Tattoo -Wozu?

Tattoo -Wozu?

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Das Thema dekorative Körperbemalung drängt sich gerade merklich in meine Gedanken. Die Lieblingstochter wird bald 18 und wünscht sich schon sehr lange ein Tattoo. Ich überlege schon seit einiger Zeit mir ein Zweites stechen zu lassen und eine Kollegin möchte eines Ihrer Körperbilder übercovern lassen. Nachdem Jules einen Blogpost darüber schrieb, dass er persönlich jungfräuliche Haut ohne Verzierungen am schönsten findet und Christiane hier ankündigte, sich ein Tattoo stechen zu lassen nach über 20 Jahren Bedenkzeit, und zu beiden Blogposts die Kommentare vorwiegend in Richtung Anti-Tattoo anklangen, will ich dann auch mal meinen Senf oder etwas Tinte zum Thema beisteuern.

1. Vorurteil: Tattoos sind Jugendsünden

Immer mehr junge Menschen tragen heutzutage Tattoos und das Vorurteil mag sicher auf einige zutreffen. Selbst wenn, dann erinnern sie den Träger an eine bestimmte Phase in seinem Leben. Und wie Menschen nunmal unterschiedlich sind: der eine bereut seine Vergangenheit, der andere steht dazu. Mein erstes Tattoo habe ich mir mit 30 stechen lassen und es war eine Befreiung für mich. Weil ich mich dadurch endlich regelmäßig traute, schulterfreie Kleidung zu tragen. Meine Schulter ziert nämlich ursprünglich eine große erhabene ungleichmäßige und rote Narbe, die davor Menschen zu der Frage: „Was ist DAS denn?“ veranlasst hat oder sie zumindest zum Hinstarren animierte. Und ich verschwieg meinem Umfeld damals – obwohl alt genug – dass das Tattoo eben nicht temporär angefertigt wurde. Hatte ich doch mit einem zweiten Vorurteil zu kämpfen:

2. Vorurteil: Tattoos sind nur was für Knasties & Seefahrer

Die Tradition der dauerhaften Körperverzierung ist wesentlich älter. Was und welche ethnischen Gruppen Tattoos und anderes praktizier(t)en, könnt Ihr hier nachlesen. In Japan waren Tattoos lange kriminellen Kreisen vorbehalten und auch im westlichen Kulturkreis wird die Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppierungen mit speziellen Tattoos  gekennzeichnet, im positiven ebenso wie im negativen Sinne. Der junge Mann, der mir heute beim Frühstück gegenüber saß, hat beispielsweise ein Fan-Tattoo an seinem inneren Unterarm: das Zeichen der Rebellion aus Star Wars

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„Was ist das denn?“, werde ich auch heute noch gefragt. Jetzt sind aber die 2 Schleierschwänze gemeint, die auf meiner Schulter umeinander schwimmen. Und ja, mittlerweile ist mir klar, dass ich instinktiv ein Motiv gewählt habe, das für mich eine tiefere Bedeutung besaß und immer noch besitzt.

Wer sich darauf einläßt, die Motive tätowierter Menschen genauer zu betrachten, wird unglaublich viele Geschichten serviert bekommen. Natürlich gibt es die naiven kleinen Bildchen, die bestimmte Körperpartien nur auffälliger gestalten sollen und die zu oberflächlichen Zeitgenossen gehören. Für die meisten Leute, die ich kenne, gehört jedoch mehr dazu. Nicht, dass sie ihre Geschichte dazu unbedingt jedem erzählen würden. Aber das ist auch nicht nötig, denn Bilder oder Symbole wirken auch ohne Worte in unserem Unterbewußtsein.

Tattoos sind die sichtbar gemachten Bilder der Seele.

Oft finden sich in den Motiven so grundlegende Lebensthematiken wie Liebe, Glaube und Hoffnung. Ein Lebensabschnitt, an den der Träger jederzeit erinnert werden möchte als Markierung auf den Körperteil gesetzt, der der Aufmerksamkeit bedarf. Denn die Stelle, die sich der Träger aussucht, spielt eine ebensogroße Rolle, wie das Tattoo selbst, behaupte ich einfach mal frech. Einerseits, weil die Haut zum Körper gehört, zweitens weil Tattoos oft an energetischen Punkten liegen und drittens, weil die Aufmerksamkeit Dritter genau darauf gelenkt wird. Und da wir alle Energiewesen sind, erfährt diese Stelle also einen stetigen Energieschub durch das eigene Bewußtsein und immer mal wieder zusätzlichen Energieschub von außen.

