Falsche Fuffziger

Falsche Fuffziger

fifty-2302362_640

 

Wenn meine Oma mit meinem Opa am Küchentisch saß, fiel öfter mal der Begriff des „falschen Fuffzigers“. Als Zwerg von gerade mal 4 oder 5 konnte ich damit nicht viel anfangen. Auch nicht mit dem Ratschlag, immer erst auf meinen Bauch zu hören, bevor ich jemandem vertraue.

Kurze Zeit später – klein Luna mußte (staatsmäßig vorgeschrieben) die Vorschule im Kindergarten besuchen, wurden meine Eltern zu einem wirklich ernsten Gespräch in selbigen bestellt. Ich hatte erzählt, dass ich am Wochenende „Wetten dass…“ im TV gesehen hatte. Grober Fehler. Eindrücklich wurde mir ab diesem Moment zuhause klar gemacht, dass man nicht allen Menschen um mich herum vertrauen kann. Und so redete ich dann zwar viel, erzählte aber nie alles. Erst sehr spät lernte ich, die Bauchstimme zu hören. Ich lernte eher durch Beobachtung, Menschen einzuschätzen. Trotz allem kann man niemandem hinter die Stirn schauen, somit bleiben die wahren Beweggründe für sein Verhalten Anderen verborgen. Sind meist erst rückblickend erkennbar.

Trotzdem hilft einem all die Menschenkenntnis nicht, wenn man ausschließlich auf schriftlichem Wege in Foren, Chats, auf Plattformen oder beispielsweise im Blogland unterwegs ist. Denn hier werden zumeist Identitäten aufgebaut, die auf Wunschvorstellungen bezüglich der eigenen Person beruhen. Natürlich hat jeder das Recht, sich so zu sehen, wie er möchte. Aber gerade die virtuelle Realität läßt so manchen das eigen Ego enorm puschen. Da werden nicht nur Profilbilder geschönt, sondern die Realität ein wenig verschoben. Stubenhocker werden zu Kulturinteressierten, anhängliche Muttersöhnchen zu erfolgreichen unabhängigen und wahnsinnig busy Geschäftsmännern und Verheiratete zu in Trennung lebenden, die einzig wahre Liebe Suchenden. Aber auch hier ist es wie im wahren Leben, es gibt Menschen, die sich gern als Retter präsentieren, andere, die Beziehungen ausschließlich durch die Distanz des Internets ertragen oder Dritte, die ihr Ego pushen möchten durch Klicks und Likes, die dafür ihre eigene Großmutter verkaufen oder sich des Mantels der sozialen Großzügigkeit bedienen.

Falsche Fuffziger trifft man überall!

Da hilft es auch nicht, vorsichtig zu sein, und die- oder denjenigen erstmal schriftlich kennen lernen zu wollen. Wir neigen nämlich alle dazu, anderen Menschen einen Vertrauensbonus einzuräumen, der durch eigene Projektionen während des Schreibens immer größer wird. Kommt es dann irgendwann zu einem realen Treffen, hat jeder von uns ein Bild des Gegenübers im Kopf und blendet das Bauchgefühl aus, schließlich kennt man ja schon die intimsten Dinge voneinander. Letztendlich ist es ein

Treffen der Realität mit den Träumen.

Und wer möchte schon durch einen ekligen Klingelton geweckt werden. Im nachhinein hätte ich mir den Ton um einiges lauter gewünscht. Denn auf das Gefühl von so einem falschen Fuffziger verarscht worden zu sein, hätte ich gern verzichtet. Den Fehler Menschen nur positive und hehre Beweggründe für ihre Handlungen zu unterstellen, werde ich sicher immer wieder machen. Mit dem Hintergedanken im Kopf:

„Ich glaube an das Gute im Menschen. Es ist nur so wenig entwickelt!“

(Zitat: Profilerin Suzanne)

Um so mehr schmerzt es, wenn sich irgendwann einige Puzzleteile in das Gesamtbild einfügen, die so schlüssig sind, dass selbst ich sie nicht leugnen kann und die zeigen, dass meine Definition von „Besonders“ auf diesen Menschen eben nicht zu traf. Oder dass das Wort „besonders“ von beiden Seiten eben unterschiedlich definiert wird.

