Zufall versus Bestimmung …oder: persönlicher wirds nicht

Zufall versus Bestimmung …oder: persönlicher wirds nicht

Ist etwas, nur weil wir es nicht vorhersehen können, zufällig?

Vor noch gar nicht mal so langer Zeit fühlte ich mich innerlich leer, ausgebrannt…funktionierte nur noch. Ich quälte mich durch den Tag, konnte mich selbst nicht mehr leiden. Wo war das kraftstrotzende Energiebündel, wo waren meine Kreativität und meine Begeisterung geblieben? Zu der Leere kam eine diffuse Unzufriedenheit und …Schuldgefühle. Eben nicht das abliefern zu können, was andere von mir erwarteten. Und trotzdem sah ich nicht, wie schlecht es mir eigentlich ging, dass ich die Notbremse hätte ziehen müssen. Meinen nächsten Liebsten streute ich Sand in die Augen und spielte meine Rolle gut. Contenance, gelernt von Kindesbeinen an oder auf gut deutsch: Arschbacken zusammenkneifen und immer weitermachen. Obwohl ich mich schon lange vorher mit so kleinen „Spielereien“ wie Astrologie oder auch Tarot beschäftigte, „sah“ ich nicht voraus, was passieren sollte…wollte nichts sehen.

Wie determiniert ist das Leben?

Und dann kam der Tag, an dem mein persönlicher worst case eintrat. Sicher nicht schleichend, es gab viele Anzeichen. Nur niemals hätte ich damit gerechnet, dass das, was ich als einzige Konstante in meinem bis dahin sehr abwechslungsreichen Leben empfand, sich in Luft auflöste. Und mir damit, wie ich es später formulierte, nicht den Boden unter den Füßen wegzog, sondern den Himmel zum Fliegen nahm…und das Sicherheitsnetz darunter gleich mit (mein subjektives Empfinden in dem Moment).

Eines brachte dieser Tag…ein Hauch von Neugierde schlich sich in meine Gedanken, um kurze Zeit später zu einem einzigen sehr mächtigen Gefühl zu werden:

Wut

Der Trickster: Hochstapler oder Chance?

Diese Wut war einige Zeit ein gewaltiger Motor, der mich Dinge tun ließ, die ich mir vorher niemals zugetraut hätte und mir Kraft gab, mich neu zu organisieren. In der neu gefundenen Routine war ich überhaupt erst in der Lage, zu trauern, mich fallen zu lassen und meine Schwäche zu erkennen. Jetzt aber in einem sehr aktiven Prozess, der mich immer weiter und immer tiefer zu mir selbst führte. Kleine Erfolge stärkten mein Selbstbewußtsein, aber ich lernte auch meine Grenzen kennen, mein Tempo und meine Vorlieben. Einen großen Bogen versuchte ich, um alles was Gefühle anging, zu machen. Was waren Gefühle überhaupt? Reine Hormonausschüttungen im Körper, zu nichts nütze außer zu verwirren. Warum mußten sie mich nur so überschwemmen?

Und wieso gab es in mir diese angsteinflößende Energie, die ich oft nicht kontrollieren konnte? Energie, mit der ich andere überrollte. Aber wenn ich sie nicht rausließ, spürte ich, wie ich innerlich verbrannte.

Mein Kopf wollte Ordnung, mein Herz war verbittert und meinem Bauch traute ich auf gar keinen Fall über den Weg. Und mit allem, was mir begegnete und was ich erlebte wurde ich nur immer wieder auf eines zurückgeworfen: auf mich.

Alles mußte ich innerlich neu aufrollen: Kindheit, Jugend, ja sogar Geburt und Säuglingsalter, meine Einstellungen vor allem zu mir selbst, meine Hemmungen, meine Sehnsüchte.

Wartet die Seele auf solche Gelegenheiten?

Und dann schloß ich Frieden mit mir, nein nicht einfach so, schon eher auf eine spezielle Art. Ich heiratete mich selbst. Verrückt, ich weiß. Mit Versprechen und Ring, der meinen linken Ringfinger ziert. In Form einer Möbiusschleife mit der Inschrift:

„IF A THING LOVES, IT IS INFINITE“.

