Wahre Liebe – Fallobstsentenz

Wahre Liebe – Fallobstsentenz

Irgendwann ist da Einer, bei dem es unbedeutend ist, ob die Badezimmertür offen steht. Weil er nicht wertet und Dich sein läßt, wie Du bist.

Januar 2018

 

Danke, dass es Dich gibt ❤

 

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Was soll ich tun?

Was soll ich tun?

Ob diese Frage in einem Gespräch vor ca. einem Jahr auch fiel, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß, dass es um die Zukunft einer Freundin ging, die Situation ausweglos erschien und, dass wir die Karten dazu befragt haben. Es ging darum, dass sie den Partner, mit dem sie trotz der mittlerweile fehlenden Liebe und Leidenschaft ja sehr viel verbindet, doch nicht in einer für ihn belastenden Situation verlassen kann. Schließlich hatte sie sich doch mal für ein „in guten wie in schlechten Tagen“ zu ihm bekannt. Dadurch war sie doch verantwortlich für das Leben des Menschen, war an ihn gebunden, egal, was sie selbst glücklich macht.

Als Freundin bin ich mitunter unerträglich ehrlich. Und so bekam sie von mir folgende Sätze an den Kopf geknallt:

„Was meinst Du eigentlich, wer Du bist, dass Du Gott spielen musst!!! Du bist nur für einen Menschen verantwortlich und das bist Du selbst. Du kannst Dir doch nicht anmaßen, besser als Dein Partner wissen zu wollen, was gut für ihn ist? Woher willst Du wissen, dass eine Trennung für ihn nicht das Beste wäre? Das kannst Du nicht. “

Ich verstehe ja, dass es wesentlich leichter ist, die Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen – weil man im entscheidenden Moment IMMER den Rückzieher machen kann, der Andere wäre ja schlußendlich für sich selbst verantwortlich. Aber viel schwieriger ist es, die Verantwortung für das eigenen Leben, das eigene Glücklichsein zu übernehmen. In diesem Blog geht es mir immer wieder um Selbstliebe, darum, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Dazu gehört aber auch, sich die Verantwortung für sich selbst zurückzuholen. Andere Menschen nicht über sich und seine Bedürfnisse zu stellen und sich als die wichtigste Person im eigenen Leben zu betrachten. Damit ist kein Narzissmus gemeint, denn der wäre das Gegenteil: jemanden zu brauchen, der einem immer wieder bestätigt, ein liebenswerter Mensch zu sein. Zur Selbstliebe und Selbstverantwortung gehört auch, Verstrickungen und Abhängigkeiten zu erkennen, denn nur wenige von uns sind so erzogen, dem eigenen Stern zu folgen.

Tarot - Der Teufel
Es geht um Blockaden und Situationen, in denen wir uns unwohl fühlen, in denen wir in Abhängigkeiten und Angst verharren, weil der Leidensdruck noch nicht groß genug ist.

Dazu ein aktuelles Beispiel:

Gestern Abend hatte ich eine aufwühlende Diskussion mit dem Lieblingssohn, der sich mittlerweile der analogen Fotografie verschrieben hat UND schon immer jemand ist, der interessiert am aktuellen Zeitgeschehen teilnimmt. Seine Ankündigung am kommenden Freitag oder Samstag die Gegendemos zu G20 als Beobachter begleiten und Fotos machen zu wollen, stieß bei mir als Mutter und auch bei seiner Freundin auf grenzenloses Entsetzen. Schließlich ist das Ereignis noch gar nicht los gegangen, aber man spürt jetzt schon deutlich negative Winde, die uns hier umwehen.  Wir haben Angst um ihn und wollen natürlich verhindern, dass er sich dem aussetzt und redeten entsprechend auf ihn ein, um ihn davon abzubringen. Er sieht es jedoch als seine Aufgabe an, da er sich der Dokumentarfotografie verschreiben möchte/will/hat. Ob es an meiner Erziehung oder am eigenen Charakter liegt, weiß ich nicht, er hält an seinem Vorhaben fest. Ist dabei jedoch keinesfalls stur und verbohrt, sondern versteht unsere Einwände und versprach, sich rechtlich „schlau zu machen“. Seine Schwester unterstützt seine Meinung übrigens und wies mich an, doch bitte loszulassen. Ein mulmiges Gefühl bleibt mir und seiner Freundin sicher auch. Und es mischt sich Stolz darunter, dass er eben nicht faule Kompromisse eingeht, nur um es uns recht zu machen.

Update: Glücklicherweise hat der Lieblingssohn ein paar Bezugspersonen mehr, mit denen er sich auch über seine Vorhaben austauscht. Denn mütterliche Ratschläge und Fürsorglichkeit reizen ja schon per se zum Widerspruch. Und so hat er für sich entschieden, das Treiben zu G20 aus sicherer Entfernung zu betrachten und sein fotografisches Augenmerk auf weniger brisante Ereignisse zu richten, um mehr Übung und Routine zu bekommen. *erleichtert bin*

Tarot Stern
Die Situation abwägen und dem eigenen Stern folgen.

