Reizüberflutung bei HSP

Reizüberflutung bei HSP

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Zuviel

Wenn Du Dich innerlich immer schneller drehst,

Dabei zusehen kannst und neben Dir stehst.

Gedanken verknäuelt, ein einziges Minenfeld.

Genaue Ortung mit einem Mal fehlt.

Alles Dich beherrscht, statt anders herum.

Hetzt und machst und vergessen hast ‚warum‘.

 

Zuviel Gerüche, zuviel zu sehen,

zu hoher Puls, sogar im Stehen.

Zu grell die Farben, zu spitz der Ton,

nicht mehr zu spüren die Intuition.

Zuviele Stimmungen, gefärbte Energien

Hochsensitive sich darin verlieren.

©Andrea Ludwigkeit

 

…mir hilft es dann, mich auf der Couch in eine Decke zu kuscheln, dazu einen leckeren Tee und eine absolute Funkstille einzuhalten. Kein Telefon, nix Online, also Sende- und erst recht Empfangspause in jeglicher Hinsicht und einfach erstmal dösen.

Erst danach kann ich beginnen, mich energetisch zu reinigen. Das hört sich eventuell etwas esoterisch an. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Mensch nicht nur ein Stück Fleisch ist, sondern dass dieses von Energie angetrieben wird, hoffe ich, dass die Logik dahinter erkennbar ist.

Dabei geht es darum, sich von all den äußeren Einflüssen frei zu machen, den eigenen Kern wieder frei zu legen und vor allem die eigenen Grenzen zu erkennen und zu stärken. Der Mini-Burnout ist letztendlich auf einen Energieverlust zurückzuführen, der nur „passieren“ konnte, weil die eigenen Grenzen zu durchlässig waren – ich nicht genug bei mir geblieben bin. Letzteres stellt gerade für Hochsensitive Personen eine erhöhte Schwierigkeit dar, weil man sich seinen emotionalen Automatismus (Grenzenlosigkeit) immer wieder vernunftmäßig bewußt machen muss.

Tantra war mir dabei eine große Hilfe. In den Paarübungen, an denen ich anfangs beteiligt war, war mein Focus überhaupt nicht trainiert, und ich nahm währenddessen zusätzlich zu meiner Energie, die der zweiten Person auf. Das führte zu einem regelrechten Energiestau in mir, vergleichbar mit dem Hitzeschub, der Frauen in den Wechseljahren (die mich noch nicht betreffen) befällt. Meine Kleidung (ja, Tantra findet überwiegend bekleidet statt) konnte ich hinterher auswringen.

Stellt Euch bitte vor, wie Ihr selbst einen Partner massiert oder streichelt. Wo liegt Euer Focus ? Was denkt Ihr ? Genießt Ihr das alles selbst und nur für Euch ? Oder achtet Ihr auf die Anzeichen des Partners ? Geht Ihr darauf ein, was anscheinend für ihn angenehm ist, erfüllt seine Erwartungen ?

Tantra ist das genaue Hinspüren in den eigenen Körper. Auf die eigene Atmung achten, mein Tempo einzuhalten. Als Gebender die Körperpunkte am Anderen absichtslos zu berühren, dabei immer wieder auf den eigenen Atem zurückzukommen und dadurch geerdet und bei mir zu sein. Und als Nehmender die Berührungen wahrzunehmen, anzunehmen und mich trotz allem nur auf meinen Körper zu konzentrieren. Erst das ist eine Begegnung oder Berührung der Energien. Im Gegensatz zur Energievermischung, die mir anfangs zu eigen war. Diese Berührung der Energien ist der Idealfall. Wer einmal diesen Zustand erlebt hat, kann meine Begeisterung dafür nachvollziehen. Denn obwohl daran 2 Personen beteiligt sind, die ihre Energiesysteme getrennt halten, fühlt man sich wie EINS. Ich konnte sogar mehrfach beobachten, wie sogar die Atmungstöße zeitweise simultan waren.

