Romanze, Hormone -> Ehe ?

Romanze, Hormone -> Ehe ?

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Mir fällt es grad schwer, einen Anfang zu den oben genannten Begriffen zu finden. Was im Kopf noch so geordnet erscheint, erweist sich im Schreibmoment als ein einziges Knäuel an Gedanken. Doch genau das tun wir im hiesigen Kulturbereich mit den Begriffen Liebe, Beziehung, Sehnsucht, Partnerschaft, Leidenschaft, Verschmelzung und Ehe. Wird alles in einen Topf geschmissen und kräftig durchgerührt. Einzig der Verliebtheit räumen wir einen besonderen Stellenwert, sozusagen als Vorstufe zur Liebe ein. Ist ja auch wissenschaftlich nachgewiesen, dass wir durch den speziellen Hormoncocktail zu Beginn die Schmetterlinge im Bauch flattern spüren, deren Wirkung dann irgendwann nachläßt.

Dann aber tut das Bindungshormon Oxytozin seine Wirkung, sagt die Wissenschaft, und der Weg in eine langfristige Partnerschaft oder auch Ehe ist geebnet. Kulturhistorisch ist Monogamie im europäischen Raum in unseren Köpfen fest zementiert. Während die meisten Frauen und vornehmlich junge Männer hierzulande noch an die EINE große Liebe glauben, mit der man dann sein ganzes Leben verbringt, läßt man sich auf dem amerikanischen Kontinent immer wieder auf eine neue Liebe ein – da heiratet er zum vierten und sie versucht es zum zweiten Mal (nur mal so als Beispiel). Dafür ist in China die Liebe partout keine Voraussetzung, um zu heiraten und auch Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind verpönt. Heißt das also, dass in anderen Kulturen andere Hormone wirken? Oder hängen wir da etwa einem romantisch verklärten Weltbild an, das einer ganz anderen Zeit entstammt? Liebesromane und -filme, die ganze Palette der Lovesongs, Sprüche, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden und so manche spirituelle oder sogar philosophisch angehauchte Theorie unterstützt das Ganze dann noch.

Die Statistiken (des statistischen Bundesamtes) sprechen jedoch eine sehr eindeutige Sprache. Pro Jahr werden um die 400.000 Ehen geschlossen (Zahlen zu Langzeitpartnerschaften habe ich nicht gefunden). Meist ist der Mann ca. 33 und die Frau ca. 30 Jahre zum Zeitpunkt der Eheschließung. Ca. 15 Jahre später – also mit einem Alter zwischen 45 und 50 Jahren – trennen sich ca. 145.000 Paare wieder. Natürlich gibt es auch Trennungen, die davor stattfinden oder später. Und nur eine ganz kleine Zahl bleibt wirklich zusammen. Warum? Gewöhnung? Arrangement? Liebe? Emotionale Abhängigkeit? Unbestritten wachsen wir alle am meisten in Beziehung zu anderen Menschen – aber immer an dem- oder derselben? Und da ich gerade am provokant fragen bin: Welchen echten Vorteil bietet die Ehe jeweils dem Mann oder der Frau?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten ❤

Der Beitrag wird demnächst fortgesetzt, ich will da schließlich noch allerhand entwirren. Aber mehr als 400 Wörter mag ich bei anderen ungern lesen, also gibts auch bei mir heute nicht mehr.

 

 

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38 Gedanken zu “Romanze, Hormone -> Ehe ?

  1. Gefühlschaos?! Hormonrausch?! Meiner Meinung nach gibt es das nicht mehr wirklich. Liebe ist mittlerweile so „vergesellschaftlicht“ und hat nur noch wenig mit echten Gefühlen zu tun. In der heutigen Zeit ist man mit dem zusammen, der mit unserem gesellschaftlichen Status eher konform geht. Für jemand, der sich so einem Dogma nicht unterwerfen will, ist es fast unmöglich die „wahre Liebe“ zu finden. Beim Versuch dieser doch fündig zu werden, versinkt man eher in dem Strudel der Serienmonogamie. Liebe geht heutzutage selten über Verliebtheit hinaus, weil diese fälschlicherweise für Liebe gehalten wird. Alles, was dann da nicht passt, wird passend gemacht. Was genauer gesagt bedeutet, dass was nicht passt, einfach ersetzt wird durch etwas, was einem diese Verliebtheit wieder bringt und damit auch die Hoffnung, dass es diesmal passt. Willkommen in der Serienmonogamie! Vielleicht sollten wir es mal mit Polyamorie versuchen, allerdings sind wir dafür zu egoistisch. Frei nach dem Motto: Angeleckt! Meins! Finger weg! Lange Rede, wenig Sinn: Ich glaube nicht mehr an Ehe, an ewige Liebe. Ich habe gelernt mich selbst zu lieben und bleib lieber Solo. Wer das ändern will, muss verdammt umwerfend sein. Da ich schwere Knochen hab *hust*, wirft mich da so schnell nix um… 😂

