Pädagogen

Pädagogen

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Heut hat die Lieblingstochter mir einen Flyer aus der Schule zukommen lassen – das ist nicht selbstverständlich, normalerweise vermodern solche Schriftstücke noch ca. 2 Monate nach dem MHD im Rucksack des jeweiligen Schützlings. Wahrscheinlich war sie nur gespannt auf meine Reaktion zur Überschrift dieses Schriftstückes, die da lautete:

„HILFE, mein Kind hat Abi – Und nun?“

Ähhh, wie jetzt? Da bin ich froh, beide fast durchgebracht zu haben und dann sowas? Ehrlich, die 2 hatten Lehrer, die man seinem schlimmsten Feind nicht antun möchte – das hat sie doch vorbereitet aufs Leben, oder etwa nicht? Zeitlich ist das Ganze sowieso noch 1,75 Jahre zu früh, soll wohl schon vorher noch ein bisschen mehr Druck machen, als ohnehin vorhanden ist.

Ich erinnere mich natürlich gern an all die engagierten und netten Lehrkräfte, die so einiges mehr übernommen haben, als ihr Lehrplan vorschreibt: vom Nase abwischen bis zu Strandolympiaden, von tollen Klassenfahrten bis zu haushoch verlorenen Handballspielen gegen austrainierte Schüler.

Da gab es aber auch noch – und leider für mein Befinden in der Überzahl – diejenigen, die nur das Notwendigste machten und dabei trotzdem unangenehm auffielen:

  • eine Lehrerin erschien grundsätzlich 3 Tage um den Vollmond nicht zum Unterricht
  • der nächste Lehrer begann seine Stunde immer mit den Worten: „Ruhe im Saal, der Kaiser fickt!“ (vor 11jährigen wohlgemerkt)
  • die neue Klassenlehrerin, die auf dem Elternabend voraussetzte, dass jeder ihren Namen kennt (nicht nur ein Doppelname, nein auch noch sehr lang und sehr französisch ;-)) …als dann nach 20 Minuten ihrer Rede mal jemand nachfragte, wer sie eigentlich sei, war sie sehr pikiert – eine ältere erfahrene Pädagogin.
  • der Lehrer, der jede Stunde erwähnte, dass sowieso die gesamte Klasse zu blöd sei, um das Abi zu schaffen
  • die Lehrerin, die grundsätzlich zu spät kam, weil sooo viele Treppen in der Schule und ihr Fitnesszustand das nicht zuließ
  • die Lehrer, die die sportlich orientierte Klasse belächelten – weil man ja weiß, dass bei denen kein Hirn und nur Muckis vorhanden sind
  • die Lehrer, die die künstlerisch orientierte Klasse belächelten, weil das ja alles Träumer sind, die von Naturwissenschaften und Sport keine Ahnung haben können
  • der Lehrer, der sich über das Gewicht einer Mitschülerin ausließ, indem er sie als „Sumo-Ringerin“ bezeichnete
  • die Lehrerin, die keinerlei Abweichungen an dem zuließt, was sie für die richtige Aussage zur Interpretation von Texten hielt und auch
  • all die Lehrer, die sich angesichts schlauer Fragen von interessierten Schülern angegriffen fühlten, weil sie es nicht über sich brachten, zu sagen: „Das weiß ich nicht, aber ich mach mich gerne schlau“ und stattdessen die Schüler als aufsässig und störend abbügelten.

Ehrlich, ich bin froh darum, wenn meine 2 diese Zeit einigermaßen unbeschadet überstanden haben. Da mach ich mir bestimmt keinen Kopf darüber, was aus meinen Kindern hinterher wird – die werden wissen, was gut für sie ist und was nicht.

…und was sonst noch so im Kopf einiger Pädagogen rumgeht, möchte ich nicht nachvollziehen. Da macht sich der Pädagogenverband Sachsen-Anhalt Sorgen darüber, was für Auswirkungen die Flüchtlingswelle auf die ca. 11jährigen Schulmädchen im Land hat, weil die sich ja in einen Flüchtling verlieben könnten…

Ohne Worte !