Auch wenn mein Verstand sich anfangs noch dagegen gewehrt hat – denn wo bitteschön ist die Logik, dass es vorteilhafter sein soll, ein abgegrenztes Lebewesen zu sein, statt gemeinsam verbunden mit anderen – so habe ich es mittlerweile akzeptiert, dass Grenzen mir gut tun. Ich trainiere meist täglich durch die Atemmeditation am Morgen. Atem erdet. Zusätzlich gibt es aber noch einige andere „Hilfsmittel“ zur Erdung, die ich mehr oder weniger regelmäßig anwende:

  • Sonnen- oder Mondlicht genießen 😉 …ja auch letzteres geht durchaus
  • Wasser gucken
  • Waldspaziergänge
  • regelmäßige Online-Pausen
  • gesund (in meinem Fall überwiegend vegan) und regelmäßig essen
  • genug Schlaf
  • ein dekadentes Schaumbad am Sonntagmorgen
  • in Erde wühlen, also ein wenig Gartenarbeit

Andere erdet es erfahrungsgemäß, sich durch Räucherstäbchen oder ätherische Öle mit bestimmten Düften zu umgeben. Aber auch bestimmte Kristalle oder Lichtmeditationen wirken. Und nicht zu vergessen ist natürlich für viele Menschen das Gebet.

Dieser Artikel entstand aufgrund einer Frage von Franziska. Nachdem ich ja schon einige Zeit im Blogland unterwegs bin, habe ich festgestellt, dass gerade in der schreibenden Zunft sehr viele HSPs zu finden sind. Und auch wenn ich meinen Anteil eher als Segen sehen möchte, haut es mich doch immer mal wieder um. Dazu fällt mir schmunzelnderweise folgendes ein:

„Ich bin eine Meisterin, die übt!“

 

 

 

 

 

 

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Meditation – meet myself

Meditation – meet myself

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Es gibt da so eine schöne vielverbreitete Methode, ein Familien-Meeting einzuberufen: einfach das WLAN ausstöpseln. Dann versammeln sich garantiert alle Familienmitglieder und – sofern man den Protest überhört – hat man die Chance, mal mit allen auf einmal zu reden. Natürlich ist das nur mit einem Augenzwinkern gemeint, und ich hoffe, dass Eure Familienmeetings anders ablaufen: geplanter und geordneter. Bei so einem Meeting redet man dann ja für gewöhnlich über organisatorische Sachen (das Außen) und es geht meist auch um die Befindlichkeiten der einzelnen Familienmitglieder (das Innen). Was blöd und was gut lief kommt auf den Tisch (Reflexion). Oft werden Pläne besprochen (Zielsetzung) und eine Marschrichtung dafür fest gemacht (Ziel-Umsetzung) unter Berücksichtigung der Fähigkeiten, Talente und Möglichkeiten der Beteiligten. Hinterher fühlen sich alle miteinander hoffentlich mehr verbunden, gewertschätzt und geliebt.

Warum ich über Meditation schreibe ?

In meinem Leben spielt Meditation mittlerweile eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag antwortete ich auf die Frage, was ich tun würde, wenn ich Herrscher der Welt wäre (oder so ähnlich), dass ich jeden dazu verpflichten würde, zu meditieren. Und bekam auch glatt von der lieben Ann von kinderunlimited  die Frage nach dem „Warum eigentlich?“ gestellt. Nachdem für mich fest stand, dass ich diese Frage nicht in einem kurzen Kommi beantworten kann, saß ich dann jetzt gefühlte Ewigkeiten, um den Beginn des Beitrags zu formulieren – Erleuchtung wollte sich hier vor dem Laptop trotzdem nicht einstellen. Obwohl ich dafür sorge, dass meine Schreibzeiten in einer ruhigen Umgebung ohne Ablenkung stattfinden, hatte ich das Gefühl innerlich im Kreis zu laufen. Also setzte ich mich entspannt im einfachen Schneidersitz auf meine Couch, legte mir eine Decke über und schloß die Augen. Dadurch vernahm ich dann zuerst verstärkt die vielfältigen Geräusche um mich herum: das leise Musikgedudel aus dem Küchenradio, das unterschiedliche Ticken der Uhren in Wohnzimmer und Flur, die Staubsaugergeräusche der Nachbarn unter mir, die Enten auf dem Fluß vorm Haus und die Abbaugeräusche des Wochenmarktes einige hundert Meter weiter, trotz geschlossener Fenster wahrnehmbar. Dann kamen die Gerüche: ein Gemisch aus frisch gewaschener Wäsche und Bärlauch. Beides wartete zwar in der Küche auf mich, war jedoch überdeutlich zu erschnuppern. Nach den Geräuschen und Gerüchen fing dann meine Nase an zu Jucken, mein BH-Verschluß störte irgendwie und mein Hosenbund drückte mir auf die Blase. Wer selbst meditiert, wird sicher schmunzeln müssen, denn all das ist absolut normal. Ich bezeichne diesen Zeitpunkt einfach mal als Unmuts-Punkt. Hier beginne ich, in mich zu horchen:

Was brauche ich, um mich in diesem Moment wohlzufühlen?

