Jetzt rede ICH !

Jetzt rede ICH !

Wie würdet Ihr Euch fühlen, wenn Euch niemand beachtet? Wenn Ihr stattdessen immer mehr Arbeit aufgehalst bekommt, so dass Euch keine Luft zum Atmen bleibt?Wenn Ihr dann alles versucht, um an der Beziehung zu arbeiten:

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Und wenn nichts mehr geht, Ihr Euch verkrümelt und dann doch niemand Eure Abwesenheit bemerkt? Ist ja nicht so, dass ich kein Leid gewöhnt bin. Einem Teenie diente ich ja schon als Stütze durchs Abi und wurde danach im feuchten Keller entsorgt. Was mir wirklich innerlich Holzschmerzen bereitete, auch wenn ich nur aus Presspappe bin. Stellt Euch vor, da wären Ratten gewesen!!!

Nun ja, aber was nutzt es, wenn man verschwindet und einen sowieso niemand vermißt? Ich gebe ja auch zu, dass ich mich selbst etwas vernachlässigt hatte, formmäßig war ich längst nicht mehr der alte. Und klimatisch ist das Draußen ja nicht so meines, wenn ich so übers Abhauen nachgedacht hab, kamen mir auch immer irgendwelche Tiere in den Sinn. Dabei reichen mir doch die 2 Plüschhintern, die sich gern auf mir ausruhen.

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Ich versteh ja, dass man so als Göttin, jemanden wie mich nicht wirklich wahrnimmt. Und ihre Papierallergie ist unserer Beziehung auch nicht förderlich. So hab ich mir eine Strategie überlegt. Und während sie da draußen Ihre Strassenkämpfe durchzog,…

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…zog ich mich zurück und warf zuerst all den Ballast ab (ok, ich hab ihr zugearbeitet): Steuererklärungen erledigt, Anträge gestellt, Rechnungen geschrieben. Dann gabs ein Umstyling, schließlich wollte ich ihr gefallen. Und ich hab mich auch mental ganz neu aufgestellt:

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Und wer bis hierhin noch nicht begriffen hat, dass es um mich, also

MICKE

ging, der weiß einfach nicht wie Schreibtische ticken 😉 .

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Und was soll ich sagen, die Göttin und ich sind jetzt Freunde, gute Freunde 😉

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Wer sich für die anderen Teilnehmer dieses Projektes interessiert, dem empfehle ich den Initiator der Aktion „12 Monate – ein Ausblick“ Herrn Zeilenende  aufzusuchen. Ganz lieben Dank an ihn schmeiß ich hier mal eben durch das Internet ❤ . Wer meine vorangegangenen Fotos von Micke bewundern möchte, kann dies gern unter den angefügten Links realisieren.

Monat 6, Juli 

Monat 5, Juni

Monat 4, Mai

Monat 3, April 

Monat 2, März

Monat 1, Februar

 

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Zwiegespräch mit Serena

Zwiegespräch mit Serena

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*Das wird hart* *Ja, ich weiß* *Und Du bist sicher, dass Du das willst* *So sicher, wie man sich nur sein kann mit einem Mann* *Woher diese Sicherheit?* *Weil ich fühle, dass ich die Eine bin, und nicht die andere* *Ok, das ist jetzt so. Jetzt gehts Dir gut und Du kannst das entspannt so sehen. Aber ich kenn Dich. Du bist wechselhaft… in Deinen Stimmungen und Gefühlen wie der Mond*

*Ja, Du kennst mich und deshalb weißt Du auch, dass ich das jetzt durchziehen muss.* *Aber ich will nicht, dass Du verletzt wirst.* *Das kannst Du nicht verhindern, das kann niemand.* *Schon klar, aber Du versprichst mir was.* *Kommt drauf an?!* *Du versteckst Dich nicht, wenns zu arg wird, sondern kommst zu mir.* *Und weiter?* *Na ich bau Dich auf.* *Du?* *Was dagegen?* *Nein, ich bin nur skeptisch.* *Warum? Ich würde doch nur zusammen mit Dir Tee trinken und meditieren…* *Und?* *Und wenn das nicht hilft, gibts Testosteron.* *Auf Rezept, oder wie?* *Nö, viral und am besten in Überdosis. Ich gönn Dir ein paar heiße Chats und erweiter Deinen Dick-Pic-Speicherplatz.*

