Rollen

Rollen

Ich bin die EINE, nach der er sich heimlich verzehrt,

nächtelang sehnsuchtsvoll chattet, mich über alles begehrt.

Bin DIE, auf die Du neidisch schaust,

weil ich tue, was Du Dich nicht traust.

 
Ich zähme ihn nicht, lasse ihn sein,

will keinen Trauring oder Besitzerschein.

Mir reicht sein Herz auf unbestimmte Zeit
und sein Dank für Rausch und Verliebtheit.

 
Die EINE bin ich für ihn, DIE, die er will

und Dir gegenüber ist er über mich still.

Lässt sich bei mir über Dich- die Andere – aus,

während Du seine Wäsche machst und putzt das Haus.

 
Seine Fantasien, die lebt er mit mir,

die Kopfschmerzen hast Du dafür.

Zu mir ist er ehrlich und offen,

wertschätzt mich vor Glück besoffen.

 
Nach Eurem Streit sucht er Trost bei mir.

Der Sex wird grandios dafür.

Rosinen für mich,

der Rest für Dich.

 
Wenn Du nicht wärst,

dann gäbs mich nicht.

 
Irgendwann kommt sowieso die Zeit,

da er es fehlen lässt an Aufmerksamkeit.

Den Zeitpunkt gilt es abzupassen

und Ihn ganz sanft loszulassen.

 
Innerlich reuig kehrt er zu Dir zurück,

verflucht mich gedanklich als das Teufelsstück.

Schwört Dir – dem Engel – ewige Liebe,

bis ihn wieder überkommen die Triebe.

 
Und wieder wird es die EINE geben,

die Andere bleibst Du, das ganze Leben.

Advertisements
Großartig und Wundervoll

Großartig und Wundervoll

lifebelt-1458596_640

Ich bin groß und meist nicht artig. Und meist warte ich wie so viele andere Menschen auch auf das EINE Wunder in meinem mehr als vollen Leben. Ein Leben, das im Vergleich zum Universum, nur einen Wimpernschlag dauert. Zum Staunen bleibt oft keine Zeit und bewußt zu leben, häufig eine Illusion, weil ich mich in meinem eigens geschaffenen Hamsterrad befinde. Eines, das mir ein Mindestmaß an Sicherheit gibt, aber trotz allem nehme ich mir die Freiheit, meine Abläufe selbst bestimmen zu können. Direkt Einfluß zu nehmen, darauf, wie ich lebe, was und wer mir wichtig ist und in meinem Kosmos eine Rolle spielt. So dass mir immer ein wenig Raum zum Denken, Fühlen und zur Reflexion bleibt. Das ist wichtig, um Entscheidungen zu treffen, die auch mir nicht leicht fallen. Und eines bleibt immer: Hoffnung. Also genieße ich weiter die vielen kleinen Wunder des Lebens. ❤

 

Ein Wunder ist gerade der Hamburger Hochsommer *grinsbreit* . Den man für kein Geld der Welt kaufen kann *yeahhhh* !!!

Die andere Wange

Die andere Wange

demonstration-2477988_640

Wer im Vorfeld von G20 in Hamburg von Gewaltlosigkeit träumte, wurde eines Besseren belehrt. Von gewaltbereiten Demonstranten auf der einen Seite und eskalierenden Polizisten auf der anderen wird berichtet. Die Diskussion darüber, welche Medien denn nun objektiv Bericht erstatten und für welche Gruppe man denn nun mehr Verständnis hat, spaltet nicht nur uns Familienmitglieder sondern auch mich selbst innerlich.

Ich empfinde bitterliche Trauer angesichts dessen, was ein paar Kilometer entfernt, in der geliebten Stadt passiert. Wenn mir die letzten Tage Polizeikolonnen auf der Strasse begegneten, wurde ich wütend. Sicher habe ich mich nicht gefühlt. Die Clubkinder mit ihrer Global Goals Aktion „If they can’t hear us, we tweet a little bit louder“ in Zusammenarbeit mit Budni

machen mich stolz. Aber all die anderen Videos – egal aus welcher Quelle – über randalierende Demonstranten lassen mich Ohnmacht fühlen. Und so halte ich es wie viele andere auch: bin nur Beobachter, feige im Hintergrund, lasse andere ihre Haut  – für die absolut gerechtfertigten Proteste gegen die Politik – riskieren. Und mache das, was ich ganz gut kann: nachdenken, erstarren und „die Stellung halten“.