Ja, er hat mich schon einige Male daran erinnert, bei mir zu bleiben, meine Grenzen zu kennen und zu verteidigen, mich nicht zu verlieren, aber auch sanfter zu mir zu sein und die Toleranz, die ich anderen gegenüber habe, bei mir ebenso anzuwenden. Und jetzt gerade hilft er mir, mich zu zeigen, hier sichtbar zu sein.

Wie groß ist die Chance, dass wir existieren?

Bin ich anders als vorher? Jaein, mehr Nuancen einerseits und doch dieselbe – nur eben mehr bei mir. Begeisterung, Mut, die Lust aufs Leben und Kreativität sind wieder da, die große Klappe auch. Und ich akzeptiere, dass auch Ohnmacht zu meinem Leben gehört und Schwäche und Schwermut. Mag sein, dass das Leben für einige Menschen nicht so schwarz und weiß ist, für mich ist es das und das ist gut so. Ich lebe nicht gerne in Grauzonen.

Aber auch das mußte ich erst begreifen. Und was noch so?

Das Leben ist ein Fluß und macht mehr Spaß, wenn ich dabei den Kopf über Wasser halte und mich treiben lasse, mit allen Sinnen genieße. Dass ich kein Sicherheitsnetz brauche, um abzuheben. Dass ich keine Angst mehr vor der Angst oder dem Alleinsein habe und andererseits weiß, wie ich mein Energieniveau ändern kann, wenn ich das will. Und wenn die nächstpassende Thermik kommt, werde ich auch wieder fliegen…oder mit der Welle surfen und es voll auskosten.

Determiniertes Chaos oder chaotischer Determinismus …vielleicht beides?!

So wie wir Teilchen und Wellen sind, manchmal starr, dann wieder in Bewegung. Auf und ab im ständigen Wandel wie die Jahreszeiten und der Lauf der Gestirne. Und doch sind wir nicht unser Körper, sind nicht unser Gefühl oder unsere Gedanken…sondern soviel mehr. Und in diesem Moment sind wir eben hier, genauso wie es sein soll.

Destiny

Fortune

Fate

…und dann fiel mir grad das hier in die Hände – ich liebe Pathos und ich liebe Disney (und hoffe, ihr verzeiht *lol*):

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31 Gedanken zu “Zufall versus Bestimmung …oder: persönlicher wirds nicht

  1. Da schreibst du sehr eindrucksvoll von der „Kunst“ sich zu verlieren. Es ist schon erstaunlich, wie einem ab und an alle Felle davon schwimmen. Und ja, man lässt die unglaublichsten Gedankenspiele zu in einer solchen Situation. Und ja, das Wichtigste erscheint mir, all seine Traurigkeit und Mutlosigkeit und dann aber auch die Wut als solche zuzulassen und „auszubeuten“. Ein wenig Mut gehört dazu, aber es heilt viele Seelenwunden, wenn man ehrlich mit sich selbst umgeht und sich aber auch in all seiner Unzulänglichkeit akzeptiert.
    Düwel ok, nu is man- ich- schon so alt, aber fällt immer noch in ein tiefes Loch, erfreulicher Weise nicht auf die Nase, einen geschwollene Riechkolben könnte man nämlich nicht gut verbergen.
    Alles wird gut.

    Gefällt 5 Personen

    1. alles wird besser – ist mir lieber 😉 …und das mit dem Riechkolben wär ganz fatal bei mir…der ist so ja schon etwas auffälliger *lach
      Danke Dir, dass Du mich darin bestätigst, dass es einem doch immer mal wieder passieren kann 🙂 und ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass sich Mut und Wut so ähnlich anhören. Mut hab ich meistens auch mehr als mir gut tut, …wat n Glück, Schutzengel auch 😉
      Wobei ich mich der Vorstellung der verwundeten Seele – immer noch – nicht anschließen mag…
      Wünsch Dir einen wunderbaren Freitag :-)))))