*Und Du meinst, das hilft, um nicht durchzudrehen, wenn der Kontakt zu ihm sehr eingeschränkt ist?* *Du weißt nicht, was er tut und möchtest doch, dass es ihm gut geht und er glücklich ist.* *Ja klar.* *Also kümmerst Du Dich darum, dass es Dir gut geht. Fertig. Egal, was andere denken.* *Danke Serena, ich mach uns noch n Kaffee.*

Jetzt kocht sie auch noch!

Jetzt kocht sie auch noch!

Vor 2 Jahren beschränkte sich meine gedankliche Vorstellung vom Bloggen auf Koch- und Reiseblogs. Hätte mich also jemand gefragt, was für einen Blog ich denn selbst gern machen würde, wäre meine Antwort: KEINEN gewesen. Was hauptsächlich daran gelegen hätte, dass mir selbst die Lust am Kochen gehörig vergangen war. Später dann, als ich so langsam mitbekam, dass es Blogs für alles mögliche und unmögliche gibt, schloß ich einen Kochblog definitiv aus. Der Hauptgrund war immer noch derselbe, aber es kam noch ein wesentliches Hindernis dazu: Ich kann absolut nicht fotografieren. Und ich will es auch nicht lernen. Aber wie das mit Gelüsten so ist, sie machen sich wieder bemerkbar: ich koche wieder gern und immer noch speziell.

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Als neulich meine Freundin meinte: „Du kannst so richtig kochen, oder?“, mußte ich kurz überlegen, was genau sie denn damit meint.

Was genau ist richtig kochen?

Vor allem Improvisation, aber nicht unüberlegt. Grundlage ist dazu sicher die Technik. Kochen ist Chemie und Physik. Wenn ich weiß, was zum Beispiel beim Anbraten passiert, wie welches Gemüse, Kraut oder Gewürz (und klar auch Fleisch) dabei reagiert, kann ich das steuern. Ist beim Autofahren ja nicht anders 😉 . Zusätzlich gibt es ein paar einfache Regeln, die dazu beitragen, dass ein Gericht einen Gaumenorgasmus auslöst. Zuviel Süße braucht einen sauren Gegenpart oder breiige Texturen sind wertiger, wenn sie mit etwas Crisp ergänzt werden, usw.. Mir hilft dabei sozusagen ein innerliches Geschmacksempfinden, ich spüre förmlich auf der Zunge, wie etwas miteinander harmoniert, welche Gewürze ich hinzufügen möchte und wie das Endergebnis schmecken soll. Und ich bin neugierig, immer. Neues wird – richtig – in den Mund gesteckt. Wie gerade beim Spaziergang auf der Wiese, Wildkräuter (also Unkraut) probiert.

Aber keine Sorge, ich bleibe hier bei einfacher, vegetarischer, histaminarmer Singlekost so als neue Kategorie. Für Dich, liebe B., denn mit Übung kann jeder kochen ❤

Gebackene Süßkartoffeln

Zuerst hab ich mir 2 fast gleichgroße schöne Süßkartoffeln geschnappt, gründlich gewaschen und trocken gerieben. Süßkartoffeln sind übrigens gar keine Kartoffeln, dafür aber ein unglaublich nährstoffreiches Gemüse, dessen Inhaltsstoffe Diabetes, Blutarmut und Bluthochdruck entgegenwirken. Caiapo heißt der Inhaltsstoff, der das möglich macht. Zusätzlich enthalten Süßkartoffeln aber auch noch Vitamin C, B2, B6, Mangan, Folat, Kupfer und Eisen.

