Gutmenschen

Gutmenschen

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Der Versuch einer Definition: Gutmensch

Gutmensch impliziert mir, dass ein Mensch zu gutmütig, zu nett zu seinen Mitmenschen ist. Oft über seine Grenzen geht, und ohne nachzudenken sein letztes Hemd gibt. Ein Gutmensch verschließt angeblich seine Augen vor der Realität, ist beeinflußbar, hat keine eigene Meinung und verschließt sich den Konsequenzen. Er urteilt nicht rational, sondern ist emotional sogar mit Katzenvideos „rumzukriegen“. Ihm wir auch unterstellt, sich als Moralapostel aufzuspielen und eigentlich nur zu tun, was von Autoritäten erwartet wird. Ich tue mich grade sehr schwer den Begriff des Gutmenschen so zu beschreiben, wie er wahrgenommen wird, denn seine Wahrnehmung, Bedeutung und Verwendung in der Gesellschaft empfinde ich als sehr zwiespältig.

Der Begriff ist ja erst in letzter Zeit geprägt worden. Aber waren Albert Schweitzer oder Mutter Theresa dann auch Gutmenschen? Die Menschen, die sich Sektenführern anschließen, sind das Gutmenschen ? Wird man so betitelt, zuckt man innerlich zusammen.

Wikipedia schreibt dazu:

„… eine ironisch, sarkastisch, gehässig oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen oder Gruppen/Milieus („Gutmenschentum“). Diesen wird, aus Sicht der Kritisierenden, ein übertriebener, nach äußerer Anerkennung heischender, Wunsch des „gut sein“-Wollens in Verbindung mit einem moralisierenden und missionierenden Verhalten und einer dogmatischen, absoluten, andere Ansichten nicht zulassenden, Vorstellung des Guten unterstellt….“

Also doch jemand, der nicht an die Konsequenzen denkt, alles nur in rosarot mit Sternchen und Glitzer malt und nichts von explodierenden  Kosten oder anderen Schreckensszenarien hören will, sondern hilft, weil er scharf ist, aufs Bundesverdienstkreuz oder Schulterklopfer ?

Szene 1 – absolut kein Gutmensch:

Ich bin Fan der Serie „Supernatural“. In einer ganzen Reihe von Folgen fehlt einem der Protagonisten seine Seele. Erstaunlich fand ich, wie sich die Macher Gedanken darüber gemacht haben, wie ein Mensch ohne Seele agiert. Alle Entscheidungen wurden rein rational getroffen. Bevorzugt wurde vom Protagonisten der jeweils erfolgversprechendste Plan. Damit war der Typ unglaublich produktiv, effektiv und kalkulierte Wahrscheinlichkeiten mit ein. Er machte keine Unterschiede zwischen Menschen, die ihm nahe standen und den anderen sondern setzte rein auf Logik, und taktierte eher mit den menschlichen Schwächen aller Menschen. Für ihn zählte bei Verlusten nur die Anzahl., also lieber 3 Leute opfern um 10 zu retten. Denn sie waren ihm alle gleichgültig. Er empfand nichts für andere: keine Loyalität, kein Mitgefühl, eben nichts, was menschliche Entscheidungen für gewöhnlich beeinflusst, was es eben auch schwierig macht, Mensch zu sein. Es ging ihm ausschließlich darum, erfolgreich zu sein, in dem, was er tat. Zu siegen.

Szene 2 – auf jeden Fall ein guter Mensch:

Der krasse Gegensatz dazu ist einer meiner Bekannten, der eines Märzmorgens knapp die U-Bahn verpasste und sich dadurch mit einer Obdachlosen unterhielt. Nach ca. 5 Minuten gab er ihr nicht nur das gesamte Bargeld, das er dabei hatte. Nein, er hob zusätzlich alles ab, was sein Konto hergab, um die Frau zu unterstützen (Ich meine mich zu erinnern, dass es sogar zu einer Wohnraumvermittlung kam). Dadurch war jedoch der junge Mann selbst 1 Woche ohne jegliche finanzielle Mittel – zum Glück war einerseits das Ende des Monats in Sicht und andererseits hat derjenige viele Freunde, die ihn trotz leerer Taschen mitverpflegten. Laut seinen Worten waren sogar 3 Rum/Cola drin 😉 .

