Reizüberflutung bei HSP

Reizüberflutung bei HSP

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Zuviel

Wenn Du Dich innerlich immer schneller drehst,

Dabei zusehen kannst und neben Dir stehst.

Gedanken verknäuelt, ein einziges Minenfeld.

Genaue Ortung mit einem Mal fehlt.

Alles Dich beherrscht, statt anders herum.

Hetzt und machst und vergessen hast ‚warum‘.

 

Zuviel Gerüche, zuviel zu sehen,

zu hoher Puls, sogar im Stehen.

Zu grell die Farben, zu spitz der Ton,

nicht mehr zu spüren die Intuition.

Zuviele Stimmungen, gefärbte Energien

Hochsensitive sich darin verlieren.

©Andrea Ludwigkeit

 

…mir hilft es dann, mich auf der Couch in eine Decke zu kuscheln, dazu einen leckeren Tee und eine absolute Funkstille einzuhalten. Kein Telefon, nix Online, also Sende- und erst recht Empfangspause in jeglicher Hinsicht und einfach erstmal dösen.

Erst danach kann ich beginnen, mich energetisch zu reinigen. Das hört sich eventuell etwas esoterisch an. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Mensch nicht nur ein Stück Fleisch ist, sondern dass dieses von Energie angetrieben wird, hoffe ich, dass die Logik dahinter erkennbar ist.

Dabei geht es darum, sich von all den äußeren Einflüssen frei zu machen, den eigenen Kern wieder frei zu legen und vor allem die eigenen Grenzen zu erkennen und zu stärken. Der Mini-Burnout ist letztendlich auf einen Energieverlust zurückzuführen, der nur „passieren“ konnte, weil die eigenen Grenzen zu durchlässig waren – ich nicht genug bei mir geblieben bin. Letzteres stellt gerade für Hochsensitive Personen eine erhöhte Schwierigkeit dar, weil man sich seinen emotionalen Automatismus (Grenzenlosigkeit) immer wieder vernunftmäßig bewußt machen muss.

Tantra war mir dabei eine große Hilfe. In den Paarübungen, an denen ich anfangs beteiligt war, war mein Focus überhaupt nicht trainiert, und ich nahm währenddessen zusätzlich zu meiner Energie, die der zweiten Person auf. Das führte zu einem regelrechten Energiestau in mir, vergleichbar mit dem Hitzeschub, der Frauen in den Wechseljahren (die mich noch nicht betreffen) befällt. Meine Kleidung (ja, Tantra findet überwiegend bekleidet statt) konnte ich hinterher auswringen.

Stellt Euch bitte vor, wie Ihr selbst einen Partner massiert oder streichelt. Wo liegt Euer Focus ? Was denkt Ihr ? Genießt Ihr das alles selbst und nur für Euch ? Oder achtet Ihr auf die Anzeichen des Partners ? Geht Ihr darauf ein, was anscheinend für ihn angenehm ist, erfüllt seine Erwartungen ?

Tantra ist das genaue Hinspüren in den eigenen Körper. Auf die eigene Atmung achten, mein Tempo einzuhalten. Als Gebender die Körperpunkte am Anderen absichtslos zu berühren, dabei immer wieder auf den eigenen Atem zurückzukommen und dadurch geerdet und bei mir zu sein. Und als Nehmender die Berührungen wahrzunehmen, anzunehmen und mich trotz allem nur auf meinen Körper zu konzentrieren. Erst das ist eine Begegnung oder Berührung der Energien. Im Gegensatz zur Energievermischung, die mir anfangs zu eigen war. Diese Berührung der Energien ist der Idealfall. Wer einmal diesen Zustand erlebt hat, kann meine Begeisterung dafür nachvollziehen. Denn obwohl daran 2 Personen beteiligt sind, die ihre Energiesysteme getrennt halten, fühlt man sich wie EINS. Ich konnte sogar mehrfach beobachten, wie sogar die Atmungstöße zeitweise simultan waren.

