Oktober-Rückblick

Oktober-Rückblick

Ha, das neue Handy KANN Fotos 😉

…und weil das Wetter heute wenig einladend erscheint, erinnere ich mich gern an die letzten Wochen und hab einige Fotos gesichert. Dem ein oder anderen ist bekannt, dass ich viel gearbeitet hab und mein Arbeitsplatz nie langweilig ist, auch wenn er meist so aussieht:

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Nicht so dolle? Nun ja, aber jeder Tag hat seine Highlights, den Sonnenaufgang zum Beispiel, mittlerweile eher in den Kassler Bergen als bei Hannover:

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Zusätzlich verbringe ich viel Zeit im Zug. Und da man nicht 6 Stunden lang seine Mitreisenden zuplappern möchte 😉 , Facebook irgendwann auch nichts mehr hergibt, der Kopf aber zu geschafft ist zum (Blog)Schreiben oder Lesen, habe ich mir eine andere Masche der Beschäftigung überlegt. Darf ich vorstellen, mein erstes Exemplar von Pusheen (das ist ne Katze und im Amigurumistyle gehäkelt) – die Lieblingstochter war begeistert.

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Ich mag ja meine „real Cats“ um einiges lieber zum Knuddeln – sofern sie denn gerade Lust haben. Denn jetzt im Oktober war die Sicht vom Balkon um einiges interessanter.

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Zumindest für die neugierige Alice. Rosa chillt lieber oder schnuppert an den letzten Rosen.

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Und manchmal sind sich beide auch einig. Außer in der Blickrichtung 😉

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Und dann hatten wir ja noch den temperamentvollen Xavier, der auf genau dem Parkplatz gewütet hat, auf den die 2 da oben gerade schauen…und der Baum liegt genau auf der Stelle, an der 2 Stunden vorher eines „meiner“ Fahrzeuge stand.

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Da tat es am letzten Wochenende ganz gut, bei herrlichem Wetter Bäume und Wald und das Leben darin zu genießen.

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Jammy, …leider hatten sehr viele Menschen dieselbe Idee 😉 . Für eine Pilzsoße hat es trotz allem gereicht (also nicht der Eine, es waren schon einige mehr).

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Und keine Sorge, alles, was ich nicht kenne, bleibt stehen an Pilzen. Sehen trotzdem schön aus. Wußtet Ihr, dass Pilze nicht zu den Pflanzen gehören? …Menschen sind es auch nicht, auch wenn ich jedesmal Ausschau nach dem „Geschwisterpilz“ halte. Meine letzte Pilztour könnte ich als Tag der Einzelgänger bezeichnen. Zu den Tieren gehören Pilze ebenfalls eindeutig nicht 😀

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… und nun habe ich Hunger bekommen, also ab in …die Küche 😉  und für Euch noch einen schönen entspannten Restsonntag ❤ mit „Havana“ – so als sonnigen Ausgleich:

 

 

 

 

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Manchmal…

Manchmal…

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Manchmal darf es etwas ruhiger sein,

weil man zuviel gab in letzter Zeit.

Manchmal hängt man einfach kraftlos in den Seilen,

ausgepowert und möchte verweilen.

Manchmal ist die Kraft erloschen zum Kampf,

auch wenn der Geist ständig weiter dampft.

Manchmal möchte man sich treiben lassen,

die Anderen einfach machen lassen.

Manchmal möchte man eine Schulter, um sich anzulehnen

und willkommen zu heißen, die salzigen Tränen.

 

Man tappt nach hier und dann nach dort

findet keinen Halt, keinen Trost im Wort.

Hat sich selbst in Eis und Mauern eingeschlossen,

und keine einzige Tür offen gelassen.

 

© A. Jörn

*siehe unten

 

Wer kennt sie nicht, eine ähnliche Situation wie oben beschrieben. Auch oder gerade weil ich ein sehr positiver Mensch bin, neige ich dazu, an meine Grenzen zu gehen, meist mit vollem Karacho, bewußt und mit Vorsatz. Gründe gibt es genug.

