Innere Zuflucht

Innere Zuflucht

 

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Die meisten Menschen,…, sind wie ein fallendes Blatt, das weht und dreht sich durch die Luft, und schwankt, und taumelt zu Boden. Andre aber, wenige, sind wie Sterne, die gehen eine feste Bahn, kein Wind erreicht sie, in sich selber haben sie ihr Gesetz und ihre Bahn.

Hermann Hesse „Siddharta“

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Zölibat – ein Selbstversuch

Zölibat – ein Selbstversuch

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Ins Zölibat – Warum tut man sowas ???

Das war meine erste Frage, als ein Bekannter mir davon berichtete. Und meine vollkommene Verständnislosigkeit hat ihn dann doch erstmal sprachlos gemacht. Na gut, ein paar Erklärungen habe ich dann doch noch bekommen, er sprach von asiatischen Kulturen, Bündelung der Energie, Fokussierung auf ein bestimmtes Lebensthema…so ganz verstanden hatte ich ihn trotzdem nicht, aber ich war neugierig. Schließlich saß da vor mir ein Mann im besten Alter, der mir auch auch bisher jede Menge Inspiration gegeben hatte, und den ich durchaus bereit war, ernst zu nehmen.

Also fragte ich Dr. Google – und bekam Antworten, die mich noch weniger zufrieden stellten. Da war von jahrelanger Enthaltsamkeit die Rede, dass das Leben ohne Sex leichter gehen würde oder sich aufzusparen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (Ehe oder Eisprung)… und auf der nächsten Seite Tipps zur Durchführung, sich öfter mal zu belohnen fürs Einhalten, bevor es dann überging in einen Artikel über die perfekte Zubereitung von Scampis. Puhhh…also der Film in meinem Kopfkino ging folgendermaßen: Bis zur nächsten Beziehung (ich hatte gerade wieder ein abruptes Ende herbeigeführt, war also sowieso gerade unfreiwillig im Zölibat) keinen unverbindlichen Sex, dafür warte ich auf Mr. Right, belohne mich ab und zu mit Scampi und sehe schmalzige Serien. Sah mich schon als „Bridget Jones, die Hamburger Ausgabe“. Absolut nicht meins, also weiter gesucht. Klick gemacht hat es dann bei einem Interview auf Deutschlandradio Kultur mit dem Neurologen Reinhard Haller:

„DR Kultur: Was geschieht eigentlich bei sexueller Enthaltsamkeit mit der Kraft des Sexualtriebes?

Haller: Die Sexualität ist eine enorme Macht. Wir müssen davon ausgehen, dass sie diejenige Kraft ist, die die Menschheit zusammen mit der Aggressivität voranbringt, und jeder Mensch ist dem, wenn man so will, ausgesetzt oder er kann es im positiven Sinne nutzen. Wenn nun das unterdrückt wird, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder entsteht in Art eines Dampfkessels ein pathologischer Grund, aus dem heraus dann alles Mögliche entsteht mit sexuellen Übergriffen, mit sexuellen Notlösungen, oder es könnte auch gelingen, im positiven Fall, dass man diese Kraft der Sexualität positiv verwandelt, also in sportliche Leistung, in künstlerischen Wettkampf und so weiter umwandelt, was aber, glaube ich, nur den wenigsten Menschen tatsächlich möglich sein wird.“

Das fand ich spannend! Eine Herausforderung nach meinem Geschmack.

Die Vorbereitung

Also hab ich hin und her überlegt. Was ich brauchte, waren klare Regeln, also was darf ich und was nicht – wollte ja nicht wahnsinnig werden 😉 Zusätzlich musste das konkrete Ziel formuliert werden, damit eben die frei werdende Energie gezielt gelenkt wurde. Da bin ich ein wenig blauäugig rangegangen, aber der Zweck heiligt die Mittel – oder so, später dazu mehr. Und zu guter letzt wollte ich einen Zielzeitpunkt festlegen. Der sollte perfekterweise im Bereich des Machbaren liegen, durfte aber nicht zu einfach zu erreichen sein.