Mein nächstes Tattoo wird eine Lotosblume sein und ich werde sie über dem linken Fußknöchel platzieren. Wo ich das machen lasse, weiß ich noch nicht. Da ist einerseits die Kollegin, die sich ihr Motiv übercovern läßt. Das schau ich mir an und falls das richtig gut gelingt, wäre der Tätowierer sicher eine Möglichkeit. Ansonsten werde auch ich „Feldstudien“ betreiben, denn am 3. September gehts zur Tintanic . Der Südstaatendampfer »Mississippi Queen« legt ab und mit an Bord sind 15 Tätowierer, gute Musik und leckeres Essen, es gibt Burlesque von  Queen Calavera und vor allem viele nette Leute und für einen guten Zweck ist das Ganze auch noch. Hier ein Video vom letzten Jahr:

 

…ist doch wunderschön, oder? ❤ Und die Spendensumme ist fantastisch 😀

(Bildquelle des Beitragsbildes: Pinterest)

 

 

 

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30 Gedanken zu “Tattoo -Wozu?

  1. …so ganz allgemein finde ich Tattoos toll, ich habe schon sehr viele schöne gesehen und wenn sie dann noch einen schönen Körper zieren, um so besser…(natürlich gibt es die weniger geschmackvollen, doch diese wurden ja auch bewusst ausgewählt und gehören eben zu Menschen, mit denen speziell ich weniger anfangen kann und möchte…also auch da ist es völlig in Ordnung)…ich selber habe keines, habe aber immer mal wieder daran gedacht, mir eines stechen zu lassen…vielleicht mache ich es eines Tages auch, Sonne, Mond und Sterne am linken Handgelenk…

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  2. Danke für die Verlinkung! Klingt ja witzig mit dem Dampfer, aber stechen lassen würde ich mich dort nicht … könnte ja sein, dass dann gerade eine Welle kommt und es wackelt 😉 Zum Anschauen war ich mal auf einer/der Tatto-Convention in der Markthalle – heftig, und Mann, was für Typen da rumliefen! Da hab ich die Vorurteile echt verstanden … Ist auch schon Jahre her …
    Ich denke darüber nach, ob meine gewählte Stelle (Unterarm) irgendwelche Aufmerksamkeit möchte … ich kann dein Beispiel nachvollziehen, aber bei mir greift es spontan irgendwie nicht.
    Das Star-Wars-Tattoo finde ich als Idee klasse, aber Tattoos auf den Fingern, wie auf deinem Bild, selbst wenn sie so geschmackvoll sind, sind mir zu viel.
    Viel Glück mit deiner Lotosblume!
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Guck, da bin ich angekommen 😉
      Ja, wegen des wackelns hab ich ähnliche Bedenken und würde das so spontan auch nicht machen wollen. Muss man sich psychisch drauf vorbereiten ;-D
      Das Beitragsbild fand ich auch sehr schön, würde es aber niemals auf jeden Finger machen lassen. Der Unterarm steht bedeutungsmäßig als Mittel zur Verwirklichung eigener Ziele…Danke für Deinen Wunsch und Dir auch die besten Wünsche für Dein Motiv.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  3. Der grosse Unterschied zwischen Teenies und Deiner tatoo Entscheidung ist ja auch Deine Reife und Deine schon gelebte Zeit verbunden mit Erfahrungen, die dieses Tatoo ausdrücken soll. Sicherlich sind Tatoos in der Altersklasse etwas anderes.

    Die Schwächen der Tatoos sind meiner Meinung nach zum einen oft die Qualität (gute kosten wirklich viel Geld und werden von Künstlern gemacht) und die Kurzlebigkeit der Bedeutung des Symbols für Teenager.

    Wenn Du einem Asiaten begegnest, wird er die Lotusblüte anders interpretieren als ein Europäer. In welcher Farbe soll sie denn gestochen werden?

