Zuviel Information

Zuviel Information

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Das Wassermann-Zeitalter ist ein Informationszeitalter. Wir erleben unsere Welt vom eigenen Bewußtsein erschaffen und entfernen uns immer mehr von der Realität des Planeten, den wir bewohnen. Natürliche Vorgänge werden uns und erst recht unseren Nachkommen fremd. Da sich unsere Realität so sehr im Geiste abspielt, und das für jeden im eigenen Geist. Dadurch existieren viele verschiedene Parallelwelten. Gedanken sind aber sehr luftige und flexible Gesellen. Sie sind empfindsam und vor allem beeinflußbar. Natürlich freut es uns, wenn jemand mit uns einer Meinung ist. Dies ist jedoch nur auf eine gleiche Schnittmenge zurückzuführen. Wenn das Gegenüber jedoch eine andere Meinung vertritt, so ist diese nicht besser oder schlechter als die unsere, oder womöglich sogar richtiger oder im schlimmsten Fall falsch, sondern absolut gleichberechtigt neben unserer eigenen Meinung. Aber:

Ich bin nicht meine Gedanken.

Und dementsprechend bin ich auch nicht meine Gefühle. Denn Gefühle entstehen oft durch meine gedankliche Interpretation meiner Umwelt. Ohne unser Zutun denken wir heute um und bei 60.000 Gedanken. Viele davon haben wir gestern schon durchgekaut. Da ist unser Hochleistungsprozessor erstmal dankbar für alles, was da neu dazu kommt. So kommt uns auch die tägliche Nachrichtenschwemme über diverse Kanäle zunächst mehr als entgegen. Lenkt sie doch auch ab von den Dingen, mit denen wir uns nicht befassen wollen. Der Fernseher stellt nicht nur Kinder ruhig, auch wir Erwachsenen betäuben uns mit so mancher Sendung. Und auch, wer nur Nachrichten schaut, hat hinterher das gute Gefühl „Uns gehts doch gegen den Rest der Welt richtig gut.“ .

Können wir diesem GEDANKEN trauen? 

Später dann ein Blick in soziale Netzwerke, meist beobachten wir ja nur. Gucken, was der andere guckt 😉 Ah und geteilt hat er auch was. HAMMER, das muss ja wohl verbreitet werden! Und schwupps ists weiter geteilt. Hier dieselbe Frage:

Können wir DIESEM Gedanken trauen? 

Nach 2 Minuten haben wir unser Erstaunen und die Info selbst wieder vergessen, aber der HAMMER geht trotzdem viral. Weil wir mit unserer Art zu handeln nicht alleine sind. Zugegeben, es steckt eine Menge Potenzial in dieser neuen Art der Informationsverbreitung. WENN wir sie bewußt und aktiv nutzen. Ich mache hier explizit keine Unterschiede zwischen den Informationen, die die klassischen Medien verbreiten und Fake News. Weil ich keinen Unterschied sehe. Manipulativ sind beide. Ich muss nur auf das aktuelle Cover des Stern schauen, um zu sehen, welche Sau gerade durchs Dorf getrieben wird:

Bildergebnis für stern cover aktuell Sterncover

Objektive Berichterstattung, wie ich mir sie wünschen würde, geht anders. Geht aber nicht, weil diese Presse Teil eines größeren Ganzen ist, das andere Interessen hat. Vor allem geht es darum, uns aufgrund der Vielzahl der Informationen zu verwirren. Damit niemand mehr weiß, was denn eigentlich gerade wahr voder unwahr ist und in Schockstarre verharrt. Pluralistische Ignoranz nennt man dieses Phänomen und es führt dazu, dass jeder schaut, wie den der Nachbar reagiert. Der reagiert auch nicht und schaut nur.  Bis IRGENDJEMAND reagiert, und das wird keiner der Nachbarn sein, sondern jemand, der genau weiß, was er tut. Und alle anderen, die bisher geschaut haben machen nach. Wird schon richtig sein, der Nachbar machts ja auch. Was werden wir damit?

Steuerbar, Beeinflußbar MANIPULIERBAR

Wie man sich davor schützen kann, hat Patrick in seinem Blogbeitrag über Fakenews aufgelistet. Ich finde, dass man diesen Filter für sämtliche News nutzen sollte. Und zusätzlich sein Bauchgefühl einsetzen sollte. Der Bauch ist nicht nur zum Nahrung verdauen oder als Kissenersatz da. Das Sonnengeflecht speichert all unsere Erfahrungen in Verbindung mit den jeweiligen Gefühlen, ist also der Konsens aus Erfahrungen, Gedanken und Emotionen und wird viel zu oft von uns mißachtet. Wie oft sagt man: „Hätte ich doch nur auf meinen Bauch gehört!“

Unser Bauch spiegelt uns das JETZT und ist unbestechlich.

