Balladenwochenende – Ich mach mit

Balladenwochenende – Ich mach mit

blog_goes_ballade

Am Freitag den 13.ten rief Christiane, ebenfalls Katzenbedienstete und Bloggerin, im hohen grauen Norden dazu auf, unsere Lieblingsballaden zum Besten zu geben. Und wenn es irgendetwas gibt, was ich früher im Deutschunterricht geliebt habe, so waren das diese wunderbar langen gereimten Gedichte mit der Handlung eines Romans in Versform. Ich hatte auch noch das unverschämte Glück, ein excellentes Kurzzeitgedächtnis zu besitzen, um all die geforderten Vorträge in kürzester Zeit zu lernen – quasi nebenbei aufm Klo – und das Talent diese mit viel Drama und Ausdruckskraft wiedergeben zu können. Meine Mitschüler müssen mich gehasst haben.

Über die Literatur, die meine Schulzeit prägte, folgt irgendwann hoffentlich noch ein separater Blogpost. Es waren aber außer den hirnwindungsreinigenden gesellschaftskonformen Stücken eine ganze Menge Klassiker, an die ich mich erinnere. Allen voran natürlich „Der Erlkönig“, „Die Glocke“ und „Der Handschuh“, dann noch „Die Lorelei“, „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, „John Maynard“ und „Die schlesischen Weber“. Die Einsicht, dass jede Handlung eine Konsequenz nach sich zieht, dafür hat schon früh mit viel Eindruck „Der Zauberlehrling“ gesorgt. Ja, Goethe, Schiller, Heine und Fontane waren die bevorzugten Schriftsteller im sehr eng festgelegten Lehrplan.

Die eindringlichste Ballade, und sie treibt mir heute noch Pipi in die Augen, ist für mich immer noch von Otto Ernst Schmidt, einem Hamburger Schriftsteller. Aber lest selbst:

Nis Randers

Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung!

Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut.
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sich’s der Abgrund.

Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“

Da fasst ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein!
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich will’s, deine Mutter!

Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“

Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“

Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern …! Nein, es blieb ganz! …
Wie lange? Wie lange?

Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.

Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des anderen springt
Mit stampfenden Hufen!

Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? – Ein Boot, das landwärts hält –
Sie sind es! Sie kommen!

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt …
Still – ruft da nicht einer? – Er schreit’s durch die Hand:
„Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“

Übrigens gab Otto Ernst Schmidt damit dem „Archetypen“ des Seenotretters Gestalt. 1990 taufte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen ihrer Seenotkreuzer auf den Namen NIS RANDERS und stationierte ihn in Maasholm an der Ostsee. Wenn also in Hamburg von so einem büschen Wind die Rede ist und Ihr im Radio hört, dass man sein Fahrzeug aus bestimmten Regionen der Stadt entfernen sollte, dann ist das Wetter auf offener See um einiges heftiger und rauher.

Danke Christiane für die schöne Idee und ich wünsche allen ein kuscheliges Wochenende 🙂

Advertisements
„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt” von Nicola Yoon

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt” von Nicola Yoon

Ich neige grundsätzlich dazu, Versprechen zu halten, nur manchmal dauert es etwas. Das lag in diesem Fall nur minimal an mir, weil ich mir grundsätzlich nur Fachbücher kaufe. Alles andere entleihe ich mir privat oder aus der Bibliothek um die Ecke. Und letztere hat echt 2 Monate gebraucht, bevor das Buch endlich im Programm war. Also hier mein kleiner Bericht mit dem wahrscheinlich nicht umzusetzenden Versuch, nicht zu spoilern.

Anfangs dachte ich noch : „Och nee, doch wieder ’sick literature'“ also a la John Green: bisschen sperrige unerwiderte Liebe, viel Krankheit, bisschen Lebensphilosophie und am Schluß Protagonist tot und Antagonist lebt (muss ja).

Ein unzerstörbarer Gugelhupf mit Selbstmordgedanken, liebevoll gestaltete Skizzen und Notizeintragungen, z.B. zum „Zeit totschlagen“ oder „Kuss-Studien“ und die Spoiler-Bemerkungen zu gelesenen Büchern der Protagonistin haben aber dazu beigetragen, dass ich dauerschmunzelnd weitergelesen habe. Und als Maddy dann auch noch genau das tut, was ich hier so oft betone – Sie springt ! – war mir klar, dass das Ganze eine andere Richtung nimmt. Zumal mein Bauchgefühl schon in einigen Szenen vorher angezeigt hatte, dass es nicht nur oberflächlich um die Liebe zweier 18jähriger geht. Den Klappentext muss ich nicht wiedergeben, den findet ihr hier. Jedoch stimme ich mit der „Werbung“ für das Buch nicht überein, da ich Green und Moyes gelesen habe und von jenen längst nicht so begeistert war.