Wer von uns hätte so gehandelt – ohne genau zu wissen, wie seine Woche wird ?

Der Bekannte meinte, es hätte ihn Demut gelehrt. Mich hat es sprachlos gemacht – soviel Vertrauen in seine Mitmenschen hat nicht jeder. Und es hat mir einmal mehr gezeigt, was Menschlichkeit ausmacht: sich für andere interessieren, mitfühlen, teilen, helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. logische und erfolgsorientierte Berechnungen können auch Computer treffen. Mensch sein, heißt soviel mehr.

Wer hat Schattenarbeit nötig ?

Vielleicht wird das Wort Gutmensch ja nur verwendet, um von den eigenen Schwächen und Versäumnissen abzulenken. Viele Menschen haben heutzutage verlernt, zu geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten, weil es ihnen uneffektiv erscheint. Und doch bin ich der Meinung, sehnt sich die Seele danach. Etwas Gutes zu tun, nicht nachzufragen, nichts zu erwarten, sondern einfach weiter optimistisch in die Zukunft zu vertrauen. Und letztendlich: Wer bestimmt eigentlich wieviel des Guten zuviel ist und wessen Moral die Norm darstellt? Doch nur die eigene Seele, oder wie seht Ihr das ?

 

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77 Gedanken zu “Gutmenschen

  1. Gutmensch ist fuer mich auch eindeutig negativ…Philanthrop aber positiv….vielleicht helfen Menschen nicht mehr so leicht , weil sie meinen, dass ihnen schon so viel genommen wird, zumindest habe ich das gelesen 😉

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    1. Also Gutmensch als Schimpfwort ? Ok, und wie sollte man sich gegen solche Beschimpfungen wehren ?
      Das mit dem „zuviel genommen“ – ich hab auch ne Studie gelesen, in der waren die Ärmsten der Armen am gastfreundlichsten, haben alles gegeben, was sie hatten. Heißt doch eigentlich, dass man um so mehr festhält, je mehr man hat, oder ? 😉

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      1. ich denke, jemanden, der in der Still hilft, ist ein guter Mensch. In Deutschland stimmt deine Aussage, in den USA nicht. Da geben die Reichen auch viel und gern…bspw an die Uni, auf die sie gegangen sind

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        1. Ah, ok. Das war auch eher als Frage gedacht. Wobei ich mich mit den Reichen sowieso eher weniger auskenne.
          Meinst Du „still helfen“ im Sinne von „Tue Gutes und schweige“ ? Warum ist das eigentlich so verpönt ? Genauso spricht man nicht über Erfolg oder Geld. Ich behaupte mal, wir wurden zu falscher Bescheidenheit erzogen.

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          1. Nein, ich meinte tue Gutes, ohne dass es zwangsläufig für Dich positive Konsequenzen hat. Bei einem Gutmenschen steht für mich ein öffentliches Anerkennen im Vordergrund. Er hat es so gemacht, dass es wahrgenommen wurde. Ich sage von mir, dass ich ein guter Mensch bin. Ich habe jahrelang einer erst Nachbarin dann guter Freundin durch schwere Krankheit geholfen, ihre Kinder betreut, sie in Kliniken gefahren, ohne je eine Gegenleistung erfahren zu wollen. Man kann natürlich behaupten, es habe einen Eigenzweck, man fühlt sich besser dadurch, aber einen wirklichen Gegenwert habe ich nie bekommen können und auch nicht wollen. Ich habe da bis heute nie drüber gesprochen…