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    1. Ja, dass mit dem anders interpretieren kann gut sein und auch mit der Kurzlebigkeit der Bedeutung in der Jugend stimme ich Dir weitestgehend zu. Deshalb erwarte ich z.B. von meiner Tochter, dass sie bis zum 18.ten damit wartet. Dann wäre der Wunsch schon 2 Jahre alt und ist schon einige Male im Kopf hin und her gewandert.
      Ich mag an mir nur schwarz gestochenes, also keinerlei weitere Farben. Schließlich trage ich genug Farbe in der Kleidung 😉

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      1. ich hatte übrigens einen guten Trick mit meinen Kids. Ich habe nie nie gesagt, aber als einzige Bedingung gestellt, dass ihnen das Symbol 1 Jahr gefallen muss, danach kann es gestochen werden……sie haben übrigens noch keins 😉

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  4. Ich persönlich finde, dass Deine Persönlichkeit mehr ausdrückt als ein Tattoo und als Erinnerung, was Dir wichtig ist, bräuchtest Du es auch nicht. Ich finde aber, dass jeder das machen sollte, was er für wichtig ansieht. In dem Sinne bin ich auf das Ergebnis gespannt 😉 Hab einen tolle Tag, Andrea…..

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    1. Jetzt werd ich rot, Sternchen 😉 lieb von Dir. Danke und ganz lieben Gruß und sorry für die späte Antwort …der Stromversorger hat am Montag – als ich gern geantwortet hätte – ein Problem in unserem „Viertel“ gehabt. …war romantisch 😉
      Ich wünsch Dir einen tollen Mittwoch ❤

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      1. ich hoffe, Dein Tätowierer hat genug Strom 😉

        Hauptsache, Du bist glücklich damit…der Rest ist doch sonst sowas von egal…….danke…werde ich haben, DIr auch….see ya ❤❤

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  5. Das unsinnigste Gegenargument ist „Wenn du alt bist, wird es total runterhängen.“
    Ja, wenn ich alt bin, wird die Haut so oder so runterhängen. Ob mit oder ohne Tattoo…

    Ich finde dieses Für und Wider bei Tattoos (wie bei so vielen Dingen) hat fast schon religiöse Züge. Es ist doch die eigene Haut und die eigene Entscheidung. Und es tut niemand anderem weh 😉

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    1. übrigens sehe ich das auch so. Warum Menschen in ihrer Freiheit einschränken? Letztendlich kann man es sich ja auch wieder entfernen lassen, wenn es nicht mehr den Zweck erfüllt.

      Und bezüglich Herunterhängen, das sehe ich eher in Verbindung zum Tattoo……eine knackige Seejungfrau auf dem Po eines 80 jährigen finde ich unästhetisch 😉 Ein Zeichen oder Symbol kann hängen, wo es will;-)

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  6. Obwohl ich blanke Haut immer noch am schönsten finde, sollte jeder damit machen was er möchte. Mindestens 9 von 10 Tattoos finde ich nicht schön – dem Träger kann das aber herzlich egal sein, solange es ihm selbst nicht auch so geht. Das mit dem Bereuen ist so eine Sache. Wie viele Dinge bereut man nicht irgendwann. Eine Freundin von mir hat eine verwaschene, ausgefranste rote Rose halb auf der Brust kleben. Scheußlich in meinen Augen. Also richtig, scheußlich. Aber sie gefällt ihr immer noch, auch wenn sie jetzt auch noch ein bisschen den Kopf hängen lässt. Solange sie das Ding mag, weil es sie an den ersten Freund erinnert – bitteschön. Da halt ich die Klappe und muss ihr nicht meine Meinung aufdrängen.
    Das Klischee mit Knasti oder Seefahrer, dürfte sich mittlerweile überholt haben und ist durch das vom „Mitläufer“ ersetzt worden. Und das sind ja auch nicht wieder alle.
    Ich wünsche dir, dass du eine tolle Blüte gestochen bekommst und deine Schultern immer zeigen wirst!

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    1. Danke Mitzi 😀 …ich finde, dass auch blanke Haut meist ja nur bei Babys noch so richtig blank ist. Später kommen Narben und Leberflecke dazu – nicht immer schön und vor allem nicht zu beeinflussen. Vllt ist ein Tattoo auch so ein bisschen Trotzreaktion gegen den Zufall – den Körper kontrolliert zu verschönern. Die den Kopf hängende Rose hat mir grad in der Pause einen Lachflash ausgelöst ;-DDDD zuviel Kopfkino. Hier ist grad Mittelfinger-Mittwoch, also danke dafür 😉 und bei Dir gehts hoffentlich angenehmer voran.
      Liebe Grüße
      Andrea

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      1. Babyhaut ist unschlagbar. Aber ich mag auch Narben und Leberflecke. Versteh aber, wenn jemand seine Narben nicht mag und wenn die dann überdeckt werden und den Träger glücklich machen, dann sind andere Meinungen egal.
        Schön, dass du lachen konntest 🙂 Ich kenn solche Mittwoche. Hoffentlich ist heute besser.

        Liebe Grüße
        Mitzi

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