I feel, like a fool. 

Das trifft es ganz gut. Ein Gutes hat diese Situation dann doch. Auch die letzte emotionale Verbindung ist gekappt. Platz für Neues, sobald die Narben verblassen. Und so werde ich den morgigen Tag mit Sonne im Gesicht und diesem Schätzchen (ich kanns nicht lassen: es war Liebe auf den ersten Blick 😉 ) genießen.

BMW Cabrio

Den bösen Blick hat er drauf, ist breit und schwer, beschleunigt in 8,2 sec von 0 auf 100 und fördert und fordert mich über 700 Kilometer. Dazu werde ich die Anlage bis zum Anschlag aufdrehen und aus vollem Halse mitsingen:

(Bildquelle sowie weitere Infos zum Fahrzeug hier .)

Habt einen schönen Sonntag, es wird Frühling. Ich kann ihn riechen!

 

 

 

Advertisements
„Ich brauch was Süßes !!!“,

„Ich brauch was Süßes !!!“,

santa-claus-66552_640

Date-Review für Januar

„Ich brauch was Süßes !!!“, kam mir gerade so in den Sinn, und stattdessen mach ich mich an einen längst fälligen Blogeintrag. Die Blog-Diät – ich sollte das patentieren lassen! Der Januar rannte so schnell vorbei, dass ein angedachter Jahresrückblick mittlerweile sinnlos erscheint. Es hat sich einfach viel erledigt in 2016, ist abgeschlossen. Ich bin wieder Ich, auch namenstechnisch, und ich habe viel im Inneren für mich geklärt. Klärung im Inneren war ja sowieso das große Jahresthema 2016 (Quersumme 9 = der Eremit im Tarot) und 2017 (das Schicksalsrad) kommt dann folgerichtig die Klärung im Außen – es wird spannend für alle, auch wenn man nicht „an sowas“ glaubt.

Neulich las ich auf einem meiner Hexen-/Tarotblogs, dass es ruhig auf dem Blog sei, wenn im realen Leben der Bär steppt. Kann ich bestätigen. Den Bären (das Steppen nicht). Im Lenormand-Kartendeck steht der Bär für Liebhaber. Da tut sich jetzt im Januar bisher mehr, als im ganzen letzten Jahr gesamt. Klar ist da immer noch Mr. Big, mit dem ich seit April letzten Jahres mal mehr und mal weniger kommuniziere. Und der mir immer wieder zu verstehen gibt, dass er ausschließlich an einer Freundschaft interessiert ist. Bisher war ich dafür nicht wirklich offen, weiß aber auch nicht, was genau er darunter versteht. Seine ganze verschlossene Art reizt mich, fordert mich heraus. Ich will mich aber auch nicht mehr durch seine kontaktlosen Zeiten verletzen lassen, also treff ich mich grad mit so einigen schönen Söhnen anderer Mütter. Und wie heißt es so schön: Frau muß viele Frösche küssen, um das richtige Biest zu finden. 😉 . Also hier eine kurze Internet-Date-Übersicht des letzten Monats:

Der Spiegel

Fast schon unheimlich, wie gut wir uns verstanden. Egal welches Thema, Übereinstimmung pur. Na gut, außer seine Größe und meine Schuhe. Ok, seine 1,80 m gehen wirklich gar nicht bei meinen 14cm-Absätzen. Und er hatte keine Haare! Wißt Ihr eigentlich, wieviele Herren ab Mitte 40 obenrum nackich rumrennen? Wobei ich nicht weiß, ob ich das ebenso schlimm finde, wie diese furchtbaren Hipster-Bärte! Wie gut, dass ich nicht 30 bin. Hat alles seine Vorteile. Meine Schuhhöhe war für ihn genauso ein Problem, wie seine geringe Körpergröße für mich. Und so waren wir beide ähnlich oberflächlich und an mehr als dem netten Nachmittag nicht interessiert.