Also lasst Euren Bauch die Information filtern und vertraut auf ihn. Ich weiß, dass ich nur wenige Daumen und noch weniger Kommentare für diesen Beitrag erhalten werde. Trotzdem sagt mir mein Bauch, dass es wichtig ist, darüber zu schreiben. Und ich weiß auch, dass es in Euren Bäuchen grummeln wird. Jeder braucht seine Zeit für die Verarbeitung neuer Informationen, gerade wenn sie verwirren. Deshalb hier nochmal Ken Jebsen in einem kurzen Video zum Informationswahnsinn.

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10 Gedanken zu “Zuviel Information

  1. Klasse Beitrag, Andrea. Ich vertrete die Meinung, dass es keine objektive Berichterstattung gibt. Es ist Widerspruch in sich. Vorsichtig war immer schon angeraten, nur heutztage ist es noch unübersichtlicher geworden. Ich vergleiche oft Beiträge über das gleiche Thema in verschiedenen Ländern. Grundlage sind meist eingesessene renommierte Zeitungen, da fühle ich mich sicher (er). Es ist wirklich unglaublich, wieviel Schrott verbreitet wird. LG Ann

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  2. Ich halt mich fern – von Fernsehn sowieso und von Presse auch sowieso – nachdem einmal in einer Zeitung, lang ist’s her und war auch nicht hierzulande – jedenfalls erschien ein Interview total falsch wieder gegeben… das eine Beispiel hat mir gereicht.
    Und auch im Blog… ich mach mein Ding… und ein paar andere les ich… aber alles schön zurückhaltend und damit fahr ich gut seit Jahren…
    Facebook? I refuse – zu schnell, zu hektisch
    DENN
    Alles was rein geht ist drin … im Kopf mein ich, Infos mein ich 😉
    Und welche Infos brauch ich wirklich?
    Wie das Wetter wird am Tag, ob ich nen Schirm mitnehmen muss, ja… dafür hör ich morgens um 6 einmal Radio-Nachrichten… und da krieg ich dann schon mit, ob mir schon ne Atom-Bombe auf den Kopf gefallen ist und ich das mal wieder nicht mitgekriegt hab oder so…
    Hör ich immer mal wieder von Leuten „Du kriegst ja wirklich gar nix mit“ … nur… dass ich meine, mehr mitzukriegen von dem, was um mich rum ist – von dem Menschen, der mir gegenüber steht…und ich hör noch das Zwitschern der Vögel und es haut mich immer wieder um, was es so alles überall zu gucken gibt … egal wo, egal was, Bäume oder Supermärkte… wenn man richtig hin guckt, müsste man eigentlich bei jedem Schritt erssma stehen bleiben und sich alles in Ruhe angucken 😉
    Hinterm Mond? nööö…. ich denk, ich steh ziemlich mitten drin im Leben 🙂
    und selbst wenn.. die andere Seite des Mondes wollt ich schon immer mal angucken 😉

    Alles Liebe ❤

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  3. Was wurde uns nicht alles versprochen für das Zeitalter des Wassermanns:
    Aquarius – Übersetzung aus dem Musical Hair (1967/68)

    Wenn der Mond im 7. Hause steht
    und Jupiter auf Mars zugeht
    herrscht Frieden unter den Planeten
    lenkt Liebe ihre Bahn

    Genau ab dann regiert die Erde der Wassermann
    regiert sie der Wassermann
    der Wassermann, der Wassermann!

    Harmonie und Recht und Klarheit
    Sympathie und Licht und Wahrheit
    niemand will die Freiheit knebeln
    niemand mehr den Geist umnebeln
    Mystik wird uns Einsicht schenken
    und der Mensch lernt wieder Denken dank dem Wassermann

    Wenn Saturn mit Venus tanzen geht
    und Orion sein Licht andreht
    herrscht Frieden unter den Planeten
    lenkt Liebe ihre Bahn

    Genau ab dann…
    Harmonie und Recht…
    Wenn der Mond…

    „der Mensch lernt wieder Denken dank dem Wassermann“, ist leider nicht. Du empfiehlst das Bauchgefühl, liebe Andrea. Die Unbelehrbaren, die bei Pegida mitrennen, trauen auch iihrem Bauchgefühl. Da ist Aufklärung doch besser. Das verlinkte Video ist ein Ansatz, wobei ich immer skeptisch bin, wenn einer etwas monokausal erklärt. „Die Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie“ (Frank Zappa) blendet aus, dass Politik auch unser Zusammenleben gestaltet. Aber im Ansatz erklärt es einiges, worüber man so bei sich den Kopf schüttelt.
    Viele Grüße,
    Jules

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  4. Guuuut! Richtig gut und bei Patrick bzw. dem Beitrag muss ich gleich mal genauer hinsehen. 😉
    Ich muss als HSP ohnehin aufpassen, was, wo und wieviel ich mir an Informationen antue. Denn ich kann nicht so schnell schreiben, wie ich denke und verarbeite. 😂
    Den Ken muss ich leider aussparen, wegen des Datenvolumens.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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