Gutmenschen

Gutmenschen

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Der Versuch einer Definition: Gutmensch

Gutmensch impliziert mir, dass ein Mensch zu gutmütig, zu nett zu seinen Mitmenschen ist. Oft über seine Grenzen geht, und ohne nachzudenken sein letztes Hemd gibt. Ein Gutmensch verschließt angeblich seine Augen vor der Realität, ist beeinflußbar, hat keine eigene Meinung und verschließt sich den Konsequenzen. Er urteilt nicht rational, sondern ist emotional sogar mit Katzenvideos „rumzukriegen“. Ihm wir auch unterstellt, sich als Moralapostel aufzuspielen und eigentlich nur zu tun, was von Autoritäten erwartet wird. Ich tue mich grade sehr schwer den Begriff des Gutmenschen so zu beschreiben, wie er wahrgenommen wird, denn seine Wahrnehmung, Bedeutung und Verwendung in der Gesellschaft empfinde ich als sehr zwiespältig.

Der Begriff ist ja erst in letzter Zeit geprägt worden. Aber waren Albert Schweitzer oder Mutter Theresa dann auch Gutmenschen? Die Menschen, die sich Sektenführern anschließen, sind das Gutmenschen ? Wird man so betitelt, zuckt man innerlich zusammen.

Wikipedia schreibt dazu:

„… eine ironisch, sarkastisch, gehässig oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen oder Gruppen/Milieus („Gutmenschentum“). Diesen wird, aus Sicht der Kritisierenden, ein übertriebener, nach äußerer Anerkennung heischender, Wunsch des „gut sein“-Wollens in Verbindung mit einem moralisierenden und missionierenden Verhalten und einer dogmatischen, absoluten, andere Ansichten nicht zulassenden, Vorstellung des Guten unterstellt….“

Also doch jemand, der nicht an die Konsequenzen denkt, alles nur in rosarot mit Sternchen und Glitzer malt und nichts von explodierenden  Kosten oder anderen Schreckensszenarien hören will, sondern hilft, weil er scharf ist, aufs Bundesverdienstkreuz oder Schulterklopfer ?

Szene 1 – absolut kein Gutmensch:

Ich bin Fan der Serie „Supernatural“. In einer ganzen Reihe von Folgen fehlt einem der Protagonisten seine Seele. Erstaunlich fand ich, wie sich die Macher Gedanken darüber gemacht haben, wie ein Mensch ohne Seele agiert. Alle Entscheidungen wurden rein rational getroffen. Bevorzugt wurde vom Protagonisten der jeweils erfolgversprechendste Plan. Damit war der Typ unglaublich produktiv, effektiv und kalkulierte Wahrscheinlichkeiten mit ein. Er machte keine Unterschiede zwischen Menschen, die ihm nahe standen und den anderen sondern setzte rein auf Logik, und taktierte eher mit den menschlichen Schwächen aller Menschen. Für ihn zählte bei Verlusten nur die Anzahl., also lieber 3 Leute opfern um 10 zu retten. Denn sie waren ihm alle gleichgültig. Er empfand nichts für andere: keine Loyalität, kein Mitgefühl, eben nichts, was menschliche Entscheidungen für gewöhnlich beeinflusst, was es eben auch schwierig macht, Mensch zu sein. Es ging ihm ausschließlich darum, erfolgreich zu sein, in dem, was er tat. Zu siegen.

Szene 2 – auf jeden Fall ein guter Mensch:

Der krasse Gegensatz dazu ist einer meiner Bekannten, der eines Märzmorgens knapp die U-Bahn verpasste und sich dadurch mit einer Obdachlosen unterhielt. Nach ca. 5 Minuten gab er ihr nicht nur das gesamte Bargeld, das er dabei hatte. Nein, er hob zusätzlich alles ab, was sein Konto hergab, um die Frau zu unterstützen (Ich meine mich zu erinnern, dass es sogar zu einer Wohnraumvermittlung kam). Dadurch war jedoch der junge Mann selbst 1 Woche ohne jegliche finanzielle Mittel – zum Glück war einerseits das Ende des Monats in Sicht und andererseits hat derjenige viele Freunde, die ihn trotz leerer Taschen mitverpflegten. Laut seinen Worten waren sogar 3 Rum/Cola drin 😉 .

Wer von uns hätte so gehandelt – ohne genau zu wissen, wie seine Woche wird ?