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            1. Aber Gutes tun verdient doch Anerkennung. Liebe Ann, ich finds klasse und bewundere es, dass Du die Kraft hattest, mit dem Thema Krankheit umzugehen. Ich kann eher schlecht. Und genau das meine ich, dass wir dadurch, wenn andere von ihren guten Taten berichten oft an unsere eigenen Grenzen stoßen: „Das könnte ich nicht“, denkt man dann oft. Und ja, ich spüre auch einen gewissen Neid oder habe das Gefühl nicht so zu sein, wie ich gern wäre. Es ist doch irgendwie wie ein Stigma in der Gesellschaft, gute Taten nicht „an die große Glocke zu hängen“ oder als „…ach, das war doch nichts“ abzutun. Sorry, dass ich Dich da aus der Reserve gelockt habe und DANKE ❤

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            2. ich denke, der wahre Charakter kommt in schwierigen Situationen hervor. Es gibt so viele Möglichkeiten, „gut“ zu sein…bspw. Loyalität, ein offenes Ohr zu haben….damit kann man genauso helfen wie mit Geld. Was ich übrigens klasse in den USA fand, war, dass Feuerwehrleute die höchste soziale Anerkennung hatten. Man war stolz, einen zu kennen….meine Kinder haben schon ab der 1.Klasse gespendet, (das war hart ;-))) Spielzeug für arme Kinder, oder Geld gesammelt…..im Altersheim vorgelesen….Gutes tun wurde dort mehr gelebt, schien mir…..aber auch all das war anonym….neulich gab mein Sohn, der selbst ordentlich rechnen muss, einem Strassenzauberer 10€….einfach so…..PS: Nix zu danken;-)

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            3. Ja, natürlich kann man auf verschiedenste Art und Weise helfen. Ich weiß auch, dass es in meiner Kindheit regelmäßige Spendenaktionen gab. Wir uns das oft mit Flaschen und Papiersammeln erarbeitet haben. Auch das Helfen untereinander wurde viel größer geschrieben als hier. Gut, dafür zählte das Individuum weniger als der Zusammenhalt der Gemeinschaft. Kann man drüber streiten. Trotzdem wurde dieses zwischenmenschliche Engagement immer auch hervorgehoben, war nicht anonym und stand auch im Zeugnis. So wie heutzutage Zusatzkurse. Wahrscheinlich fällt es mir deshalb auch nur so auf – der andere Umgang damit 😉 .

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  2. Ich sehe da eine Vermischung. Gutmensch wurde ich deinen Bekannten zum beispiel nicht nennen. Einen guten Mensch. Ja. Aber nicht Gutmensch. Das wäre für mich ein Mensch, der nicht sein Geld gegeben hätte, sondern die Zeitung gerufen hatte und dann sein halbes Vermögen (eine Sicherheit muß ja sein) gegeben hätte. Gutmenschen kennen sich durchaus (in meiner Definition) selbst und wissen darauf zu achten. Gute Menschen zwar auch, aber nicht immer hören sie auf dieses Wissen. …

    Hoffentlich wird klar was für mich der Unterschied ist.

    In meiner Welt ist es wichtig, gutes zu tun. Ob ich dabei wirklich mich selbst verleugnen kann (also völlig pleite machen und mein „Leben“ riskieren)… ich weiß es nicht. Da ist vermutlich der Misanthrop zu stark in mir.

    Aber generell glaube ich, dass es sich damit verhält wie mit der Ehrlichkeit. Alle Welt sagt dir von früh an, dass du damit nicht durchkommst. Richtig versucht haben sie es aber noch nicht.

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    1. Ok, so siehst Du den Begriff, danke für die Erklärung. Ich schrieb ja, dass er mich irritiert…insbesondere, da er inflationär eingesetzt wird. Ist mein Empfinden.
      …meinst Du Ehrlichkeit oder eher Wahrhaftigkeit ? Unsere Welt funktioniert reibungsloser mit ein paar Notlügen, weil unsere Wahrheit subjektiv getrübt ist ;-), denke ich. Absolute Wahrhaftigkeit kommt dagegen aus jedem selbst, sozusagen der inneren Instanz zu folgen. Ist schwer genug.

