„Brauchen Sie noch etwas fürs Osterfeuer?“

„Brauchen Sie noch etwas fürs Osterfeuer?“

Das Projekt 12 Monate – und mein Schreibtisch *Monat 2* ruft. Den Anfang findet Ihr hier – das Schockfoto 😉 . Danke an Zeilenende  (und Rita fürs Erinnern ❤ )

„Brauchen Sie noch etwas fürs Osterfeuer?“,

Diesen Satz las ich gerade auf eBay-Kleinanzeigen beim Aufschieben dieses Blogartikels. Den ich mir sparen könnte, wenn ich den eigentlich gemeinten Darsteller des heutigen Tages auf dieselbe Art und Weise entsorgen würde 😉 , nicht wahr mein lieber Micke. Unsere Beziehung quält sich auch nach einem Monat noch mit Altlasten. Aber Besserung ist definitiv in Sicht. Ich lasse ihm etwas Luft zum Atmen. Auf meine Gesellschaft muss er trotzdem noch ein wenig verzichten, Mdm. Couch ist definitiv einladender und gemütlicher. Vielleicht hilft ein ordentlicher Schreibtischstuhl? Also hier isser, der Micke:

IMG_3972

Ich geh dann mal den Inhalt des Papierkorbes entsorgen. Und wenn Ihr an einem der wunderbaren privaten oder öffentlichen Osterfeuer teilnehmt, denkt immer daran: „Mind the Gap!“ 😉

IMG_3973
Osterfeuer-Generalprobe und Angrillen – liebe Grüße und ein Danke ans Tantchen für die tollen Fotos ❤
Advertisements
Meinungsfreiheit