Der Bekannte meinte, es hätte ihn Demut gelehrt. Mich hat es sprachlos gemacht – soviel Vertrauen in seine Mitmenschen hat nicht jeder. Und es hat mir einmal mehr gezeigt, was Menschlichkeit ausmacht: sich für andere interessieren, mitfühlen, teilen, helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. logische und erfolgsorientierte Berechnungen können auch Computer treffen. Mensch sein, heißt soviel mehr.

Wer hat Schattenarbeit nötig ?

Vielleicht wird das Wort Gutmensch ja nur verwendet, um von den eigenen Schwächen und Versäumnissen abzulenken. Viele Menschen haben heutzutage verlernt, zu geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten, weil es ihnen uneffektiv erscheint. Und doch bin ich der Meinung, sehnt sich die Seele danach. Etwas Gutes zu tun, nicht nachzufragen, nichts zu erwarten, sondern einfach weiter optimistisch in die Zukunft zu vertrauen. Und letztendlich: Wer bestimmt eigentlich wieviel des Guten zuviel ist und wessen Moral die Norm darstellt? Doch nur die eigene Seele, oder wie seht Ihr das ?

 

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Frauen über 40…#1

Frauen über 40…#1

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Frauen über 40 ist bewusst, dass sie nicht mehr ganz jung aber auch nicht wirklich alt sind. Noch stehen ihnen alle Wege zur Familienplanung offen, und sie genießen die Freiheit, die dieses Wissen mit sich bringt. Überhaupt würden Frauen über 40 nicht mit ihrem jüngeren Ich tauschen wollen, denn das Bewusstsein für den eigenen Körper und ihre Seele haben sie erst in den späten Dreißigern erlangt. Sie betrachten liebevoll und nostalgisch ihr jüngeres Ich und ein wenig Neid ist schon dabei, wenn sie sich erinnern, wie schnell sie in früheren Jahren ihren Körper in Form gebracht bekamen.

Frauen über 40 würden jedoch niemals auf ihre Lachfältchen und Körperlinien verzichten wollen. Erzählt doch jede einzelne von einem wundervollen Erlebnis. Und sie sind stolz darauf, wie ein Krieger auf seine Narben. Deshalb gehen Frauen über 40 auch entspannt mit ihrem Körper um, betrachten ihn als Wagen, der ihnen bis zum Lebensende zur Verfügung steht, und sie verwöhnen ihn. Manchmal auch etwas zuviel, weil sie es gut meinen. Die Tiegelchen, Cremes und Lotionen im Bad, die Parfüms und Duftsprays, Haarpackungen und Badezusätze sprechen eine deutliche Sprache. Frauen über 40 wollen für ihren Körper das Beste, sich gut fühlen und sie wissen, was sie dazu brauchen. Und manchmal sind das eben Goldpartikel.

Trotzdem fallen Frauen über 40 nicht auf jedes Werbeversprechen rein, und die Diäten in all den Frauenzeitschriften überblättern sie ironisch schmunzelnd. Sie gönnen ihrem Körper lieber regelmäßige Detox- und Fastenkuren, trinken grüne Smoothies und essen einfach von vornherein gesünder. Meistens jedenfalls. Denn manchmal brauchen auch Frauen über 40 einen richtig scharfen Döner oder den großen Berg Pommes mit Mayo und essen letztere immer mit den Fingern. Denn Frauen über 40 lieben Sinnlichkeit beim Essen, und ein Mann, der sie bekocht, landet auf der „Sexiest Man“-Skala ganz weit oben.

Sinnlichkeit und Körpergefühl ist ihnen auch wichtig beim den Sport, den sie ihrem Körper zumuten. Mit Pilates, Yoga und Zumba werden Frauen über 40 zwar oft belächelt, lassen sich aber den Spass an der Bewegung nicht verderben. Spüren ihren Körper und ihren Atem und fühlen sich wohl unter so vielen anderen Frauen. Denn oft bleibt frau in diesen Kursen unter sich. Denn wo kann man sonst die Gemeinschaft ohne Konkurrenzstreben genießen, um sich danach wieder in den Trubel zu stürzen.

Denn Frauen über 40 lieben es, mittendrin im Leben zu sein.

Kennen lernen…

Kennen lernen…

Ich behaupte einfach mal, dass die Anzahl der Möglichkeiten neue Leute oder potentielle Partner kennenzulernen nie so groß war, wie heutzutage. Ob durch den Beruf, Hobbys, Sport, Clubs aber auch online durch Netzwerke, Foren, Apps oder Portale, der „Markt“ erscheint riesig. Ich gehöre nicht zur Generation Web2.0, die oft Personen in ihre „Freundesliste“ aufnehmen, mit denen sie im realen Leben nicht mal 2 Worte gewechselt haben – ja die sie oft nur online kennen. Letzteres ist immer mit Vorsicht zu genießen, weil jeder im Netz nur bestimmte Facetten seiner selbst – ob eingebildet oder real – präsentiert. Für bestimmte Kontakte ist das interessant und kurzweilig. Auf die Dauer jedoch ist die reale Kommunikation (also face to face) wesentlich vielschichtiger angelegt.