Dann hab ich die Superknollen mit Öl bestrichen, mit Salz und Pfeffer rundherum gewürzt und auf ein Backblech gelegt. Im vorgeheizten Ofen durften sie dann bei 200 Grad ca. 45 Minuten garen. Prüft am besten mit einer Gabel, ob sie innen schon weich sind. Inzwischen hab ich mich an den Dip gemacht. Für Histis ist ja die Avocado eher tabu, aber so ganz kann ich auf meinen Liebling nicht verzichten. Also nur eine halbe Avocado mit wenig Zitronensaft, einer halben geputzten Paprika, 150 g Frischkäse und 50 g Joghurt sowie Salz, Pfeffer und eventuell Knofi (da krieg ich zuviel Hitze von 😉 ) in den Mixaaaaa. Sohni hat mir gerade einen mit 900 Watt besorgt, bei dem man supergut zum Abspülen an die Messer kommt. Und ich bin begeistert 😀 . Schmeckt den Dip noch ab, ich mag es kräftiger und auch ein paar Chiliflocken sind mir willkommen. Aber passt auf, dass bis zum Ende der Süßkartoffel-Backzeit noch genug Dip übrig ist!

Macht Euch lieber an die Kichererbsen – Penny hat die als Discounter in der Dose – ab damit in ein Sieb und gründlich abspülen und abtropfen lassen. Dann gebt Ihr sie auf doppellagiges Küchentuch und tupft nochmal so gut es geht die Feuchtigkeit ab. Dann in eine Schüssel mit den Dingern. Und jetzt ab ans Gewürzregal: Chili, 3 TL Kreuzkümmel (Cumin), Cayennepfeffer, bisschen Kurkuma, bisschen Zimt, Salz, Pfeffer, und was Ihr sonst noch so meint : rauf auf die Kichererbsen und gründlich vermischen. In einer beschichteten Pfanne erhitzt Ihr dann 2 EL Kokosöl, nein nicht Palmin, sondern das, was man sich auch auf den Körper oder ins Gesicht schmieren kann. Gibts im Glas, am besten Bio und riecht beim Erhitzen göttlich.

Darin bratet Ihr die Kichererbsen auf mittlerer Hitze langsam unter Schwenken an. Nebenbei dann die Katzen füttern, den Tisch decken und gönnt Euch eine Rhabarber- oder Johannisbeersaftschorle im Rotweinglas. Dann gehts noch den Sprossen aus Eigenzucht – bei mir war es Chia und Amaranth (letzteres werde ich nicht wiederholen, weil ich den Geruch nicht mag) noch an den Kragen: einfach mit einer Schere abschneiden. Und sobald die Kartoffeln soweit sind, aus dem Ofen nehmen, aufschneiden und Dip, Kichererbsen und Sprossen darauf ein bisschen nett aufhäufen.

Guten Appetit ❤

Eigentlich war ja meine Beschreibung bildhaft genug. Aber weil Ihr es seid, gibts auch ein Foto. Und wehe, da meckert wer über die Qualität, das Essen war nämlich lecker.

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Wer sich jetzt fragt, ob ich echt soviel essen kann… ich esse so, wie es mir gut tut und der Rhythmus mit 3 oder 5 Mahlzeiten am Tag würde mich einfach nur stressen.

Weihnachtsstimmung

Weihnachtsstimmung

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Bildquelle: sheepcafe.de

Ob es an 2016 lag, dass bis jetzt noch keine rechte Lust auf Weihnachten aufkommt, oder ob ich einfach anspruchsvoller geworden bin. Letztere Erklärung passt ja zu vielem, was sich trotz Wünschens beim Universum absolut nicht einstellen will: sei es endlich ein sinngebender Job, der perfekte Partner oder wenigstens leidenschaftlicher Sex. Bei dieser Aufzählung bin ich ganz froh, dass ich nur der Weihnachtsstimmung hinterhertrauere und ansonsten keinen Grund zur Klage habe 😉 .

