Die Göttin in Dir

Die Göttin in Dir

 

Warum genau ich jetzt auf das Thema komme, wer weiß das schon.Vielleicht liegt es ja an Mata Hari, die mich diese Woche von meinem Kalender in einer leicht arroganten aber sehr anmutigen Tanzhaltung anlächelt. Eine Frau, die ich als normal schön bezeichnen würde, die sogar ein kleines Bäuchlein hat, aber mit ihrer gesamten Ausstrahlung unglaublich weiblich und sexy erscheint.

Man sieht ihr regelrecht dieses „I feel pretty“-Gefühl an.

Gerade jetzt, wo es langsam richtig kalt wird und Frau logischerweise ihren Körper in Lagen von Stoffschichten hüllt, wird derselbe darunter zum Lost Place. Nicht von ungefähr bekomme ich jetzt wieder im Waxtempel meines Vertrauen uneingeschränkt einen Termin. Als ob der weibliche Körper anderswo ausschließlich für die warmen Monate repräsentabel hergerichtet wird. Gut, in der Sauna war ich lange nicht mehr, kann ja durchaus sein, dass der No-Hair-Style so langsam out ist, wobei das für mich keine Rolle spielt. Weil ich mich wohlfühlen möchte und für mein Pretty-Gefühl gehört das einfach mit dazu.

Ebenso bekam ich im Frühjahr in der Wäsche-Boutique meines Vertrauens – das ist die, wofür die kleine Sylvie wirbt – keine Halterlosen mehr…und das in Berlin. Da sieht es momentan in den Regalen ganz anders aus – freie Auswahl sozusagen. Aber wenigstens Wäsche wird gekauft. Schließlich war ja auch gerade die Show der Engel mit den (nicht nur) sexy Flügeln. Auch denen sieht man ihr super Körpergefühl an. Ja, werden jetzt einige sagen, wenn ich sooo einen Körper hätte… Mein Körper ist nicht perfekt und klar hab ich auch so meine Baustellen, jedoch ist es für mich und mein Frausein wichtig, mich unbeschreiblich weiblich zu fühlen.

Es gibt Wissenschaftler, die sich damit beschäftigt haben, wie das Zusammenspiel zwischen unserem Denken und dem Fühlen funktioniert. Eine große Rolle in diesen Versuchen spielte immer das „als ob“ Prinzip. Heißt, es wurde von den Versuchsleitern an die Versuchspersonen ein Zustand vermittelt, der sozusagen das Ergebnis vorausnahm. Erzählte man also z.B. den Versuchspersonen nach einem Vortest, sie hätten einen hohen IQ, schnitten die Getesteten im nachfolgenden Test deutlich besser ab. Sportler nutzen das „als ob“-Prinzip zur mentalen Vorbereitung auf einen Wettkampf und zur Visualisierung ihres Sieges.

Nun reicht es natürlich nicht, sich vorzustellen, dass man eine (Mond-) Göttin ist, dazu gehört ein wenig mehr. Also trage ich unter Schichten von Stoff trotzdem nette Kleinigkeiten und Absätze an den Füßen sowieso. Damit im Stechschritt durch die Gegend zu marschieren, wäre eher kontraproduktiv, ein ruhiger, angemessener, sehr bewußter Gang (nein kein übertriebenes Hüftenwiegen) und das Göttinnen-Gefühl kommt von ganz allein. Klar, dass ich Blicke sehr bewußt genieße, warum auch nicht, tut gut und nicht weh. Klar hat auch das etwas mit Körperbewußtsein zu tun.

Bewußtheit, nicht nur darum ging es in meinem gerade beendeten Tantra-Kurs, nein auch die Achtsamkeit in Bezug zum eigenen Körper spielte eine sehr wichtige Rolle. Gerade für uns Frauen ist es wichtig, unsere Grenzen und damit unseren Körper zu spüren und ihn bis in den letzten Winkel auszufüllen, auszufühlen und darin zu wohnen. Hört sich selbstverständlich an, ist es aber noch lange nicht für jede.