Das dachten sich auch die Organisatorinnen Kathleen und Ingeborg, als sie das Konzept für eine andere Art von Single-Parties entwarfen. Und um einfach mal auszutesten, wie das Ganze ankommt und wo unsichtbare Schwachstellen lauern, veranstalteten die Zwei am 08. April eine Generalprobe. Um es vorwegzunehmen: Schwachstellen gab es keine und für eine Generalprobe lief es bombig.

Eingeladen waren ausgewählte Singles – zu gleichen Teilen 😉 – im Alter von 38+. Die BewerberInnen wurden im Vorfeld um ein Foto gebeten, um sicherzustellen, dass ganz normale Leute eingeladen werden. Die Location wurde 2 Tage vorher per Mail bekanntgegeben und war eine hervorragende Wahl:

das Erotic-Art-Museum in Hamburg.

http://www.eroticartmuseum.de/ ist der alte Link. Das Museum gibt es nicht mehr im, wie im Link, dargestellten Ausmaß. Ausschließlich die unteren Museumsräume sind für den Besucherverkehr frei, und dort ist eine liebevoll geführte Bar integriert.

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Erotic Art Museum

Mit 35-40 Personen waren die beiden Räume an diesem Abend locker gefüllt. Durch das am selben Abend stattfindende Fußballspiel gab es wohl einige männliche Fernbleiber. Aber so waren  Jessica Jäde als Sängerin und die anderen Bandkollegen Roun Zieverink am Piano und Nancho Campos an den Drums sowie auch das aufgebaute Häppchenbuffet sichtbar und erreichbar. Schon vor der spritzigen Begrüßungsrede von Ingeborg, die uns die Musikusse – ebenfalls Singles 😉 – vorstellte und das Buffet mit einem Glas Sekt eröffnete, kam man grüpppchenweise ins Gespräch. Durch die Exponate und das auf Sankt Pauli übliche „Du“ waren die Unterhaltungen von Beginn an ungezwungen und total entspannt. Kann man sich vorstellen, oder ? 😉

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…der Blick zur Decke

Zusätzlich sorgte die Band mit bekannten Hits der 70er und 80er Jahre für ein beschwingtes Feeling, dass die Arm- und Handgelenke der Besucher für den allerersten Auftritt von Barbara Dahmen lockerte. Selbige präsentierte uns kleine aber feine Comedy zum Thema Online-Dating. Mit leicht hörbarer Münchner Mundart und Pointen, die beide Geschlechter gleichermaßen bedachten, zeichnete sie ein reales Bild dieses Themas. Und die Zustimmung der Zuschauer äußerte sich in begeistertem Beifall. Nicht wenige von uns hatten vor Lachen Pipi in den Augen und als Running Gag hielt sich den Abend über der kurze und doch so aussagekräftige Halbsatz: „…aber ich kann kochen“. Ich geh an dieser Stelle einfach mal davon aus, dass DEN alle Singles verstehen.

Ingeborg und Kathleen kümmerten sich mit viel Herzblut um ihre Gäste und sind nun damit beschäftigt, eine ansprechende Homepage zu kreieren. Diese trägt dann den Namen www.diegastgeberinnen.de . Weitere Veranstaltungen dieser Art mit Live-Musik, Kabarett und ausgewähltem Publikum sind in Planung. Wer mehr darüber wissen möchte, kann am Freitag, den 22.04.2016 um 14:00 Uhr sein Radio auf 90,3 (NDR Hamburg) stellen und dem Live-Interview lauschen. Wer Lust bekommen hat, ebenfalls teilzunehmen, darf gern eine Mail an ingeborg.jaede@web.de schreiben oder sich unter 0172-4583440 anmelden.