Wenn ich mich so umsehe, dann bemerke ich, dass eben viele Partnerschaften nur noch bestehen, weil jeder der Partner meint, faule Kompromisse aufrecht zu erhalten. Heißt, ich tue etwas für den anderen, weil ich MEINE, er braucht/will das so. Bei ebensolchen Kompromissen steigt der eigene Unzufriedenheitspegel immer mehr. Weil man keinen Dank erhält. Wofür auch, der Partner weiß ja nichts von dem Kompromiss. Und letztendlich folgt keiner der Partner dem eigenen Stern und der Frust in der Partnerschaft ist auch für Außenstehende deutlich spürbar. Die in der Bildüberschrift gestellte Frage ist also schon von der Wahl her nicht eigenverantwortlich. Denn es geht nicht darum, was man tun soll. Es geht einzig und allein nur darum:

Was will ICH ? Und wer will ICH sein?

Und dann entsprechend zu handeln. Egal ob es dauert oder von heute auf morgen geschieht. Glücklicher ist, wer seinem eigenen Weg folgt.

Besagte Freundin hat das getan. Noch befindet sie sich mitten im Loslösungsprozess, und ich bin nur begleitender Beobachter. Sie erscheint mir lebendiger, gelöster und offener für die Zukunft. Und das macht mich total froh, denn auch wenn meine Zunge manchmal sehr schnell ist, mache ich mir im nachhinein dann doch viele Gedanken, ob ich ein Recht auf verbale Kopfnüsse habe. In diesem Sinne:

Wir werden sterben.

Also lasst uns jeden Tag aufs Neue beginnen zu leben!

Viel mehr zu spüren und nicht denken.

Leidenschaft und Freude im Tanz des Lebens

 

Quelle der Tarotkartenfotos: http://www.astrolymp.de/

 

 

Weltfrieden, Frühschoppen und FSK 18

Weltfrieden, Frühschoppen und FSK 18

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Eine meiner herausstechendsten Eigenschaften ist Neugierde, auch im zwischenmenschlichen körperlichen Bereich. Meinen eigenen Körper kenne ich sehr gut und mag ihn so, wie er ist, Scham = Fehlanzeige. Ich mag Wäsche, die vielleicht nicht jeder im Schrank hat – nein billig aussehendes von O..n ist nicht dabei. Und ich komme viel zuwenig in den Genuss, das auch zu zeigen: die Wäsche natürlich 😉 . Meine Freundin hat leider schon als Kind nicht die positiven Erfahrungen machen dürfen, die mein Körpergefühl geprägt haben. Während ich mit 7 nackt am FKK-Strand spielte, machte sie ihre allererste Diät. Die katholische Mädchenschule, die sie besuchte, trug sicher ebenfalls nicht dazu bei, ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Und so kann sie als Mittvierzigerin auf eine lange Diät-Karriere zurückblicken und lernt erst seit kurzem, ihren Körper zu nehmen, wie er ist und sich um Bedürfnisse zu kümmern.

So habe ich mich dann vor kurzem als Einkaufsberater für einen Reeperbahn-Bummel zur Verfügung gestellt. Schöne Wäsche und…ein Vibrator. Das kleine handliche Etwas im Karton war leider nur unzureichend auf der Verpackung beschrieben, und so marschierte ich damit zur Kasse und sprach die Verkäufer dort daraufhin an: „Sagen Sie, würden Sie diesen Vib Anfängern empfehlen?“. Komisch, die 2 Herren traten noch ein Stück weiter in den Hintergrund (fehlendes Fachwissen vermute ich). Dafür antwortete mir die junge Verkäuferin: „Also Anfängervibratoren haben wir nicht, gibt es auch gar nicht. Aber darf ich Ihnen diesen einmal auspacken und Sie testen ihn?“ *grins* Hab ich, in der Hand natürlich. Und während ich als Einkaufsberater mir nicht anmerken ließ, dass das gute Stück nicht für mich bestimmt war, besah sich besagte Freundin das ganze Szenario skeptisch mit etwas Abstand.

Dass genau diese Freundin mich keine 2 Wochen später kontaktierte, um mir einen netten Sonntag im Swingerclub vorzuschlagen, erklärt eigentlich nur ein enormer Entwicklungssprung. Nein, nicht durch den Vib, der liegt meines Wissens noch im Karton…

Eine vorherige Reservierung war Voraussetzung, damit die Gastgeber das Buffet entsprechend planen konnten. Und so schlugen wir 2 ungleichen Mädels an einem verregneten Sonntag die Türglocke einer grundsätzlich abgeschlossenen Eingangstür. Auf FSK 18 wird hier nämlich extrem geachtet. Fast zeitgleich mit uns kamen noch ca. 120 weitere ausgewählte Gäste. Also klein und kuschelig 😉 . Denn auf eine gute Mischung von Paaren, sowie alleinstehende Damen und Herren ist Voraussetzung, damit sich alle wohlfühlen.