Da Kalenderdaten bei mir keine emotionale Resonanz auslösen, suchte ich ein Ereignis in der Zukunft, das ich ständig vor Augen hätte und das den entsprechenden zeitlichen Rahmen absteckte. Das war ziemlich schnell gefunden und so begann mein Zölibat/ sexuelle Enthaltsamkeit ab sofort für noch ca. 3,5 Monate (ha, weiß jemand, wie lang die sein können ???). Meine konkrete oder eben nicht so konkrete Zielsetzung bestand darin, dass ich bis zu besagtem Zeitpunkt meinem sehr schlecht bezahlten mit Psychospielchen gespickten Angestelltenverhältnis die Arschkarte gezeigt hätte, UND einen neuen Job angetreten haben wollte, der meinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht, mir Spass macht und genug Geld zum Leben einbringt. Ha, manche finden den nie…ich wollte das in knapp 4 Monaten erledigt haben. Männer wären in dieser Zeit TABU, bis auf Begrüßungsküßchen oder ähnlich unverfängliches.

Wie immer also: einfach springen!

Die Durchführung

Später dann schießen einem doch immer wieder zig Argumente dagegen in den Kopf: Was, wenn ich schon vorher den perfekten Job habe? Was, wenn ich den perfekten Mann treffe? Das kleine Teufelchen im Kopf versuchte mir klar zu machen, dass es doch sooo viele Unabwägbarkeiten im Leben gibt. Aber Abmachung ist Abmachung. Fürs Unterbewußtsein soll es auch helfen, sowas schriftlich als Vertrag zu fixieren. Ich bin noch vom alten Schlag, Verträge gelten wie besprochen per Handschlag – in diesem Fall meiner rechten mit meiner linken Hand. Fertig.

Trotzdem, hätte ich vorher gewußt, worauf ich mich einlasse…ich weiß nicht, ob ich das Ganze nicht immer wieder hinausgeschoben hätte.

Es war hart.

Eindeutig.

Beides.

Alles.

Nein, nicht nur die Enthaltsamkeit, denn die war ja freiwillig. Aber es hat was mit mir gemacht. Hat mich wirklich fokussiert und auf eine extreme Persönlichkeitsentwicklung geschickt. Bisher war ich z.B. der Meinung, nicht alleine eine selbständige Tätigkeit ausüben zu können, dazu einen Mitspieler zu brauchen. Und obwohl mir aus meinem Umfeld massenhaft Mut zugesprochen wurde (angeblich, weil ein Angestelltenverhältnis mich immer wieder unglücklich machen würde), hatte ich nur eines: fürchterliche ANGST. Angst zu versagen, Angst, nicht alles zu schaffen, Angst, zu blöd, zu faul, zu undiszipliniert zu sein, nicht genug Energie zu haben. Weder mein Umfeld noch Coachings und Seminare schafften es, mir diese Angst zu nehmen. Wenn Dich das Leben aber auf eine andere Stufe holen will (und die entsprechenden Energien dazu vorhanden sind), dann haut es Dir die Tatsachen nur so um die Ohren, bis Du endlich kapierst. In meinem Fall waren das extreme psychosomatische Beschwerden in Schulter und Nacken, Herzrasen, Kurzatmigkeit, bleierne Müdigkeit und Antriebslosigkeit. So dass der Doc eine Depression diagnostizierte und mich aus dem Arbeitsleben zog.

(Anmerkung: Letztere Diagnose hat sich mittlerweile als fehlerhaft erwiesen. Die Ursache des extremen Energieabfalls habe ich erst vor kurzem – also lange nach Beendigung des Versuchs – ergründet und bin mittlerweile wieder bei ca. 70% meiner Leistungsfähigkeit angekommen. Da klappts auch wieder mit dem Bloggen, yeahhh)

Und schon hatte ich die Kündigung in der Hand und fiel noch tiefer…So fühlte sich also totales Versagen an. Kam mir bekannt vor, und war doch nie so schlimm gewesen, wie vorher ausgemalt. Ich brauchte ein paar Tage, um ein wenig Kraft zu sammeln, mich zu erden. In Erde wühlen oder Zimmer streichen sind dazu durchaus hilfreiche Tätigkeiten. Wenn man nichts mehr zum Festhalten hat, ist es einfacher, den Geist frei laufen zu lassen. Weil ja keine Grenzen oder Einschränkungen existieren. Und es fielen mir einige Möglichkeiten zum Sichern des Lebensunterhalts sozusagen vor die Füße. Davon setzte ich nach und nach um, was sich leicht anfühlte und mir entsprach. Und so hatte ich bis zum Jahresende 3 unterschiedliche Jobs mit 3 unterschiedlichen Chefs, was sich anstrengend anhört, aber miteinander harmoniert. Bis dato bin ich selbständig und zusätzlich angestellt. Und ich habe ein gutes Gefühl, denn zumindest die selbständige Tätigkeit ist auf langfristige Sicht mein Ding. Trotzdem brauche ich die anderen beiden Jobs, um zu (über)leben und ein Gefühl der Sicherheit zu haben. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich im Laufe diesen Jahres noch einiges tun wird.