Ich habe an diesem Abend nicht nur eine wunderbare Location mitsamt Unterhaltung und leiblichen Genüssen erleben dürfen, sondern führte auch interessante Gespräche. Dabei habe ich 2 Männer und 2 Frauen besser kennengelernt, als das online in dieser Zeit jemals möglich gewesen wäre. Ich bin auch beim nächsten Mal gern wieder dabei. Denn die Songauswahl wird sich dann um ABBA-Hits drehen 😀 . Ich freu mich und wünsche den beiden Gastgeberinnen viel Erfolg und noch viel mehr Spass mit ihrer Geschäftsidee. Sicher verliebt man sich dort nicht alle 11 Minuten (so wie bei einem bekannten Single-Portal), aber vielleicht entsteht ja doch die ein oder andere Beziehungskiste auf diese Weise ❤

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Ein großes Dankeschön an Andreas Bahr für die Fotos zum Erotic Art Museum (y)

 

 

 

Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 4

Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 4

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Wer von Euch vor einem Monat mit mir hier gestartet ist, dann fleißig weitergeübt hat mit den Tipps aus Teil 2,  und in den letzten 10 Tagen – wie in Teil 3 beschrieben – das Zuhause in High Heels unsicher machte, den lasse ich jetzt ruhigen Gewissens auf die Strasse oder andere Untergründe los 😉 .

Laufen auf verschiedenen Untergründen

Schon in den eigenen 4 Wänden war sicher spürbar, dass sich der eigene Gang dem jeweiligen Untergrund anpasst: auf Hochflorteppich läuft es sich anders als auf Dielenböden oder Fliesen. Ebenso abwechslungsreich ist die Beschaffenheit von Bürgersteigen und Wegen. Da gibt es Kies und schief verlegte Plattenwege, mit Kieseln übersäten Asphalt und Kopfsteinpflaster. Ich habe auch immer eine Sequenz aus GNTM vor Augen, als die Mädels einen überfluteten Laufsteg überqueren mußten.

Gang und Haltung

Wenn Ihr zuhause wirklich so mit den Heels unterwegs wart, wie mit normalem Schuhwerk – also mit der Hacke aufgetreten seid und über die Ferse abgerollt habt – dann habt Ihr schon ein Gefühl für Euren Gang entwickelt. Habt festgestellt, dass es wesentlich sicherer ist, sich ruhig und überlegt und mit kleinen Schritten zu bewegen. Habt Euch auch mal im Spiegel angeschaut und festgestellt, dass Eure Körperhaltung sich fast automatisch Omis Rat: „Bauch rein, Brust raus und den Kopf gerade wie an einem Bindfaden !“ angepasst hat. Genau das solltet Ihr auch draußen beibehalten. Vielleicht hilft Euch die Vorstellung:

Ihr seid die Königin und gebt das Tempo vor!

Also auch wenn Ihr in Begleitung unterwegs seid, bleibt die Ruhe selbst, achtet auf Euer Tempo, Eure Körperspannung und Eure Sicherheit. Das bedingt natürlich auch, Zeitpolster für Termine einzuplanen. Letztendlich führt dieser gemäßigte Gang dazu, dass man Euch mehr wahrnimmt. Probiert die verschiedenen Untergründe aus, passt Euren Gang an, aber behaltet die Haltung bei.

Wenn Ihr dazu kommt, bewußt auf Euren Gang zu achten, setzt am besten einen Fuß vor den anderen, dabei zeigen die Fußspitzen immer leicht nach außen. Überfordert Euch nicht, versucht das immer wieder zu üben, dann stellt sich irgendwann der Automatismus ein. Versucht in Eure Körperspannung ein gesundes Mittelmaß zu bringen. Ein zuviel an Spannung sieht nach dem berühmten „Stock im Arsch“ aus, ein zuwenig führt zu übertriebenen Hüftbewegungen, auf Deutsch „Arschgewackel“.  Und auch hier gilt:

„Viel zu lernen Du noch hast“ 

(Meister Yoda)

Trotz aller Übung kommt man als Heel-Trägerin immer wieder in Situationen, die neu oder anders sind. Laßt Euch nicht verunsichern, setzt lieber jeden Schritt mit Bedacht oder löst die Situation anders. Ich mag meine Heels zum Beispiel nicht baden. In die Situation, damit in einen Pool zu springen, werde ich sicher nicht kommen, aber wie jeder weiß, ist das Hamburger Wetter auch im Sommer manchmal ein ganz schönes A….loch. Wenn es also plötzlich beginnt, wie aus Eimern zu schütten, laufe ich garantiert barfuß über den Parkplatz mit Schuhen in der Hand oder Tasche.

Letztere ist sowieso der „Joker der Frauenwelt“. Ich wunderte mich im letzten Sommer bei einem London-Besuch, dass sämtliche Ladies in der U-Bahn Flip Flops zum Business-Kostüm trugen. Ja, ich war in der Rush-Hour unterwegs, selbst Schuld 😀 . Bis mein Blick dann auf die Handtaschen fiel, aus denen überall ein Paar Heels oder Pumps ragten. Solltet Ihr also auf dem Königinnen-Pfad wandeln, nehmt zur Sicherheit bequeme flache Schuhe mit.