Dafür mit Link:

http://www.berliner-zeitung.de/panorama/-philologenverband-warnt-vor-sex-sote-mit-fluechtlingen,10808334,32354322.html

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22 Gedanken zu “Pädagogen

        1. Jaaa, ich weiß und ich muss ans Ende der Welt (Grosshansdorf) zum Krankenbesuch …und als ich mir eben den Fahrtweg angucken wollte, fällt mir spontan ein, dass ich den Kuchen mitbringen wollte …F*** … Ich geh jetzt erstmal aufn Balkon, chillen, Kuchen ist im Ofen 😉

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  1. so, bevor jemand jetzt auf mich einschlägt…..ich finde die Idee nicht schlecht, sich lange vor dem Abschluss Gedanken zu machen, was man werden will….einfach mal Berufsfelder genauer anschauen, in sich hinein horchen, was einen interessiert……das dauert seine Zeit ! Es gibt viel zu wenig gute Lehrer und meiner Meinung nach ist das kein Job, den man ewig lang machen kann, wenn man ihn wirklich gut macht!

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    1. Liebe Ann,
      ich würde niemals erlauben, dass jmd auf Dich einschlägt 🙂 … und ich sehs genauso wie Du, dass man sich vorher Gedanken machen sollte. Was mich schockiert hat, war die Aufmachung des Ganzen (alles was mit Angstmachen zutun hat, ist mir absolut suspekt, weil Manipulation) und natürlich, dass es hier um das Leben von dann 18jährigen geht. Da habe ich, meiner Meinung nach nichts drin zu suchen.
      Außerdem bin ich der Meinung, dass, wenn mans bis hierhin als Eltern (oder Pädagoge) versaubeutelt hat, dann auch nix mehr zu retten ist.
      Kein 18jähriger wird die Einmischung in sein zukünftiges Leben erlauben und auch Ratschläge von Seiten der Eltern werden sicher keine Berücksichtigung finden.
      Ich wünsch Dir einen schönen Sonntagabend, liebe Grüße
      Andrea

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    1. naja…sie fehlen mir manchmal (doch ja, ehrlich *grins) …danke fürs Video – mein 2 absolute favorites, denen sicher nie die Worte fehlen, und bei Min 0:19 war ja „meine“ Filiale zu sehen 😉 …und Eddie *kreisch … hab noch NIE jemanden erlebt, der so unglaublich irrsinnig flirtet … nur die Sache mit dem weißen Pulver sollte er besser …ok Klappe zu

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  2. Du hast gewiss Recht, im Berufsstand der Lehrer gibt es Flachpfeifen wie in jedem anderen Beruf auch. Bezeichnend finde ich allerdings, was du als Positives vermerkt hast, liebe Andrea: „Ich erinnere mich natürlich gern an all die engagierten und netten Lehrkräfte, die so einiges mehr übernommen haben, als ihr Lehrplan vorschreibt: vom Nase abwischen bis zu Strandolympiaden, von tollen Klassenfahrten bis zu haushoch verlorenen Handballspielen gegen austrainierte Schüler.“, also eigentlich außerschulische Aktivitäten.

    Was du aus dem Unterricht verzeichnet hast, sind vermutlich Informatioinen aus zweiter Hand, Ich war selbst lange genug im Schulbetrieb und habe vier erwachsene Kinder, weiß also ein bisschen Bescheid. Wenn man Schüler befragt, ist das Kollegium einer Schule eine Ansammlung von Gruselgestalten, wie sie in deiner Liste auftreten. Aber es handelt sich um selektive Wahrnehmung und Überspitzungen, wodurch Eltern wie Schüler ihren allgemeinen Frust über die Schule als gesellschaftliches Selektionsinstrument kanalisieren. Es spiegelt in keiner Weise den schulischen Alltag, in dem Lehrer ihr Bestes geben, d.h. unter erschwerten Bedingungen von zu großen Lerngruppen von häufig schlecht erzogenen, lernunwilligen Jugendlichen versuchern, guten Unterricht zu machen. Ich könnte, obwohl ich schon lange nicht mehr im Schuldienst bin, eine ähnliche Horrorliste von Eltern und Schülern erstellen. Wenn also beide Seiten solch groteske Figuren abgeben können, muss man sich doch fragen, ob es nicht an den gesellschaftlichen Umständen liegt, dass alle nur als Zerrbild herumlaufen.