Das Ergebnis haut mich trotzdem um.

Die Endabrechnung

  1. Mein ursprüngliches Ziel habe ich nicht 100prozentig erreicht. Aber das Zölibat war ein Katalysator, ein Booster. Meine Konzentration auf die Wehwehchen des eigenen Körpers und Geistes zu richten, sich ausgiebig mit mir selbst zu beschäftigen ohne Ablenkung. Durch das Zölibat musste ich mich fokussieren auf mich, mein Gefühlsleben und meine Gedanken. Wo ich vorher auswich, blieb mir nur das Stehenbleiben, wo ich normalerweise die Augen verschloß, blieb nichts anderes übrig als hinzusehen und wo mir vorher Ablenkung willkommen war, mußte ich mich den Gegebenheiten stellen. Dadurch wurde vieles – zeitgleich mit der Beendigung meines Zölibats – (ab)geschlossen: Akten, Gedankenkonstrukte, Vorstellungen, Beziehungen und natürlich der alte Job. Das alles fühlte sich schmerzhaft an, gehörte aber dazu, um frei zu sein für Neuerungen
  2. Aber wo Schatten und Schmerzen sind, da ist auch Licht. Es gab eine Erkenntnis, die grandios für mich war. Vor einem Jahr noch war ich der Meinung meinen Biss, meine Willensstärke verloren zu haben. Konzentration und Durchhaltevermögen für eine Sache und vor allem nur für mich, das brachte ich schon ewig nicht mehr auf. Durch den Versuch habe ich erkannt, dass ich immer noch die Willensstärke besitze, Sachen, die mir wichtig sind, durchzuziehen. Ich hatte nicht meine Willensstärke verloren, sondern meinen Glauben daran.

 

Eine wichtige Erkenntnis!

Von Autoren weiß ich, dass während sie schreiben, ihre Romanfiguren oft andere Wege gehen als vorgesehen. Bei Experimenten oder Versuchen ist das nicht anders, ein gewisses Risiko im Ausgang ist dabei. Memo an mich, bevor ich weitere Experimente starte 😉 . Ich habe das Experiment durchgeführt, um mir etwas zu beweisen – und das ist mir gelungen. Und gleichzeitig bin ich auf dem Weg. Und das nicht alleine. Denn während der dunkelsten Stunden bekam ich -für mich überraschend – Aufmunterung und Unterstützung. Weil ich mich öffnete und um Hilfe bat. Bis dahin für mich undenkbar. Danke ❤

Würde ich den Versuch wiederholen?

Ja, wenn es an der Zeit wäre. Und das wird hoffentlich auf lange Sicht nicht der Fall sein müssen 😉 Trotzdem war es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Und jetzt bin ich neugierig, ob jemand von Euch schon mal ähnliches ausprobiert hat 🙂

Tanzen war übrigens erlaubt währenddessen – wenn auch nicht auf so hohem Niveau wie bei den beiden 😉 :

Was der Push-up für die Frau, ist der Stramme Max für den Mann.

Was der Push-up für die Frau, ist der Stramme Max für den Mann.

Oder: die seltsamen Verpackungs-Blüten der Emanzipation

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„Zum Anbeißen“ ist ein relativer Aspekt

Abbildungen in 2D von mir mag ich nicht sonderlich, und so schaffe ich es meist erfolgreich „zufällige“Aufnahmen zu vermeiden. Wenn man aber in einigen Portalen im Netz unterwegs ist, sind gute aussagekräftige Fotos ein Muss. So nutze ich also Abbildungen, die professionell entstanden sind und mich im besten Licht zeigen. Retusche habe ich zwar abgelehnt, aber so ein kleiner Filter oder Weichzeichner, macht eben nochmal ein bisschen was her. Warum auch nicht?