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    1. Weißt du, was witzig ist…ich bezeichne mein zuhause echt oft als meine Burg bzw alles was mich angeht als mein Reich und mich als Königin *lach…nein, kein bisschen bescheiden. Dummerweise besteht dabei aber die Gefahr, niemanden da reinzulassen bzw. ne ganze Menge Geschütze im Vorfeld aufzufahren 😉 …da habens echte Könige (die ja auch nicht so reichlich gesät sind) wirklich schwer. 😉
      Danke für Deinen Kommi, hab mich sehr gefreut, weil der Text wirklich sehr persönlich ist. Mir gings dabei nicht nur darum, das aufzuschreiben. ich weiß, dass da draußen einige am Kämpfen sind (auch sehr nette persönlich Bekannte) und in einem Gespräch oder Chat kommt das eben nicht so rüber, was ich sagen will. Dass es irgendwann besser wird, wenn man versucht, sich selbst zu finden.
      Beim Song hatte ich erst was total ernstes im Kopf, hab mich dann gestern abend i-wie auf YouTube rumgetrieben und mir fiel das Ding mal wieder vor die Augen. Und manchmal bin ich eben sehr spontan…und klar passt der auch total gut. Und ich liebe Schneemänner und Schneefrauen 🙂 , besonders die mit dem floweryoga (wobei ich Dir das nicht so ganz abnehme, halte Dich ebenfalls für ne Königin <3) Liebe Grüße

      Gefällt 2 Personen

    1. Mein lieber Lu,
      wie sehr ich Deine Kommentare und Beiträge mag 🙂 …deshalb verzeih mir, wenn ich etwas länger für die Antwort brauche, weil ich das gut überlegt wissen möchte.

      Deiner Chaostheorie (Du weißt, Kommis sind der Versuch, sich kurz zu halten, auch mit Begrifflichkeiten*grins) stimme ich im Grundsätzlichen zu (Trickster oder der „Narr“). Jedoch werden uns täglich Chancen zur Änderung der Zukunft geboten und nur jeder für sich entscheidet, was er davon wahrnimmt und umsetzt und welche er links liegen läßt. Also doch eine gewisse Selbstbestimmung, die aufgrund persönlicher Prägungen, Erfahrungen und Talente erfolgt – der Mensch als „Magier“ seines Lebens.

      Und ja, an das Gesetz der Resonanz glaube ich. Weil wir alle energetische Wesen sind und damit die Energie, die wir aussenden – eben durch die Qualität unserer Gedanken- zurückerhalten, also Schöpfer unserer subjektiven Wahrnehmung sind. Heißt, dass wir unseren Weg, ob wir wollen oder nicht, vorherbestimmen.

      Das Ziel also die Zukunft jedoch, ist nicht klar sichtbar. Der Weg ist ergo das Ziel – und oft wird uns ja erst im nachhinein klar, was (für) und dass gewisse Lebensabschnitte ihren/einen Sinn hatten. An ein Leben ohne Sinn möchte ich einfach nicht glauben. Aber das ist meine Meinung, die ich durch bisherige eigene Erfahrungen und durch andere „Lehrmeister“ (die Bezeichnungen oben betreffen Tarotkarten 😉 ) machen durfte. Und jetzt hältste mich für vollkommen bescheuert *lach…nur gerade WEIL jemand aus der absolut naturwissenschaftlich geprägten Ecke kommt, führt ihn das oftmals in ganz andere Regionen.

      Liebe lunarterminierte Grüße
      Andrea

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      1. Liebe Andrea, ich hake mal dort in deinem Roman-Kommentar ein, wo du schreibst: „…werden uns täglich Chancen zur Änderung der Zukunft geboten…“

        Da ist falsch, weil es ja de facto keine Zukunft gibt!
        Sie ist ja lediglich ein Konstrukt in den Köpfen der Menschen, das nicht eintreffen MUSS!