Meist stehe ich irgendwann so unter Druck wie ein Dampfkochtopf, und Entspannung fällt mir äußerst schwer. Dann bin ich so überdreht, dass nicht einmal mehr Meditation „geht“. Bewußt wird mir das aber erst, bzw. ich merke, dass es etwas nicht stimmt, wenn ich aufhöre, meinen Körper zu spüren. Ergo wenn ich mir verstärkt blaue Flecken zuziehe, mich verbrenne, tollpatschig bin…etc. also Hinweise darauf, dass ich meine äußeren Grenzen nicht mehr wahrnehme. Tempo rausnehmen ist einfacher gesagt, als getan, geht aber mit dem entsprechenden Bewußtwerden der Warnsignale einher.

Und wenn dann genug Freiraum da ist, genieße ich das Alleinsein und lasse die Tränen fließen. Denn das verschafft Erleichterung, läßt die inneren Mauern schmelzen und stärkt den inneren Fluß. Wer nicht so dicht am Wasser gebaut hat, kann es mit Nachhilfe von Yiruma versuchen:

 

ich liebe diesen Song ❤ 

Und besonders aufbauend, und wunderschön interpretiert ist die folgende Version:

 

Und der Text dazu:

You are just to young to find the senses in your life,

looking for something else like the dream that you have.

Filled your life with something else like teardrops in your eyes

Who does care what you are while the river flows in you?

You are not the fool, no,

you´re a beautiful one,

you are like the sun,

cause this one river flows in you.

You are not the „noone“,

you just look for more here,

who does care

because you are the one with „it“ inside.

Und das Ganze in deutscher Sprache:

Du bist einfach zu jung, um den Sinn deines Lebens zu erkennen,

suchst nach etwas, was deinem Traum ähnelt.

Hast dein Leben mit Tränen in den Augen ausgefüllt,

doch wen interessiert es denn wer du bist,

wenn dieser Fluss durch dich strömt?

Du bist nicht der Idiot, nein, du bist bezaubernd,

bist wie die Sonne, weil dieser Fluss durch DICH geht.

Du bist kein „Nichts“,

Du suchst hier einfach nach dem „Mehr“

Und es hat niemanden zu interessieren, wer du bist, denn du hast „Es“ in dir.

 

Wir haben ES (die Liebe, die Energie, das Chi) alle in uns, also einfach fließen lassen.

*ein Zusatz zu einem vergangenen Blogeintrag, der immer noch aktuell ist.

Göttin inside

Göttin inside

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Göttin inside

 

Neugierig und desinteressiert,

aufmerksam und kontrolliert,

emotionsgeladen und auf dem Sprung,

kein Leben für Erinnerung.

************************

Hingebungsvoll und polarisierend,

verspielt, verträumt, den Tag verdösend.

Manchmal abstoßend, allergieauslösend,

eigensinnig und anwesenheitströstend.

************************

Unberechenbar, scharf und verletzend,

die Beute jagend und zersetzend.

Spiel mit Extremen und dafür geliebt,

wie schön, dass es uns Katzen gibt.

© A.Jörn

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Flusefussel (oder Alice, hört aber auf beides nicht)
Darf man/frau das?

Darf man/frau das?

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Manche Menschen machen mehr Dummheiten als ihnen gut tun. Warum auch nicht, dazu ist das Leben doch da. Immer wieder mit dem Kopf gegen dieselbe Wand bis man es kapiert hat. Ansonsten hilft einem das Leben von außen nach, stubbst auf die wunde Stelle und zwingt einen, die Werte und Grenzen, die man für sich ausgemacht hat, doch bitte gefälligst auch einzuhalten – in Taten.