Nun gab es aber eine bestimmte Plattform, die kein einziges meiner üblichen Fotos akzeptierte. Ich vermute, der Filter wegen. Und so war ich gezwungen, ein anderes Foto auszuwählen. Ich hatte keine große Auswahl, und so mußte ich das Foto meiner Wahl noch ein wenig zuschneiden. Man sah nämlich durch das sehr anliegende Kleid meinen BellyButton ! (Lieblings-Lästerschwestern! Ich seh‘ Euch feixen! 😉 ) Darauffolgend trug ich das Kleid nur noch mit Shapewear. Weitere Fotos existieren jedoch nicht. Ob Shapewear, Push up-BH oder High Heels, Frauen nutzen nicht wenige Möglichkeiten sich in ein vorteilhafteres Licht zu rücken. Aber folgende Entdeckung hat mich zum Nachdenken gebracht:

Und hier ein Test mit 3 Herren:

 

Ehrlich jetzt, braucht man(n) sowas wirklich ??? Ich weiß wirklich nicht, wie ich mit so einer Überraschung umgehen würde 😉 . Erinnert mich ein wenig an den Filmausschnitt, in dem Bridget Jones versucht, im Eifer des Gefechts sich ihrer Spanx zu entledigen. Solche Aufheiterungen kommen mir an Tagen wie heute sehr gelegen, hab den

Hamburg City Blues:

Das ist Hamburg und die Sonne scheint … nicht.
Nein, es pisst, wie immer
Hier sind die Beginner,
erzählen aus ihrem Leben im Regen
Denn bei euch im Süden von der Elbe,
da ist das Leben nicht dasselbe.
Der Winter ist hart, der Sommer ’n Witz
Der schöne Tag am See endet mit Donner und Blitz.
Der Wind peitscht; Kragen hoch, Kopf runter, Tunnelblick,
die Pullis und Jacken machen Magersüchtige pummelig.
Wir müssen mit allem rechnen, weil man hier sonst erfriert,
deswegen wirken wir so komisch und so kompliziert.
So viele Strapazen und dennoch kein Grund umzusiedeln,
das Herz am rechten Fleck, die Füße in Gummistiefeln.
Der Grund warum hier Menschen gern leben:
Weil die Leute erst fühlen dann denken, dann reden.
Und egal wie es nervt, das ständige Grau, das Sonnenlose:
wir zeigen stets Flagge – rot-weiß wie Pommessauce.
Ich sage: Hamburg ist die Hälfte von zwei,
die Schönste, die Nummer 1, dass Gelbe vom Ei.
Und statt unsympathisch, jung-dynamisch wie Friedrich Merz
ist hier alles laid back, relaxed und friesisch herb.
Hamburg – nicht verwechseln mit Hans Wurst,
denn selbst der kleinste Pimmel hier ist nicht ganz kurz.
Also scheiß auf Tief Anna, Tief Berta, Tief Cora,
Dafür ham wir Musik, ham den Kiez, ham die Flora
Oh ja, scheiß‘ d’rauf,
wir sind’s gewöhnt.
Wir finden’s schön und außerdem
bei euch im Süden von der Elbe,
da ist das Leben nicht dasselbe.
Denn da im Süden von der Elbe,
da sind die Leute nicht dasselbe

(Es ist) Arschkalt, scheiß Sturm und es regnet wieder
Apotheker fahr’n Porsche dank der Antidepressiva.
Das ist kein Winter ’ne wir haben das jeden zweiten Tag
Das ist Hamburg, Mann, willkommen in meiner Heimatstadt.
Moin, ist doch klar das so ein rauhes kühles Klima prägt,
Sich über Jahrhunderte auf die Gemüter niederschlägt.
Heißt: nicht mit jedem reden und nicht jeder Sau trau’n
Wir brauchen halt ’ne kleine Weile bis wir auftau’n.
Tja, man glaubt’s kaum, aber dann sind wir echt kuschelig.
Hamburg ist ein derber Beat und schön und schmuddelig.
Und der Hafen der ist das Herz, die Bassline
Fuck Internet, wir war’n schon immer mit der Welt eins.
International, weite Seen und weiter Horizont,
in Deutschland sind wir damit fast allein wie Robinson.
Doch ich liebe das und bin dankbar für die Einflüsse,
dankbar für St. Pauli, Altona und Eimsbüttel. Scheiß auf Eppendorf!
Bin stolz darauf und trink‘ mein Holsten aus
und weiß, dass man zum Feiern keinen Himmel ohne Wolken braucht.
Nee, Mann, man braucht nur Tempelhof, Golden Pudel Club
Oh ja, das ist meine Stadt,
schön und abgefucked,
in dicke Klamotten eingepackt.
Hier labert mich keiner voll,
will keiner ein Autogramm.
woanders nennen sie sowas arrogant, hier nicht.
Hier kann man chillen, machen was man will.
Und da bei euch im Süden von der Elbe,
da ist das Leben nicht dasselbe.
Denn da im Süden von der Elbe,
da sind die Leute nicht dasselbe.
Ich sag‘ im Süden von der Elbe,
da sind die Menschen nicht dasselbe.
Denn da im Süden von der Elbe,
sind die Gedanken nicht dieselben.