Weil es nicht darum geht – ist meine Meinung – in Askese und Selbstaufopferung zu leben und eingeschlafene Gliedmaßen sind eben nicht das Ziel der Übung. Also Hosenknopf und BH-Verschluß öffnen, kurz die Nase schubbern und den Schneidersitz leicht korrigiert, so dass die Knöchel bequem liegen. So angepasst an mein Wohlbefinden kann ich mich dann auf meinen Atem konzentrieren. Natürlich schießen auch mir dabei immer wieder Gedanken durch den Kopf – gerade für Meditationsanfänger wirklich frustrierend. Ich tue mit den Gedanken aber nichts, sie kommen und dann fällt mir auch schon auf, dass ich mich auf meinen Atem konzentrieren wollte: bis in den Bauch tief ein und aus. Dann ist der Gedanke verschwunden und mit entspanntem Unterkiefer nehme ich nur noch ein Summen im Kopf wahr. Und wie ein Händereichen verbinden sich im nächsten Moment Körper, Bewußtsein und Gefühl, was sich bei mir meist darin äußert, dass mir Tränen über die Wangen laufen, ich aber nicht traurig bin, sondern im Gegenteil: Dankbarkeit dafür empfinde, dass ich existiere. Wahrscheinlich, weil ich dies erst in einem ruhigen Moment fühle. Erst ab diesem Zeitpunkt beginnt die eigentliche Meditation, die sich wie ein konzentriertes Eintauchen anfühlt.

Meditation ist kein Abschalten oder Wegträumen, sondern klare und wache Bewusstheit.

Dieses bewußte Eintauchen kann unterschiedlich „genutzt“ werden und verläuft erfahrungsgemäß jedesmal anders. Vom energetischen Aufladen jeder einzelnen Körperzelle durch den Atem, über das Fokussieren bestimmter Energien, das Eintauchen in das innere Alleinsein (verbunden mit der Erfahrung des All-eins-seins), Antworten und Lösungen, die auftauchen und (Seelen)-Krafttiere, die sich zeigen, kann alles dabei sein.

„Meditieren heißt, in eine Idee aufgehen und sich darin verlieren, während Denken heißt, von einer Idee zur anderen hupfen, sich in der Quantität tummeln, Nichtigkeiten anhäufen, Begriff auf Begriff, Ziel auf Ziel verfolgen. Meditieren und Denken, das sind zwei divergierende, unvereinbare Tätigkeiten.“

Emile Cioran: Die verfehlte Schöpfung. 1949[7]
Nach meiner Definition nimmt man beim Meditieren Kontakt mit dem Unbewußten auf. Da das eigene Bewußtsein im Größenvergleich die Größe eines Löschblattes hat, das Unbewußte dagegen Fußballplatzgröße, stehen einem wesentlich mehr Wissensquellen zur Verfügung, als beim üblichen Gedankenkarussell. Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass man beim Meditieren alles aus der Metaperspektive betrachtet, den größeren Überblick hat, also Zusammenhänge besser erkennt, dabei das eigene EGO jedoch unbedeutend ist.

Meditation hat mir heute geholfen, einen Anfang zu finden: die Idee blitzte dabei kurz auf und natürlich hab ich sie verwendet. Selbst wenn es einige Leser gibt, die keine 1000 Wörter lesen mögen, so haben diese den wichtigsten Impuls schon im ersten Absatz erhalten. Zusätzlich fühle ich mich hinterher jedesmal ruhiger und ausgeglichener als vorher und bin stärker auf mich und meine Grenzen fokussiert. Dass sich das gegenteilig zur Meditationserfahrung anhört, ist mir bewußt. Jedoch kann ich doch nur tolerant, liebevoll und ausgeglichen auf andere Menschen zugehen, wenn ich für meine eigenen Bedürfnisse gesorgt habe.