Das durfte ich lernen: Ipsation ist anscheinend nicht selbstverständlich für Frauen. Ich benutze dieses Wort, weil sich für mich der Freudsche Begriff „Autosex“ zu mechanisch anhört, „Masturbation“ lt. Wikipedia sehr am Mann orientiert ist und das „Onanieren“ vom Ursprung her zu einem Coitus interruptus führt – also deshalb Ipsation. Kann sein, dass der ein oder andere Leser der Meinung ist, dass dieses Thema in einem Blog nichts zu suchen hat. Ich finde jedoch, dass es an der Zeit ist, dass ein solches Tabu gebrochen wird. Soviele Frauen haben Hemmungen, darüber zu sprechen oder es etwa auch noch zu tun; können kein Gefühl für ihren Körper entwickeln und ihnen entgeht, wie wunderbar selbiger ist; von Orgasmusproblemen und Lustlosigkeit beim Sex ganz zu schweigen. Dazu gehört natürlich auch, sich mitten im Alltagsstress bewußt zu machen, was man selbst gerade braucht. Und mit ein wenig Achtsamkeitstraining kann Frau es schaffen, vom Alltagsbewußtsein auf den Entspannungsmodus zu schalten und sich selbst Gutes zu tun, ihre Weiblichkeit zu erforschen und kennenzulernen auch auf diesem Wege. Erregungsquellen können für Frauen neben Verliebtheits- oder Lustgefühlen natürlich auch visuelle Reize sein. Wobei damit sicher nicht die Bildersammlung von männlichen Geschlechtsteilen gemeint ist, die mittlerweile so ziemlich jede Single-Frau auf ihrem Handy hat. Ein wenig mehr – meine Herren – braucht die Damenwelt schon, um ihr Kopfkino anzuschmeißen 😉 .

…und sich hinterher wieder wunderbar entspannt auf den Alltag konzentrieren zu können. Diese Art von Selbstliebe trägt zu einem guten und selbstbewußten Körperverhältnis bei. Und da wir in diesem Leben nur den einen Körper zur Verfügung haben, können wir doch auch gleich damit anfangen, ihn gern zu haben. Diese Tiefenentspannung in Bezug auf den Körper nimmt das eigene Umfeld garantiert wohlwollend wahr. Denn nichts macht eine Frau anziehender als eine selbstbewußte Haltung zur eigenen Weiblichkeit.

Wer gern dazu und zu vielen anderen Bereichen der Sexualität lesen oder lernen möchte, dem lege ich das Buch „Sex & Achtsamkeit“ von Susanna Sitari-Rescio (Verlag Kamphausen) ans Herz. Ein wunderbares Buch von einer beeindruckend beweglichen und warmherzigen Frau, deren einfühlsame Frauenabende ich sehr genossen habe.

Ich glaube, dass unsere Gesellschaft das weibliche Prinzip stärker denn je braucht. Von Frauen, die sich wie Frauen fühlen und nicht die besseren Männer sein wollen.

So leicht, wie ich diesen Beitrag leicht begonnen habe, möchte ich ihn auch abschließen. Folgenden Fakt habe ich bei Wikipedia gefunden – den Suchbegriff enthalte ich Euch zum Schutz Eures Kopfkinos vor 😉 :

„Ein autoerotischer Unfall mit Todesfolge zählt nicht als Unfall im Sinne der Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen und führt von daher nicht zu einer Leistungspflicht der Unfallversicherung.“ *grins* Alles klar?

Ach und da wäre noch etwas: für Hinweise, wo genau man defekte Vibratoren reparieren lassen kann, wäre ich sehr dankbar 🙂 .

Genießt an diesem Mittwoch den Höhepunkt der Woche !

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46 Gedanken zu “Die Göttin in Dir

  1. „Wobei damit sicher nicht die Bildersammlung von männlichen Geschlechtsteilen gemeint ist, die mittlerweile so ziemlich jede Single-Frau auf ihrem Handy hat. “
    lachhh, ist das tatsächlich so?? Glaube ich nicht!

