Gracia Cantate

Gracia Cantate

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In Erde wühlen erdet 😉 . Selbst wenn man nur seinen Balkon neu bepflanzt. Dabei schweifen die Gedanken, der Erdgeruch wirkt beruhigend und die fertigen Kästen mit den lila Blüten machen mich zufrieden. Ich muss das nicht machen, weil die Nachbarn sonst gucken, ich mach das für mich, weil mir eine lebendige Umgebung gut tut. Und obwohl ich mittendrin in der City wohne, ist heute alles wunderbar ruhig. Tief einatmend genieße ich die Sonnenstrahlen auf der Nase und den Wind, der sanft umher streift. Ich fühl mich vom Leben geküsst, verliebt im Herzen und seelengevögelt.

Das sah vor fast genau 3 Jahren anders aus. Ich war leer, wußte nicht mehr, wer ich bin und wo ich hin will. Wer sich als Hochsensibler jahrelang an seine Umwelt angepasst hat, um normal zu sein, kennt das Gefühl. Und dann kam die Wut, anscheinend ein Gefühl, das uns nicht verloren geht. Ich hab die Wut ausgelebt, egal ob ich ein Recht dazu hatte. Ich konnte in dem Moment nicht anders, um den Weg ins Leben zurück zu finden. Eine Zeitlang bekam ich sogar Angst vor der Wut, so übermächtig und vor allem unkontrollierbar erschien sie mir. Glücklicherweise hielt das Leben auf meinem Weg einen Atemkurs bereit. Und Atmen ist der Weg zurück ins Ich. Ich lernte, mich nicht in anderen wiederzufinden, sondern in mir selbst. Dazu war es wichtig, mich abzugrenzen und anzuerkennen, dass ich das darf. Auf der Suche nach mir stieß ich auf das Thema Hochsensibilität. Nach anfänglichem Zweifel: ICH eine Prinzessin auf der Erbse??? Never! und so einige Lektüre dazu später, folgte die Einsicht.

Als ich dann ein vages Schema von mir hatte, war es an der Zeit, mich zu zeigen und dieser Blog entstand. Die Fachliteratur wanderte ins Bücherregal und der Blog und später das real Life wurden meine Sparringspartner. Mich selbst und meinen Platz zu finden war ein Kampf. Eine gute Freundin beschrieb es so, dass ich Menschen nicht vertraute, sie als gefährlich ansah. Weil ich mir selbst nicht vertraute und dem Leben schonmal gar nicht. Trotzdem sprang ich immer wieder und landete genauso oft im Dreck. Aber ich lernte. Vor allem für mich zu sorgen, mich immer wieder zu fragen:

Was genau tut mir jetzt gerade gut?

Die letzten Jahre waren ein einziger Crashkurs:

  • für meinen Körper, der mir immer wieder anzeigte, wann genau es ihm gut ging und was für Auswirkungen eine unbewußte Lebensweise auf mich hat (bewußt zu sagen:“Scheiss drauf!“ ist damit nicht gemeint.),
  • für meinen Geist und meine Gefühle, die immer wieder sondieren durften, weil sie sich bei bestimmten Bemerkungen getriggert gefühlt haben,
  • meine Seele, die zwar nach Verschmelzung strebt, aber nicht um jeden Preis.

Hochsensibilität findet auf allen Ebenen statt! 

Die letzten Lektionen gingen dann noch so richtig ins Eingemachte:

  • Fallen lassen und aufgefangen werden
  • Vertrauen nicht nur in mich sondern ins Leben, die Existenz von etwas Höherem
  • nicht nur geben, auch annehmen
  • um Hilfe bitten
  • zuerst meine Bedürfnisse (und auch Ruhe gehört dazu!) zu befriedigen und mich dann um andere kümmern
  • zu beten, wenn man ganz unten ist
  • Leben geschehen zu lassen

Das kommt davon, wenn man alles vom Leben will und sich bereit erklärt hat, alles dafür zu geben 😉 . Ich weiß, dass ich immer wieder im Dreck landen werde, aber auch, wie ich da wieder raus komme und vor allem, DASS ich da rauskomme. Und es wird immer wieder Situationen voll Glücksgefühl geben, die nicht ewig halten und trotzdem werde ich sie voller Hingabe genießen. Auch wenn meine Hochs und Tiefs sehr ausgeprägt sind, gehören sie doch zu mir, und ich möchte sie nicht missen. Genauso wenig, wie ich die Menschen missen möchte, die mich in meinem Leben begleitet haben und begleiten. Jeder von ihnen lehrt mich etwas, regt etwas an. Und damit meine ich auch Euch, meine Leser und Kommentatoren. Ich danke Euch allen für die Aufmerksamkeit, die Ihr meinen Beiträgen widmet, die Impulse, die Ihr setzt und mich zum Nachdenken und Mitfühlen (und damit auch Abgrenzen) anregt.

Danke, dass es Euch gibt ❤

Danke für dieses Leben ❤

Danke, dass es Liebe gibt ❤

…wenn ich könnte, würde ich Euch alle gerade einfach umarmen!

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18 Gedanken zu “Gracia Cantate

        1. So blau kann ich gar nicht sein, als dass ich das nicht erkannt hätte. Wobei Dein Emoji-Einsatz Fehlinterpretationen freien Lauf lässt😉. Ich weiß Dich einigermaßen einzuschätzen, aber um Deine Verehrerinnen mach ich mir ernsthafte Sorgen 😎😂

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  1. Schön geschrieben Luna 🙂
    Wenn man weiß, wo in einem Das Glücksgefühl wohnen kann, fällt es bestimmt leichter wieder aufzustehen, den Dreck abzuklopfen und wieder auf den Weg zurück zu kommen.
    Und ob es ein Ziel gibt oder nicht ist jeder schöne Moment Gold wert.

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    1. Danke 😃. Ich glaube, dass eine wesentliche Voraussetzung zum Glücklichsein eine sehr kleine Mind-Behavior-Gap ist. Sich so zu akzeptieren, wie man ist, authentisch zu leben. Ich meine mich zu erinnern, einen dazu passenden Beitrag mal bei Dir gelesen zu haben 🤔.
      Und ich bin dafür, viele schöne Momente zu sammeln 🙋: Sternschnuppen sind soviel schöner als echte Brillies, wenn man sie mit der richtigen Person betrachtet.

      Gefällt 1 Person

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