Meinungsfreiheit

An den letzten 2 Tagen hat sich auf dem Hof ein Schaf (ich vermute, es war jedesmal dasselbe) durch eine Lücke im Zaun des Geheges gezwängt. Hat die anderen Schafe nicht sonderlich interessiert. Keines wollte hinterher. War ja alles perfekt im Gehege, genug zu fressen, Sonne von oben, viele Besucherkinder, die Futter zuwarfen und Hofmitarbeiter, die man anblöken konnte. Ach ja und Abwechslung hatten die Schafe auch, ein frisches Lamm und das ganz in schwarz von einer weißen Mutter! Also wenn das nicht genug Gesprächsstoff lieferte 😉 . Für die Kinder war das Lämmchen natürlich auch das Highlight. Nur ein paar machten sich Sorgen ob des ausgebrochenen Schafes und gaben uns darüber bescheid. Wir haben sie beruhigt. Schafe sind Herdentiere und entfernen sich nicht von ihrer Herde. Es würde sich bis abends gedulden müssen, bis alle Besucher den Hof verlassen haben und dann ganz einfach wieder eingefangen und zurück ins Gehege gesetzt werden.
sheep-1767171_640
Mit 17 wurde ich damit ausgezeichnet, an einem großen Jugendtreffen in Berlin teilnehmen zu dürfen. In einem Riesenzug von Blauhemden zogen wir an der Tribüne vorbei, von der uns die damaligen Regierungsvertreter huldvoll grüßten. Erich war auch dabei. Bei seinem Anblick und der späteren Ansprache lief es mir kalt den Rücken runter, denn die Bilder, die damals in jedem unserer Klassenräume hingen, zeigten ihn mindestens 30 Jahre jünger. Aber das war ja schon soooo ein alter Knacker! (Nicht im Sinne von knackig, eher sehr gebrechlich) Und der sollte Chef der Republik sein und uns in eine bessere Zukunft führen? Das machte mir ein sehr komisches Bauchgefühl. Dann wollten wir uns am Abend noch eine kleinere Veranstaltung ansehen, für die man eigentlich spezielle Einladungen brauchte. Nur außer uns hatten anscheinend hunderte anderer Jugendlicher dieselbe Idee dort ohne Einladung zu erscheinen, einfach aus Neugierde. Die Ordnungsorgane hatten aber alles abgesperrt und zur Sicherheit (wessen auch immer) Schupos mit Maschinengewehren postiert. Aber was sind schon vorgartenhohe Absperrzäune und ein paar Schupos gegen Massen von Jugendlichen? Doch, ja, wir hatten ein mulmiges Gefühl, sehr sogar. Trotzdem rannten wir einfach drauflos. Hat funktioniert. Ich weiß nicht mal mehr, was denn jetzt eigentlich auf der Veranstaltung so besonders war, nur dass ich nach meiner Rückkehr systemskeptischer war als vorher.
Danach verbrachte ich einen wunderbaren Sommer voller Sehnsucht und Flausen im Kopf, im Schwimmbad und beim Taschengeld verdienen. Einen schlechten Küsser und viel Sonne gab es im besagten Sommer auch noch. Ich sah mir aber die Nachrichten genauer an: die aktuelle Kamera UND das „Westfernsehen“. Las das Neue Leben (Jugendmagazin der DDR) und die Bravos, die ich bei ner Freundin in die Finger kriegte. Kaum ging mein letztes Jahr am Gymnasium wieder los, änderte sich nicht nur mein Studienwunsch – weg vom Lehrer hin zur Außenwirtschaft – ich besuchte auch noch regelmäßig die Veranstaltungen des Neuen Forums. Ich wollte mehr wissen, umfassender informiert sein. Nicht das nachkauen, was mir vorgespeichelt wurde.
Und mit einem Mal war die Mauer auf.
Wie es weitergeht, wußte niemand. Es überwogen Hoffnung und Freude. Vor allem die Hoffnung darauf, selbstbestimmt zu leben, zu reisen und offen seine Meinung äußern zu können.
Lange Zeit hatte ich erst einmal damit zu tun, all die neuen Eindrücke zu verarbeiten, die ungewohnte Technik und Kultur kennenzulernen und so schnell wie möglich eigenes Geld zu verdienen. Ans Studium habe ich einige Zeit noch wehmütig gedacht, aber gewohnte neuronale Programmierungen läßt man nicht einfach hinter sich. Und ein Studium konnten sich, laut meinen Informationen, nur die ganz Reichen leisten. Nach und nach integrierte ich mich, wurde ein Teil dieser Gesellschaft. Sowas passiert am besten durch Anpassung. Und ich merkte, dass es auch in dieser Gesellschaft ratsam ist, aufzupassen, was man sagt. Rechtzeitig den Mund zu halten. Und schon gar nicht, die Hand zu beissen, die einen füttert. Was mich schon früh zu der Aussage veranlasste, dass die Leute im Westen die Mauer wahrscheinlich nie zu Fall gebracht hätten, weil sie ja schlimmer als Schafe seien. Weil sie mehr abgelenkt sind und mehr angebliche Freiheit genießen. Aber Freiheit heißt nicht, reisen zu können, wohin man möchte oder wann immer einem danach ist, Bananen zu konsumieren. Freiheit ist die Freiheit der anders Denkenden. Denn Freiheit beginnt im Kopf. In dem, was man konsumiert an Informationen.
Während ich mir früher durch die 2 unterschiedlichen Nachrichtendarstellungen in Ost und West eine eigene Meinung bilden konnte, stoße ich momentan nur auf eine Informationsgleichschaltung von TV und Print. Diese kommt eher einer Sensationsgleichschaltung nahe. Öffentlich-rechtliche und private bringen meist sogar dasselbe Bild- und Videomateriel. Warum? Um uns nicht zu verwirren? Oder um neuronale (eingleisige) Autobahnen zu legen? Gleiche Information und gleiches Denken für alle ! Vor allem Informationen, die die Angst in den Köpfen schüren, denn Angst zu haben ist einfach. Sie zu erzeugen auch. Weil der Mensch Sicherheit will. Ein schönes Gehege, Sonne, Futter und was zum Tratschen – wie die Schafe.
Glücklicherweise gibt es immer mehr Ausnahmen. Und das Internet. An alternative Informationen zu kommen wird einfacher. Ich habe gemerkt, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen, gerade wenn öffentliche Medien eine Information/Informationssendung oder -seite als Verschwörungstheorie titulieren. Das Wort wird anscheinend immer dann verwendet, wenn die eigenen Argumente ausgehen. Als Totschlagargument (medialer Kugelhagel), weil dagegen niemand den Widerspruch wagt. Ich hab was gegen eingleisiges Denken und Zensur und handle damit sogar verfassungskonform – siehe unten. Und ich bin dankbar, dass es zum Beispiel Leute wie Ken Jebsen mit KenFM oder die Internetseite yoice.net/ mit youtube-Kanal gibt. Also nutzt an diesem sonnigen Sonntag das schöne Wetter und Euren Geist.