Blog-Stochastik *

Blog-Stochastik *

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Folgenden Satz las ich gerade auf dieser Website:

In der Stochastik gibt P(X=k)=(nk)pkqnk bei einem ->Bernoulli-Experiment die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass man bei n unabhängigen Versuchen mit der jeweiligen Wahrscheinlichkeit p bzw. q = 1 – p genau k Treffer hat.

Beispiel:

Aus einer Urne mit 33 weißen und 67 schwarzen Kugeln werden 5 Kugeln nacheinander genommen und jeweils die Farbe notiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass unter den 5 gezogenen Kugeln genau 3 rote Kugeln sind ist:

P(X=3)=(53)0,3330,672=0,6132119316%

Nun ja, wenn nur schwarze und weiße Kugeln im Kasten sind, ist es doch überaus logisch, wenn man rote daraus hervorzieht. Klar, oder ?

Ebenso unterhaltsam ein Blick in meine Blogstatistik von 2016:

Leser aus 43 Ländern haben sich das Jahr über meine Schreibe angetan. Und zu 2/3 aller Aufrufe erfolgte über Suchmaschinen und nicht über den WordPress-Reader. Und die Suchanfragen hatten es in sich. Die zu lesen hat den Unterhaltungswert des Theaterstücks „Die Physiker“, in dessen Genuss ich letzte Woche kam. Darin ein Dialog, wo einer der Bewohner der Nervenheilanstalt unter Wortfindungsstörungen litt. Minutenlang suchte der Ärmste nach der Endung des Satzes: „Dann setzen wir ihn Schach matt„. Und während er sämtliche Spiele von Halma bis Skat durchexerzierte, verfiel sein Gesprächspartner immer mehr in nervöse Zuckungen. 

Dieses „es liegt mir auf der Zunge“, kennen wir wohl alle aus dem Alltag. Ob bei den Suchanfragen ebendieses Problem vorlag, darüber kann ich nur Vermutungen anstellen:

mann küsst auf zehenspitzen – gut, das ist jetzt nicht so abwegig bei meiner Heelomanie, wobei es auch ein Hocker tun würde 😉

pumps mit alkohol gefüllt bilder – also die Idee Eierlikör in Schokobecher zu füllen, finde ich noch sinnvoll. Aber wozu soll das denn gut sein ? *grübel*

bh vergessen und noch besser immer slipless – ehrlich, so gut kann Google mich gar nicht kennen 😀

sichtbare halterlose und halterlose zu hause – klar, auch beim Putzen immer aufgebrezelt, macht doch die Frau von heute so, oder?

onanieren – passt ja so gar nicht, schließlich besteh ich auf dem Ausdruck Ipsation

grüne bluse trottel – kann ich so gar nichts mit anfangen, da passt schon eher rattenhornchen

Neben dem Suchbegriff seelenfunkeln.com wurde mit gleich hoher Anzahl nach Lilith gesucht. Und mein Beitrag Lilith – Miststück und Schlampe ist der am meisten angeklickte Beitrag. Ich kann nur vermuten, dass hier noch eine Menge (Auf-)Klärungsbedarf besteht.

Spannend in die Suchbegriffe mal reinzuschauen, ist es allemal. Wenn Euch also Vermutungen zur grünen Bluse oder auch zu gehäkelten Schokoküssen einfallen: immer her damit.

*Stochastik = die Kunst des Vermutens

Der Weg eines Singles

Der Weg eines Singles

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Da fragt mich doch gerade erst Cheffe, wann denn das Buch mit meinen Dating-Stories erscheint. Über meine Schilderungen lacht er sich regelmäßig schlapp und wie man hier nachlesen kann, habe ich entweder das Talent besonders unterschiedliche Männer zu daten oder einfach nur eine gute Beobachtungsgabe. Ich hoffe auf letzteres. Momentan komme ich auf mindestens 1 Date pro Woche, nette Abende, die mittlerweile den Unterhaltungswert eines Kinofilms besitzen. Genau, es macht einfach Spass und ist längst nicht mehr darauf ausgelegt, „Das Spiel“ zu spielen. Sicher ist da im Hinterkopf die Intention, einen neuen Lebensabschnittsgefährten zu finden, aber wenn es nicht passt, dann eben nicht.