Da ruft mich neulich eine Freundin an und fragt mich, ob sie DAS darf. DAS erklärt sie folgendermaßen: Seit 10 Jahren schon gibt es diesen Bekannten, diesen schwerkranken Bekannten. Anfangs war ihr nicht bewußt, wie genau diese Beziehung eigentlich ablief. Dass sie sich jedesmal nach Gesprächen mit ihm ausgelaugt fühlte und trotzdem innerlich den Drang verspürte, ihn aufzumuntern, ihm Mut zuzusprechen. Obwohl sein grundsätzlicher Tenor negativ und lebensverneinend ausfiel. Zwischenzeitlich war sie umgezogen und bemerkte, dass jegliche Kontaktaufnahme zum besagten Bekannten von ihr ausging. Sie fühlte sich verpflichtet, den Bekannten aufzufangen, sich um ihn zu kümmern, wenn er mal wieder seine schwärzesten Phasen hatte. Aber es schlauchte sie so sehr, dass sie sich mehr und mehr zurücknahm und ihm die letzten 2 Jahre nur noch zum Geburtstag gratulierte. Glückwünsche aus der anderen Richtung bekam sie nicht, nur wenn es ihm mal wieder ganz schlecht ging, meldete er sich. Und sie tröstete, beschwichtigte, machte Mut und gab praktische Ratschläge. Es / Er änderte sich … NICHT(S). Doch dann beschloß er vor kurzem, meine Freundin besuchen zu wollen. Und da kam Panik in ihr auf. Sie vertröstete ihren Bekannten: zuviel Stress gerade. Und als sie in einer ruhigen Minute in sich ging, stellte sie fest: sie wollte ihn nicht sehen, naja vielleicht an einem öffentlichen Ort, aber schon gar nicht bei sich zuhause und eigentlich, ja eigentlich GAR NICHT und auch NIE.

Ich riet ihr, das Ganze sanft auslaufen zu lassen. Sich nicht zu melden, auf sich selbst zu achten, ihr HELFERSYNDROM schleunigst zu erkennen und ihre eigenen Grenzen zu stärken. Dass sie DAS darf – nur für sich und ihr Seelenheil da zu sein. Und noch während ich mit ihr darüber redete, bemerkte ich den Kloß im eigenen Hals.

Darf man jemanden, der sehr krank ist, einfach so im Stich lassen ?

Jeder von uns kennt eine ähnliche Situation. Man kennt jemanden, der nur noch eine kurze unbestimmte Zeit in dieser Welt sein wird. Man kümmert sich, sorgt sich, weiß nicht viel, gibt gutgemeinte Ratschläge und verbale Streicheleinheiten und hat ja trotz allem immer noch sein eigenes Paket zu tragen. Und manchmal wird das einfach alles zuviel.

Muss man dem Kranken sein Bedürfnis nach extremer Aufmerksamkeit erfüllen? Das Gewissen nagt an mir, weil ich ihn überleben werde. Aber ich finde keinen Mittelweg, der von Respekt gekennzeichnet ist. Denn die Kommunikation ist „fürn Arsch“, besonders, da jeder von uns sein Ego lebt, um sich zu schützen. Ich hab ihm, wie es meine Art ist, in der Vergangenheit häufig contra gegeben im Scherz und manchmal im Ernst, andersherum zielt er aber wesentlich tiefer als Gürtellinie. Merkt diese Ausfälle anscheinend nicht einmal. Muss ich das akzeptieren? Müssen andere das akzeptieren? Denn die betrifft es ebenso. Krank ist nicht behindert, oder? Also nein, ich möchte jemanden, der schwer krank ist, nicht anders behandeln, als gesunde Menschen um mich herum. Trotzdem hab ichs getan, hab Rücksicht genommen, meine Standards aufgeweicht, weil ich mitfühlend sein wollte. Denn das Gegenteil wäre doch herzlos, oder?