In „Du neben mir“ überschlagen sich die Ereignisse eben nicht, sondern die Charaktere können sich in Ruhe weiterentwickeln. Zusätzlich ist die Sicht der Protagonistin auf die Welt und ihr eigenes Schicksal positiv und glücklich, aber vor allem ist der Nachhall, wenn das Buch ausgelesen ist, ein ganz anderer:

Was würde ICH im Namen der Liebe tun ?

Ich finde, eine sehr spannende Frage. Ich hoffe, die Autorin bringt noch mehr solcher Geschichten und wünsche Euch mit der obigen Frage ein schönes Wochenende.

(Quelle Foto: Amazon)

How to be an artist

How to be an artist

Screenshot 2016-01-18 at 16.55.29

Übersetzung:

Lass dich fallen,
lerne Schnecken beobachten, pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst
mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“,
tue es aus Liebe. Gönne Dir jede Menge Nickerchen.

Gib Geld aus und tue es jetzt. Das Geld wird Dir folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge,
bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

Susan Ariel Rainbow Kennedy (SARK)

Da fehlt noch eine Menge auf meinem Weg…

…und nein, dieses Poem wird Joseph Beuys nur fälschlicherweise zugeschrieben 😉 .

Sprache der Herzen

Sprache der Herzen

Eines Tages fragte Mahatma Gandhi: „Warum schreien die Menschen so, wenn sie wütend sind?“

„Sie schreien, weil sie die Ruhe verlieren“, antwortete ein Mann.
„Doch warum schreien sie, wenn die andere Person neben ihnen steht?“, fragte Gandhi erneut.

„Wir schreien, weil wir wollen, dass die andere Person uns zuhört“, erwiderte ein anderer Mann. Gandhi fragte weiter: „Ist es dann nicht möglich, mit leiser Stimme zu sprechen?“ Weitere Antworten folgten, doch keine konnte ihn überzeugen.

Nach einem Augenblick des Nachdenkens sagte er: „Wollt ihr wissen, weshalb man eine andere Person anschreit, wenn man wütend ist? Es ist so, dass sich bei einem Streit die Herzen zweier Menschen weit voneinander entfernen. Um diese Distanz zu überwinden, muss man schreien. Je wütender die Menschen sind, desto lauter müssen sie schreien, um einander zu hören.

Darum laßt es nicht zu, dass eure Herzen sich bei einer Diskussion voneinander entfernen. Sagt keine Worte, die die Herzen auseinander treiben, denn der Tag wird kommen, an dem die Distanz so groß ist, dass es keinen Weg mehr zurück geben wird.

Ganz anders ist es zwischen zwei Menschen, die sich lieben. Sie schreien nicht, sie reden sanft miteinander. Weshalb wohl?

Weil ihre Herzen einander sehr nahe sind. Die Distanz zwischen ihnen ist klein. Manchmal sind sich die Herzen so nahe, dass sie nicht einmal sprechen, sondern nur flüstern. Und wenn die Liebe noch stärker ist, braucht es nicht einmal mehr ein Flüstern. Es genügt, sich anzusehen und die Herzen hören einander. Denn wenn zwei Menschen sich lieben, sind sie einander sehr nahe.“

Mahatma Gandhi

Tanz ist auch eine stille Sprache der Herzen:

 

Ich wünsche uns allen heute einen herzleisen Tag ❤

 

Potenzialentfaltungsgemeinschaft

Potenzialentfaltungsgemeinschaft

…mit diesem Begriff bezeichnet der Hirnforscher Gerald Hüther das eigentliche Wesen der Gruppe: „Der Mensch ist ein soziales Wesen. Und für die Entfaltung der in uns angelegten Potenziale brauchen wir Begegnung und Austausch mit anderen. Jedes lebende System kann das in ihm angelegte Potenzial am besten in einem ko-evolutiven Prozess mit anderen Lebensformen zur Entfaltung bringen. Oder einfacher: Gemeinsam kommen wir weiter als allein.“ (Quelle: Magazin Neon 10/2015)

…ob das auch für Weihnachtsmärkte gilt ? 😉

Ich wünsche Euch einen schönen 3. Advent.

 

Neue Bücher müssen her :-)

Neue Bücher müssen her :-)

..gerade in einer Leseprobe gefunden:

„Er schmeckt nach salzigem Karamell und Sonnenschein. Oder zumindest, wie ich mir salziges Karamell und Sonnenschein vorstelle. Er schmeckt nach Dingen, die ich noch nie erlebt habe, wie Hoffnung und Möglichkeiten und Zukunft.

Diesmal bin ich es, die sich als Erste zurückzieht, aber nur, weil ich Luft holen muss. Wenn ich könnte, würde ich ihn von jetzt bis in alle Ewigkeit jede Sekunde des Tages küssen“

Auszug aus „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Nicola Yoon

engagement-925023_640