Auch wenn mein Verstand sich anfangs noch dagegen gewehrt hat – denn wo bitteschön ist die Logik, dass es vorteilhafter sein soll, ein abgegrenztes Lebewesen zu sein, statt gemeinsam verbunden mit anderen – so habe ich es mittlerweile akzeptiert, dass Grenzen mir gut tun. Ich trainiere meist täglich durch die Atemmeditation am Morgen. Atem erdet. Zusätzlich gibt es aber noch einige andere „Hilfsmittel“ zur Erdung, die ich mehr oder weniger regelmäßig anwende:

  • Sonnen- oder Mondlicht genießen 😉 …ja auch letzteres geht durchaus
  • Wasser gucken
  • Waldspaziergänge
  • regelmäßige Online-Pausen
  • gesund (in meinem Fall überwiegend vegan) und regelmäßig essen
  • genug Schlaf
  • ein dekadentes Schaumbad am Sonntagmorgen
  • in Erde wühlen, also ein wenig Gartenarbeit

Andere erdet es erfahrungsgemäß, sich durch Räucherstäbchen oder ätherische Öle mit bestimmten Düften zu umgeben. Aber auch bestimmte Kristalle oder Lichtmeditationen wirken. Und nicht zu vergessen ist natürlich für viele Menschen das Gebet.

Dieser Artikel entstand aufgrund einer Frage von Franziska. Nachdem ich ja schon einige Zeit im Blogland unterwegs bin, habe ich festgestellt, dass gerade in der schreibenden Zunft sehr viele HSPs zu finden sind. Und auch wenn ich meinen Anteil eher als Segen sehen möchte, haut es mich doch immer mal wieder um. Dazu fällt mir schmunzelnderweise folgendes ein:

„Ich bin eine Meisterin, die übt!“

 

 

 

 

 

 

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30 Gedanken zu “Reizüberflutung bei HSP

  1. …ich weiß wieder nicht, was HPS ist…macht aber nichts, verstehe ich doch sehr gut, was Du beschreibst…ich las gerade, dass ein geschlossenes Herzchakra gesünder ist als ein offenes…was mich zuerst verwunderte…gut, dass Du dieses Empfinden für Dich selber hast, es wird auch Deinen Mitmenschen zugute kommen…

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    1. Statt HSP sagt man auch oft „Herzmenschen“ 😉, hast also alles verstanden. Uns fehlen in unterschiedlichsten Wahrnehmungsbereichen Filter, können eben vieles nicht einfach so ausblenden und wir passen uns auf einer unbewussten Ebene an unser Gegenüber an, so dass sich die meisten Menschen in unserer Gegenwart sauwohl fühlen. Ausgereift ist es nicht, aber „Die Prinzessin auf der Erbse“ trifft es weiterhin. Das HSP aber nur auf „empfindlich“ zu beschränken (zB bei Kleidungsnähten), ist jedoch zu einseitig.
      Mit offenen Herzen fühle ich mich in dem Moment zwar wohler, die Ungeschützheit kostet aber Energie. Ich vermute, weil sie durch die Umgebungsmenschen abgezogen wird.
      Mich interessiert natürlich, wo Du das gelesen hast 😃. Danke und liebe Grüße ins ferne Frankreich

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      1. ….bei Hartmuth Lohmann in „Heile dich selbst“. Ein kleines aber feines Büchlein, voller Wissen auf den Punkt gebracht. Er schreibt u.a. über das offene Herzchakra. „Jeder kann herein und mitnehmen, was er will…Öffnen wir ein Chakra, vermischen wir unsere Energien mit anderen: Energien, die wir wünschen, und unerwünschten Energien. Darum ist es ebenso wichtig zu lernen, ein Chakra zu schließen, wie es zu öffnen.“
        mit frühlingshaften abendlichen Grüßen

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  2. Wieder sehr schön geschrieben liebe Andrea ♥ Meine letzte Woche war auch zu rasant, und ich mag ja auch schönes Wetter, aber die Sonne ging mir ein bisschen auf den Nerv „Scheiße ist das hell draußen“ 😀 Diese Woche hab ich mir verschärft Ruheoase verschrieben, mit viel Sandelholz Räucherstäbchen, Stille und Off Modus 🙂

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    1. Danke Dir 🙂 . Eigentlich haben die wenigsten gelernt, dass man seine Energie auch woanders her beziehen kann als von anderen Menschen. Noch ist die Gesellschaft einfach so ausgelegt, aber man spürt die Veränderungstendenzen. Gerade die junge Generation ist in dem Bereich schon viel weiter als wir. Dafür ist unsere Generation der Impulsgeber, gilt auch für Blumenköniginnen ❤
      Wann ich das Zitat das erste Mal gehört hab, weiß ich gar nicht. Finde es immer wieder klasse 🙂 .