Ja, ich hab Plätzchen gebacken, Kerzen am Adventskranz zum Nachmittagskäffchen entzündet, alle Geschenke beisammen, auf Weihnachtsfeiern „getanzt“ und sogar schon ein Bäumchen besorgt. Eine Serbische Fichte, ca. 1 Meter groß im Topf. Hab zuhause erst Google befragt und bin dabei auf den „Fichten-Dieter“ gestoßen. Der kennt sich aus, sag ich Euch, denn der hat „In seiner Arbeit sehr viel mit Fichten zu tun“. Er meint, die Serbische würde nur im Verbund wirken, aber ich stell mir doch nicht 3 Weihnachtsbäume in die gute Stube. Vielleicht bringen ja aber 3 Bäume auch gleich mehr Stimmung? Und auch gegen Schädlingsbefall hat er den ultimativen Tipp: „Gegen Schädlingsbefall …helfen sowohl hausbekannte als auch industrielle Schädlingsmittel nur bedingt, auch Maschinengewehre und Handgranaten schaffen nur selten Abhilfe.“ Gut, Fichten-Dieter weist darauf hin, dass letzteres als Scherz gemeint ist, einen bitteren Beigeschmack hinterläßt der Satz aktuell trotzdem.

Die schlanke Fichte steht auch schon im Wohnzimmer. Wobei schon nicht treffend ausgedrückt ist, dafür, dass ich in den vergangenen Jahren den Nikolaus mit Stiefeln unterm Baum begrüßt habe. Schmücken muss ich ihn aber noch.

Meine elektronische Freundin Siri hab ich auch schon gefragt, wie ich in Weihnachtsstimmung kommen kann. Die hat mir dann eine Seite im Web empfohlen und einiges finde ich richtig gut und wert, es auszuprobieren. Wer sich also auch gerade als Aussenseiter fühlt, weil er für Weihnachten noch nicht in Stimmung ist, kann es ja mal mit folgenden Tipps versuchen:

Tipp 1 

Freie Zeit reservieren, den Kopf frei machen von Verpflichtungen und träumen

Tipp 2 

Ohne Ziel durch die Stadt oder über den Weihnachtsmarkt schlendern und Lichter und Gerüche aufnehmen

Tipp 3 

Zuhause Weihnachtsmusik auflegen und mitsummen

Tipp 4 

Märchenfilme gucken, die man als Kind schon geliebt hat

Tipp 5 

Kinder beobachten, mit ihnen plaudern, zuhören und sich von ihrer Begeisterung anstecken lassen

Und wenn sich die Stimmung dann immer noch nicht einstellen will, dann ist das eben so. Ein bisschen Gelassenheit in den letzten Tagen vor dem heiligen Abend tut immer gut. Wobei mir da noch ein Wunsch einfällt, etwas, was ich wirklich gerne hätte, besonders zum 1. Feiertag: 150 Heinzelmännchen 🙂

50 Heinzel bestücken den Kühlschrank,
2 Heinzel massieren meinen Nacken während
5 Heinzel mir ein Schaumbad einlassen.
3 Heinzel kümmern sich um die Schokomaske für mein Gesicht
10 Heinzel putzen meine Bude und die Küche, nachdem ich gekocht habe
15 Heinzel reinigen mein Auto von innen und außen
57 Heinzel beschäftigen die Katzen und die jugendlichen Mitbewohner
und 1 Heinzel füllt immer wieder mein Sektglas auf 😉 .

Da bleiben 7 Heinzelmännchen übrig, könnte ich abgeben gegen Höchstgebot 😀

Und jetzt drückt bitte alle die Daumen, dass die russische Prinzessin und der Satansbraten (Alice) das Bäumchen uninteressant finden!

Uff, kein Weihnachtslied.