Ich bin mittlerweile an dem Punkt angekommen, dass ich mein Singleleben nicht um jeden Preis aufgeben werde. Man mag mich für anspruchsvoll halten, bei den wirklich genauen Vorstellungen, die ich habe. Alter und Größe müssen stimmen, zu mir passen, ebenso wie Lebenseinstellungen, Ausdrucksweise und sexuelle Vorstellungen. Und dann sind da noch so elementare Sachen wie das Aussehen, der Geruch und das Gefühl. Nein, ich werde keine Kompromisse eingehen, bin ja schon immer extremistisch veranlagt, die Lieblings-Schwestern wissen das. Nennen es Sturheit. Ich weiß einfach, was ich will – im Gegensatz zu vielen anderen Frauen da draußen. Trotzdem war es bis hierhin ein langer Weg. Und den zeig ich Euch mal als musikalischen Roadtrip:

Zuerst der Entzug

 

Dann das Jammertal

 

Sich selbst neu entdecken

 

Und der Versuch, mit dem Teufel in mir zu tanzen

 

…natürlich immer mal wieder kurze Anfälle/Rückfälle in nostalgische Phasen

 

Und dann kam der Wendepunkt – ich genoss das Alleinsein mit der Erkenntnis:

 

…mit Freundinnen die Zeit zu genießen und einfach zu schauen, was kommt

 

Also genießt das Leben mit all seinen Facetten, seid offen, authentisch, nehmt Euch, was Ihr braucht und vor allem:

Werdet Euch klar darüber, was Ihr wollt! ❤

Und wir machen es doch den Vögeln nach ;-)

Und wir machen es doch den Vögeln nach ;-)

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Im englischen und französischen Volksglauben ist der 14. Februar seit Ewigkeiten mit der beginnenden Vogelbalz verbunden. Der englische Dichter Geoffrey Chaucer schrieb dazu im 14. Jahrhundert – also im Zeitalter des aussterbenden Minnegesangs, der die Grundlage für unsere romantische Vorstellung von Partnerschaft bildet: „For this was sent on Seynt Valentyne’s day, whan every fowl cometh ther to choose his mate.“ – muss man nicht übersetzen, oder?

…und von der Paarung der Vögel ist es ja nun wirklich kein großer Schritt zu den Ritualen der menschlichen Spezies: Blumen, Geschenke, Gutscheine für Tanzkurse und Liebesbriefe 😉

Apropos Tanzkurse – schaut Euch das Video bis zum Schluß an:

Die Vogelhochzeit

Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde. (Refrain: Fiderallala, Fiderallala, Fiderallalalala)
Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute.
Der Sperber, der Sperber, der war der Hochzeitswerber.
Der Stare, der Stare, der flocht der Braut die Haare.
Die Gänse und die Anten, die war’n die Musikanten.
Der Spatz, der kocht das Hochzeitsmahl, verzehrt die schönsten Bissen all.
Der Uhu, der Uhu, der bringt der Braut die Hochzeitsschuh’.
Der Kuckuck schreit, der Kuckuck schreit, er bringt der Braut das Hochzeitskleid.
Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz, der bracht’ der Braut den Hochzeitskranz.
Der Sperling, der Sperling, der bringt der Braut den Trauring.
Die Taube, die Taube, die bringt der Braut die Haube.
Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf.
Die Lerche, die Lerche, die führt die Braut zur Kerche.
Brautmutter war die Eule, nahm Abschied mit Geheule.
Der Auerhahn, der Auerhahn, der war der stolze Herr Kaplan.
Die Meise, die Meise, die singt das Kyrie leise.
Die Puten, die Puten, die machten breite Schnuten.
Der Pfau mit seinem bunten Schwanz macht mit der Braut den ersten Tanz.
Die Schnepfe, die Schnepfe, setzt auf den Tisch die Näpfe.
Die Finken, die Finken, die gaben der Braut zu trinken.
Der lange Specht, der lange Specht, der macht der Braut das Bett zurecht.
Das Drosselein, das Drosselein, das führt die Braut ins Kämmerlein.
Der Uhu, der Uhu der macht die Fensterläden zu
Der Hahn, der krähet: „Gute Nacht“, nun wird die Kammer zugemacht.
Die Vogelhochzeit ist nun aus, die Vögel fliegen all’ nach Haus.
Das Käuzchen bläst die Lichter aus und alle ziehn vergnügt nach Haus.

Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Valentinstag

mit den Menschen, die Ihr liebt

❤ ❤ ❤