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      1. Ich meine: der Wahrheit (in seinen Grenzen der Subjektivität) Platz zu geben, auch wenn sie die zum Nachteil wird. Das was du als Fakt wahrnimmst nicht durch strategisches Abwägen oder Eigennutz oder Feigheit zu verschweigen.
        Dabei aber nicht die Grenzen anderer ignorieren und brutal sein. Worte mit Bedacht wählen, ohne die Nachricht zu verstecken.

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          1. In meiner Lebenswelt gestaltet es sich anders. Da gibt es Menschen die das annehmen können. Wenige. Ja. Und man muß sich oft zurücknehmen und die Ehrlichkeit unterlassen. Aber dann sage ich meist eher nichts als zu lügen.

            Das Problem dabei ist, dass man es zuallererst auf sich selbst zulassen muß. Wenn ich ehrlich gegenüber anderen sein will, muss (ja muss) ich mir selbst gegenüber ehrlich sein. Und das fängt an mit „warum willst du das gerade sagen? Weil es die „Wahrheit“ ist, oder weil es aus einem Gefühl in dir (stolz, Verletzung etc) kommt.

            Ich sag nicht umsonst: man muss es nur richtig durchziehen. Dann kennt es dich damit genauso wie unehrlich.

            Denn letztlich:was kümmern dich die, die es nicht abkönnen? Willst du Menschen um sich die auf Lüge leben?

            Und natürlich ist das hier sehr theoretisch. Es geht um Ansprüche an sich selbst. 100% ehrlich ist niemand.

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            1. Wie Du schon schreibst, es sind wenige Menschen, die Ehrlichkeit annehmen können. Das wäge ich auch ab. Denn was bringt es, jemanden auf eine andere Sichtweise hinzuweisen, wenn er noch nicht bereit dazu ist. Ich kann mir dann doch sparen, gegen eine Wand zu reden 😉 . Also eher schweigen. Wobei auch das daneben gehen kann, z.B., wenn Dich Deine Frau/Freundin fragt, ob ihr Hintern zu dick ist. Ist nur ein theoretisches Beispiel. Aber hier ist eine kleine Notlüge ein Liebesbeweis. Wenn Du ihr dann nämlich erklärst, dass Du ihn schöner findest, als den von Beyonce (oder so) und ihr damit zeigst, dass Du verstanden hast, dass sie gerade Anerkennung und Aufmerksamkeit brauchte. Schließlich geht es nie um die ehrliche Aussage an sich, sondern wie derjenige damit umgeht, welcher emotionale Teil angesprochen ist.
              Ein anderer Nachteil am Schweigen ist, dass das gern als Zustimmung interpretiert wird.
              Ich übe mich eben deswegen in der liebevollen Wahrhaftigkeit. Mir ist bewußt, dass ich unbeabsichtigt andere Menschen verletze und diese mich. Ich muss ihnen also das, was ich für ehrlich halte, nicht extra unter die Nase reiben. Nicht jeder fischt gern in der Tiefsee.
              Als Pinoccio wäre ich jedoch die absolute Fehlbesetzung, denn wenn man mich fragt, kann ich nicht anders als ehrlich.
              Letztendlich sind Menschen so wie sie eben sind und ob sie lügen oder nicht, erkenne ich. Jeder hat seine Gründe, kann manchmal nicht anders und nicht aus seiner Haut, und ich bin kein Richter.