Bei uns selbst zu bleiben, ist der größte Liebesbeweis, den wir anderen Menschen, Lebewesen und der Natur machen können.

Ich weiß, wie pathetisch sich das anhört. Das Ganze macht aber Sinn, da ich uns Menschen nicht nur für Fleisch- sondern auch für Energiewesen halte. Die meisten Menschen ziehen ihre Energie von anderen Menschen ab, weil sie nie gelernt haben, ihr eigenes System zu stärken durch die Lebensenergie, die Ihnen im Innern unbegrenzt zur Verfügung steht.

Liebe Ann, ich würde jedem Menschen Meditation verordnen, weil er dann irgendwann in der Lage wäre, sich selbst energetisch zu stärken und weil er Entscheidungen oder Taten irgendwann nicht mehr gegen Menschen, Tiere und Natur richten könnte, da er sich selbst als Eins damit betrachten würde. Für mich wäre die Welt damit ein besserer Ort.

Das innere Lächeln

Das innere Lächeln

Da habe ich so lange drüber nachgedacht, wie man eine einfache Meditation beschreibt…und dann gestern bei Teggytiggs die Antwort gefunden 🙂 …und weil auch ich das Rad nicht neu erfinden muss, reblogge ich einfach mal mit dem Zusatz, dass der Mund auch geschlossen bleiben kann. Hauptsache die Zähne pressen nicht aufeinander und der Unterkiefer ist entspannt. Mich stört nämlich das Austrocknen der Mundschleimhaut…und ich finde, jeder darf es sich so angenehm wie nur möglich gestalten. Viel Freude ❤
…und danke fürs rebloggen dürfen.

meinexperimentlebenblog

Nur Meditation kann dir wirklich helfen, denn du führst sie niemandem vor, sondern machst sie mit dir selbst aus. Du kannst dabei absolut frei sein. Es braucht dich nicht zu kümmern, was die anderen denken.

Wenn du irgendwo sitzt und nichts zu tun hast, entspanne deinen Unterkiefer und öffne den Mund leicht. Fange an, durch den Mund zu atmen, atme nicht tief. Überlasse es dem Körper zu atmen, dann wird der Atem flach und immer flacher. Und wenn du spürst, dass der Atem sehr flach ist und der Mund ist offen und dein Unterkiefer entspannt, dann wird sich dein ganzer Körper entspannt fühlen.

Wenn du so entspannt bist, fühle ein Lächeln in dir aufgehen – nicht im Gesicht, sondern über dein ganzes inneres Wesen verbreitet…und du wirst es können. Es ist nicht ein Lächeln der Lippen – es ist ein existenzielles Lächeln, das sich nur im Inneren ausbreitet.

Versuche es…

Ursprünglichen Post anzeigen 134 weitere Wörter

7 Wochen OHNE Verzicht

7 Wochen OHNE Verzicht

Wir sind umgeben von Ratgebern: virtuelle Tipps, wie ich Erfolgsautor werde, meinen Blog oder mein Business erfolgreich starten kann, mich selbst oder meinen Partner optimiere oder mein Leben leichter mache, den perfekten Körper durch ein entsprechendes Workout in 8 Wochen bekomme oder das Geheimnis meiner Intuition ergründe. Nach dem Lesen solcher Artikel bin ich immer enttäuscht, weil keine meiner Erwartungen erfüllt wurde. In die gängigen Tageszeitungen oder „Frauenzeitschriften“ werfe ich erst gar keinen Blick, ich weiß, was mich da erwartet. Die neueste Ernährungsmethode oder eine wirklich wirksame und völlig neuartige Diät, im Sommer Tipps zum Sonnenschutz und zu Kindern im Auto…oder, mein persönlicher Favorit: mehr Wasser zu trinken.

Und während ich steil gehe, wenn im realen Leben jemand meint, den Besserwisser rauszukehren, so klicke ich online alles brav an. Es könnte ja wirklich ne neue Erkenntnis dabei sein, etwas, das ich noch nicht wußte, eine neue Einsicht, die ich ja dann gleich nutzen könnte, ohne unnötige Fehler im Vorfeld zu machen.