Ich kann mich aber nicht in den Schwerkranken reinversetzen. Trotzdem tut es weh zu sehen, wie Talent verschwendet wird an unnötige Trivialitäten und vor allem ans Jammern. Wird man im Angesicht der eigenen Endlichkeit automatisch zum Opfer? Ja, ich reagiere allergisch auf die Opfermentalität. Und so habe ich das getan, wozu emotionsgesteuerte Göttinnen in Beziehungen, die ihnen nicht gut tun, neigen:

NOTBREMSUNG

RAUSSCHMISS

ENDSTATION (für ihn)

Mein Zug wird weiter fahren. Ab und zu werde ich aus der Ferne schauen, wie es ihm (seelisch) geht, denn entgegen seinen Behauptungen, weiß ich das ziemlich gut einzuschätzen, ihn ziemlich gut einzuschätzen. Und ebenso aus der Ferne akzeptiere ich, dass er den Rest seines Lebens so lebt, wie er es tut – egal, was ich davon halte oder was er von mir hält. Er war für mich eine Inspiration – egal wieviel von seinen Geschichten, seinem Leben oder dem Namen seiner Person der Wahrheit entspricht. Und weil ich möchte, dass er das weiß, steht es hier PUNKT.

Und ja, ich hab meistens das letzte Wort, SCHATZ

 

 

Vermissten-Meldung

Vermissten-Meldung

Vor einer Woche kam ich Sonntag um wenige Minuten nach Mitternacht aus München nach Hause, wollte Micke in die Arme schließen und bekam DAS zu sehen:

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Wo war er hin? Hatte er sich nur versteckt oder gleich ganz aus dem Staub gemacht? Also ich hätte natürlich auch bei Worten wie „Finanzamt“, „Einkommenssteuererklärung“, „keine Fristverlängerung“ und „die letzten 2 Jahre“, sowie „Veränderung“, „Umzug?“ und „einfacher leben“ meinen Abgang geplant – so als männliches Exemplar 😉 Aber auch ohne Micke muss der Laden hier ja weiter laufen, denn die Arbeit wird nicht weniger. Auf den 5000 Strassenkilometern, die ich in dieser Woche zurückgelegt habe, ist Micke mir nicht zufällig über den Weg gelaufen.  Und in der Hitze des Ärgers habe ich mir dann auch noch eine fette Männergrippe wegen zu kalt eingestellter Klimaanlagen eingefangen. Ich habe ihn sogar nachts gesucht:

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…und mir am Tag Gedanken gemacht. Hatte er eine andere? Hab ich ihn zu sehr eingeengt? Unsere Beziehung war sicher nicht unkompliziert. Und mit einer Göttin mitzuhalten, ist für ihn bestimmt nicht einfach. Natürlich wüßte ich gern, ob es Micke gut geht oder ob ihm etwas zugestoßen ist, ob er in einer Selbstfindungsphase steckt oder Opfer eines Verbrechens geworden ist und vor allem: ob er jemals wieder zurück kommt zu mir. Vielleicht wird ja das Leuchten der Tasche des Blumenmädchens Licht ins Dunkel bringen. Ich bin gespannt. Mehr dazu im nächsten Monat.

 

Ach ja und natürlich ist das Projekt von Zeilenende gemeint in diesem Beitrag, dem 6.ten zu Micke dem Schreibtisch 😉 . Schaut Euch bitte auch gern die Beiträge der anderen Teilnehmer des Projektes an. Die Links dazu findet Ihr hier .

Die vorherigen Beiträge findet Ihr hier:

Juni:  https://seelenfunkeln.com/2017/06/25/im-westen-nichts-neues-micke-5/

Mai : https://seelenfunkeln.com/2017/05/28/mickes-anblick-4/

April: https://seelenfunkeln.com/2017/04/30/der-dritte-von-12-mittig-auf-die-200/

März: https://seelenfunkeln.com/2017/03/26/brauchen-sie-noch-etwas-fuers-osterfeuer/

Februar: https://seelenfunkeln.com/2017/03/04/es-kann-nur-einen-geben/

Wir nehmen Fahrt auf – Augen zu und durch?