Wer sich auf Ghandi und seine gewaltfreie Philosophie in diesen Tagen beruft, liegt damit daneben. Ghandi hat nie dafür plädiert auch die andere Wange hinzuhalten. Auch seine Proteste endeten nicht unblutig. Der innerdeutsche Mauerfall – gern von der Politik als friedliche Revolution bezeichnet- war eine Übernahme. Die Zeichen der Zeit stehen schon lange auf Umbruch, nicht nur in der Finanzwelt. Und nicht nur in unserem Leistungs- und Konsumdenken.

Jeder von uns hat zur momentanen Situation seinen Beitrag geleistet. Ich mit meiner feigen Haltung – wie sicher viele andere auch, Polizisten (übrigens auch Menschen), die sich für solche Einsätze gegen das Volk mißbrauchen lassen, Die mit der extremen politischen Einstellung, weil sie niemand hört oder hören will, die Politiker, die Lobbyisten auf dem Spielbrett der Wirtschaft sind… Aber niemand kann oder will heraus aus seiner Haut, geschweige seiner Komfortzone.

Das System steuert auf den GAU zu und G20 ist nur ein kleines Dominosteinchen mehr bis zum Finale. Ich hab Angst. Um mich, um Hamburg und um alle da draußen. Und nicht nur ich, andere auch.

http://www.zeit.de/freitext/2017/07/06/g20-hamburg-demonstranten-ann-cotten/

Wie gut, dass es Musik gibt. Weil Musik Hoffnung ist ❤ ❤ ❤

Wir nehmen Fahrt auf – Augen zu und durch?

Wir nehmen Fahrt auf – Augen zu und durch?

Jetzt gab es schon erste Verletzte, wegen eines friedlichen Protestcamps. Und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass ES zunehmen wird. Schon jetzt stehen an vielen Kreuzungen meiner geliebten Stadt 3-4 Einsatzwagen der Polizei bereit. Auf der A24 war ich heute Richtung Berlin unterwegs und es kamen mir mehrere große Polizei-Konvois entgegen, 5 habe ich registriert. Kann auch sein, dass es mehr waren, schließlich erforderte meine Geschwindigkeit eine erhöhte Aufmerksamkeit. Vor kurzem las ich in einem Blog den Offenen Brief eines Polizisten zum Gipfelthema. Leider kann ich diesen nicht rebloggen, deshalb hier der Link:

https://polizistmensch.de/2017/06/offener-brief-eines-polizisten-gedanken-zum-g20-gipfel-in-hamburg/

Mich macht es traurig, was da draußen passiert, besonders, da ich keinen Sinn in dem Treffen sehe. Was genau wird sich denn hinterher zeigen oder ändern? Was wird konkret beschlossen? Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich fühl mich hilflos. Also mach ich das, was ich am besten kann: mich mit Musik ablenken. Super

Was soll ich tun?

Was soll ich tun?

Ob diese Frage in einem Gespräch vor ca. einem Jahr auch fiel, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass es um die Zukunft einer Freundin ging, die Situation ausweglos erschien und, dass wir die Karten dazu befragt haben. Es ging darum, dass sie den Partner, mit dem sie trotz der mittlerweile fehlenden Liebe und Leidenschaft ja sehr viel verbindet, doch nicht in einer für ihn belastenden Situation verlassen kann. Schließlich hatte sie sich doch mal für ein „in guten wie in schlechten Tagen“ zu ihm bekannt. Dadurch war sie doch verantwortlich für das Leben des Menschen, war an ihn gebunden, egal, was sie selbst glücklich macht.

Als Freundin bin ich mitunter unerträglich ehrlich. Und so bekam sie von mir folgende Sätze an den Kopf geknallt:

„Was meinst Du eigentlich, wer Du bist, dass Du Gott spielen musst!!! Du bist nur für einen Menschen verantwortlich und das bist Du selbst. Du kannst Dir doch nicht anmaßen, besser als Dein Partner wissen zu wollen, was gut für ihn ist? Woher willst Du wissen, dass eine Trennung für ihn nicht das Beste wäre? Das kannst Du nicht. “

Ich verstehe ja, dass es wesentlich leichter ist, die Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen – weil man im entscheidenden Moment IMMER den Rückzieher machen kann, der Andere wäre ja schlußendlich für sich selbst verantwortlich. Aber viel schwieriger ist es, die Verantwortung für das eigenen Leben, das eigene Glücklichsein zu übernehmen. In diesem Blog geht es mir immer wieder um Selbstliebe, darum, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Dazu gehört aber auch, sich die Verantwortung für sich selbst zurückzuholen. Andere Menschen nicht über sich und seine Bedürfnisse zu stellen und sich als die wichtigste Person im eigenen Leben zu betrachten. Damit ist kein Narzissmus gemeint, denn der wäre das Gegenteil: jemanden zu brauchen, der einem immer wieder bestätigt, ein liebenswerter Mensch zu sein. Zur Selbstliebe und Selbstverantwortung gehört auch, Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erkennen, denn nur wenige von uns sind so erzogen, dem eigenen Stern zu folgen.

