Erste Male

Erste Male

Zitat aus „Das große Los“ von Meike Winnemuth: „Ein alter Kollege fragt in Interwies gern: Wann war das letzte Mal, dass sie etwas zum ersten Mal getan haben?“ Etwas Neues ins Leben zu lassen, Anfänger in einer Sache zu sein, ist die schönste Form von Adrenalin, die ich kenne.“

Diese Erfahrung suche ich seit fast 2 Jahren mindestens einmal im Monat. War ich am Anfang noch ganz vorsichtig und zaghaft mit wirklich ganz kleinen Schritten unterwegs, wie z.B. das 1. Mal eine Jeans kaufen, die wirklich sitzt und ich rede hier vom „geiler Hintern“-Sitz, so führte mich das Projekt unter anderem, alleine für 3 Tage in eine mir vollkommen fremde Stadt, ich ging slipless in die Kirche und – ja, fing ganz alleine diesen Blog an. Wer mich kennt, weiß, dass das meinerseits mit einigen Hemmungen verbunden ist. Wobei mir eine gewisse Zeitlang gar nicht klar war, dass „erste Male“ ein Projekt wird. Es verkürzte mir aber ungemein langweilige Monate mit noch langweiligerer Arbeit auf ein erträgliches Maß. Und der Adrenalinschub war auch nicht zu verachten…Glücksgefühle pur und zum Nachmachen unbedingt empfohlen.

First Time Tag #1 oder… Wenn’s knallt, ist’s nicht immer ein Sektkorken

Irgendwann im Spätwinter bezog in mein neues Heim, das absolut meinen Bedürfnissen entsprach und meinen Preisvorstellungen sowieso. Ein großes schwedisches Möbelhaus hatte genau den passenden beleuchteten Spiegelschrank für mein sehr kleines Bad im Angebot und als dieser endlich fast aufgebaut vor mir stand, ging es um den elektrischen Anschluss desselben. Mit meinem Motto: „einfach springen“ … hatte ich doch zu viel Angst vorm Funkenflug in diesem Fall.

Also, was tut frau, wenn kein Experte für solcherlei Tätigkeiten im Hause ist? Google fragen 😉 Der wusste auch ’ne Menge und ich hinterher auch (Fachfrau sozusagen), blöd nur, dass die Farben der Kabel am Schrank nicht mit denen aus der Wand übereinstimmten. Aber was soll’s, das Ding soll ran. Die Bohrmaschine hatte mich schon ins Schwitzen gebracht, da sollten so dünne Kabel mich doch nicht mehr aufhalten können.

Und wie das in den Anleitungen des Möbelriesen so stand (und bis dato auch immer 100%tig gepasst hat), sollte ich zuerst die Leitungen aus der Wand durch eine Öffnung mit Plastikmembran am Verteilergehäuse des Schrankes ziehen. Lichtschalter war OFF, also für mich alles im grünen Bereich. Auf einem stabilen Hocker stehend, schwitzend, endlich fertig werden wollend, mit der Lieblingstochter als Hilfskraft neben mir…KNALLTE es im nächsten Moment, Funken flogen …und die Sicherung war dann jetzt draußen 😉 . Während ich in hysterisches Lachen ausbrach (wahrscheinlich, um zu testen, ob ich noch lebe und alles funktioniert), drehte sich die Lieblingstochter auf dem Absatz um und wollte nichts mehr mit dem „Tatort“ zu tun haben.

Hab mir dann Licht besorgt….und erstmal nen Schnaps. Auch wenn es mich nicht erwischt hatte, besagte Membran war hinüber, schwarz wie die Nacht und etwas verformt, mein Bodyguard und Schutzengel in einem sozusagen, der hier gerade vor sich hinstank. Die hab ich dann beseitigt – ohne Dankesrede, einfach in den Müll.

Und am nächsten Tag – bei Tageslicht – war auf einmal alles ganz einfach: Sicherung raus, Kabel durch, anschließen, fertig. So geht einfach.

Ich hab mich dann vor den Spiegel gestellt, ein Duckface versucht, fotografiert und an meine Familie weitergeleitet – ich glaub‘, die haben sich Sorgen gemacht, versteh ich gar nicht 😉 .

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22 Gedanken zu “Erste Male

  1. Du hättest mich holen sollen, ich bin da super fit, was Elektrik angeht 😉

    Nein, Spaß beiseite, auch diese Erfahrungen tragen zum Selbstwertgefühl sehr bei !

    Hast du das Buch von Meike Winnemuth gelesen ?

    Ich hab’s in zwei Nächten durch geschmöckert 😉

    Habe auch mal ’nen Blog drüber geschrieben 😉

    https://keinbisschenleise.wordpress.com/2013/04/07/heute-mal-eine-buchempfehlung/

    Sonnigen Gruß,
    Uschi

    Gefällt 3 Personen

    1. Hätte ich Dich geholt, hätte es ja nicht so schön Funken gesprüht … beim ersten Mal *grins
      Ja, auch diese Erfahrungen sind wichtig, hab mir gedacht, dass ich so ganz sachte mit den kleineren Erlebnissen anfange, bevor ich den Lesern die Brüller zumute ;-))))
      und Maike hab ich gelesen, witzigerweise gerade erst, dadurch kam mir ja auch die Idee, dass es vielleicht ganz nett ist, das mal aufzuschreiben. Sie schreibt sooo toll und einige Weisheiten muss ich mir heute nochmal rausschreiben (muss das Buch morge wieder abgeben in der Bibliothek), bisserl klauen für zukünftige Blogeinträge…man weiß ja nie 🙂
      Ebenso sonnige Grüße zurück
      Andrea

      Gefällt 1 Person

  2. Dein Erste-Male-Projekt ist eine prima Idee, liebe Andrea. Aber am Strom rumzuspielen droht es gleich zu erweitern zum Erstes-Mal=letztes-Mal-Projekt.

    Grabinschrift eines Elektrikers: Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert.
    Glückwunsch, dass du einen Schutzengel hattest!

    Gefällt 2 Personen

  3. Man sollte nicht alles „zum 1.Mal ausprobieren“. Bin froh, dass du noch da bist. Hast einen ganz tollen Schutzengel. Lass ihn nicht so viele Überstunden machen, sonst tritt er am Schluss noch in einen Warnstreik. GLG dein Odie

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    1. Hi, Odie
      Mach Dir keine Sorgen, mein Instinkt sagt mir, wann es nicht ratsam ist, zu springen. Im beschriebenen Fall hätte ich niemals die blankliegenden Kabel berührt und Metall war auch nicht beteiligt 😉 …aber durch den Instinkt lernt man, dass man wesentlich öfter und weiter springen kann, als der Verstand das jemals zulassen würde. Oder wie „das Murphy“ gesagt hätte: „Wenn Du hinter nem Reh hinterherrennst, stoppst Du ja auch an der Koppel mit Rindviechern: die stinken fürchterlich und jagen sonst Dich“ …“das M. war nie der schlaueste Labbi, aber doof war er nicht 😉 …und hatte dieselbe Armada von Schutzengeln GLG vom ehemaligen Frauchen eines großen Kuschelmonsters

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