7 Minuten Tempo-Gegenstoß am Morgen

7 Minuten Tempo-Gegenstoß am Morgen

Freitag, Zeugnistag…beide Lieblingskinder haben erst zum 2. Block, also ganz entspannt ein schönes Frühstück vorbereitet. Das jüngere Kind hat es gern relaxt am „frühen“ Morgen, erscheint also sehr rechtzeitig.

09:24 Uhr

Sie: „Will ER nicht mal aufstehn ?“ Ich: „Keine Ahnung, sollte ich IHN sonst langsam mal wecken ?“ Sie: „Ja, mach mal, …oh, da ist ER ja!“ ER schlurft in Jogginghose und Unterhemd herein und begrüßt mich mit: „Keine Ahnung, wer uns heut Zeugnisse gibt, der 2. Block fällt aus…die Klassenlehrerin ist krank, war sie ja gestern auch schon und im Vertretungsplan steht nichts.“

09:25 Uhr

ER dreht sich orientierungslos in der Küche um die eigene Achse, weil ER seine Milch aufschäumen will, der Kühlschrank aber anscheinend täglich seine Position verändert (manchmal tut er das auch nicht, dann ist aber die Milchpackung darin unsichtbar 😉 )

09:26 Uhr

Während die Milch schäumt, klärt ER kurz Organisatorisches mit mir – ok, ER ist geistig wach und denkt mit.

09:27 Uhr

Sie mischt sich ein: „Müsste nicht Euer Klassensprecher ins Lehrerzimmer gehn und mal nachfragen ?“ (Schon klar, Sie hat Bedenken, mir nachher als einzige ihre Zensuren zu zeigen…schmunzel). ER darauf: „Ist doch schon längst!“

09:28 Uhr

Sein Smarty vibriert…Textnachricht aus der Klassengruppe. SEIN Körper strafft sich: „Wir sollen sofort in die Sporthalle, der Sportlehrer gibt uns Zeugnisse!“ …und schon verschwindet er wie ein Blitz:

Zähne putzen

Umziehen

Sporttasche packen

„MAMA, kann ich das Auto ?“ (Na klar *augenroll*)

SIE: „Nimmst Du mich mit ?“

ER: „Mach hinne !“

09:31 Uhr „Tschüss !“…und die Tür schlägt hinter ihnen zu…Ruhe 😉 .

Ich weiß, warum ich beim Handball gern zusehe und heute Abend um 18:30 Uhr mitfiebern werde. Ich liebe diese ästhetischen Bewegungsabläufe und vor allem die schnellen Tempi-Wechsel. Wenn dazu noch Teamgeist wie bei der deutschen Mannschaft kommt, dann geht die Pulsfrequenz sogar beim Zuschauen in ungeahnte Höhen.

Also drückt die Daumen (auch für die Zeugnisse) ! 🙂

(Fotoquelle: Sport1 Bildergalerie; Motiv: Fabian Wiede, Füchse Berlin)

 

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Sie kann nicht tanzen …oder schreiben ? ;-)

Sie kann nicht tanzen …oder schreiben ? ;-)

Irgendwie, irgendwo, irgendwann, da machte sich der der beste Mensch von Hannover auf nach Wacken. Dort hoffte er auf ganz viel Action oder zumindest darauf, viele Kräuter der Provinz zu finden. Als John endlich den Elbtunnel passiert hatte und sich auf der A23 befand, sah er den Rauch schon von weitem. Ein Fahrzeug auf der Gegenspur hatte Feuer gefangen und der Stau auch auf seiner Seite der Strasse nahm stetig zu. Beim Vorbeifahren wurde John ganz anders und er empfand eine Überdosis Fremdscham. Kurz vor dem Ziel, nahm er dann doch die Sonne, die scheint wahr, jedoch wies ihn die Dame an der Kasse ab, weil er nicht eingeladen wäre. Daraufhin machte John ihr klar, dass er mit der Hoffnung auf einen F..k hierhergekommen sei. Ihre Antwort würde er ein Leben lang nicht vergessen: „Oh Jonny,… türlich türlich möchtest Du hier Liebe, aber Du bist im Arsch ! Für immer und Dich gibts doch St. Pauli mit der Reeperbahn.“ Aber soviel Disko und Showgeschäft war überhaupt nicht in Johns Interesse. So verabschiedete er sich mit den Worten: „Ich möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt.„, fuhr auf der B-Seite der Autobahn wieder nach Hause und fühlte sich wie ein Flashgott. Bei so einem fürchterlichen Text bleibt ihm auch nichts anderes übrig und er denkt sich: „Alles Terroristen, diese Schreiberlinge !“

 

Wer sich über den etwas seltsamen und für mich untypischen – weil aus den Fingern gesogenen – Text wundert: das ist mein Beitrag zu adriasuno’s Projekt BANDSALAT 😉 . Und ich bin doch glatt um das ausländisch drum herum gekommen. Auch wenn „Mr. Masterpiece of himself“ sprachlich etwas „knödelt“, bringt seine Mucke richtig gute Laune und mich dazu, atemlos durch die Bude zu tanzen (sorry, DER musste sein 😉 ). In meinen Text hat sich dann auch glatt ein Song eingeschlichen, der zwar 100%tig auf dem letzten Album drauf ist, sich jedoch im Netz nirgends auffindbar zeigt (falls sich jemand wundern sollte).

