen merke ich, wie gut es mir tut, mal innen anzukommen, ruhig zu werden und vollkommen zu entspannen. Mittlerweile habe ich, weil auch hier Abwechslung für mich wichtig ist, um am Ball zu bleiben, so einige für mich funktionierende Meditationsformen gefunden, die ich hier häppchenweise vorstellen möchte. Heißt, ich will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern aufzeigen, dass für jeden irgendeine Methode existiert, um dem Lärm der Welt zu entkommen. Damit man sich selbst wieder bewußter wahrnimmt und nicht nur als Hamster empfindet, der weiterlaufen muß, weil das Rad sich ja dreht.


Tai Chi oder Meditation in Bewegung

Ich sag nur : Tom Cruise *hach*  in „Samurai“ …boah, war ich geflasht…DAS wollte ich auch können, das sah so schön aus und dann noch in der freien Natur, bei Sonnenaufgang…einfach traumhaft. Ja, genau das war meine Motivation mich vor über 10 Jahren bei einem kurz darauf beginnenden TaiChi-Kurs einzutragen. Erst viel später hab ich gemerkt, dass das, was der Tom da macht, gar kein Tai Chi ist…was haben wir gelacht. Aber da wars dann zu spät, da konnte ichs schon – na gut „können“ ist definitiv zuviel gesagt, wohl eher eine „Meisterin, die übt“ *schmunzel* . Unter Meditation hab ich damals nur „hinsetzen und ruhig bleiben“ verstanden – da hätte ich ganz schnell Reißaus genommen. Da war es wohl Bestimmung, dass mein Weg mit Tai Chi begann…

Tai Chi besteht aus einer vorgegebenen Abfolge von Bewegungen auch „die Form“ genannt. Diese ist in unterschiedliche Abschnitte oder Teile gegliedert, die man einzeln, um jeweils zu vertiefen oder wenn die Zeit fehlt, durchlaufen kann. Egal zu welchem Stil man lernt, letztendlich geht es um eine sehr langsame und korrekte Ausführung dieser Bewegungen, die ineinanderfließen. Alles sieht am Anfang furchtbar kompliziert aus und jeder Anfänger denkt: „Wie soll ich mir das alles merken?“. Helfenderweise haben die einzelnen Bewegungsabschnitte sehr einprägsame Namen, wie z.B.: „die Nadel auf dem Meeresboden“, „Wolkenhände“ oder “ dem Affen Futter geben“.

Zuerst einmal geht es aber um einen bestimmten Stand bzw. Körperhaltung und -wahrnehmung. So sind die ersten Lehrstunden davon bestimmt, die Füße schulterbreit auseinanderzustellen, leicht in die Knie zu gehen, den Körper zu entspannen, dabei den Kopf aufrecht zu halten und das Becken leicht zu kippen. Das kann man gut beim täglichen Zähneputzen üben und wem das noch nicht genug ist, der versucht dabei mal, das Gewicht mal auf den rechten und dann wieder auf den linken Fuß zu verlagern – natürlich in einer langsamen, weichen, fließenden Bewegung 😉

Wer dabei genau hinspürt, bemerkt seinen Schwerpunkt genau, der eine wichtige Rolle bei der Körperbeherrschung spielt, wenn es darum geht, den Bogenschritt (so heißt der Gang) auszuführen, sprich zu laufen.

Werden Haltung und Bogenschritt einigermaßen zur Routine, wird langsam mit dem Einstudieren der Bewegungsabfolge begonnen. Es ist absolut realistisch, den ersten Teil der Langform des Yan-Stils in einem halben Jahr zu beherrschen, ohne ins Stocken zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch der Kopf noch absolut auf das Geschehen fokussiert, für eine Automatisierung braucht es viel Übung. Für Ungeduldige ist das ausreichend, einige Menschen werden davon aber so angefixt, dass sie weitermachen wollen, um in den Genuß der ganzen Folge zu kommen. Und irgendwann:

Steht man eines morgens auf einer nebligen Herbstwiese, den Blick Richtung Sonnenaufgang…verlangsamt und vertieft den Atemrythmus… geht leicht in die Knie… entspannt die Schultern… nickt der Sonne zu „Namaste“…und „hebt die Hände“…“streicht dem Esel übers Fell“…setzt jeden Schritt achtsam, konzentriert und vollkommen im Jetzt…genießt den Körper und das perfekte Zusammenspiel der Bewegungen…das stete tiefe Fließen des Atems…und steht trotz der sich über 2 Meter erstreckenden Bewegungen am Ende wieder genau da, wo man begonnen hat… läßt langsam die Arme sinken…mit dem Bick zur Sonne…ein vollkommener Kreislauf. Und ein unglaublich schöner Start in den Tag 🙂

Ungefähr so:

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17 Gedanken zu “Meditationen – Tai Chi

  1. Ich mach Qi Gong, allerdings machen wir auch eine durchgehende Bewegungs-Abfolge „Die 18 HarmonieÜbungen des Tiji-Qi Gong“

    Tai Chi hatte ich mal angefangen, das waren keine guten Umstände, der Kurs riesengroß, die Lehrerin lag mir gar nicht… und nach dem ersten Kurs konnte ich noch immer die Reihenfolge nicht…
    Hab ein paar Jahre Aikido gemacht.
    Das Japanische Ki ist ja das gleiche wie das Chinesische Chi.
    Das war auch klasse! Jedoch mein Knie mochte das nicht so gerne und da hab ich mich dann für mein Knie entschieden…

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    1. Qi Gong hat meine Lehrerin zur Abwechslung auch ein wenig mit uns praktiziert…da will ich demnächst auch nen kleinen Artikel dazu machen…das war bei uns aber nur diese erde,feuer,wasser etc. geschichte…meinen knien gehts noch gut…wobei ich im heels-Training bin …wenigstens was…

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