Blöd ? Nein, saublöd ! Und krankmachend…

Denn eines schaffen diese Ratgeber auf alle Fälle: zu verunsichern. Sagen sie doch vor allem eines: DU BIST NICHT RICHTIG, DAS GEHT NOCH BESSER ! um ein SEI DU SELBST ! hinzuzufügen. Findet einer den Fehler ?

Um ich selbst zu sein, ist nicht wichtig, was andere raten, denn das, was dem einen geholfen hat, ist nicht unbedingt die richtige Hilfestellung für mich oder Dich. Wir sind hier in diesem Leben, um zu wachsen und dabei geht es nicht darum, schon am Anfang des Weges alle Gaben in den Händen zu halten. Meist ist ja eher das Gegenteil der Fall. Wir tragen jeder unser Päckchen und müssen mit den darin gesammelten Ängsten, Versäumnissen und Blockaden klar kommen. Während wir damit beschäftigt sind, lernen wir uns selbst besser kennen. Selbst wenn wir erst mal sammeln, was wir nicht wollen, so entwickelt sich doch daraus die klarere Vorstellung von dem, was man will und vor allem, was einem gut tut. Und trotzdem zweifeln wir.

Ich beobachte oft, dass vor allem eines fehlt. Meine Oma hätte dazu gesunder Menschenverstand gesagt. Wobei ich den Menschenverstand nicht ausschließlich dem Denken zuordne. Ich hätte das als Bauchgefühl – also ein Gemisch aus vergangenen Erfahrungen und Intuition – bezeichnet, aber Oma meinte genau das. Hört da heute überhaupt noch jemand drauf ? Und vertraut einfach auf das, was auf ihn zukommt ? Oder haben wir eher alle Angst davor, Fehler zu machen oder nicht ins gesellschaftliche Raster der schönen, erfolgsoptimierten und durchtrainierten Mitmenschen zu passen ? Und beschweren uns trotzdem alle darüber, dass heutzutage alles so verkopft ist.

Was genau ist da falsch gelaufen ? Wo liegt der Ansatz der Verunsicherung ? Ich hör es schon tönen: die Gesellschaft ist an allem schuld. Nein, ist sie nicht, denn die Gesellschaft sind wir, jeder einzelne. Wenn wir nicht so auf die Angebote anspringen würden, gäbe es bald immer weniger davon. Und ich stelle jetzt mal einfach eine These auf: in uns ist der Kern des Ganzen zu finden – mittendrin. Innere Zufriedenheit ist der Zustand, der uns immun machen kann, uns ruhen lassen kann, wie im Auge eines Tornados. Schließlich müssen wir täglich genug Stürme im außen abwehren, da wäre innerer Frieden ein Geschenk.

Dieser innere Frieden hat bei mir immer wieder folgende Auswirkungen: ich komme ins Lauschen. Höre zu, was mein Körper mir sagen will, lausche meinem Atem und meinen Gedanken und Empfindungen.

Zwischen Reiz und Reaktion liegt der freie Wille !

Dieser Satz meiner Tantralehrerin bringt es auf den Punkt. Wenn ich in mir zur Ruhe komme, hat das „Hamsterrad“ oder der angebliche Zwang von außen keine Gewalt mehr über mich. Denn es liegt in meiner Verantwortung, zu entscheiden, was für mich am besten ist, was ich wirklich tun will und was nicht. Und auch wie ich erreiche, was ich möchte, ist in meinen Zellen – oder eventuell ja auch den Zwischenräumen 😉 – verankert. Dazu sind keine Ratgeber nötig, denn es geht nur darum ES zu tun, einfach loszulegen. Korrigieren kann man immer noch. Kinder machen sich auch keinen Plan, wenn sie einen Turm oder was auch immer bauen wollen – die legen einfach los, weil sie ein Ziel haben und sich davon nicht abbringen lassen.

Stellt Euch diese Trinität in uns als ein geschlossenes System vor:

  1. zu akzeptieren, wer und wie man ist,
  2. immer wieder in sich zu ruhen und zu lauschen und
  3. ein Ziel zu haben.

Die einzelnen Punkte bedingen sich gegenseitig, immer wieder, lassen Veränderungen zu, sind flexibel. Aber sie sind in uns und nicht im Außen zu finden, und sie brauchen eine ganze Menge Training. Was bringt mir das ? Sicherheit, Klarheit, Integrität und Stringenz im Handeln.