Musikalische Untermalung hab ich da auch noch. Rap ist eigentlich nicht so meins, aber hört den Song 3-4mal, dann geht der wirklich ins Ohr:
Mit dem schwarzen Schaf beschäftige ich mich dann am nächsten Sonntag.
Deutsche Verfassung Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Fashion-Highlights für Katze und Halter

Fashion-Highlights für Katze und Halter

Sdrastwutje und challo !

Vor 2 Jahren verließ icch Rrrussland und chabe eine laaange Zeit damit zugebracht, deutsche Strassen und die Menschen darauf von meinem Fenster aus zu beobachten. Es war ein gutes Leben, ein ruhiges Leben, bis icch dann mit einem Mal in eine Kiste kam und kurze Zeit später direkt vor dieser Kiste diese chalbe Portion von Katze, die sie hier Alice oder Flusefuuussel nennen, den diicken Igorrr gemacht chat.  Und damit war das ruhige Leben vorbei für mich. Potschemu? Icch mußte micch um die Erziehung dieses kleinen infantilen Monsterrs kümmerrn. Koneschno, kein Benehmen chat sie gelernt. Statt hoch und sanft *Miau* , gurrt sie wie eine Taube. Und ihre Vorderpfooten setzt sie nie wie eine ächte russische Ballerina (also icch) leicht nacch außen zeigend. Sie schläägt niccht vornehm die Pfoten übereinander, wenn sie die Couch verziert. Es ist eine Schande. Bei soviel Frust chab ich doch wirklich 100 g zugenommen. Zum Glüück sieht man mir das nicht an. Aber ihr chättet micch mal früher sehen sollen. Icch war ein berühmtes Katzenmodell und posen kann icch immer nocch.

IMG_3757

…und auch in der Nahaufnahme keeiiine einzige Falte!

IMG_3755

Aber Ihrr kennt das siccher, wenn man aus der Schönheitsbranche kommt, ist es seeehr schwär, davon loszukommen. Da chabe ich eine Idee,…so grandios, umwerfend, einfach wundervoll ! Icch konnte ja schon beobachten, dass Gassigeher ihre Hunde in Mäntel hüllen (wofür auch immer das bei diesen stiiiinkenden Vieccchern gut sein soll). Aberr, es gibt ja Katzen, deren Fell niccht so schön geraten ist wie meines. Nur Flusen wie bei Alice oder ckranke Katzen, die Fell verlieren…nun ja oder sie sind einfacch chäßlich. Davon kann man doch ablänken, die Problämzonen kaschiiieren sozusagen.

Mit dem Cat-Body

Der Cat-Body ist unisex, also seid Ihr iiiimmer gut angezogen, liebe Katzen. Das Material ist wunderbar weich, schmiegt sich an Euren Körper, hält warm und kann zudem noch auffällig und originell beschriftet werden. Die elaaastischen Büündchen jeweils an den Beingelenken bieten ooptimale Bewegungsfreicheit. Und ein kleiner Tipp für faule Katzen: die Ganzkörrrper-Abschleck-Orrrgie ist Geschiiiichte! Endlich mehr Zeit für die wirrrrklich wiiichtigen Dinge im Leben einer Katze. Alice präsentiert Euch das gern:

FullSizeRender (12)

Und sie bestätigt, dass sie damit sogar problemlos …nun jaaaa, ihr wiiißt schon, dahin gehen kann, wo es riiiiecht. Sie findet ihren Body ziiiiemlich cool. Jetzt müssen wir die Zweibeiner chier nur noch dazu briiingen, näcchstes Jahr Faaasching zu feiern. Icch bin nämlich scharf auf das coole Hai-Kostüm, NJET, niccht wegen meines Gewicchtes !

3885638_orig
Gibts unter http://www.miaustore.com

Und wer seine Katze wiiiirklicch liebt, der bestellt sich Licky brush, Da, Koneschna ! Kennt Ihr niccht? Trinkt erst 4 oder 5 Wodka, bevor Ihr das Video schaut. Na sdarowje!