Wir nehmen Fahrt auf – Augen zu und durch?

Jetzt gab es schon erste Verletzte, wegen eines friedlichen Protestcamps. Und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass ES zunehmen wird. Schon jetzt stehen an vielen Kreuzungen meiner geliebten Stadt 3-4 Einsatzwagen der Polizei bereit. Auf der A24 war ich heute Richtung Berlin unterwegs und es kamen mir mehrere große Polizei-Konvois entgegen, 5 habe ich registriert. Kann auch sein, dass es mehr waren, schließlich erforderte meine Geschwindigkeit eine erhöhte Aufmerksamkeit. Vor kurzem las ich in einem Blog den Offenen Brief eines Polizisten zum Gipfelthema. Leider kann ich diesen nicht rebloggen, deshalb hier der Link:

https://polizistmensch.de/2017/06/offener-brief-eines-polizisten-gedanken-zum-g20-gipfel-in-hamburg/

Mich macht es traurig, was da draußen passiert, besonders, da ich keinen Sinn in dem Treffen sehe. Was genau wird sich denn hinterher zeigen oder ändern? Was wird konkret beschlossen? Ich weiß nicht, wie es Euch geht, ich fühl mich hilflos. Also mach ich das, was ich am besten kann: mich mit Musik ablenken. Super

Was soll ich tun?

Was soll ich tun?

Ob diese Frage in einem Gespräch vor ca. einem Jahr auch fiel, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass es um die Zukunft einer Freundin ging, die Situation ausweglos erschien und, dass wir die Karten dazu befragt haben. Es ging darum, dass sie den Partner, mit dem sie trotz der mittlerweile fehlenden Liebe und Leidenschaft ja sehr viel verbindet, doch nicht in einer für ihn belastenden Situation verlassen kann. Schließlich hatte sie sich doch mal für ein „in guten wie in schlechten Tagen“ zu ihm bekannt. Dadurch war sie doch verantwortlich für das Leben des Menschen, war an ihn gebunden, egal, was sie selbst glücklich macht.

Als Freundin bin ich mitunter unerträglich ehrlich. Und so bekam sie von mir folgende Sätze an den Kopf geknallt:

„Was meinst Du eigentlich, wer Du bist, dass Du Gott spielen musst!!! Du bist nur für einen Menschen verantwortlich und das bist Du selbst. Du kannst Dir doch nicht anmaßen, besser als Dein Partner wissen zu wollen, was gut für ihn ist? Woher willst Du wissen, dass eine Trennung für ihn nicht das Beste wäre? Das kannst Du nicht. “

Ich verstehe ja, dass es wesentlich leichter ist, die Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen – weil man im entscheidenden Moment IMMER den Rückzieher machen kann, der Andere wäre ja schlußendlich für sich selbst verantwortlich. Aber viel schwieriger ist es, die Verantwortung für das eigenen Leben, das eigene Glücklichsein zu übernehmen. In diesem Blog geht es mir immer wieder um Selbstliebe, darum, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Dazu gehört aber auch, sich die Verantwortung für sich selbst zurückzuholen. Andere Menschen nicht über sich und seine Bedürfnisse zu stellen und sich als die wichtigste Person im eigenen Leben zu betrachten. Damit ist kein Narzissmus gemeint, denn der wäre das Gegenteil: jemanden zu brauchen, der einem immer wieder bestätigt, ein liebenswerter Mensch zu sein. Zur Selbstliebe und Selbstverantwortung gehört auch, Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erkennen, denn nur wenige von uns sind so erzogen, dem eigenen Stern zu folgen.

Tarot - Der Teufel
Es geht um Blockaden und Situationen, in denen wir uns unwohl fühlen, in denen wir in Abhängigkeiten und Angst verharren, weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist.