Mir war grad danach ❤  Ich wünsche dem Hamburger Kneipenchor ein schönes Fest ❤

Schwierige Zeiten — holunderhexe

Schwierige Zeiten — holunderhexe

Lesenswert für Bauchgefühlmenschen und alle anderen natürlich auch. Ich kann meiner Lieblingshexe da nur zustimmen ❤

 

Das geht ja wirklich Schlag auf Schlag im Moment, auch in den Kursen ist es gerade ein großes Thema: Was ist da los? Dreht die Welt langsam durch? Es sind große, lange Prozesse, die wir kaum überschauen können, die mit Gesellschaften an sich zu tun haben, denn nichts kommt aus dem Nichts. Wenn es chaotisch […]

über Schwierige Zeiten — holunderhexe

Gutmenschen

Gutmenschen

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Der Versuch einer Definition: Gutmensch

Gutmensch impliziert mir, dass ein Mensch zu gutmütig, zu nett zu seinen Mitmenschen ist. Oft über seine Grenzen geht, und ohne nachzudenken sein letztes Hemd gibt. Ein Gutmensch verschließt angeblich seine Augen vor der Realität, ist beeinflußbar, hat keine eigene Meinung und verschließt sich den Konsequenzen. Er urteilt nicht rational, sondern ist emotional sogar mit Katzenvideos „rumzukriegen“. Ihm wir auch unterstellt, sich als Moralapostel aufzuspielen und eigentlich nur zu tun, was von Autoritäten erwartet wird. Ich tue mich grade sehr schwer den Begriff des Gutmenschen so zu beschreiben, wie er wahrgenommen wird, denn seine Wahrnehmung, Bedeutung und Verwendung in der Gesellschaft empfinde ich als sehr zwiespältig.

Der Begriff ist ja erst in letzter Zeit geprägt worden. Aber waren Albert Schweitzer oder Mutter Theresa dann auch Gutmenschen? Die Menschen, die sich Sektenführern anschließen, sind das Gutmenschen ? Wird man so betitelt, zuckt man innerlich zusammen.

Wikipedia schreibt dazu:

„… eine ironisch, sarkastisch, gehässig oder verachtend gemeinte Verunglimpfung von Einzelpersonen oder Gruppen/Milieus („Gutmenschentum“). Diesen wird, aus Sicht der Kritisierenden, ein übertriebener, nach äußerer Anerkennung heischender, Wunsch des „gut sein“-Wollens in Verbindung mit einem moralisierenden und missionierenden Verhalten und einer dogmatischen, absoluten, andere Ansichten nicht zulassenden, Vorstellung des Guten unterstellt….“

Also doch jemand, der nicht an die Konsequenzen denkt, alles nur in rosarot mit Sternchen und Glitzer malt und nichts von explodierenden  Kosten oder anderen Schreckensszenarien hören will, sondern hilft, weil er scharf ist, aufs Bundesverdienstkreuz oder Schulterklopfer ?

Szene 1 – absolut kein Gutmensch:

Ich bin Fan der Serie „Supernatural“. In einer ganzen Reihe von Folgen fehlt einem der Protagonisten seine Seele. Erstaunlich fand ich, wie sich die Macher Gedanken darüber gemacht haben, wie ein Mensch ohne Seele agiert. Alle Entscheidungen wurden rein rational getroffen. Bevorzugt wurde vom Protagonisten der jeweils erfolgversprechendste Plan. Damit war der Typ unglaublich produktiv, effektiv und kalkulierte Wahrscheinlichkeiten mit ein. Er machte keine Unterschiede zwischen Menschen, die ihm nahe standen und den anderen sondern setzte rein auf Logik, und taktierte eher mit den menschlichen Schwächen aller Menschen. Für ihn zählte bei Verlusten nur die Anzahl., also lieber 3 Leute opfern um 10 zu retten. Denn sie waren ihm alle gleichgültig. Er empfand nichts für andere: keine Loyalität, kein Mitgefühl, eben nichts, was menschliche Entscheidungen für gewöhnlich beeinflusst, was es eben auch schwierig macht, Mensch zu sein. Es ging ihm ausschließlich darum, erfolgreich zu sein, in dem, was er tat. Zu siegen.