Und niccht vergessen, Katzen herrschten schon, als die Zweibeiner noch auf allen Vieren liefen! Solltet Ihr jemals daran zweifeln, folgender Satz stand in einem ägyyyptischen Totenbuch:

„Ich bin der große Kater, der am Platz der Wahrheit ist, aus dem das Licht erstrahlt.“

…trifft auf uuns Katzen selbstverstäändlich äbenso zu 😉

 

Sdrastwutje = Hallo

Potschemu = Warum

Koneschno = natürlich

Njet = Nein

Da = Ja

Na sdarowje … na das wisst Ihr selbst 😉

 

Eines Tages werde ich…

Eines Tages werde ich…

Und heute noch einmal derselbe Post, wie vor einem Jahr. Weil er noch genauso aktuell ist – und sich nicht viel verändert hat ! Nur der Autokonzern mit dem Stern (Ihr wißt schon, unten bezeichneter Klassiker) hat sein Video von der Unternehmensseite genommen.

seelenfunkeln

so heißt die Videosequenz, die Google zum heutigen Weltfrauentag produziert hat. Frauen aus aller Welt kommen darin zu Wort und beschreiben, was sie eines Tages gern tun oder sein wollen. Viel ist darin von tollen Jobs die Rede und ich stoße als nächstes auf den Artikel, in dem unser Bundespräsident die Gleichberechtigung von Frauen fordert. Und wißt Ihr was ?

Mir wird speiübel !

Als Clara Zetkin damals begann, für die Rechte der Frauen zu kämpfen, stand Emanzipation für die lateinische Bedeutung des Wortes emancipatio, was soviel bedeutet, wie „Entlassung aus der väterlichen Gewalt“ oder „Freilassung eines Sklaven“. In den Anfängen der Frauenbewegung ging es vor allem um die Erlangung der Bürgerrechte für Frauen, also um das Wahlrecht, das Recht auf Bildung, das Recht auf Privateigentum und Erwerbsarbeit. Und auch die Frauenbewegung der Nachkriegszeit, die sich durch die Studentenunruhen und Betty Friedans Buch als Massenbewegung in Gang setzte, kritisierte vor allem das festgefügte…

Ursprünglichen Post anzeigen 783 weitere Wörter

Weltfrieden, Frühschoppen und FSK 18

Weltfrieden, Frühschoppen und FSK 18

sexy-2069708_640

Eine meiner herausstechendsten Eigenschaften ist Neugierde, auch im zwischenmenschlichen körperlichen Bereich. Meinen eigenen Körper kenne ich sehr gut und mag ihn so, wie er ist, Scham = Fehlanzeige. Ich mag Wäsche, die vielleicht nicht jeder im Schrank hat – nein billig aussehendes von O..n ist nicht dabei. Und ich komme viel zuwenig in den Genuss, das auch zu zeigen: die Wäsche natürlich 😉 . Meine Freundin hat leider schon als Kind nicht die positiven Erfahrungen machen dürfen, die mein Körpergefühl geprägt haben. Während ich mit 7 nackt am FKK-Strand spielte, machte sie ihre allererste Diät. Die katholische Mädchenschule, die sie besuchte, trug sicher ebenfalls nicht dazu bei, ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Und so kann sie als Mittvierzigerin auf eine lange Diät-Karriere zurückblicken und lernt erst seit kurzem, ihren Körper zu nehmen, wie er ist und sich um Bedürfnisse zu kümmern.

So habe ich mich dann vor kurzem als Einkaufsberater für einen Reeperbahn-Bummel zur Verfügung gestellt. Schöne Wäsche und…ein Vibrator. Das kleine handliche Etwas im Karton war leider nur unzureichend auf der Verpackung beschrieben, und so marschierte ich damit zur Kasse und sprach die Verkäufer dort daraufhin an: „Sagen Sie, würden Sie diesen Vib Anfängern empfehlen?“. Komisch, die 2 Herren traten noch ein Stück weiter in den Hintergrund (fehlendes Fachwissen vermute ich). Dafür antwortete mir die junge Verkäuferin: „Also Anfängervibratoren haben wir nicht, gibt es auch gar nicht. Aber darf ich Ihnen diesen einmal auspacken und Sie testen ihn?“ *grins* Hab ich, in der Hand natürlich. Und während ich als Einkaufsberater mir nicht anmerken ließ, dass das gute Stück nicht für mich bestimmt war, besah sich besagte Freundin das ganze Szenario skeptisch mit etwas Abstand.