Heels mit Charakter

Und für alle, die ebenso wie ich ein neues Hobby gefunden haben, nachfolgend noch einige Bilder meiner Schätzchen mit dazugehöriger Charakteristik, die sicherlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Der Lolita-Typ

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Ja, meine allerersten  Heels: Lack-Peeptoes, die ich wahrscheinlich irgendwann vererbe. Mit dem Schleifchen wirken sie unschuldig und kokett gleichermaßen. Trotzdem finde ich, dass man gerade hier beim restlichen Styling aufpassen muss, nicht billig zu wirken. Zum Fiftys-Style oder auch zu Jeans passen sie wunderbar. Sind jedoch auch für gewisse Clubabenteuer geeignet.

Der Aperol-Spritz-Typ

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Natürlich trägt man die Riemchen dieser Sandale geschlossen, aber fürs Foto sah es so einfach besser aus 😉 . Die Riemchen überkreuzen sich dabei und bieten wirklich guten Halt. Dieser Heel hat eine klare Botschaft: Sommer, Sonne, Urlaub und Aperol Spritz !

Der „Das Leben ist sexy“-Typ

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Und nach der leichten Sommerlaune hier der sinnlich-schwere Gegensatz. Klar trage ich diesen Heel auch zum Business-Kostüm oder zur Jeans. Trotzdem bleibt sein Grundtenor immer derselbe: genussvolles Knistern auf Distanz, Kopfkino-Erotik pur. Der Firmenname des Schuhherstellers (übersetzt: Nie mehr ohne) trifft auf diese Schuhe und mich zu. Ein Heel, den ich auf gar keinen Fall missen möchte, obwohl er sich extrem schwer läuft.

Der „Let’s get back to bed boy“-Heel

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Und der letzte Schuh in meiner Reihe, der die Aussage des vorangegangenen konkreter auf den Punkt bringt. Egal mit welchem Styling, dieser Heel wird immer ordinär aussehen und warum auch nicht? Manchmal sind Frauen nunmal nicht in der Lage, klar zu sagen, was Sache ist, oder sie sind hormonbedingt nicht zum Reden aufgelegt. Dieser Schuh ist die Lösung oder der Wink mit dem Zaunpfahl: das Knöchelriemchen sorgt für einen fesselnden Blickfang und zum Laufen ist er sichtlich weniger geeignet. Und eigentlich reichen Heel und Trägerin zum Styling ein paar Stay ups 😉

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Dies war der letzte Teil des High-Heel-Trainings, zu dem mich Nessie von den happinessygirls inspiriert hat. Ganz lieben Dank dafür, über einen Gastartikel grübel ich trotzdem nach, meine liebe Frau Doktor 😉 . Außerdem danke ich dem Lieblingssohn für das Schuh-Shooting. Wer also Interesse an den Fotos hat, stellt die Anfragen gern an mich. Ich vermittle gern an die Fotoquelle. Würde hier gern noch mehr dazu schreiben, aber er möchte das nicht 😉 .

Und zum Schluß ein Memo an mich: Das nächste Mal auch Ballerinas einlaufen !!!

 

Reizüberflutung bei HSP

Reizüberflutung bei HSP

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Zuviel

Wenn Du Dich innerlich immer schneller drehst,

Dabei zusehen kannst und neben Dir stehst.

Gedanken verknäuelt, ein einziges Minenfeld.

Genaue Ortung mit einem Mal fehlt.

Alles Dich beherrscht, statt anders herum.

Hetzt und machst und vergessen hast ‚warum‘.

 

Zuviel Gerüche, zuviel zu sehen,

zu hoher Puls, sogar im Stehen.

Zu grell die Farben, zu spitz der Ton,

nicht mehr zu spüren die Intuition.

Zuviele Stimmungen, gefärbte Energien

Hochsensitive sich darin verlieren.

©Andrea Ludwigkeit

 

…mir hilft es dann, mich auf der Couch in eine Decke zu kuscheln, dazu einen leckeren Tee und eine absolute Funkstille einzuhalten. Kein Telefon, nix Online, also Sende- und erst recht Empfangspause in jeglicher Hinsicht und einfach erstmal dösen.

Erst danach kann ich beginnen, mich energetisch zu reinigen. Das hört sich eventuell etwas esoterisch an. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Mensch nicht nur ein Stück Fleisch ist, sondern dass dieses von Energie angetrieben wird, hoffe ich, dass die Logik dahinter erkennbar ist.