Szene 2 – auf jeden Fall ein guter Mensch:

Der krasse Gegensatz dazu ist einer meiner Bekannten, der eines Märzmorgens knapp die U-Bahn verpasste und sich dadurch mit einer Obdachlosen unterhielt. Nach ca. 5 Minuten gab er ihr nicht nur das gesamte Bargeld, das er dabei hatte. Nein, er hob zusätzlich alles ab, was sein Konto hergab, um die Frau zu unterstützen (Ich meine mich zu erinnern, dass es sogar zu einer Wohnraumvermittlung kam). Dadurch war jedoch der junge Mann selbst 1 Woche ohne jegliche finanzielle Mittel – zum Glück war einerseits das Ende des Monats in Sicht und andererseits hat derjenige viele Freunde, die ihn trotz leerer Taschen mitverpflegten. Laut seinen Worten waren sogar 3 Rum/Cola drin 😉 .

Wer von uns hätte so gehandelt – ohne genau zu wissen, wie seine Woche wird ?

Der Bekannte meinte, es hätte ihn Demut gelehrt. Mich hat es sprachlos gemacht – soviel Vertrauen in seine Mitmenschen hat nicht jeder. Und es hat mir einmal mehr gezeigt, was Menschlichkeit ausmacht: sich für andere interessieren, mitfühlen, teilen, helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. logische und erfolgsorientierte Berechnungen können auch Computer treffen. Mensch sein, heißt soviel mehr.

Wer hat Schattenarbeit nötig ?

Vielleicht wird das Wort Gutmensch ja nur verwendet, um von den eigenen Schwächen und Versäumnissen abzulenken. Viele Menschen haben heutzutage verlernt, zu geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten, weil es ihnen uneffektiv erscheint. Und doch bin ich der Meinung, sehnt sich die Seele danach. Etwas Gutes zu tun, nicht nachzufragen, nichts zu erwarten, sondern einfach weiter optimistisch in die Zukunft zu vertrauen. Und letztendlich: Wer bestimmt eigentlich wieviel des Guten zuviel ist und wessen Moral die Norm darstellt? Doch nur die eigene Seele, oder wie seht Ihr das ?

 

Kennen lernen…

Kennen lernen…

Ich behaupte einfach mal, dass die Anzahl der Möglichkeiten neue Leute oder potentielle Partner kennenzulernen nie so groß war, wie heutzutage. Ob durch den Beruf, Hobbys, Sport, Clubs aber auch online durch Netzwerke, Foren, Apps oder Portale, der „Markt“ erscheint riesig. Ich gehöre nicht zur Generation Web2.0, die oft Personen in ihre „Freundesliste“ aufnehmen, mit denen sie im realen Leben nicht mal 2 Worte gewechselt haben – ja die sie oft nur online kennen. Letzteres ist immer mit Vorsicht zu genießen, weil jeder im Netz nur bestimmte Facetten seiner selbst – ob eingebildet oder real – präsentiert. Für bestimmte Kontakte ist das interessant und kurzweilig. Auf die Dauer jedoch ist die reale Kommunikation (also face to face) wesentlich vielschichtiger angelegt.

Das dachten sich auch die Organisatorinnen Kathleen und Ingeborg, als sie das Konzept für eine andere Art von Single-Parties entwarfen. Und um einfach mal auszutesten, wie das Ganze ankommt und wo unsichtbare Schwachstellen lauern, veranstalteten die Zwei am 08. April eine Generalprobe. Um es vorwegzunehmen: Schwachstellen gab es keine und für eine Generalprobe lief es bombig.

