Jetzt kocht sie auch noch!

Jetzt kocht sie auch noch!

Vor 2 Jahren beschränkte sich meine gedankliche Vorstellung vom Bloggen auf Koch- und Reiseblogs. Hätte mich also jemand gefragt, was für einen Blog ich denn selbst gern machen würde, wäre meine Antwort: KEINEN gewesen. Was hauptsächlich daran gelegen hätte, dass mir selbst die Lust am Kochen gehörig vergangen war. Später dann, als ich so langsam mitbekam, dass es Blogs für alles mögliche und unmögliche gibt, schloß ich einen Kochblog definitiv aus. Der Hauptgrund war immer noch derselbe, aber es kam noch ein wesentliches Hindernis dazu: Ich kann absolut nicht fotografieren. Und ich will es auch nicht lernen. Aber wie das mit Gelüsten so ist, sie machen sich wieder bemerkbar: ich koche wieder gern und immer noch speziell.

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Als neulich meine Freundin meinte: „Du kannst so richtig kochen, oder?“, mußte ich kurz überlegen, was genau sie denn damit meint.

Was genau ist richtig kochen?

Vor allem Improvisation, aber nicht unüberlegt. Grundlage ist dazu sicher die Technik. Kochen ist Chemie und Physik. Wenn ich weiß, was zum Beispiel beim Anbraten passiert, wie welches Gemüse, Kraut oder Gewürz (und klar auch Fleisch) dabei reagiert, kann ich das steuern. Ist beim Autofahren ja nicht anders 😉 . Zusätzlich gibt es ein paar einfache Regeln, die dazu beitragen, dass ein Gericht einen Gaumenorgasmus auslöst. Zuviel Süße braucht einen sauren Gegenpart oder breiige Texturen sind wertiger, wenn sie mit etwas Crisp ergänzt werden, usw.. Mir hilft dabei sozusagen ein innerliches Geschmacksempfinden, ich spüre förmlich auf der Zunge, wie etwas miteinander harmoniert, welche Gewürze ich hinzufügen möchte und wie das Endergebnis schmecken soll. Und ich bin neugierig, immer. Neues wird – richtig – in den Mund gesteckt. Wie gerade beim Spaziergang auf der Wiese, Wildkräuter (also Unkraut) probiert.

Aber keine Sorge, ich bleibe hier bei einfacher, vegetarischer, histaminarmer Singlekost so als neue Kategorie. Für Dich, liebe B., denn mit Übung kann jeder kochen ❤

Gebackene Süßkartoffeln

Zuerst hab ich mir 2 fast gleichgroße schöne Süßkartoffeln geschnappt, gründlich gewaschen und trocken gerieben. Süßkartoffeln sind übrigens gar keine Kartoffeln, dafür aber ein unglaublich nährstoffreiches Gemüse, dessen Inhaltsstoffe Diabetes, Blutarmut und Bluthochdruck entgegenwirken. Caiapo heißt der Inhaltsstoff, der das möglich macht. Zusätzlich enthalten Süßkartoffeln aber auch noch Vitamin C, B2, B6, Mangan, Folat, Kupfer und Eisen.

Dann hab ich die Superknollen mit Öl bestrichen, mit Salz und Pfeffer rundherum gewürzt und auf ein Backblech gelegt. Im vorgeheizten Ofen durften sie dann bei 200 Grad ca. 45 Minuten garen. Prüft am besten mit einer Gabel, ob sie innen schon weich sind. Inzwischen hab ich mich an den Dip gemacht. Für Histis ist ja die Avocado eher tabu, aber so ganz kann ich auf meinen Liebling nicht verzichten. Also nur eine halbe Avocado mit wenig Zitronensaft, einer halben geputzten Paprika, 150 g Frischkäse und 50 g Joghurt sowie Salz, Pfeffer und eventuell Knofi (da krieg ich zuviel Hitze von 😉 ) in den Mixaaaaa. Sohni hat mir gerade einen mit 900 Watt besorgt, bei dem man supergut zum Abspülen an die Messer kommt. Und ich bin begeistert 😀 . Schmeckt den Dip noch ab, ich mag es kräftiger und auch ein paar Chiliflocken sind mir willkommen. Aber passt auf, dass bis zum Ende der Süßkartoffel-Backzeit noch genug Dip übrig ist!

Macht Euch lieber an die Kichererbsen – Penny hat die als Discounter in der Dose – ab damit in ein Sieb und gründlich abspülen und abtropfen lassen. Dann gebt Ihr sie auf doppellagiges Küchentuch und tupft nochmal so gut es geht die Feuchtigkeit ab. Dann in eine Schüssel mit den Dingern. Und jetzt ab ans Gewürzregal: Chili, 3 TL Kreuzkümmel (Cumin), Cayennepfeffer, bisschen Kurkuma, bisschen Zimt, Salz, Pfeffer, und was Ihr sonst noch so meint : rauf auf die Kichererbsen und gründlich vermischen. In einer beschichteten Pfanne erhitzt Ihr dann 2 EL Kokosöl, nein nicht Palmin, sondern das, was man sich auch auf den Körper oder ins Gesicht schmieren kann. Gibts im Glas, am besten Bio und riecht beim Erhitzen göttlich.

Darin bratet Ihr die Kichererbsen auf mittlerer Hitze langsam unter Schwenken an. Nebenbei dann die Katzen füttern, den Tisch decken und gönnt Euch eine Rhabarber- oder Johannisbeersaftschorle im Rotweinglas. Dann gehts noch den Sprossen aus Eigenzucht – bei mir war es Chia und Amaranth (letzteres werde ich nicht wiederholen, weil ich den Geruch nicht mag) noch an den Kragen: einfach mit einer Schere abschneiden. Und sobald die Kartoffeln soweit sind, aus dem Ofen nehmen, aufschneiden und Dip, Kichererbsen und Sprossen darauf ein bisschen nett aufhäufen.

Guten Appetit ❤

Eigentlich war ja meine Beschreibung bildhaft genug. Aber weil Ihr es seid, gibts auch ein Foto. Und wehe, da meckert wer über die Qualität, das Essen war nämlich lecker.

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Wer sich jetzt fragt, ob ich echt soviel essen kann… ich esse so, wie es mir gut tut und der Rhythmus mit 3 oder 5 Mahlzeiten am Tag würde mich einfach nur stressen.

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