Tarot - Der Teufel
Es geht um Blockaden und Situationen, in denen wir uns unwohl fühlen, in denen wir in Abhängigkeiten und Angst verharren, weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist.

Dazu ein aktuelles Beispiel:

Gestern Abend hatte ich eine aufwühlende Diskussion mit dem Lieblingssohn, der sich mittlerweile der analogen Fotografie verschrieben hat UND schon immer jemand ist, der interessiert am aktuellen Zeitgeschehen teilnimmt. Seine Ankündigung am kommenden Freitag oder Samstag die Gegendemos zu G20 als Beobachter begleiten und Fotos machen zu wollen, stieß bei mir als Mutter und auch bei seiner Freundin auf grenzenloses Entsetzen. Schließlich ist das Ereignis noch gar nicht los gegangen, aber man spürt jetzt schon deutlich negative Winde, die uns hier umwehen.  Wir haben Angst um ihn und wollen natürlich verhindern, dass er sich dem aussetzt und redeten entsprechend auf ihn ein, um ihn davon abzubringen. Er sieht es jedoch als seine Aufgabe an, da er sich der Dokumentarfotografie verschreiben möchte/will/hat. Ob es an meiner Erziehung oder am eigenen Charakter liegt, weiß ich nicht, er hält an seinem Vorhaben fest. Ist dabei jedoch keinesfalls stur und verbohrt, sondern versteht unsere Einwände und versprach, sich rechtlich „schlau zu machen“. Seine Schwester unterstützt seine Meinung übrigens und wies mich an, doch bitte loszulassen. Ein mulmiges Gefühl bleibt mir und seiner Freundin sicher auch. Und es mischt sich Stolz darunter, dass er eben nicht faule Kompromisse eingeht, nur um es uns recht zu machen.

Update: Glücklicherweise hat der Lieblingssohn ein paar Bezugspersonen mehr, mit denen er sich auch über seine Vorhaben austauscht. Denn mütterliche Ratschläge und Fürsorglichkeit reizen ja schon per se zum Widerspruch. Und so hat er für sich entschieden, das Treiben zu G20 aus sicherer Entfernung zu betrachten und sein fotografisches Augenmerk auf weniger brisante Ereignisse zu richten, um mehr Übung und Routine zu bekommen. *erleichtert bin*

Tarot Stern
Die Situation abwägen und dem eigenen Stern folgen.

Wenn ich mich so umsehe, dann bemerke ich, dass eben viele Partnerschaften nur noch bestehen, weil jeder der Partner meint, faule Kompromisse aufrecht zu erhalten. Heißt, ich tue etwas für den anderen, weil ich MEINE, er braucht/will das so. Bei ebensolchen Kompromissen steigt der eigene Unzufriedenheitspegel immer mehr. Weil man keinen Dank erhält. Wofür auch, der Partner weiß ja nichts von dem Kompromiss. Und letztendlich folgt keiner der Partner dem eigenen Stern und der Frust in der Partnerschaft ist auch für Außenstehende deutlich spürbar. Die in der Bildüberschrift gestellte Frage ist also schon von der Wahl her nicht eigenverantwortlich. Denn es geht nicht darum, was man tun soll. Es geht einzig und allein nur darum:

Was will ICH ? Und wer will ICH sein?

Und dann entsprechend zu handeln. Egal ob es dauert oder von heute auf morgen geschieht. Glücklicher ist, wer seinem eigenen Weg folgt.

Besagte Freundin hat das getan. Noch befindet sie sich mitten im Loslösungsprozess, und ich bin nur begleitender Beobachter. Sie erscheint mir lebendiger, gelöster und offener für die Zukunft. Und das macht mich total froh, denn auch wenn meine Zunge manchmal sehr schnell ist, mache ich mir im nachhinein dann doch viele Gedanken, ob ich ein Recht auf verbale Kopfnüsse habe. In diesem Sinne:

Wir werden sterben.

Also lasst uns jeden Tag aufs Neue beginnen zu leben!

Viel mehr zu spüren und nicht denken.

Leidenschaft und Freude im Tanz des Lebens

 

Quelle der Tarotkartenfotos: http://www.astrolymp.de/