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            2. Es ist kein Liebesbeweis. Das wäre es, wenn ich das dahinter erkenne und darauf eingehe als auf die erste, leichte Instanz aufzuspringen. Wenn mich ein Mensch fragt ob der Hintern zu dick ist sagte ich: Nein, man sieht ihn hinter den Monden kaum. Dann lachte ich und mache klar, dass es mir völlig unwichtig ist weil ich den Menschen schön finde. Denn was bringt es, das Ego dort zu streicheln wo das Gegenüber eh blind oder taub ist? Wird ersiees dadurch damit aufhören? Erkennen dass der Hintern nicht das bestimmende ist?
              Liebe ist nicht sich das Ego zu pinseln. Es ist nett, auch mal zu schmeicheln. Aber eben eine Gefälligkeit. Dadurch fördere ich jedoch kein stärkeres Gegenüber. Denn sind wir mal ehrlich (hehe): jede „weiß“, dass es nicht ernst gemeint ist. Auch wenn es das ist.

              Du siehst also, ich nehme der ersten, schnellen Lösung den Wind, vermeintlich verletzend um Platz zu schaffen für ein ehrliches Kompliment. Wirkt meist, denn damit errechnet niemand.

              Dauert vielleicht nur ein bisschen länger bis Mensch das sieht 😉 Aber ich bin geduldig.

              Zum gegen die Wand reden: wenn ich das ließe, musste ich noch einen dritten Beruf lernen. . . 😀

              Um aber die Gewichtung in meinem Schreiben noch mal klar zu stellen: ich lüge durchaus. Ich würde auch nicht sagen „dein Hintern ist fett“ (denn das ist meine Wahrnehmung und nicht deine). Ich kann durchaus nett und charmant sein (beh…). Verdiene damit sogar mein Geld.

              Aber dort wo es wichtig ist, dort bin ich ehrlich. Ehrliche als die meisten.

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            3. Den Spruch mit dem Hintern und dem Mond versteh ich genausowenig, wie, warum Du gegen Wände läufst und sonst noch einen 3. Beruf lernen müßtest. Muss aber auch beides kein Thema sein, ich muss nicht alles verstehen.
              Ist es aber ehrlich, in einer Beziehung nichts oder nur wenig für das Ego des Gegenübers tun zu wollen ? Gehört doch genauso zum geliebten Menschen, wie der Rest. Mein Erfahrungswert ist, dass 2 Menschen auch immer etwas Bestimmtes voneinander BRAUCHEN, was mit Liebe nicht wirklich was zu tun hat. Stichworte: Anerkennung, Sicherheit, Verständnis… . Dessen sollten sich die Partner idealerweise bewußt sein – also, was man selbst benötigt und was der andere braucht. Das setzt natürlich Ehrlichkeit voraus, womit wir wieder beim Thema sind. Ich bezweifle auch, dass man an besagter (Ego-)Stelle blind und taub ist. Eher ist da ein Defizit, aus welchem Grund auch immer. Und warum Du das (verbale) Pflaster nicht an der (wunden) Stelle positionierst, sondern an anderer, erschließt sich mir nicht. Vielleicht hab ich Dich aber auch anders als beabsichtigt verstanden.

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            4. Weil es nicht um den Schnitt, sondern den Bruch darunter geht. Ein Pflaster ist nicht das Heilmittel. Es verklebt die Oberfläche.
              Ich will schon Verständnis, Anerkennung etc geben. Und zwar ehrliche.

              Wenn etwas Monde hat, ist es meist groß. 😉

              Und die Wände war auf dich bezogen, dass du meintest „du würdest nicht gegen Wände reden“. Das tue ich ununterbrochen. Im Job und auch so.

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            5. Ok, dass den Bruch jeder selbst heilen muss, da sind wir uns einig, oder ? Nur manchmal piesackt einen dieser „alte Kram“ und da wirken Pflaster (natürlich mit Herzchenmotiv) schon eher wie Placebos. Also nix verkleben, da wär ich auch dagegen.
              Was ist groß und hat Monde ?…Ähhh, das ist schon seeehhhr böööse :-DDD . Aber ich bin beruhigt, dass Du nur gegen Wände redest und nicht mit ihnen 😉

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            6. Ach. Ich rede auch mit ihnen. Wenn sie hübsch sind. 😉

              Ich glaube aber dennoch, dass es besser wirkt einen Verband anzulegen, oder gleich einen Gips. Damit helfe ich mehr als mit dem Pflaster. Aber ist ja auch immer situativ.

