Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 4

Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 4

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Wer von Euch vor einem Monat mit mir hier gestartet ist, dann fleißig weitergeübt hat mit den Tipps aus Teil 2,  und in den letzten 10 Tagen – wie in Teil 3 beschrieben – das Zuhause in High Heels unsicher machte, den lasse ich jetzt ruhigen Gewissens auf die Strasse oder andere Untergründe los 😉 .

Laufen auf verschiedenen Untergründen

Schon in den eigenen 4 Wänden war sicher spürbar, dass sich der eigene Gang dem jeweiligen Untergrund anpasst: auf Hochflorteppich läuft es sich anders als auf Dielenböden oder Fliesen. Ebenso abwechslungsreich ist die Beschaffenheit von Bürgersteigen und Wegen. Da gibt es Kies und schief verlegte Plattenwege, mit Kieseln übersäten Asphalt und Kopfsteinpflaster. Ich habe auch immer eine Sequenz aus GNTM vor Augen, als die Mädels einen überfluteten Laufsteg überqueren mußten.

Gang und Haltung

Wenn Ihr zuhause wirklich so mit den Heels unterwegs wart, wie mit normalem Schuhwerk – also mit der Hacke aufgetreten seid und über die Ferse abgerollt habt – dann habt Ihr schon ein Gefühl für Euren Gang entwickelt. Habt festgestellt, dass es wesentlich sicherer ist, sich ruhig und überlegt und mit kleinen Schritten zu bewegen. Habt Euch auch mal im Spiegel angeschaut und festgestellt, dass Eure Körperhaltung sich fast automatisch Omis Rat: „Bauch rein, Brust raus und den Kopf gerade wie an einem Bindfaden !“ angepasst hat. Genau das solltet Ihr auch draußen beibehalten. Vielleicht hilft Euch die Vorstellung:

Ihr seid die Königin und gebt das Tempo vor!

Also auch wenn Ihr in Begleitung unterwegs seid, bleibt die Ruhe selbst, achtet auf Euer Tempo, Eure Körperspannung und Eure Sicherheit. Das bedingt natürlich auch, Zeitpolster für Termine einzuplanen. Letztendlich führt dieser gemäßigte Gang dazu, dass man Euch mehr wahrnimmt. Probiert die verschiedenen Untergründe aus, passt Euren Gang an, aber behaltet die Haltung bei.

Wenn Ihr dazu kommt, bewußt auf Euren Gang zu achten, setzt am besten einen Fuß vor den anderen, dabei zeigen die Fußspitzen immer leicht nach außen. Überfordert Euch nicht, versucht das immer wieder zu üben, dann stellt sich irgendwann der Automatismus ein. Versucht in Eure Körperspannung ein gesundes Mittelmaß zu bringen. Ein zuviel an Spannung sieht nach dem berühmten „Stock im Arsch“ aus, ein zuwenig führt zu übertriebenen Hüftbewegungen, auf Deutsch „Arschgewackel“.  Und auch hier gilt:

„Viel zu lernen Du noch hast“ 

(Meister Yoda)

Trotz aller Übung kommt man als Heel-Trägerin immer wieder in Situationen, die neu oder anders sind. Laßt Euch nicht verunsichern, setzt lieber jeden Schritt mit Bedacht oder löst die Situation anders. Ich mag meine Heels zum Beispiel nicht baden. In die Situation, damit in einen Pool zu springen, werde ich sicher nicht kommen, aber wie jeder weiß, ist das Hamburger Wetter auch im Sommer manchmal ein ganz schönes A….loch. Wenn es also plötzlich beginnt, wie aus Eimern zu schütten, laufe ich garantiert barfuß über den Parkplatz mit Schuhen in der Hand oder Tasche.