Wir warfen uns nach einer sehr herzlichen Begrüßung durch die Gastgeber in einer viel zu kleinen Unisex-Umkleide in unsere heißen Fumm… äh, Klamotten und genehmigten uns die erste Latte des Tages. Wer jetzt grinsen mußte – zu Recht – ich habe das gefühlt allererste Mal einen Latte Macchiato bestellt. Nur „Eine Latte, bitte“ zu bestellen, gelang mir nicht. Ja, auch ich habe irgendwo Grenzen 😉 . So ganz in Ruhe in einem Swingerclub sitzen, eine Latte zu genießen und Leute beobachten – besser kann ein Sonntag nicht starten. Und was für Menschen wir sahen: große, kleine, schwarze, blasse, sehr schlanke und wirklich dicke, im chicen Dress, im Anzug, in Faschingskleidung (Wer findet Männer im Clownkostüm sexy ??? ), aber auch dem schlimmsten Netzfummel – es war alles vertreten. Und dazu eine familiäre und angenehme Stimmung.

Nachdem wir uns eine Stärkung am Buffet und einen gutaussehenden Stammgast als Tischbegleiter für die Konversation gegönnt hatten, bekamen wir eine Führung durch das Raum- und Wellnessangebot des Clubs. Die Bar als den zentralen Treffpunkt, die den Nichtraucherraum von der ebenso großen Raucherlounge abtrennt, hatten wir ja schon kennengelernt. Allein hätte ich mich verlaufen, denn es gab jede Menge Räume zum Spielen, eine Sauna, einen Massageraum incl. Masseur, einen Außenwhirlpool und Duschen. Und überall standen Regale mit schneeweißen Handtüchern, sowie in Duschen und Toiletten auch Hygieneartikel, Deo und Haarspray.

Die Spielräume bedürfen an dieser Stelle einer kleinen Erläuterung. Natürlich dürfte man sich auch an der Bar vergnügen, tut es aber nicht, sondern sucht den Raum seiner Wahl – oder eben eine freie Stelle „auf der Matte“. Vom SM-Raum mit Gyn-Stuhl, Andreas-Kreuz und vielen weiteren Nigglichkeiten, bis zum STOP-Raum oder der Hundehütte (ein Raum mit großer Leder-Liegefläche und fensterartigen Öffnungen, sowie mehrere kleine und noch ein großer Raum bleiben keine Wünsche offen: alles ist absolut sauber, angenehm ausgeleuchtet und Kondome stehen überall bereit. Und so vergnügt sich eben jeder der 35 bis 75jährigen auf seine Art und Weise. Das Anbandeln geschieht an der Bar oder im Pool, man unterhält sich nett und dann kann alles passieren, aber nichts muss. Denn ein „Nein“ wird hier strikt befolgt. Und so kommen z.B. die einen als Paar, lassen sich von der Stimmung aufheizen und nutzen den STOPP-Raum nur für sich alleine, andere schauen gern zu oder lassen zuschauen. Viele kennen sich, sind schon lange dabei und der Sex steht längst nicht mehr im Mittelpunkt. Für andere gehts ums Ausprobieren, Neues kennenlernen und Fantasien auszuleben. Und ich habe mir sagen lassen, dass viele Paare, nach so einem Besuch zuhause angekommen, nicht satt sind. Dann widmen sich die meisten noch einmal intensiv einander, weil Sex eben doch mehr als nur auf körperlicher Ebene stattfindet.

Beim Wort Swingerclub hat sicher der ein oder andere Bilder im Kopf, aber diese entsprechen partout nicht der Realität. Denn vor allem herrscht hier eine gegenseitige Toleranz, die ich so noch nie gespürt habe. Oder wie meine Freundin formulierte: “ Wenn jeder Mensch einmal im Monat in so einen Club gehen würde, wäre er nicht nur entspannter, er hätte auch ne Menge für den Weltfrieden getan!“ Zum Weltfrieden trug sicher auch das jeweils zum Mittag und Nachmittag neu bestückte Buffet und überhaupt die Preisgestaltung bei. Sämtliche Getränke sowie Buffet, Sauna, Whirlpool, Handtuch- und Toilettenartikelnutzung waren im Preis inbegriffen. Damen ohne Anhang sind pro Person mit 15,- Euro dabei. Herren zahlen einiges mehr. Paare haben so einen Mittelpreis von 45,- Euro. Hier wird nämlich nicht gleichgemacht, was unterschiedlich ist und trotzdem wird jeder Unterschied respektiert. Nach einem Besuch mit soviel verschiedenen Körpern konfontiert, hat dann hoffentlich auch die Letzte begriffen, dass Scham im Zusammenhang mit dem eigenen Körper nichts zu suchen hat. Und dass es für jede Figur entsprechende Liebhaber (ja, eindeutig zweideutig gemeint!) gibt.

Und so haben wir Club-Neulinge ca. 7 Stunden die freundliche und aufgeschlossene Atmosphäre genossen, viel gelacht und gequatscht, gegessen und (nicht nur Latte) getrunken, sauniert, uns amüsiert und Eine von uns hat auch Zeit und Berührungen auf der Matte genossen. Wer? Das bleibt mein Geheimnis. Aber eines kann ich verraten: wir waren nicht zum letzten Mal zu Besuch. Also, nehmt das Leben locker und traut Euch.

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