              Sehr böse auf den zweiten Blick, aye. So bin ich 😉

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  3. Gutmensch ist mir zu allgemein und zu wenig aussagekräftig, als dass ich den Begriff verwenden würde. Er impliziert für mich persönlich auch ein wenig scheinheiliges Verhalten. Schade eigentlich.
    Gut zu handeln oder der Versuch ein guter Mensch zu sein, ist dagegen etwas durchaus erstrebenswertes und begegnet einem durchaus ohne negativem Beigeschmack.
    Wenn ich daran denke, dass Pegida idioten dieses Wort so missbrauchen, dann lasse ich mich aber gerne als Gutmensch bezeichnen.

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  4. Für mich ist ein Gutmensch einer, der jedem Trend hinterherläuft (Veganismus, Fairtrade, etc.) ohne sich hierüber genau zu informieren und nur mitmacht, weil’s a) grad alle machen und b) es gut klingt, wenn man sagt, dass man das auch macht.
    Angesprochen auf Lücken in diesem Gutmenschentum, wird das alles runtergespielt und abgewehrt.

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    1. Aber ist es nicht letztendlich (vegane 😉 ) Wurst, warum er da mitmacht ? Letztendlich verbessert er damit doch auf jeden Fall seinen ökologischen Fußabdruck und tut damit etwas für uns alle. Ich finds total interessant, in welche Richtung Du den Begriff siehst. Danke. Das beruhigt mich, weil es gar kein so festgelegter Begriff ist und ganz unterschiedlich verstanden wird.

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      1. Kommt drauf an, was die Person treibt. Gerade Veganer (weil du das Beispiel nennst) haben sehr unterschiedliche Alternativen, z.B. Gemüse (lokale Bauern, Bio, Selbstanbau, etc.) oder Soja (dafür müssen Wälder abgeholzt werden, damit werden Lebensräume zerstört, Tiere aus natürlichen Territorien vertrieben, lange Transportwege, dadurch Umweltverschmutzung, etc.). Wer einerseits sagt, er ist ein Veganer, weil er keine Tiere töten/die Umwelt achten will, andererseits dann aber statt Fleisch auf Produkte setzt, die Tieren indirekt schadet und die Umwelt zerstört, hilt nun nicht wirklich. Das ist für mich ein Gutmensch – pseudo-gutes Getue ohne wirklich über das Handeln nachzudenken. Hauptsache, das Etikett (Veganer / Umweltschützer / ehrenamtliche Tätigkeit/Kleiderspender / Wassersparer, was auch immer) sieht gut aus.

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        1. Sorry, dass ich Dir da wiederspreche: 98 % der Sojaproduktion wird zur Tierfütterung verwendet. Nur weil ein Veganer Alternativen zu Sojaprodukten hat, soll er sie also gefälligst nutzen ? Omnivoren haben auch Alternativen zu konventionellem Fleischkonsum: lokale Bauern, die das BioSiegel haben, oder Vegetarier oder Veganer zu werden 😉 . Die Umwelt zu achten, ist ein Prozeß, den einschlagen kann, wer mag. Zu 100% wird das niemandem gelingen, das geht nur in kleinen Schritten. Mag sein, dass einige Leute nur Etiketten sammeln, ich halte es eher für ein gestiegenes Bewußtsein für die Umwelt. Und das kommt letztendlich uns allen zugute 😉 . Liebe Grüße von der – auf Soja verzichtenden – 80%-Veganerin ❤

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          1. Versteh mich nicht falsch. Mir geht’s um Leute, die in jedem zweiten Satz betonen, dass sie toll sind, weil [Etikett] und alle anderen Menschen bös sind, weil sie nicht [Etikett].
            Wenn jemand ständig betont, wie toll er etwas macht, sollte er es – in meinen Augen – auch richtig und mit Verstand machen (sonst sollte er es einfach nicht ständig so betonen).