Dass genau diese Freundin mich keine 2 Wochen später kontaktierte, um mir einen netten Sonntag im Swingerclub vorzuschlagen, erklärt eigentlich nur ein enormer Entwicklungssprung. Nein, nicht durch den Vib, der liegt meines Wissens noch im Karton…

Eine vorherige Reservierung war Voraussetzung, damit die Gastgeber das Buffet entsprechend planen konnten. Und so schlugen wir 2 ungleichen Mädels an einem verregneten Sonntag die Türglocke einer grundsätzlich abgeschlossenen Eingangstür. Auf FSK 18 wird hier nämlich extrem geachtet. Fast zeitgleich mit uns kamen noch ca. 120 weitere ausgewählte Gäste. Also klein und kuschelig 😉 . Denn auf eine gute Mischung von Paaren, sowie alleinstehende Damen und Herren ist Voraussetzung, damit sich alle wohlfühlen.

Wir warfen uns nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch die Gastgeber in einer viel zu kleinen Unisex-Umkleide in unsere heißen Fumm… äh, Klamotten und genehmigten uns die erste Latte des Tages. Wer jetzt grinsen mußte – zu Recht – ich habe das gefühlt allererste Mal einen Latte Macchiato bestellt. Nur „Eine Latte, bitte“ zu bestellen, gelang mir nicht. Ja, auch ich habe irgendwo Grenzen 😉 . So ganz in Ruhe in einem Swingerclub sitzen, eine Latte zu genießen und Leute beobachten – besser kann ein Sonntag nicht starten. Und was für Menschen wir sahen: große, kleine, schwarze, blasse, sehr schlanke und wirklich dicke, im chicen Dress, im Anzug, in Faschingskleidung (Wer findet Männer im Clownkostüm sexy ??? ), aber auch dem schlimmsten Netzfummel – es war alles vertreten. Und dazu eine familiäre und angenehme Stimmung.

Nachdem wir uns eine Stärkung am Buffet und einen gutaussehenden Stammgast als Tischbegleiter für die Konversation gegönnt hatten, bekamen wir eine Führung durch das Raum- und Wellnessangebot des Clubs. Die Bar als den zentralen Treffpunkt, die den Nichtraucherraum von der ebenso großen Raucherlounge abtrennt, hatten wir ja schon kennengelernt. Allein hätte ich mich verlaufen, denn es gab jede Menge Räume zum Spielen, eine Sauna, einen Massageraum incl. Masseur, einen Außenwhirlpool und Duschen. Und überall standen Regale mit schneeweißen Handtüchern, sowie in Duschen und Toiletten auch Hygieneartikel, Deo und Haarspray.

Die Spielräume bedürfen an dieser Stelle einer kleinen Erläuterung. Natürlich dürfte man sich auch an der Bar vergnügen, tut es aber nicht, sondern sucht den Raum seiner Wahl – oder eben eine freie Stelle „auf der Matte“. Vom SM-Raum mit Gyn-Stuhl, Andreas-Kreuz und vielen weiteren Nigglichkeiten, bis zum STOP-Raum oder der Hundehütte (ein Raum mit großer Leder-Liegefläche und fensterartigen Öffnungen, sowie mehrere kleine und noch ein großer Raum bleiben keine Wünsche offen: alles ist absolut sauber, angenehm ausgeleuchtet und Kondome stehen überall bereit. Und so vergnügt sich eben jeder der 35 bis 75jährigen auf seine Art und Weise. Das Anbandeln geschieht an der Bar oder im Pool, man unterhält sich nett und dann kann alles passieren, aber nichts muss. Denn ein „Nein“ wird hier strikt befolgt. Und so kommen z.B. die einen als Paar, lassen sich von der Stimmung aufheizen und nutzen den STOPP-Raum nur für sich alleine, andere schauen gern zu oder lassen zuschauen. Viele kennen sich, sind schon lange dabei und der Sex steht längst nicht mehr im Mittelpunkt. Für andere gehts ums Ausprobieren, Neues kennenlernen und Fantasien auszuleben. Und ich habe mir sagen lassen, dass viele Paare, nach so einem Besuch zuhause angekommen, nicht satt sind. Dann widmen sich die meisten noch einmal intensiv einander, weil Sex eben doch mehr als nur auf körperlicher Ebene stattfindet.