Jan spricht vielleicht nicht so deutlich, dafür sind seine Texte gut durchdacht und sprachlich zigmal besser als der heutige Nachrichtensprecher, der im Radio verkündete, dass heut früh zunächst mit Sturmböen und später dann mit stürmischen Böen zu rechnen wäre 😀 . Auf dass es Euch alle zum Bandsalat weht…

Einfach händisch: Bambissima

Einfach händisch: Bambissima

 

Hier nochmals ein Beitrag zur Blogparade der Frau tikerscherk. Diesmal hab ich mir die Hände schmutzig gemacht und fand es wert, das festzuhalten, falls Euch auch mal so etwas Leckeres in die Küche kommt. Blumenmädchen und auch Vegetarier oder Veganer sollten ob ihrer Ataraxie nicht weiterlesen.

Da es Mängelberichte zu meinem letzten Beitrag dieser Art gab – schwer lesbare Handschrift (*pahhh*) – habe ich den Text für all jene mit gewissen Leseschwächen 😉 eingetippt und daruntergefügt.

Um es für mich abwechslungsreich zu gestalten, probierte ich das Schreiben mit dem Füllfederhalter. Da ich dieses Schreibgerät, wie sicher viele von uns, lange nicht mehr in Händen hielt, war das eine eigenwillige Erfahrung. Es schreibt sich ganz anders als mit einem Fineliner oder Bleistift. Schnell geht gar nicht, dann kratzt die Feder und das ist ein reichlich unangenehmes Gefühl in der Schreibhand. Dadurch, dass die Gedanken weit vorn sind und die Tinte hinterherhinkt, traten verstärkt Schreibfehler auf. Ich hab diese aber einfach so stehen gelassen, schließlich durften wir damals in der Schule auch keine Tintenkiller benutzen 🙂 .

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Bambissima

Ich weiß ja nicht, was Eure Eltern an Weihnachten so verschenken – bei mir war es ein Stück Reh. Der Sonntagabend bot sich für dieses Festmahl an, da ausnahmsweise eine zeitgleiche “Löwenfütterung” meiner “Raubtiere” möglich war. Nicht nur, dass ich gern in Erde wühle – wobei mein Daumen eher schwarz als grün wird – ich habe auch kein Problem und eine gewisse Erfahrung damit, Geflügel oder auch Fisch vom lebendigen in den verzehrfertigen Zustand zu verwandeln. Dies war aber mein erster Rehrücken. Da ist Kochen dann nicht Meditation sondern ein hochkonzentrierter, kreativen Zustand. Konzentriert, wenn das geschärfte Messer am Wirbelsäulenknochen entlanggleitet und weiter über die Rippen fährt, um die Fleischstränge beidseitig vom Knochen zu lösen. Zart gleiten meine Finger über das Fleisch, während ich es pariere. In leicht gebräunter Butter brate ich die soeben gesalzenen Fleischstränge ca. 2 Minuten rundherum an, und lege sie in eine heiße Form in den auf 200 Grad vorgeheizten Backfen. Nach 8 Minuten pfeffere ich das Fleisch und wickle es in Alufolie, damit es ca. 7 Minuten entspannt, bevor ich es aufschneide. Wunderbar rosa und butterzart…

Buon appetito !

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Das Wort zum Montag

Das Wort zum Montag

Die Mondfrau

Die Mondfrau geht den Weg der Freiheit. Sie wandelt sich in jedem Augenblick. Sie lebt intensiv und kraftvoll. Ihre Leidenschaft ist das Reisen, und wenn sie nicht in der weiten Welt unterwegs ist, dann reist sie in ihrer unergründlich tiefen Seelenlandschaft. Wenn du eine Mondfrau an dich binden willst, dann lass sie vollkommen frei. Sie lässt sich nicht festlegen. Versuche sie niemals einzuordnen, denn sie hat zu viele Facetten. Wenn dich eine Mondfrau in sich aufnimmt, dann öffnet sie sich ganz und gar und du darfst eintauchen in ihren Körper, in ihre Seele, in ihr tiefstes Sein. Wenn du in eine Mondfrau eindringst, dann dringst du in die dunkelste Nacht ein, und wenn du bereit bist, wird sie ein Feuer in dir entfachen, das deine Seele für immer leuchten lässt.
Wenn du eine Mondfrau liebst, dann bist du bereit, deinem tiefstem Wesen zu begegnen, denn sie wird dich einladen auf eine Reise zu deiner Essenz. Die Mondfrau strahlt und zeigt sich offen der Welt. In diesen Phasen verschenkt sie alles was sie hat, wohl wissend, dass sie selbst das größte Geschenk ist. Und dann, allmählich zieht sie sich ganz in sich selbst zurück, denn ihre Kraft schöpft sie aus der Stille.