Dabei geht es darum, sich von all den äußeren Einflüssen frei zu machen, den eigenen Kern wieder frei zu legen und vor allem die eigenen Grenzen zu erkennen und zu stärken. Der Mini-Burnout ist letztendlich auf einen Energieverlust zurückzuführen, der nur „passieren“ konnte, weil die eigenen Grenzen zu durchlässig waren – ich nicht genug bei mir geblieben bin. Letzteres stellt gerade für Hochsensitive Personen eine erhöhte Schwierigkeit dar, weil man sich seinen emotionalen Automatismus (Grenzenlosigkeit) immer wieder vernunftmäßig bewußt machen muss.

Tantra war mir dabei eine große Hilfe. In den Paarübungen, an denen ich anfangs beteiligt war, war mein Focus überhaupt nicht trainiert, und ich nahm währenddessen zusätzlich zu meiner Energie, die der zweiten Person auf. Das führte zu einem regelrechten Energiestau in mir, vergleichbar mit dem Hitzeschub, der Frauen in den Wechseljahren (die mich noch nicht betreffen) befällt. Meine Kleidung (ja, Tantra findet überwiegend bekleidet statt) konnte ich hinterher auswringen.

Stellt Euch bitte vor, wie Ihr selbst einen Partner massiert oder streichelt. Wo liegt Euer Focus ? Was denkt Ihr ? Genießt Ihr das alles selbst und nur für Euch ? Oder achtet Ihr auf die Anzeichen des Partners ? Geht Ihr darauf ein, was anscheinend für ihn angenehm ist, erfüllt seine Erwartungen ?

Tantra ist das genaue Hinspüren in den eigenen Körper. Auf die eigene Atmung achten, mein Tempo einzuhalten. Als Gebender die Körperpunkte am Anderen absichtslos zu berühren, dabei immer wieder auf den eigenen Atem zurückzukommen und dadurch geerdet und bei mir zu sein. Und als Nehmender die Berührungen wahrzunehmen, anzunehmen und mich trotz allem nur auf meinen Körper zu konzentrieren. Erst das ist eine Begegnung oder Berührung der Energien. Im Gegensatz zur Energievermischung, die mir anfangs zu eigen war. Diese Berührung der Energien ist der Idealfall. Wer einmal diesen Zustand erlebt hat, kann meine Begeisterung dafür nachvollziehen. Denn obwohl daran 2 Personen beteiligt sind, die ihre Energiesysteme getrennt halten, fühlt man sich wie EINS. Ich konnte sogar mehrfach beobachten, wie sogar die Atmungstöße zeitweise simultan waren.

Auch wenn mein Verstand sich anfangs noch dagegen gewehrt hat – denn wo bitteschön ist die Logik, dass es vorteilhafter sein soll, ein abgegrenztes Lebewesen zu sein, statt gemeinsam verbunden mit anderen – so habe ich es mittlerweile akzeptiert, dass Grenzen mir gut tun. Ich trainiere meist täglich durch die Atemmeditation am Morgen. Atem erdet. Zusätzlich gibt es aber noch einige andere „Hilfsmittel“ zur Erdung, die ich mehr oder weniger regelmäßig anwende:

  • Sonnen- oder Mondlicht genießen 😉 …ja auch letzteres geht durchaus
  • Wasser gucken
  • Waldspaziergänge
  • regelmäßige Online-Pausen
  • gesund (in meinem Fall überwiegend vegan) und regelmäßig essen
  • genug Schlaf
  • ein dekadentes Schaumbad am Sonntagmorgen
  • in Erde wühlen, also ein wenig Gartenarbeit

Andere erdet es erfahrungsgemäß, sich durch Räucherstäbchen oder ätherische Öle mit bestimmten Düften zu umgeben. Aber auch bestimmte Kristalle oder Lichtmeditationen wirken. Und nicht zu vergessen ist natürlich für viele Menschen das Gebet.

Dieser Artikel entstand aufgrund einer Frage von Franziska. Nachdem ich ja schon einige Zeit im Blogland unterwegs bin, habe ich festgestellt, dass gerade in der schreibenden Zunft sehr viele HSPs zu finden sind. Und auch wenn ich meinen Anteil eher als Segen sehen möchte, haut es mich doch immer mal wieder um. Dazu fällt mir schmunzelnderweise folgendes ein:

„Ich bin eine Meisterin, die übt!“

 

 

 

 

 

 

Ich steige aus…

Ich steige aus…

In meiner Eigenwahrnehmung halte ich mich für einen sehr ausgeglichenen Menschen. Nicht im Sinne von phlegmatisch, sondern eher lebendig und positiv. Klar gibt es Ausschläge nach oben und unten. Nach oben, wenn ich mich sensationell freue und nach unten, wenn mich etwas extrem aufregt oder sogar wütend macht. Letzteres kommt extrem selten vor, da ich um die Ursachen meiner Wut weiß und solchen Situationen von vornherein ausweiche. Doch immer geht das nicht.