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  3. Vielen Dank für´s Verlinken du Liebe 🙂
    Obwohl ich das Grenzen-Thema ein bisschen anders angegangen habe, stimme ich im Punkt „Erden hilft beim sich selbst spüren“ voll zu!
    Und für dekadente Schaumbäder, Waldspaziergänge und Wasser gucken bin ich sowieso immer zu haben 🙂

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    1. Hab ich gern gemacht 🙂 , netzwerken ist wichtig. Und ich würde ja immer auch nur dort verlinken, wo ich einen Mehrwert für den Leser sehe.
      Grenzen setzen ist einfach ein wichtiges Thema, egal wie man es angeht. Ich denke, dass jeder Mensch verschieden ist und dementsprechend „viele Wege nach Rom führen“.
      Liebe Wochenendgrüße
      Andrea

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  4. Ja, ich kann deinen Text in vielen Bereichen nicht genau verstehen, weil ich es nicht nachfühlen kann… doch empfinde ich deine Worte/deine Sprache berührend. Spüren, nicht nur erspüren, kann ich die Frage nach dem Ausdruck von Grenzlosigkeit im wahr werden durch Grenzüberschreitungen. Selbst der Versuch/mein Versuch dies zu unterbinden durch absolutes Stillehalten hat nicht funktioniert, selbst bei Menschen, die Empathie auf ihre Fahnen geschrieben haben.
    Ich suche und suche, ändere und ändere und werde immer auf mich zurückgeworfen, die, die falsch ist. Ein blöder Zustand….dein Text regt mich an… zu was auch immer, ich weiß es nicht/ hoffentlich noch nicht—-

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    1. Dankeschön ❤ . Wer selbst keine Grenzen hat, überschreitet diese (unbeabsichtigt) sehr oft bei anderen. Das spürt man dann aber peinlich genau. Wenn Du öfter das Gefühl hast falsch zu sein, oder Dir das als Kind oft eingeredet wurde (zu dicht am Wasser gebaut oder das was Du erklärt hast zu empfinden wurde als falsch abgestempelt), dann mach evtl. mal einen HSP-Test. Gibts im Internet. Das ist nicht wirklich eine Krankheit und dazu gibts auch keine Diagnose vom Arzt. Den meisten HSPs gehts aber so, dass sie endlich merken, dass und warum sie anders ticken als der Großteil der anderen Menschen. Auch wenn ich Schubladendenken ablehne, war es für mich eine Erleichterung, endlich bescheid zu wissen, um mich dann auch besser akzeptieren zu können und endlich zu wissen, wie ich damit umgehen kann. Mittlerweile sehe ich es als Reise, die mir vieles bunter zeigt als andere wahrnehmen. Manchmal nervt es, aber meistens bin ich sehr froh darüber.
      Liebe Grüße
      Andrea

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      1. Ich danke dir… die meisten Menschen -Freunde, Familie, Arbeitskollegen… sagen ich sei die Ruhe selbst, die mit dem 7. Sinn, introvertiert…früher hörte ich oft mimosenhaft, stilles Wasser und falsch, na ja ich selbst fühle mich nicht falsch oft jedoch überfordert mit schneller, besser, weiter und vorallem Kompetenzgerangel statt einfach hinzuhören, hinzulesen, hinzufühlen,,, deshalb mag ich deine Antwort…inspiriert mich…einfühlsam interessiert…ohne bevormundende Besserwisserei… na ja HSP wahrscheilich, jedoch weniger Dispositionsgeprägt denn Erfahrungsbedingt… ist auch egal… mir hat deine Antwort gut getan

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    1. Thai-Massage hab ich noch nie probiert, soll ja etwas heftiger sein 😁- und ich bin ja doch manchmal ein Schisser. Yoga hab ich probiert, ist mir zuviel. Aber das schöne ist eben, dass wir alle unterschiedlich sind und jedem was anderes hilft. Man muss nur auf den eigenen Körper hören😉. Danke für den Tipp, irgendwann Trau ich mich zur Thai-Massage

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      1. Liebe Andrea, ja, das ist wahrlich gut. Und beim Yoga gibt es ja ganz verschiedene Richtungen. Wie gesagt, meine Yogalehrerin kombiniert ihre Stunden immer mit Elementen aus dem Thai-Yoga mit Massage und geht dann rum und legt einem die Hände auf. Ich finde immer, dass man die Energie da spürt. Kann aber auch Einbildung sein. Ist mir egal, mir gefällt’s 🙂
        Liebe Grüße, Kerstin

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