        Liebe herbstsonnengrüße vom Lu

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        1. vllt hab ich mich nur falsch ausgedrückt…klar existiert die Zukunft noch nicht und ist nur ein Konstrukt. Trotzdem kann ich täglich Entscheidungen treffen, die die Zukunft optionsmäßig verändern. Geh ich immer dieselben Wege (auch in Gedanken) wird immer dasselbe Ergebnis dabei rauskommen. Ändere ich den Weg, die Entscheidungen, Verhaltensweisen …muß zwangsläufig ein anderes Ergebnis, das unbestimmbar in der Zukunft liegt, dabei rauskommen. Die meisten Menschen gehen nur immer dieselben antrainierten Denkpfade 😉 …und ich denke, im Leben bezieht sich der Ausspruch meines Mathelehrers: „Viele Wege führn nach Rom“ ausschließlich auf den Schluß des Theaterstücks 😉 …und danke für den Begriff Roman-Kommi -es ging nicht kürzer 😉 …äääh, nix Sonne : Suppe (ist so ähnlich, ich weiß)

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            1. Du meinst also, wenn ich ab heute ne Diät mache (also mein normales Essverhalten ändere), ist meine Wunschfigur nur ne Projektion in eine mathematische Hochrechnung? *g Vorsicht, gaaanz dünnes Eis ;-))), weil abnehmen tue ich doch aufgrund meiner Entscheidung, die Zukunft zu ändern. Heißt, ich muss mich jeden Tag neu dafür entscheiden (also ein anderes als das antrainierte Eßverhalten durchführen), sonst wird das nämlich nix mit der Bikinifigur…und nu…kommst Du 😉
              PS: ich hätte ja auch die Relativitätstheorie ranziehen können, aber ich dachte, wir starten das hier mal gaaaanz einfach ;-))))))

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            2. Wenn du ab heute eine Diät machst, dann bedeutet das nur, dass du ab heute eine Diät machst, weiter nix…

              Mit irgendwelchen Tagen in einer von uns Zukunft benannten Traumwelt hat das nix zu tun…

              Mag sein, dass du in einem Monat ein Kilo abgenommen hast, aber wer weiß das schon, niemand…

              Vllt kannst du dich aber dann noch nicht mal mehr an das Wort Diät erinnern…

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            3. Boah, Du bist soooo fies. Als wenn Du genau weißt, dass ich noch niemals ne Diät gemacht hab und auch niemals machen werde und das Thema nur angebracht hab, weil ich hoffte, dass Du Dich nicht auf dieses furchtbar dünne Eis traust *lol* – hast mich durchschaut. Aber egal, ich bin trotzdem der Meinung, dass jeder, wenn er es wirklich will also auch daran glaubt, nicht jeder Laune bzw dem Chaos gnadenlos ausgeliefert ist und ich glaube, dass jeder der Schöpfer seines eigenen Lebens mitsamt der Umstände ist. Natürlich ist das rein subjektiv betrachtet, weil der Mensch nicht auf das Leben reagiert, sondern auf die Bedeutung, die er den Dingen gibt. 😉

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  2. Leer und ausgebrannt, so nannte ich diese Situation in meinem Leben, damals auch !

    Habe jetzt sehr interessiert gelesen und stellte so manche Ähnlichkeiten fest. Schleichend und die Anzeichen ignorierend, mir immer wieder sagend, du irrst dich, kam dann doch irgendwann der große Knall.
    Aber ich muss auch sagen, ich habe mich schnell gefangen, habe meiner Wut freien Lauf gelassen und sie war der Ansporn, mich nur noch auf mich selbst zu konzentrieren.

    Ich habe einen gesunden Egoismus dabei gelernt und erkannt, niemand ist wichtiger, als du SELBST !!!
    Und siehe da, ich wurde auch ganz anders von Freunden und Familie wahr genommen…. 😉

    Liebe Andrea, ein ganz berührender Beitrag für mich.

    ❤ liche Abendgrüsse,
    Uschi

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    1. Dankeschön *tränchen im auge hab …ja Selbstliebe ist das wichtigste – und den Unterschied zu machen zwischen derselben und Egoismus. Familientechnisch hat sich auch einiges geändert – ein wenig Annäherung ist wahrnehmbar aber vor allem Akzeptanz und das tut gut. Und ich bin wirklich der Meinung, dass alles so sein sollte, auch wenn es in dem Moment echt Sch… war. Aber wann sind schon passende Momente für wirklich wichtige Weggabelungen, nicht wahr? *grins …ahhh vorhin vergessen zu erwähnen bei Deinem anderen Kommi: Enkel sind was Feines…wird bei mir zwar noch dauern, aber DARAUF freu ich mich jetzt schon :-)))

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