Risiko

Risiko

„Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Ihren Arzt oder Apotheker.“

Diesen Satz kennt so ziemlich jeder von uns. Ich gebe hier ja gern mal den Hinweis „Einfach springen!“, vergaß bisher jedoch, auf die durchaus vorhandenen Risiken hinzuweisen.

Um es kurz zu machen: Wer springt, kann auch fallen. Das Risiko besteht immer – auch für mich. Manchmal blamiert man sich nur und manchmal landet man im Schlamm, kommt so richtig hart auf und stößt sich die Nase, kriegt keine Luft mehr und der ganze Körper fühlt sich an wie gelähmt. Und auch ich verkrieche mich dann vor Energielosigkeit unter meine Decke, will nichts hören oder sehen und versinke in Selbstmitleid. Mache mir Vorwürfe, dass ich doch alt genug bin, um endlich vernünftig zu werden und dass Normalsein doch auch erstrebenswert ist. In solchen Momenten halte ich es schon schwer mit mir selbst aus, das würde ich anderen niemals zumuten wollen. Natürlich versuche ich in solchen Tiefs ab und zu auch mal zu meditieren oder erinnere mich an andere gute Ratschläge. Meditation bringt leider gar nichts, weil ich keine konzentrierte Aufmerksamkeit hinbekomme. Mir meine Emotionen nur ganz still anzusehen, sie zu beobachten, kriege ich ebensowenig hin. Auch da fehlt mir die entsprechende Energie.

Anscheinend gibt es aber trotzdem irgendeinen Punkt in mir – egal, wie man den jetzt nennen mag: „Höheres Selbst“, hört sich cool an 😉 – der mir irgendwann nur eine kleine winzige Aufgabe stellt. Ein kurzer klarer Befehl, der zu mir durchdringt, mich antreibt jetzt sofort irgendetwas Bestimmtes zu tun: die Spülmaschine auszuräumen, einen Anruf zu tätigen oder eine Musik rauszusuchen. Das kann durchaus alles sein, weil alles besser ist, als der vorherrschende Zustand. Vielleicht ist es auch einfach so, dass in dem Augenblick einfach das Ganze beendet sein soll…ich habe fertig gelitten sozusagen. Und begebe mich aufgrunddessen im Geiste schon mal auf ein anderes Energieniveau, der Körper folgt…Das ist nichts, wozu ich mich zwinge, es passiert einfach. Und eine Stunde später ist all das, was mich vorher so umgehaun hat, Geschichte und von Vernunft und Normal will ich dann schon wieder gar nichts mehr hören.

Auf Ebbe kommt immer die Flut, warum sollte das Leben oder die Gefühle anders sein ? Wenn ich nicht springen würde, wären die positiven Ausschläge meines Lebens nicht so heftig und die negativen ebensowenig. Klar könnte ich mich anpassen, normal sein, aber fühlt sich das dann wie Leben an ? Für mich nicht. Also werde ich weiterhin einfach springen, oft fliegen und manchmal auch den Schlamm küssen. Weil ich darauf vertraue, dass das Leben mich immer wieder zurückfedern läßt, wie ein Trampolin, das mich auffängt und mir neuen Schwung gibt. Ich wünsche uns allen dieses Vertrauen und ein wunderbares Adventswochenende.

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39 Gedanken zu “Risiko

  1. MEiner Meinung nach machst Du das perfekt. Das Leben wäre sterbenslangweilig, wenn man keine Risiken eingehen würde. Risiken bedeuten eben auch Fallen/Misserfolge…….mir gefällt der Spruch….., hinfallen, aufstehen , Krönchen richten und weitermachen 😉

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    1. …ich hab im Frühjahr doch ein wenig über meine Schwester gelästert, die sich eins gekauft hat …Riesenteil das …da krieg sogar ich „Missy Unsportlich“ Lust, mal sehn, vllt im Sommer. Jetzt wünsch ich Dir erstmal schöne Feiertage, genieß es. 😃 Liebe Grüße
      von Andrea

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        1. Liebe Nora,
          danke Dir für die ganz lieben Wünsche, irgendwie ist mir der Kommi durchgerutscht…sorry,sorry,sorry
          Ich hoffe, bei Dir ist alles wunderprächtig verlaufen. 😀 …hier war Teenie-Zoff, musste wohl so sein…verschiedene Erwartungen und so…aber zum Glück hatte ich Wein *grins*…der Jahreswechsel war dafür dermaßen wunderbar entspannt, dass X-mas eigentlich schon vergessen ist. Liebe Grüße Dir und den Deinen und ein tolles neues Jahr ❤ …auf uns alle!

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    1. Oh, da umärmel ich Dich glatt zurück 😃. Nö, perfekt bin ich nicht – aber dicht dran *pruuust* – ich wollte mit dem Beitrag nur aufzeigen, was schlimmstenfalls passieren kann, dass man vorm Springen viel Zuviel Angst hat, die sich nicht lohnt, weil es immer weiter geht. Wenn ich selbst gerade betroffen bin, kann ich nicht über sowas schreiben, dafür später um so besser reflektieren und Muster erkennen. Ich wünsch Dir alles alles Gute und wunderschöne Feiertage, genieß es. Liebe Grüße von Andrea

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  2. Da sprichst du wieder einmal wahre Worte ganz gelassen aus. 🙂

    Bei mir bedarf es noch nicht einmal eines Aufpralls auf einem wie auch immer gearteten Untergrund, dass mich die Energie- und Mutlosigkeit befällt, obwohl ich grübelnd meine, einen solchen vorschieben zu können. Mittlerweile bin ich in der Lage, eine solche Stimmung ohne Panik abzuwettern, weil ich weiß, irgendwann habe ich „fertig gelitten sozusagen“ und das „andere Energieniveau“ „passiert einfach“.
    Schöner kann man die Überwindung der Stagnationsphase nicht beschreiben.

    🙂

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    1. „Gelassen“ …pruuust …schön, dass das so rüberkommt 😉. Ja, ich schreib ja immer wieder vom „einfach springen“ vor dem soviele wirklich Angst haben. Da würde es mal Zeit, zu zeigen, was denn der worst case ist…
      Danke für Deinen Link und den Kommi (wobei ich noch nicht ganz soweit wie Du bin, also gelassen bin ich noch nicht wirklich 😉 ). Ich wünsch Dir schöne Feiertage 😃

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    1. Stimmt…wobei es ganz drauf ankommt, wie man „schief gehen“ definiert. Es hilft aber, alles in Relation zu sehen und nicht als absoluten Zustand. Alles verändert sich und das ist gut so. Ich wünsch Dir schöne Feiertage, werd in den nächsten Tagen mal bei Dir stöbern, noch ist es terminlich etwas angefüllt bei mir 😉 . LG und danke für Deinen Kommentar

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