Letztere ist sowieso der „Joker der Frauenwelt“. Ich wunderte mich im letzten Sommer bei einem London-Besuch, dass sämtliche Ladies in der U-Bahn Flip Flops zum Business-Kostüm trugen. Ja, ich war in der Rush-Hour unterwegs, selbst Schuld 😀 . Bis mein Blick dann auf die Handtaschen fiel, aus denen überall ein Paar Heels oder Pumps ragten. Solltet Ihr also auf dem Königinnen-Pfad wandeln, nehmt zur Sicherheit bequeme flache Schuhe mit.

Heels mit Charakter

Und für alle, die ebenso wie ich ein neues Hobby gefunden haben, nachfolgend noch einige Bilder meiner Schätzchen mit dazugehöriger Charakteristik, die sicherlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Der Lolita-Typ

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Ja, meine allerersten  Heels: Lack-Peeptoes, die ich wahrscheinlich irgendwann vererbe. Mit dem Schleifchen wirken sie unschuldig und kokett gleichermaßen. Trotzdem finde ich, dass man gerade hier beim restlichen Styling aufpassen muss, nicht billig zu wirken. Zum Fiftys-Style oder auch zu Jeans passen sie wunderbar. Sind jedoch auch für gewisse Clubabenteuer geeignet.

Der Aperol-Spritz-Typ

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Natürlich trägt man die Riemchen dieser Sandale geschlossen, aber fürs Foto sah es so einfach besser aus 😉 . Die Riemchen überkreuzen sich dabei und bieten wirklich guten Halt. Dieser Heel hat eine klare Botschaft: Sommer, Sonne, Urlaub und Aperol Spritz !

Der „Das Leben ist sexy“-Typ

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Und nach der leichten Sommerlaune hier der sinnlich-schwere Gegensatz. Klar trage ich diesen Heel auch zum Business-Kostüm oder zur Jeans. Trotzdem bleibt sein Grundtenor immer derselbe: genussvolles Knistern auf Distanz, Kopfkino-Erotik pur. Der Firmenname des Schuhherstellers (übersetzt: Nie mehr ohne) trifft auf diese Schuhe und mich zu. Ein Heel, den ich auf gar keinen Fall missen möchte, obwohl er sich extrem schwer läuft.

Der „Let’s get back to bed boy“-Heel

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Und der letzte Schuh in meiner Reihe, der die Aussage des vorangegangenen konkreter auf den Punkt bringt. Egal mit welchem Styling, dieser Heel wird immer ordinär aussehen und warum auch nicht? Manchmal sind Frauen nunmal nicht in der Lage, klar zu sagen, was Sache ist, oder sie sind hormonbedingt nicht zum Reden aufgelegt. Dieser Schuh ist die Lösung oder der Wink mit dem Zaunpfahl: das Knöchelriemchen sorgt für einen fesselnden Blickfang und zum Laufen ist er sichtlich weniger geeignet. Und eigentlich reichen Heel und Trägerin zum Styling ein paar Stay ups 😉

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Dies war der letzte Teil des High-Heel-Trainings, zu dem mich Nessie von den happinessygirls inspiriert hat. Ganz lieben Dank dafür, über einen Gastartikel grübel ich trotzdem nach, meine liebe Frau Doktor 😉 . Außerdem danke ich dem Lieblingssohn für das Schuh-Shooting. Wer also Interesse an den Fotos hat, stellt die Anfragen gern an mich. Ich vermittle gern an die Fotoquelle. Würde hier gern noch mehr dazu schreiben, aber er möchte das nicht 😉 .

Und zum Schluß ein Memo an mich: Das nächste Mal auch Ballerinas einlaufen !!!

 

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32 Gedanken zu “Stil fängt bei den Schuhen an… Teil 4

  1. Das Blümchen ist mehr der Lolita- Typ aber ohne die Schleife, die würde bei mir sofort operativ entfernt… alles was du über Haltung gesagt hast kann ich voll unterschreiben, aber wie vermeidest du Blasen an winterschuhverwöhnten Füßen?