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    1. Du schmeißt also Ehe auch mit Liebe in einen Topf. Wie müßte die Liebe denn aussehen, damit die Ehe hält 😉 ? Also was genau soll da passen? Denn wenn ich mich selbst so wie ich bin liebe, was soll der andere denn noch ergänzen? Ich weiß, wir 2 hatten schon ähnliche Gespräche. Ich spüre auch eine leichte Ablehnung gegen die serielle Monogamie, Süße ;-). Ich bring da im nächsten Beitrag noch ein bisschen mehr „Erleuchtung“ rein, versprochen.
      Deine Knochen möcht ich haben…weißt ja, Hochzeit ist nächste Woche und ich sitz hier mit…dreimal darfste raten: CHIPS 😀

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      1. Nein! Das mache ich eben nicht! Ich glaube Nicht an die Ehe! Und ich glaube auch nicht an die ewige Liebe. Ewige Liebe ist nicht an ein Stück Papier, an Kirche, an weißen Kleidern gebunden! Im Gegenteil! Ewige, wahre Liebe ist Freiraum lassen. Die heutige Gesellschaft ist dazu nicht in der Lage. Und wenn wir weiter die nachfolgenden Generationen zum Egoismus erziehen, sehe ich da auch keine Hoffnung mehr.

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        1. Temperamentsbolzen, Du. Mach nicht soviel Ausrufezeichen, fühl mich angebrüllt, bin doch sensibeeeeel ;-D . Ok, dann hab ich Deinene einen Satz anders verstanden, ist jetzt klarer. Warum heiraten wir 2 eigentlich nicht ? Ach stimmt ja, da war noch was, der Anhang, das Kleingedruckte *rofl*
          Vielleicht muss sich einfach ne Menge wandeln zum Thema Liebe, weil das Ding irgendwie schon nen langen Bart hat und der Egoismus ist gut und nötig, damit sich Jeder den Freiraum nimmt, den er braucht.

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    1. Ja, das hätte von mir kommen können 😀 …dann schau Dich vllt mal in Deinem Umfeld unter den Paaren ein wenig um und mach Deine eigene Statistik. So groß wird die Abweichung nicht sein – zumindest in der Altersgruppe, der um die 50jährigen (weiß ja aber nicht, in welchem Bereich Du Dich so rumtreibst 😉 ). Viel interessanter wäre für mich gerade, die Frage nach den Vorteilen einer Ehe, für Dich als Mann. Und wenn Du noch nicht verheiratet warst, welche Du Dir so vorstellst.
      Liebe Grüße aus dem stürmisch-sonnigen Norden

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      1. Danke. Ich habe einige recht langlebige Beziehungen hinter mir (Dauer 3 Jahre meist.) und eine fast zwanzigjährige Ehe. Auf alles das kann ich einverstanden zurückblicken. Heute bin ich dreinudsechzig Jahre alt, frisch gebackener Hartz IV Rentner und befinde mich mit mir selbst in einer „Ehekrise“. Leider bin ich nicht multiple Persönlichkeit genug, um mich von mir scheiden zu lassen. 😉 Möge die bessere Hälfte gewinnen!

        Beste Grüße von „Mars montis“ (Marsberg)

        Herzlichst,
        Frank

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        1. Ach ja; die Vorteile einer Beziehung. Es ist die beste Möglichkeit eine Verliebtheit zu beenden und ein excellentes Lernfeld. Außerdem kann es, mit Glück von der eigenen Person, ablenken. Und es gibt da auch so eine körperliche Seite, die ich nicht nur auf Sex beziehe. Ich mag Umarmungen und bin da wählerisch. 😉

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            1. Die Situation immer falsch zu liegen.

              Wenn mir eine Frau einen grünen und einen roten Pullover schenkt und ich zu hören bekomme, ob mir der rote nicht gefällt, weil ich den grünen trage und umgekehrt genauso die Frage. Gut, man könnte die Pullover übereinander tragen; doch auch da. 😉

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        1. Also ich achte und erfreue mich an allen anderen Menschen in meiner Umgebung. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass ich sie alle liebe. Die Ehe wiederum ist eine staatlich festgelegte Institution, die sicher einige Liebende eingehen, um ihren Status zu untermauern, den meisten unterstelle ich hier einfach mal andere Absichten. Treue wiederum ist ein ethischer Begriff, der mit Loyalität zu tun hat. Und obwohl man bei der Eheschließung davon ausgeht, treu zu sein, leben dann doch sehr viele zumindest zeitweise diesen Begriff eben nicht (nein, ich meine Frauen und Männer gleichermaßen). Deshalb meine ich ja, dass wir uns in Vorstellungen über Liebe und Beziehung reinsteigern, die allesamt so gar nicht umsetzbar sind. Nur in unserem Kopf ist das alles verankert. Ja durchaus alles geheimnisvoll, oder?