Beim Wort Swingerclub hat sicher der ein oder andere Bilder im Kopf, aber diese entsprechen partout nicht der Realität. Denn vor allem herrscht hier eine gegenseitige Toleranz, die ich so noch nie gespürt habe. Oder wie meine Freundin formulierte: “ Wenn jeder Mensch einmal im Monat in so einen Club gehen würde, wäre er nicht nur entspannter, er hätte auch ne Menge für den Weltfrieden getan!“ Zum Weltfrieden trug sicher auch das jeweils zum Mittag und Nachmittag neu bestückte Buffet und überhaupt die Preisgestaltung bei. Sämtliche Getränke sowie Buffet, Sauna, Whirlpool, Handtuch- und Toilettenartikelnutzung waren im Preis inbegriffen. Damen ohne Anhang sind pro Person mit 15,- Euro dabei. Herren zahlen einiges mehr. Paare haben so einen Mittelpreis von 45,- Euro. Hier wird nämlich nicht gleichgemacht, was unterschiedlich ist und trotzdem wird jeder Unterschied respektiert. Nach einem Besuch mit soviel verschiedenen Körpern konfontiert, hat dann hoffentlich auch die Letzte begriffen, dass Scham im Zusammenhang mit dem eigenen Körper nichts zu suchen hat. Und dass es für jede Figur entsprechende Liebhaber (ja, eindeutig zweideutig gemeint!) gibt.

Und so haben wir Club-Neulinge ca. 7 Stunden die freundliche und aufgeschlossene Atmosphäre genossen, viel gelacht und gequatscht, gegessen und (nicht nur Latte) getrunken, sauniert, uns amüsiert und Eine von uns hat auch Zeit und Berührungen auf der Matte genossen. Wer? Das bleibt mein Geheimnis. Aber eines kann ich verraten: wir waren nicht zum letzten Mal zu Besuch. Also, nehmt das Leben locker und traut Euch.

chilli-1437775_640

Es kann nur Einen geben !

Es kann nur Einen geben !

frog-1315991_640

Ich prokrastiniere gerade, schiebe das Thema vor mir her. Dabei hat es wirklich WIRKLICH Priorität – die Absolute. Heute zum Beispiel, habe ich meinen Balkon frühlingsfit gemacht. Ja, ist auch wichtig. Schließlich will ich meinen Morgenkaffee nicht zwischen Gammelmöhren (mir war entfallen, dass ich einen Schwung dort gelagert hatte), trockenem Laub und Säcken mit Blumenerde zu mir nehmen. Sogar die Balkonkästen hab ich bepflanzt. Entspannt ja auch, so in Erde zu wühlen (kommt auch immer drauf an, wen man da gerade vergräbt 😉 ). Und die Tulpen sprießen auch schon heftig in die Höhe…

Ach ja und noch woanders sprießt es viel, viel zuviel. Und das erzeugt Frust. Schließlich hab ich die Verhältnisse gern geordnet. Muss wissen, wo mein Platz ist. Weil das Sicherheit gibt. Und ich weiß, dass ich das brauche, um mich wohlzufühlen. Ich scheue mich nur, dieses heiße Eisen anzupacken. Das ist Arbeit, richtig viel – und dann auch noch Kontinuität reinbringen! Mal alles auf den Tisch zu packen, sich das anzusehen und Entscheidungen zu treffen – immer wieder, um vorwärtszukommen. Ich glaub, ich mach das jetzt. Andere Blogger sind da wirklich Vorreiter. Ich freu mich bei der Aktion schon auf Bäume, Füße und Fensterblicke über Dächer…und bei mir ists eben Micke.

Inspiriert durch Zeilenende werde ich ebenfalls bei der Aktion über 1 Jahr mit dabei sein. Ich und die Beziehung zu meinem Schreibtisch. Den ich auch in diesem Moment ignoriere. Micke, wir müssen reden. So geht das nicht weiter. Ständig weiche ich auf den Wohnzimmertisch aus, weil auf Dir einfach kein Platz ist. Lauter Blätter-HotSpots, die immer wieder in die Höhe sprießen, der alte Lappi, auf dem Daten gesichert werden müßten… Und gestern gerade hab ich ewig Zeit mit Suchen verschwendet, weil ich zu 100% davon überzeugt war, bestimmte Unterlagen in Deine Obhut gegeben zu haben. Also Du Genie, wir müssen uns um Dein Chaos kümmern. Und uns danach überlegen, wie Du eine verführerische Note erhältst. Damit ich gern und nur Dich nutze und benutze 😉 . Und jeden Monat stehst Du hier im Mittelpunkt, Du schwedischer Sturkopf. Jeden Monat ein neues Schreibtisch-Selfie. Denn es kann nur Einen Funktionsbereich Arbeit in einer kleinen Wohnung geben.

Hier also Micke am 28.02.2017:

schreibtisch