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    1. Lieber Jules,

      ich hab darauf gehofft, dass auch Du mir dazu einen Kommi hinterläßt. Besonders, da ich seit kurzem ja weiß, dass Du Deutschlehrer warst (bist?). Und ehrlich gesagt, hätte ich mir Dein handgeschriebenes Zeugnis eingerahmt – Kommi bei Dir erfolgt dazu noch, leider war mein WE etwas vollgepackt.
      Schule wurde schon früher grotesk überzeichnet – siehe Wilhelm Busch und sicher ist es langsam mal an der Zeit, dass sich dies bewußt gemacht wird auf verschiedenen Ebenen, um auch dort wirklich sinnvolle Reformen einzuleiten, in denen eben der Mensch und seine Stärken im Vordergrund stehen und nicht das Erlernen von Folgsamkeit. Noch ist die Gesellschaft dazu aber noch nicht reif, der Schuh drückt noch nicht genug.

      Ich habe oben sehr bewußt ein wenig überzeichnet und überspitzt und genauso hätte ich dies mit bestimmten Eltern oder auch Schülern tun können. Da kenne ich durch die furchtbaren Elternabende u.ä. genügend Beispiele. Und das alles, obwohl Schule für mich etwas war, was ich auf der linken Pobacke abgesessen habe und beinahe selbst zum Kreis der Lehrer gehört hätte. Dann kam der Mauerfall und vieles stand in den Sternen und so kam es, dass ich mich spontan an die neuen Bedingungen anpasste 😉
      Was aber die Eigenarten und Besonderheiten all dieser Gruppen angeht, so kann ich darüber eher schmunzelnd hinwegsehen. Wir sind alle Menschen und damit eben jeder auf seine Art und anders. Sonst wäre das Leben langweilig und meine Kinder fordere ich eher dazu auf am jeweiligen Menschentypus zu lernen.

      Natürlich ging es mir einerseits eher am Rande darum, aufzuzeigen, mit welchen sprachlichen Mitteln anscheinend gearbeitet werden muss, um Interesse für einen Elternabend zu erzeugen, der eher die Schüler etwas angehen sollte. Wie ich schon zu Ann meinte, reagiere ich allergisch auf jegliche Form von Manipulation. Mit Angst zu arbeiten, gehört dazu (Versicherungsvertreter arbeiten ähnlich).

      Andererseits, und das war mein Hauptanliegen, brauchte ich einen humorigen Übergang zum letzten Absatz, den bisher leider niemand beachtet hat. Und über den ich eben nicht so einfach hinwegsehen kann und will. Ich hatte gehofft, der ein oder andere würde Google dazu befragen, da dies aber bisher nicht der Fall war, hier mal der Link dazu (oben füg ich ihn auch noch ein):

      http://www.berliner-zeitung.de/panorama/-philologenverband-warnt-vor-sex-sote-mit-fluechtlingen,10808334,32354322.html

      Ich wünsch Dir einen schönen Abend und liebe Grüße von der
      Mondgöttin 😉

      Gefällt 3 Personen

    1. Danke Dir, Du Nachteule ;-)…meine 2 waren sich heut früh absolut einig über die Philo-Lehrerin (ist dieselbe, trotz unterschiedlicher Klassen) …“nennt mich Annika, für eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung…“ war noch das positivste, was sie zu berichten hatten ;-)))))
      Dir einen schönen Tag

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