Eingeladen waren ausgewählte Singles – zu gleichen Teilen 😉 – im Alter von 38+. Die BewerberInnen wurden im Vorfeld um ein Foto gebeten, um sicherzustellen, dass ganz normale Leute eingeladen werden. Die Location wurde 2 Tage vorher per Mail bekanntgegeben und war eine hervorragende Wahl:

das Erotic-Art-Museum in Hamburg.

http://www.eroticartmuseum.de/ ist der alte Link. Das Museum gibt es nicht mehr im, wie im Link, dargestellten Ausmaß. Ausschließlich die unteren Museumsräume sind für den Besucherverkehr frei, und dort ist eine liebevoll geführte Bar integriert.

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Erotic Art Museum

Mit 35-40 Personen waren die beiden Räume an diesem Abend locker gefüllt. Durch das am selben Abend stattfindende Fußballspiel gab es wohl einige männliche Fernbleiber. Aber so waren  Jessica Jäde als Sängerin und die anderen Bandkollegen Roun Zieverink am Piano und Nancho Campos an den Drums sowie auch das aufgebaute Häppchenbuffet sichtbar und erreichbar. Schon vor der spritzigen Begrüßungsrede von Ingeborg, die uns die Musikusse – ebenfalls Singles 😉 – vorstellte und das Buffet mit einem Glas Sekt eröffnete, kam man grüpppchenweise ins Gespräch. Durch die Exponate und das auf Sankt Pauli übliche „Du“ waren die Unterhaltungen von Beginn an ungezwungen und total entspannt. Kann man sich vorstellen, oder ? 😉

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…der Blick zur Decke

Zusätzlich sorgte die Band mit bekannten Hits der 70er und 80er Jahre für ein beschwingtes Feeling, dass die Arm- und Handgelenke der Besucher für den allerersten Auftritt von Barbara Dahmen lockerte. Selbige präsentierte uns kleine aber feine Comedy zum Thema Online-Dating. Mit leicht hörbarer Münchner Mundart und Pointen, die beide Geschlechter gleichermaßen bedachten, zeichnete sie ein reales Bild dieses Themas. Und die Zustimmung der Zuschauer äußerte sich in begeistertem Beifall. Nicht wenige von uns hatten vor Lachen Pipi in den Augen und als Running Gag hielt sich den Abend über der kurze und doch so aussagekräftige Halbsatz: „…aber ich kann kochen“. Ich geh an dieser Stelle einfach mal davon aus, dass DEN alle Singles verstehen.

Ingeborg und Kathleen kümmerten sich mit viel Herzblut um ihre Gäste und sind nun damit beschäftigt, eine ansprechende Homepage zu kreieren. Diese trägt dann den Namen www.diegastgeberinnen.de . Weitere Veranstaltungen dieser Art mit Live-Musik, Kabarett und ausgewähltem Publikum sind in Planung. Wer mehr darüber wissen möchte, kann am Freitag, den 22.04.2016 um 14:00 Uhr sein Radio auf 90,3 (NDR Hamburg) stellen und dem Live-Interview lauschen. Wer Lust bekommen hat, ebenfalls teilzunehmen, darf gern eine Mail an ingeborg.jaede@web.de schreiben oder sich unter 0172-4583440 anmelden.

Ich habe an diesem Abend nicht nur eine wunderbare Location mitsamt Unterhaltung und leiblichen Genüssen erleben dürfen, sondern führte auch interessante Gespräche. Dabei habe ich 2 Männer und 2 Frauen besser kennengelernt, als das online in dieser Zeit jemals möglich gewesen wäre. Ich bin auch beim nächsten Mal gern wieder dabei. Denn die Songauswahl wird sich dann um ABBA-Hits drehen 😀 . Ich freu mich und wünsche den beiden Gastgeberinnen viel Erfolg und noch viel mehr Spass mit ihrer Geschäftsidee. Sicher verliebt man sich dort nicht alle 11 Minuten (so wie bei einem bekannten Single-Portal), aber vielleicht entsteht ja doch die ein oder andere Beziehungskiste auf diese Weise ❤

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Ein großes Dankeschön an Andreas Bahr für die Fotos zum Erotic Art Museum (y)