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  2. Irgendwo oben in den Kommis les ich „Gefühlsrausch“ gibt’s nicht mehr oder so…

    HA HA HA – *kugelmichvorlachen – da müssteste mich mal erleben – zur Zeit nicht, aber wenn’s mich erwischt, bin ich grad mal so eben noch lebens-fähig 😆
    Herdplatten an lassen, besondere Spezialität meinerseits, überall zu spät kommen, weil irgendwo auf dem Weg verloren gegangen, mitten in der Nacht aufstehn um ne dringende Mail zu schreiben, alles ein einziges Durchananda 😆

    Ich erinnere mich noch lebhaft – hab ich mich mal mit jemandem in einer Bar getroffen und dann saßen wir an der Theke – und mir is ALLES runtergefallen, was nur runterfallen kann 😆
    Nehm die Kippen in die Hand – patsch –
    meine Verabredung –
    mit dem ich dann auch 2 1/2 gute Jahre verbracht habe – nach den Hormonen haben wir uns in Freundschaft getrennt, denn aus Verliebtheit wurde in dem Fall nicht Liebe –
    krabbelt vom Barhocker, hebt die Kippen auf, sitzt grad wieder, ich nehm das Feuerzeug in die Hand – patsch – usw……. 🙂

    Will sagen – solange mir das nicht passiert bin ich zu glücklich, zu frei, alleine – kann machen, was ich will – Himmel auf Erden – als das ich irgendjemanden für länger in mein Leben lassen würde
    Und wenn mir das noch mal passieren sollte – dann is eh alle Theorie grau und hinfort geblasen

    Insofern mach ich mir über so was keine Gedanken

    Ich liebe die Menschen – mehr und mehr – noch nich alle 😉 aber geht schon ganz gut
    Herz, was willste mehr 🙂

    Alles Liebe ❤

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  3. Das Problem ist doch wirklich, das alles in einen Topf geschmissen wird. Liebe ist ein so verzuckerter Begriff, genährt von unzähligen Märchen (ob Grimm oder Hollywood) führt sie früher oder später bei vielen zur Ehe, die etwas zementiert und regelt, was sich nicht festhalten lässt.
    Und ich glaube bei Ingeborg Bachmann habe ich gelesen, dass die Ehe eine vorgeschriebene Form hat, sich nicht anders leben lässt und also mit mindestens genauso vielen unausgesprochenen Erwartungen verknüpft ist, wie der Begriff der Liebe. Nur das Liebe eher persönlich und Ehe, da institutionell, noch alle Bekannten und Verwandten auf den Plan ruft: Liebe = Ehe + Kind1 + Kind2 + Haus? + Haustier? = Liebe?
    Wahrscheinlich muss man ein gewisses Alter erreichen, um wirklich zu verstehen, dass es nicht nur die eine Liebe, die Liebe, sondern verschieden Formen von Liebe gibt.
    Was Mann und Frau von der Ehe haben? Öffentliche Besiegelung der Liebe (wir haben uns gefunden), Klärung der Besitzverhältnisse (wir werden uns treu sein), sich zurücklehnen auf dem Sofa, denn viele Themen, betreffend Treue oder Ausgestaltung der Beziehung müssen nicht mehr zwangsläufig ausdiskutiert werden. Die Ehe als gesellschaftliches Konstrukt gibt vieles schon vor.
    Das mag nun pessimistisch klingen. Ich bereue meine Ehe nicht, auch meine Scheidung nicht. Jede Entscheidung fällt zu ihrer Zeit.

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  4. Ich glaube dass es nicht um einen Vorteil geht. Es ist die Idee von dem was Ehe ist die sich im Kopf manifestiert hat und man versucht dieser Idee zu folgen. Die Idee wird von der Gesellschaft beeinflusst. Im Fernsehen und Zeitungen werden Hochzeiten und Brautmodeschauen gezeigt und hochgefahren. Das Märchen von der wahren und perfekten Liebe und Ehe wird hochgejubelt.
    Mein Frauchen ist da sehr romantisch veranlagt. Meine Zweibeiner sind jetzt fast 13 Jahre verheiratet. Und Frauchen glaubt an die ewige Liebe und dass die Ehe die Krönung dazu ist.
    Ich als Hund muss mir um so etwas keine Gedanken machen…
    GLG Odie

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