Also die „7 Wochen ohne“ nutze ich dazu, auf all die Ratgeber, die mir vor die Nase kommen, zu verzichten. Und in der frei gewordenen Zeit werde ich mehr meditieren. Weil es gut tut, bei mir anzukommen und die Erfahrung von Ganzheit, Frieden und liebevollem Annehmen zu machen. Letztendlich stellen diese 7 Wochen auch keinen Verzicht dar, sondern eher ein „Ich hole mir zurück, was meins ist“. Ich reduziere, um in den Genuß der eigenen Vielfalt zu kommen. Paradox und einfach gleichermaßen.

Denn wichtig ist vor allem eines:

 

How to be an artist

How to be an artist

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Übersetzung:

Lass dich fallen,
lerne Schnecken beobachten, pflanze unmögliche Gärten.
Lade jemanden Gefährlichen zum Tee ein,
mache kleine Zeichen, die „Ja“ sagen und
verteile sie überall in deinem Haus.
Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
Freue dich auf Träume.
Weine bei Kinofilmen, schaukle so hoch du kannst
mit deiner Schaukel bei Mondlicht.
Pflege verschiedene Stimmungen,
verweigere „verantwortlich zu sein“,
tue es aus Liebe. Gönne Dir jede Menge Nickerchen.

Gib Geld aus und tue es jetzt. Das Geld wird Dir folgen.
Glaube an Zauberei, lache eine Menge,
bade im Mondlicht.
Träume wilde phantasievolle Träume,
zeichne auf die Wände.
Lies jeden Tag.
Stell dir vor, du wärst verzaubert,
kichere mit Kindern, höre alten Leuten zu.
Spiele mit allem, unterhalte das Kind in dir,
du bist unschuldig, baue eine Burg aus Decken,
werde nass, umarme Bäume,
schreibe Liebesbriefe.

Susan Ariel Rainbow Kennedy (SARK)

Da fehlt noch eine Menge auf meinem Weg…

…und nein, dieses Poem wird Joseph Beuys nur fälschlicherweise zugeschrieben 😉 .

Sprache der Herzen

Sprache der Herzen

Eines Tages fragte Mahatma Gandhi: „Warum schreien die Menschen so, wenn sie wütend sind?“

„Sie schreien, weil sie die Ruhe verlieren“, antwortete ein Mann.
„Doch warum schreien sie, wenn die andere Person neben ihnen steht?“, fragte Gandhi erneut.

„Wir schreien, weil wir wollen, dass die andere Person uns zuhört“, erwiderte ein anderer Mann. Gandhi fragte weiter: „Ist es dann nicht möglich, mit leiser Stimme zu sprechen?“ Weitere Antworten folgten, doch keine konnte ihn überzeugen.

Nach einem Augenblick des Nachdenkens sagte er: „Wollt ihr wissen, weshalb man eine andere Person anschreit, wenn man wütend ist? Es ist so, dass sich bei einem Streit die Herzen zweier Menschen weit voneinander entfernen. Um diese Distanz zu überwinden, muss man schreien. Je wütender die Menschen sind, desto lauter müssen sie schreien, um einander zu hören.

Darum laßt es nicht zu, dass eure Herzen sich bei einer Diskussion voneinander entfernen. Sagt keine Worte, die die Herzen auseinander treiben, denn der Tag wird kommen, an dem die Distanz so groß ist, dass es keinen Weg mehr zurück geben wird.

Ganz anders ist es zwischen zwei Menschen, die sich lieben. Sie schreien nicht, sie reden sanft miteinander. Weshalb wohl?

Weil ihre Herzen einander sehr nahe sind. Die Distanz zwischen ihnen ist klein. Manchmal sind sich die Herzen so nahe, dass sie nicht einmal sprechen, sondern nur flüstern. Und wenn die Liebe noch stärker ist, braucht es nicht einmal mehr ein Flüstern. Es genügt, sich anzusehen und die Herzen hören einander. Denn wenn zwei Menschen sich lieben, sind sie einander sehr nahe.“

Mahatma Gandhi

Tanz ist auch eine stille Sprache der Herzen:

 

Ich wünsche uns allen heute einen herzleisen Tag ❤