Liebe brennt

Liebe brennt

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Liebe brennt

Das Leben wäre vielleicht einfacher,
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte.

Weniger Trauer
wenn wir uns trennen,
und weniger Angst.
Und auch nicht diese machtlose Sehnsucht,
weil du nicht da bist,

nicht da sein kannst,

nicht da sein willst(?).

 

Meine Sehnsucht,

die nur das Unmögliche will
und das sofort im nächsten Augenblick und
die dann, weil es nicht sein kann,

betroffen ist
und schwer atmet.

Das Leben wäre vielleicht einfacher,
wenn ich dich nicht getroffen hätte.

Es wäre nur nicht mein Leben.

 

—————in Anlehnung an Erich Fried————-

 

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Frauen über 40 …#2

Frauen über 40 …#2

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Frauen über 40 haben viel gelernt, über andere, über Frauen und vor allem über sich. Sie haben beobachtet und Schlüsse gezogen. Sie wissen, Wann sie Wie drauf sind und Warum. Weil sie sich als Teil der Natur begriffen haben und wie die Natur einem Kreislauf folgen oder besser folgen müssen.

Frauen über 40 genießen es, am Wasser zu sitzen und den Wellen zuzuschauen. Weil sie selbst Wellen sind. Mal groß und Furcht einflößend, mal sanft umspülend. Sie haben begriffen, dass sich ihr Körper, ihre Emotionen und ihre Seele wie Tiden auf und ab bewegen. Dass auf Ebbe immer wieder Flut folgt. Auch wenn sie manchmal vom Rhythmus überrascht sind, es sie förmlich mitreißt ohne, dass sie Zeit zum Luft holen haben. Frauen über 40 haben gelernt, in diesen Momenten zu vertrauen, los zu lassen und gelassen zu bleiben.

Und wie das Wasser umspülen sie ihre Lieben, mal unbemerkt weich, trotzdem formend und mal mit sanftem Nachdruck. Jede von ihnen ihr eigener Ozean mit Stürmen, Seebeben und Flaute, glitzernden Tropfen in der Sonne, Wellenbrechern und schäumender Gischt. Frauen über 40 betören als Engel, verführen als Jägerin, sind liebevolle Mutterkühe auch ohne Kind und genießen ihre kraftvolle Weiblichkeit. Doch auch ihr innerer Racheengel, ihr Miststück ist ihnen bewusst. Jene, die nur aus den Fluten auftaucht, wenn Frauen über 40 nicht ihrem ureigenen Instinkt und Takt folgen. Dann könnte es passieren, dass ganze Schiffsarmadas in die Tiefe gezogen und Besatzungen den Fischen zum Fraß vorgeworfen werden.

Wie das Meer, so beruhigen sich Frauen über 40 auch wieder, nehmen Collateralschäden hin und versprechen sich innerlich, noch mehr auf sich und ihre Grenzen zu achten. Und schon zieht es sie weiter zu anderen Ufern, in neue Flußbetten und Stromschnellen, zu glutroten Sonnenuntergängen und silbrig reflektierendem Mondlicht auf der Wasseroberfläche.

Denn nichts genießen Frauen über 40 mehr, als im Fluß des Lebens zu sein.

Helden

Helden

Gerade hab ich Kinokarten gekauft. Morgen Abend schau ich mir mit der Lieblingstochter „Deadpool“ an. Den Trailern nach ein Superheld mit einer übergroßen Klappe. Letztendlich einer, der an verschiedenen Wegpunkten Entscheidungen trifft, die ihn zu dem machen, der er ist. Der sein Leben so annimmt und sich dabei seinen Humor bewahrt. So wie man eben einen Helden definieren würde: jemand, der in einer speziellen Situation über sich hinauswächst, seine Ideale vertritt und sich selbst treu bleibt.

Laut Wikipedia wurde das Wort ‚Held‘ seit dem 3. Reich im westlichen Teil Deutschlands nicht benutzt, wobei es im östlichen Teil noch Auszeichnungen gab, die ein ideologisch gefärbtes ‚Held‘ im Namen trugen. In Mythen und Sagen sind Helden eher Halbgötter oder zumindest gottähnlich und selten ist ein Held weiblich. Ist es da ein Wunder, dass wir das real existierende Heldentum nicht sehen (können) ? Und ich meine damit nicht die Spitzensportler, die zu Helden hochgelobt werden.

Als Frauen können wir mittlerweile alles tun, was uns in den Sinn kommt und der Feminismus hat dazu geführt, dass Stärke und Unabhängigkeit ebenfalls unsere Domäne sind. Einerseits behaupten wir uns, auch als das starke Geschlecht und lassen diesen Umstand oft genug in unsere Kommunikation einfließen. Und eine Zeitlang  versuchen wir wirklich folgendes 😉 :

Andererseits ist da eine Sehnsucht in uns, die wir unerklärlich finden. Die uns bei Liebesschnulzen nach dem klassischen Muster ganze Taschentuchberge vernichten läßt. Sehnsucht nach dem Einen, der uns vervollständigen würde, wenn wir es denn nicht schon wären. Unsere Anforderungen nach dem Einen sehen ungefähr so aus (ab ca. Minute 4:00 ) 😉 :

 

Ja, ich weiß …Satire. Und in ebendieser steckt nicht nur ein Körnchen Wahrheit. Ich jedenfalls möchte heutzutage nicht in der Haut eines Mannes stecken. Mir gefällt, was ich bin. Und zum Frausein gehört es eben auch, Gefühls-Schwankungen unterworfen zu sein, irrational zu handeln und das Ziel auf Umwegen anzusteuern – auch in der Kommunikation. Ehrlich gesagt glaube ich, dass diese Andersartigkeit uns Frauen für die (heteroorientierte) Männerwelt so reizvoll macht. Und ebenso ist es doch im umgekehrten Fall…

Denn nur so macht die Ergänzung Sinn: indem wir Frauen uns die Weiblichkeit gestatten und sie nicht als Schwäche einordnen und in unseren Pedants die Helden sehen, die sie sein möchten:

 

(Übersetzung aus dem Gälischen hier )

…und ich hoffe, Meinem Helden gefällt der Song ❤