            Anderes Beispiel: Stell dir vor, du hättest einen Bekannten, der dir bei allem was du tust erklärt, wie sich das auf die Umwelt auswirkt und dass es viel besser wäre, du würdest nur alle zwei Wochen duschen und alle 3 Monate deine Wäsche waschen – und dann fährt dieser Typ mit einem 13l-Verbrauch-Jeep zum 200m entfernten Bäcker!
            Ich hab nichts gegen Leute, die die Umwelt schützen möchten. Ich finde das gut und erstrebenswert. Ich habe noch nicht mal was gegen Leute, die mit ihrem 13l-Verbrauch-Jeep 200m zum Bäcker fahren (auch wenn ich dann mit den Augen kullere). Mir geht es hier um die Doppelmoral von „Ich bin ja so ein guter Mensch“ vs. „Ich bin nur ein guter Mensch, weil’s grad ‚in‘ ist, hab aber eigentlich keine Ahnung und bin eigentlich auch nicht wirklich gut“.

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            1. Ok, jetzt isses angekommen: Du meinst die Moralapostel, die Wasser predigen und Wein Trinken 😉 . Solche hab ich auch mit Löffeln gefressen. Ich finde, man kann niemandem vorschreiben, wie weit er wo mitmachen sollte und man kann auch niemanden bekehren. Weder durch brutale Schlachtvideos, noch durch Argumente. Was wirklich letzten Endes überzeugt, ist, ob man selbst von etwas begeistert ist, es nicht als Verzicht empfindet und gern tut. Also lass Dir nix einreden und kuller nicht nur mit den Augen, sondern lass sie doch auflaufen. Das Wissen über die Leute und ihr Verhalten haste doch. Gönn Dir 😀

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  5. „Giutmensch ist eindeutig ein diffamierender Kampfbegriff aus dem rechtspopulistischen Lager. Der Begriff stammt aus dem Umfeld der reaktionären Tea-Party. Im Jahr 2015 war der Begriff sogar „Unwort des Jahres“. Mit dem Vorwurf des Gutmenschentums würden „Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“, urteilte die Jury. Obwohl ich eigentlich gegen den Quatsch „Unwort des Jahres“ bin, trifft es hier zu. Ich würde den Begriff nicht verwenden.

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    1. Danke Jules, hab schon auf Deine Erklärung gewartet 🙂 . Genau das verursacht in mir so einen Zwiespalt. Der Begriff hört sich erstmal positiv an, wird mit Eigenschaften besetzt, die ja im Grunde ebenfalls positiv gewertet werden, nur dass sie hier abfällig gemeint sind. Ich möchte nicht wirklich damit bezeichnet werden und verwende den Begriff auch nicht. Musste trotzdem heute mal öffentlich darüber nachdenken. Danke Dir und einen schönen Abend 🙂

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      1. All die hier in den Kommentaren genannten negativen Konnotationen spiegeln, wie das Wort die gesellschaftspolitische Kommunikation vergiftet hat. Es hat aber auch ein vages Bedeutungsfeld und kann deshalb fast universell eingesetzt werden. Ähnlich ist ja das Wort „Wutbürger“. Es tauchte erstmals im ZUsammenhang mit der Bewegung „Occupy Wall Street“ auf, heute sind damit aber auch die Pegida-Spaziergänger gemeint, die „Wir sind das Volk!“ grölen.
        Beste Grüße!