    „Ein wenig mehr – meine Herren – braucht die Damenwelt schon, um ihr Kopfkino anzuschmeißen“
    STIMMT!!! 🙂

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      1. jetzt habe ich wirklich LAUT losgelacht gerade, bei deinem letzem Satz ! 🙂

        Denn ich hatte es total falsch interpretiert, deswegen schrieb ich: glaub ich nicht!
        Ich hatte das so verstanden, dass Frauen Männergenitalien auf ihrem Handy abspeichern, um sich daran zu ergötzen, wenn sie alleine sind. Und DAS glaube ich nicht. Das haben wir nicht nötig und dazu braucht es wesentlich mehr, um uns aus der Fassung zu bringen, oder?

        DASS Männer Frauen ihre Schw…. unaufgefordert in Form eines Fotos zuschicken, DAS glaube ich dir aufs Wort! Weil sie widerum so gepolt sind.
        Ein kleiner aber feiner Unterschied zwischen Männlein und Weiblein.

        Hach, das wäre mal einen eigenen Blogbeitrag wert, oder? 😉

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        1. Ziemlich sicher, ja, das wäre einen Eintrag wert grins*, aber was davon unter Porno fällt und was nicht, da bin ich nicht so firm drin, deshalb hab ich mich auch im Beitrag etwas zurückgehalten 😉
          Ja, der feine Unterschied im Balzverhalten ;-DDDD …lies Dir unter Deinen Kommis hier mal die von Jules durch, der wollte das auch gern noch genauer wissen, dann muss ich nicht alles doppelt schreiben ;-).
          Wobei mich mittlerweile so ein Foto längst nicht mehr aus der Fassung bringt. Aber zum Anregen meines Kopfkinos ist das eben der falsche Weg und ich denke, damit stehe ich nicht alleine da 😉
          Wünsch Dir einen schönen Tag und liebe Grüße,
          Andrea

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  2. Die Bildersammlung männlicher Geschlechtsteile auf dem Handy so ziemlich jeder Single-Frau überascht mich und interessiert mich aus rein ethnologischen Gründen. Derartige Motive sind freilich erst durch die Digitalfotografie alltäglich geworden, weil es früher peinlich war, derartige Fotos entwickeln und abziehen zu lassen. Wenn zur autoerotischen Stimulation der Frau etwas mehr nötig ist als eine derartige Bildersammlung, liebe Mondgöttin, warum hat Frau dann diese Bilder? Ein Wort habe ich bei dir gelernt „Ipsation“. Ich erinnere mich an eine Szene in der Krimiserie „Transit – Brücke in den Tod“, in der die Kommisarin neben ihrem Freund liegend „masturbiert“, weil sie gelesen hatte, dass Männer das sexuell stimulierend finden.Kann ich bestätigen.

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    1. Rein ethnologische Gründe also…soso *lach*…es ist nicht so, dass man sich als Frau derartige Fotos explizit wünscht. Da heutzutage das Kennenlernen über das Internet einfach dazugehört – der größeren Auswahl wegen 😉 – und in den meisten Fällen dann die Kommunikation als nächste Entwicklungsstufe über unterschiedliche Messenger weitergeführt wird, dabei aber die eigene Identität immer noch unter Verschluß bleibt (frau kann nie wissen, was sich im Netz so rumtreibt ;-)), sich der jeweilige Kandidat auch nicht gesichtsmäßig entblößen will, sein Balzverhalten aber evolutionstechnisch bedingt nicht abstellen kann, kommt es in den meisten Fällen zur Zusendung eines derartigen Fotos – ohne großes Drumherum. Natürlich könnte Frau diese Bilder auch sofort löschen, meist jedoch verbleibt es im Speicher, um im evtl. späteren Kontakt als Beweisfoto herhalten zu können. Und ja, ich kenne einige Frauen, die ebensolche Fotos in einem speziellen Album ablegen, digital natürlich. Genauso, wie ich so einige nicht ernst zu nehmende Herren kenne, die eine „Erlegt-Liste“ auf ihrem Smartphone haben – obwohl sie verheiratet sind. Persönlich finde ich ersteres harmloser.
      Ipsation gefiel mir auch sehr gut, besonders, da ja „Nosce te ipsum“ (das Orakel von Delphi, Du erinnerst Dich bestimmt) mein Leitspruch ist. Und auch die Ipsation dazugehört – meine Meinung. Die meisten Männer, die ich kenne, schauen gern dabei zu-gehört doch auch eine Menge Loslassen von Seiten der Frau dazu, dies vor einem Mann zu tun. In einer Kolumne (von einem Mann geschrieben) las ich neulich erst, dass sogar ein gewisser Neid auf der Seite der Herren besteht, dass eine Frau gleichzeitig Geschlechtverkehr haben und dabei masturbieren kann. Also gehört der vermeintliche Penisneid eher ins Märchenland (für Erwachsene).
      Ich wünsch Dir einen schönen Abend und hoffe, dass ich Dich nicht nur erhellt sondern auch erheitert habe 😉