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    1. Augen zu und durch 😝…also normalerweise kleb ich ja schon die speziellen Blasenpflaster vorsorglich auf die betreffenden Stellen. Hab das nur gestern echt verpeilt in Ballerinas (die hatte ich an, weil viele Laufwege anstanden). Heute komm ich nicht mal schmerzfrei in Turnschuhe, Mist auch 😁. Da kann man wenigstens nicht Frühjahrsmüde werden 😂😂😂

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        1. Ich hab die letztes Jahr fast im Herbst gekauft und nur 2mal getragen, wie ich meine mich zu erinnern: problemlos. Naja, muss ich jetzt durch. Hatte schlauerweise auch noch die Alltagshandtasche gewechselt und noch nicht alles „Leben“ (wie z.B. Blasenpflaster) übertragen *augenroll*. Ok, heut abend im Club dann mit Turnschuhen tanzen…*seufz*, ist total unsexy.

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  2. Eine echt mega super-interessante Serie, die nun leider zu Ende ging! Habe deine Anweisungen verschlungen. Ich werde mich daran wagen! Ohne falschen Scham und Hemmungen… Ganz, ganz lieben Dank für diese Reihe! Lasse es dich wissen, wenn ich mich im Training befinde…. Zuerst wohl der Schuh noch gefunden werden muss. Hab gelesen, dass deine auch in 41 sind. Das beruhigt ungemein. Auch hier habe ich kein Gegenargument mehr! 😉 Hg,Nora

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    1. Liebe Nora, dankeschöööönn ❤ …ja, ich leb auch auf großem Fuß, wir können wenigstens nicht so leicht umfallen, nicht wahr ? 😉 Heute Abend zur Feier kann ich nur blöderweise keine anziehen, hab mir vorgestern in Ballerinas Megablasen gelaufen. Gerade gehen nur Sportschuhe 😀 . Ich üb darin dann mal nen sexy Lauf- und Tanzstil ;-)))))
      Hug, Andrea

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  3. die Schwarzes sind der Hit, so fuer mich aus Bodensicht….ich fand die Series auch toll und verspreche das naechste Mal, wenn ich auf Kopfsteinpflaster meinen Weisswein geniesse, nicht zu grinsen, wenn High heels vorbeischweben….dann bin ich schwer beeindruckt;-) LG Ann

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  4. Habe immer gerne in die Schuhe mit Stil reingeschaut, wobei immer Wehmut mitschwingt, da ich hohe Schuhe aus gesundheitlichen Gründen nur noch sehr selten tragen kann und ich habe es geliebt…. über jede Straße über jeden Platz…. 🙂

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    1. Dankeschön Emma 🙂 , das freut mich sehr, weil ich mich nun wirklich nicht zu den Fashion-Bloggern zähle. Wobei ich finde, dass es zig Beschreibungen für den perfekten Lidstrich gibt, nur für Heels fehlte mir so etwas wirklich. Und es ist schon ein besonderes Gefühl, damit zu laufen. Ich genieße es auch jedes Mal. Letztendlich geht aber die Gesundheit vor, da genießt man dann die seltenen Male um so mehr, oder ? 🙂 Ich wünsch Dir ein schönes Wochenende ❤

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  5. Schau mal , was ich gefunden habe, als ich letztens in meinen alten Blogbildern etwas gesucht habe vom 26.2.2009. Da habe ich in der Zeitmagazinseite vom Magazin Nr.10 von 2009 in die hellen Kästchen meine eigenen Lieblingsschuhe hinein kopiert, wobei der rote Schuh links unten noch aus den sechsiger Jahren stammt, denn ich habe mein Leben lang Stöckelschuhe getragen, den ganzen Tag über, da ich meinte, meine etwas zu kurz geratenen Beine optisch verlängern zu müssen.

    🙂

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    1. Oh wie schön, das Bild 🙂 und der besagte Rote gefällt mir total gut.
      …deshalb machen Frauen das doch allgemein, oder…also, um die Beine zu verlängern. Jules schrieb da mal was drüber, also die Proportionen von Normalo-Frauen sind eher als ungünstig zu bezeichnen, was Heels dann ausgleichen.
      Liebe Sonntagsgrüße
      Andrea

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