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        1. Ah und wieder was dazugelernt, dank Dir lieber Jules. Das mit dem Ursprung der Wutbürger wußte ich nicht. Ja, das Bedeutungsfeld für Gutmensch ist wirklich sehr vage, und ich mag gerade sehr die Auseinandersetzung damit hier auf dem Blog. Beste sonnige Abendgrüße,
          Andrea

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  6. In der heutigen Zeit ist „Gutmensch“ mit Sicherheit ein stark negativ konnotiertes Wort. Ich glaube, den Gutmenschen macht aus, dass er eben „gut meint“ mit allen. Vielleicht ist er auch ein wenig naiv aufgrund seines guten Handelns. Doch was daran falsch sein soll, das weiß ich nicht. Ein Gutmensch strebt nach Harmonie, versucht es vielen Recht zu machen. Für seine Umwelt ist das ein Segen. Es fragt sich bloß, wie lange er sich selbst dabei nich gut tut…

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    1. Nochmal eine andere Interpretation des Wortes, ich danke Dir. Eben, was daran falsch sein soll, erkenne ich auch nicht wirklich, möchte trotzdem nicht so genannt werden. Paradox, oder ? Grenzen setzen, ist vielleicht nicht nur ein Problem altruistisch Handelnder. Vielleicht stört uns an dem Wort auch die Unausgewogenheit. Das Maßhalten fehlt, und ein Mensch ist eben nicht nur „gut“. Sollte auch nicht darauf beschränkt werden. Sich selbst weniger zu achten, als andere, ist ja schon auf der Negativseite anzusiedeln. Wer nach Harmonie strebt, muss eben auch in seinem Inneren für Harmonie sorgen. Die Bezeichnung in sich ist ein einziger Widerspruch, stelle ich grad fest 🙂 .
      Liebe Abendgrüße
      Andrea

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      1. Paradox ist es eigentlich nicht, denke ich. Auch wenn das Wort an sich nichts Negatives ist, wurde es von vielen sehr negativ geprägt und mit falschen Assoziationen verbunden. So erklärt sich mir, dass man so vielleicht nicht genannt werden möchte. Das Wort befeuert in meinen Augen auch vor allem eines: Schubladendenken !
        Einen schönen Abend dir!
        digital/anker

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    1. Mhmmm, ich hab noch niemanden erlebt, der ständig betont, ein guter Mensch zu sein. Wobei…doch, gibt da ne Institution, nennt sich Kirche ;-DDDD . Nee, mal im Ernst jetzt. Danke für Deine Beschreibung, aber da muss ich wirklich mal drüber nachdenken.
      Liebe Grüße ❤

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  7. Dein Text macht mich nachdenklich… es erinnert mich daran, dass mich mal jemand als Engel bezeichnet hat… und ich empfunden habe er meint Teufel.. und dann engelsgerechtes Verhalten
    in seinen Augen ausführte… was Teufel vertreibt… ich wollte deshalb nicht Gutmensch heißen…
    und mag doch, wenn Menschen sagen, du bist ein guter Mensch… wenn jemand dies jedoch immer und immer betonen würde, würde ich denken, auch er meint gerade das Gegenteil…. schwer zu erklären…

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    1. Ja, ich glaub ich weiß, was Du meinst. Vor allem das Empfinden, diese Erwartung erfüllen zu müssen. Immer wieder und wieder besser als gut zu sein. Blöderweise führt das irgendwann dazu, dass man auf einen Sockel gestellt wird, wo man gar nicht hinwollte. Nur dass man da auch nicht wieder runterkommt. Erkennt man erst im nachhinein…

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      1. Stimmt, ich könnte Seiten füllen mit meinen Gedanken zu Gutmenschen… Geshichten zu einerseits, andererseits, mittendrin, schräg daneben,rechts und links,früher,heute, morgen… wahrscheinlich oder vielleicht würde es nichts alles, vieles beinhalten… spannend, anregend und lebensnachspürend…

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  8. Gutmenschen werden ja auch leider oft mit dem Begriff Opfer beschrieben. Dabei steckt von Natur aus uns allen das Gute. Viele haben es wegen schlechten Lebenserfahrungen begraben, haben keinen Zugang mehr zu ihrem Mitgefühl. Wenn man solchen Menschen aber mit Liebe begegnet, werden auch sie wieder das Gute in ihnen entdecken und ausbuddeln ♥♥♥

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