Nach dem verbalen „Austoben“ habe ich mich früher immer geschämt, fand das furchtbar, mich auf einer Ebene zu bewegen, die eher an „Fischmarkt“ erinnert. Nichts gegen Marktschreier, Ihr wisst schon, was ich mit dieser Metapher meine. Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass ich eben auch das bin: „Miss Charming“ UND Hafenkneipen-Slang. Und nach dem Akzeptieren kommt deshalb immer die Ursachenforschung:

Warum bin ich so abgegangen, hoch gegangen und hab Rot gesehen ?

Weil ich mich kontrolliert gefühlt habe und damit eine tiefe Ohnmacht verbunden ist. Durch andere Menschen kontrolliert zu werden, passiert uns immer wieder. Mal ist es eine akzeptierte Form, wie der Lehrer, der unser Diktat berichtigt. Und mal ist es die von mir gemeinte Form der Kontrolle, die einen innerlich ohnmächtig werden läßt und lähmt, handlungsunfähig macht, z.B. wenn man gestalkt wird.

Auch Blogger wissen, wovon ich schreibe. Die empfundene Ohnmacht führt dazu, dass man Möglichkeiten sucht, sich zu schützen. Als Blogger hat man die Möglichkeit, seine Beiträge oder gleich den gesamten Blog als geschützten Bereich einzustellen und nur Leute zuzulassen, die man in seinem Blog(-Wohnzimmer) haben möchte, was ich absolut nachvollziehen kann.

Wie schon erwähnt, führt besagte Ohnmacht in mir zur Wut, ja ich hasse es derartig kontrolliert zu werden. Besonders, da alles, was ich schreibe ohne Hintergrundwissen anders ausgelegt werden kann. Alles eine Sache der Interpretation, nicht wahr ? Also warum dann diese Kontrolle, gerade aus dem privaten Umfeld ?

Weil ich dazu neige, offen zu sein ? Weil ich Sachen ausplaudern bzw. niederschreiben könnte, die denjenigen anders aussehen lassen, als er das selbst tut ? Also hat derjenige nur eines:

Angst !

Was für Erwartungen habe ich da bloß geweckt? Oder liegt es gar nicht an mir, sondern an einem tief sitzenden Misstrauen desjenigen?

Ich habe wirklich überlegt, mein „Seelenfunkeln“-Wohnzimmer nur mit Passwort zugänglich zu machen, aber würde das nicht besagtes Misstrauen noch mehr anheizen? Denn was passiert da hinter den geschlossenen Türen ? Außerdem möchte ich das auch gar nicht. Wie ich schon hier antwortete, möchte ich gelesen werden und liebe Input von Außen. Brauche Freiheit und Beweglichkeit und ein geschützter Blog würde all das verhindern.

Was kann ich also tun ?

Loslassen und mir meine Handlungsfreiheit erhalten. Deshalb agiere ich hier. Ich beharre nicht auf Sicherheit, denn die gibt es nicht. Die Sicherheit, dass mich jemand kontrolliert und das Gelesene so auslegt, wie ich das möchte, werde ich niemals haben. Ist also seine Sache. Ebenso hat derjenige nie die Kontrolle darüber, was ich schreibe. Ob er loslassen kann, weiß ich nicht, ist jedoch irrelevant für mich und meine Entscheidungen.

Loslassen ist eben das Gegenteil von Sicherheit und loslassen kann nur, wer vertraut. Nicht blind, aber vollständig sich selbst und in realem Maße der Umwelt:

 

 

 

 

Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 3

Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 3

Da sind wir jetzt hoffentlich alle über und nach Ostern mit schwingenden Hüften durch die Wohnung getanzt, dass dem Hasen die Ohren wackelten, so wie ich es hier empfohlen habe. Wer den Kurs erst jetzt entdeckt, sollte bei Teil 1 beginnen – es ist noch nichts verloren, der Frühling meldet sich ja gerade erst zurück. Für alle, die bis jetzt fleißig geübt haben, sollten die Schuhe sich nicht mehr so ganz ungewohnt an den Füßen anfühlen. So dass wir in der kommenden Woche einen Schritt weiter gehen, oder auch 10 oder 100 oder… . Je nachdem, ob Ihr eine winzige Bude, ein Häuschen oder einen Palast bewohnt.