Sie geht ihren Weg aufrecht und stolz, denn sie wird vom Pulsschlag der Erde getragen und von der Weisheit des Himmels geführt.

Die Mondfrau begegnet dir manchmal so kindlich und naiv wie ein kleines Mädchen, um im nächsten Moment aus ihrer tiefen Weisheit zu schöpfen. Alle Jahreszeiten findest du in ihr. Alle Altersstufen sind in ihr vereint. Unterschätze niemals ihre magische Kraft, und lass dich nicht täuschen von ihrem jungen Aussehen und ihrem freien Lachen.
Die Mondfrau ist eine Träumerin, die all ihre Visionen in ihrem Tempo auf die Erde bringt. Dränge sie zu nichts, denn wenn du sie unter Druck setzt, wird sie erst geistig und dann körperlich fliehen. Die Mondfrau geht den Weg der Freiheit. Sie bindet sich nur an einen einzigen Ort, und dieser Ort liegt in ihr.
Ihr Wegweiser ist die Liebe.

Die Mondfrau ist hier, um alle Wesen an den Wandel zu erinnern. Denn auch sie selbst ist bereit, immer wieder alles loszulassen und vollkommen nackt im Wind zu stehen.
Sie scheut sich nicht vor dem Feuer. Denn sie selbst brennt lichterloh. Sie bleibt in der dunkelsten Stunde einfach sitzen, auch wenn alle um sie herum davonlaufen. Ihre Tränen haben schon einige Ozeane gefüllt, in die sie sich fallen ließ, um dort an den tiefsten Grund zu tauchen. Sie hat keine Angst vor der Tiefe des Seins. Sie hat keine Angst vor der dunklen Nacht, denn dort hat sie ihre Schönheit und ihre unermessliche Kraft gefunden.
Sie ist wild, leidenschaftlich und voller Lust. Sie ist zärtlich, sanft und sehr verletzbar. Du denkst sie braucht dich nicht? Halte sie fest, und du wirst spüren, wie sehr sich nach einem Gefährten sehnt, der keine Angst vor den kraftvollen Wellen ihrer Seele hat.

Nina Konitzer

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt” von Nicola Yoon

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt” von Nicola Yoon

Ich neige grundsätzlich dazu, Versprechen zu halten, nur manchmal dauert es etwas. Das lag in diesem Fall nur minimal an mir, weil ich mir grundsätzlich nur Fachbücher kaufe. Alles andere entleihe ich mir privat oder aus der Bibliothek um die Ecke. Und letztere hat echt 2 Monate gebraucht, bevor das Buch endlich im Programm war. Also hier mein kleiner Bericht mit dem wahrscheinlich nicht umzusetzenden Versuch, nicht zu spoilern.

Anfangs dachte ich noch : „Och nee, doch wieder ’sick literature'“ also a la John Green: bisschen sperrige unerwiderte Liebe, viel Krankheit, bisschen Lebensphilosophie und am Schluß Protagonist tot und Antagonist lebt (muss ja).

Ein unzerstörbarer Gugelhupf mit Selbstmordgedanken, liebevoll gestaltete Skizzen und Notizeintragungen, z.B. zum „Zeit totschlagen“ oder „Kuss-Studien“ und die Spoiler-Bemerkungen zu gelesenen Büchern der Protagonistin haben aber dazu beigetragen, dass ich dauerschmunzelnd weitergelesen habe. Und als Maddy dann auch noch genau das tut, was ich hier so oft betone – Sie springt ! – war mir klar, dass das Ganze eine andere Richtung nimmt. Zumal mein Bauchgefühl schon in einigen Szenen vorher angezeigt hatte, dass es nicht nur oberflächlich um die Liebe zweier 18jähriger geht. Den Klappentext muss ich nicht wiedergeben, den findet ihr hier. Jedoch stimme ich mit der „Werbung“ für das Buch nicht überein, da ich Green und Moyes gelesen habe und von jenen längst nicht so begeistert war.

In „Du neben mir“ überschlagen sich die Ereignisse eben nicht, sondern die Charaktere können sich in Ruhe weiterentwickeln. Zusätzlich ist die Sicht der Protagonistin auf die Welt und ihr eigenes Schicksal positiv und glücklich, aber vor allem ist der Nachhall, wenn das Buch ausgelesen ist, ein ganz anderer:

Was würde ICH im Namen der Liebe tun ?

Ich finde, eine sehr spannende Frage. Ich hoffe, die Autorin bringt noch mehr solcher Geschichten und wünsche Euch mit der obigen Frage ein schönes Wochenende.

(Quelle Foto: Amazon)