Dazu ein aktuelles Beispiel:

Gestern Abend hatte ich eine aufwühlende Diskussion mit dem Lieblingssohn, der sich mittlerweile der analogen Fotografie verschrieben hat UND schon immer jemand ist, der interessiert am aktuellen Zeitgeschehen teilnimmt. Seine Ankündigung am kommenden Freitag oder Samstag die Gegendemos zu G20 als Beobachter begleiten und Fotos machen zu wollen, stieß bei mir als Mutter und auch bei seiner Freundin auf grenzenloses Entsetzen. Schließlich ist das Ereignis noch gar nicht los gegangen, aber man spürt jetzt schon deutlich negative Winde, die uns hier umwehen.  Wir haben Angst um ihn und wollen natürlich verhindern, dass er sich dem aussetzt und redeten entsprechend auf ihn ein, um ihn davon abzubringen. Er sieht es jedoch als seine Aufgabe an, da er sich der Dokumentarfotografie verschreiben möchte/will/hat. Ob es an meiner Erziehung oder am eigenen Charakter liegt, weiß ich nicht, er hält an seinem Vorhaben fest. Ist dabei jedoch keinesfalls stur und verbohrt, sondern versteht unsere Einwände und versprach, sich rechtlich „schlau zu machen“. Seine Schwester unterstützt seine Meinung übrigens und wies mich an, doch bitte loszulassen. Ein mulmiges Gefühl bleibt mir und seiner Freundin sicher auch. Und es mischt sich Stolz darunter, dass er eben nicht faule Kompromisse eingeht, nur um es uns recht zu machen.

Update: Glücklicherweise hat der Lieblingssohn ein paar Bezugspersonen mehr, mit denen er sich auch über seine Vorhaben austauscht. Denn mütterliche Ratschläge und Fürsorglichkeit reizen ja schon per se zum Widerspruch. Und so hat er für sich entschieden, das Treiben zu G20 aus sicherer Entfernung zu betrachten und sein fotografisches Augenmerk auf weniger brisante Ereignisse zu richten, um mehr Übung und Routine zu bekommen. *erleichtert bin*

Tarot Stern
Die Situation abwägen und dem eigenen Stern folgen.

Wenn ich mich so umsehe, dann bemerke ich, dass eben viele Partnerschaften nur noch bestehen, weil jeder der Partner meint, faule Kompromisse aufrecht zu erhalten. Heißt, ich tue etwas für den anderen, weil ich MEINE, er braucht/will das so. Bei ebensolchen Kompromissen steigt der eigene Unzufriedenheitspegel immer mehr. Weil man keinen Dank erhält. Wofür auch, der Partner weiß ja nichts von dem Kompromiss. Und letztendlich folgt keiner der Partner dem eigenen Stern und der Frust in der Partnerschaft ist auch für Außenstehende deutlich spürbar. Die in der Bildüberschrift gestellte Frage ist also schon von der Wahl her nicht eigenverantwortlich. Denn es geht nicht darum, was man tun soll. Es geht einzig und allein nur darum:

Was will ICH ? Und wer will ICH sein?

Und dann entsprechend zu handeln. Egal ob es dauert oder von heute auf morgen geschieht. Glücklicher ist, wer seinem eigenen Weg folgt.

Besagte Freundin hat das getan. Noch befindet sie sich mitten im Loslösungsprozess, und ich bin nur begleitender Beobachter. Sie erscheint mir lebendiger, gelöster und offener für die Zukunft. Und das macht mich total froh, denn auch wenn meine Zunge manchmal sehr schnell ist, mache ich mir im nachhinein dann doch viele Gedanken, ob ich ein Recht auf verbale Kopfnüsse habe. In diesem Sinne:

Wir werden sterben.

Also lasst uns jeden Tag aufs Neue beginnen zu leben!

Viel mehr zu spüren und nicht denken.

Leidenschaft und Freude im Tanz des Lebens

 

Quelle der Tarotkartenfotos: http://www.astrolymp.de/