Los gehts ! …mit Hausarbeit

Die Füße sind vorbereitet, weich und ohne Hornhaut, kein Nagel stört und jetzt ab in Feinstrümpfe und Heels, die Hausarbeit wartet. Ja, genau das: Spülmaschine ausräumen, Wäsche in den Keller oder Staub saugen – alles, was so anfällt, wird in der kommenden Woche mit erhöhter Sicht erledigt. Mein Tipp: geht es langsam an und macht kleine Schritte. Guckt auch genau, wo Ihr hintretet – Kinderhände und Hundepfoten sind sehr empfindlich. Solltet Ihr Möbelstücke besteigen müssen, beispielsweise um erhöhte Regale zu erreichen, entledigt Euch aber vorher der Schuhe – zum Schutz der Möbel und Eurer Gesundheit. Es gibt da ja diese Studie, dass die meisten Unfälle im Haushalt passieren 😉 . Mit den hohen Absätzen habt Ihr aber auch gewisse Vorteile, wie Mitzi beim letzten Beitrag dieser Serie kommentierte.

Tragetipps

Übrigens gibt es auch für Peeptoes und Sling-Pumps entsprechende Füßlinge oder Zehlinge aus Nylon. Trotzdem MUSS Frau einfach manche Schuhe oder Sandalen ohne die feine Zwischenlage tragen. Ich empfehle gegen die Feuchtigkeit, den Fuß mit Babypuder zu preparieren. Außerdem merkt Ihr bei dieser Trainingseinheit, ob der Schuh gut sitzt, Ihr irgendwo Druck verspürt oder der Ballen ein wenig Polsterung braucht. Spezielle Blasenpflaster gegen Druckstellen kann man schon vorbeugend anwenden, ebenso wie Einlege-Pads an den individuell beanspruchten Stellen. Jeder Fuß ist anders und muss sich entsprechend erst an den jeweiligen Schuh gewöhnen. Ich gehe heute noch nicht auf den Gang ein. Versucht gar nicht daran zu denken, wie Ihr lauft, tut es einfach. Und wenn eine Pause sein muss, dann hört auf Eure Füße.

Heels mit Charakter

Beim letzten Mal hatte ich angekündigt, dass ich eine kleine Schuh-Charakterstudie vorhabe. Ich möchte damit zeigen, dass jeder Schuh eine Aussage besitzt, und man sich genau überlegen muss – und das am besten schon vor dem Kauf – ob dieser Heel zur eigenen Persönlichkeit passt.

Der Jeans- und Kumpeltyp

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Unkomplizierte Leichtigkeit verspricht dieser Schuh. Passend zu Jeans oder farbstarken Outfits zeigt er eine individuelle Persönlichkeit und Unabhängigkeit. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und ihn frühlingshaft frisch dekorieren 🙂

Ganz anders dagegen der nächste Kandidat:

Anpassungsfähige Lady oder …gehört in jeden Schuhschrank

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Ob roter Teppich, Konfirmation, Beerdigung, …Anzug, Etui-, Abend- oder Cocktailkleid, dieses Schätzchen geht immer. Dezentes Schwarz – im vorderen Bereich als Wildleder, im hinteren Bereich mit glänzend-changierendem Stoff in Reliefoptik ausgestattet und dazu eine Heel-Form, die man nur als ladylike bezeichnen kann.

Einzige Schwierigkeit bei diesem und auch beim vorangegangenen Schuh ist, dass man als Trägerin keinerlei Halt hat, außer durch den korrekten und sehr engen Sitz am Fuß. Das „Problem“ hat folgender Kandidat nicht. Und als angepasst würde ich ihn auch nicht bezeichnen.

Der „Here I am“ oder Glamour-Typ

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Das ist ein Heel der Kategorie „nicht zu übersehen“. Der schreit nach Beachtung und großem Auftritt, Vollgas beim Styling und wehe das Kleid übertönt ihn – dann wird er bissig. Also die große Robe, elegant und am besten in schwarz. Steht nicht jeder Frau, aber wer diesen Schuh will… Durch das Knöchelriemchen und den Steg trägt er sich übrigens viel einfacher und sicherer als seine Vorgänger.

Das waren die ersten 3 meiner hauseigenen Kollektion. Die restlichen 4 Paare folgen beim nächsten Mal. Und während ich mir überlege, wie ich die am besten präsentiere, freue ich mich auf den Frühling, Eure Kommentare und hoffentlich Fortschritte ❤

(Fotoquelle: Die Fotos sind entsprechend gekennzeichnet. Wer diese nutzen möchte, darf seine Anfrage gern an mich stellen.)