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      1. Das hast du zweifellos. (Gerade hat dein Blog meine Antwort verschluckt. Also noch mal neu): Als Alltagsethnologe interessiere ich mich brennend für die neue Form des Balzverhaltens, die du so kenntnisreich beschreibst. Bleibt noch eine Frage: Kannst du eingrenzen, wann dir das Phänomen erstmals begegnet ist?
        Dankeschön für deine Offenheit und lieben Gruß!

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        1. Hallo Jules, tut mir leid, der Blog hat echt Appetit ;-). Zum Balzverhalten: da ich selbst je gerade erst seit 1,5 Jahren „wieder auf dem Markt bin“ *lach* (O-Ton meines Vaters), habe ich dazu Freundinnen konsultiert – was man nicht alles tut, für seine interessierten Blogfreunde *grins*. Besagtes Verhalten ist nicht so neu, wir haben das auf ca. 5-8 Jahre eingegrenzt. Hoffe, dass Dir das weiterhilft. Viel interessanter fand ich jedoch, dass jede von uns einen Kumpel kennt (nein, nicht derselbe), der eine Liste der Frauen auf seinem Handy führt, mit der er schon in der Kiste war, natürlich jeweils mit angehängtem Aktfoto derselben. Das Ding mit dem Wild und der Trophäe eben. 😉
          Liebe Grüße zurück

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    2. Zitat:
      Wenn zur autoerotischen Stimulation der Frau etwas mehr nötig ist als eine derartige Bildersammlung, liebe Mondgöttin, warum hat Frau dann diese Bilder?

      Ja, dann hattest du es ähnlich bis genauso verstanden wie ich.
      ALSO: Lunartalentiert, ähem, Lunarterminiert meint das so: Männer schicken Frauen diese Fotos von sich (mit Nahaufnahme ihres naduweißtschon) unaufgefordert zu, noch VOR dem ersten Treffen oder Telefonat.
      Deswegen haben sie diese Fotos auf dem Handy.

      Oder blick ich da jetzt auch nicht mehr richtig durch???? LUNAR, HILFEE! 🙂

      Also, ich als Frau brauche keine solchen Fotos um auf Touren zu kommen. Wirklich nicht. Ich genieße das duweißtschonwas, nicht das Betrachten eines Fotos.
      Das ist Leidenschaft….. 😉

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  3. Liebe Andrea, übrigens ist dies ein wunderbarer Beitrag, bei einem Glas Wein würde ich zu jedem etwas zu sagen haben, aber die Vorstellung, dass Google meine Vorlieben allen Menschen zugänglich macht, lässt mich verstummen 😉

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    1. Liebe Ann,
      Mir war schon vorher bewusst, dass die Wenigsten hierzu etwas kommentieren werden;-) und habe versucht das Thema (was mir nunmal am Herzen liegt) eher sachlich abzuhandeln. Was bei einem Glas Wein eindeutig anders ablaufen würde. Weil ich mir eben dieses Mediums auch bewusst bin, wo keine der Schandtaten verlorengeht ;-). Also ist es total ok, Dich stumm zu sehen, wir 2 denken uns eben einfach stumm unseren Teil dazu.
      Schönes Wochenende für Dich

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