Der verpeilte Langweiler

ist mindestens für einige Minuten Showprogramm prädestiniert. Nicht nur, dass er von mir mit dem Auto abgeholt werden mußte, weil er sein Autotürschloß nicht enteist bekam, er sprach über mich in der dritten Person (während ich ihm gegenübersaß) und Rhabarberschorle war für ihn eine Offenbarung. Bei Dates achte ich grundsätzlich  darauf, dem Herren 50% Gesprächsanteil zu überlassen und aktiv zuzuhören. Ich finde Menschen interessant, egal ob Date oder nicht und bin offen für ihre Geschichten. Was soll frau tun, wenn da so gar nichts kommt, weil da so gar nichts ist??? Ich hab ihn dann noch zum Bahnhof gefahren… Ach ja und dann kam doch noch was in Form einer Whattsupp: Wenn ich gewisse Bedürfnisse hätte, könne ich mich gern melden. Ähhh, bitte…??? Und das, obwohl ich ihm die Frage nach einem weiteren Treffen beim Abschied klar verneinte. Wie würde meine Freundin – eine Sonderpädagogin – sagen: „Du musst es ihn wiederholen lassen!“ Ähhh, ja….

Der Welpe

Auffälligerweise ist der berufliche Background der von mir gedateten „Frösche“ ähnlich. Alle sind sie in gesicherten Positionen, verdienen überdurchschnittlich, weil sie in dem was sie tun wirklich gut sind. Und mir ist genau der Punkt total egal, weil Sicherheit für mich nichts finanzielles ist, sondern ein Gefühl, das ich vom anderen Part brauche. (Darüber sollte ich mich vllt mal auf dem Blog auslassen bei all den MGTOWs und Pick up ern *grins*). Leider war dieser Mensch nach 19 Jahren gerade mal 4 Monate aus seiner Beziehung raus und hatte vollkommen vergessen, was ihn ausmacht, wofür er brennt und was ihn begeistert. So sprach er also ausschließlich von seiner Ex und seiner Ex-Beziehung und von sich und seiner Ex… Unglaublich verletzt und verletzlich und im Mangel. Natürlich hab ich ihn verstanden und ihm klar gemacht, dass ich keine Therapeutin bin und dass er ein ganz Toller ist…und dass irgendwann alles besser wird *köpfchenstreichel*.

Und dann war da noch:

Der Irrtum oder Warum sind die interessantesten Männer schwul???

Manchmal laufen mir natürlich auch einfach so interessante Männer über den Weg. Denn den mütterlichen Ratschlag : “ Also warum schaust Du nicht mal auf der Arbeit ?!“, kann und mag ich nicht umsetzen, bei all den 17- und 18jährigen, mit denen ich größtenteils zu tun habe 😉 . Ausnahmen bestätigen die Regel und jemand meines Alters, der mir technisch das Wasser reichen kann, ist natürlich per se schon interessant. Die Situation tat ein übriges dazu, denn was sind Schulungen anderes als ein Kampf auf Leben und Tod, zumindest gemessen an der Adrenalinmenge, die mein Körper entsprechend ausschüttet, weil mein Kopf aufgrund der begriffsstutzigen anderen Teilnehmer langsam beginnt Amok zu laufen und sich dann anderweitig beschäftigen muss. Zum Beispiel mit einem Flirt. Nachdem wir also gemeinsam diesen Schulungs-Krieg mithilfe von sehr viel Galgenhumor durchgestanden hatten, folgten unter dem Vorwand des fachlichen Austausches stundenlange Telefonate und die Chemie passte einfach. Im dritten Telefonat ließ er dann die andere Orientierung durchblicken. Die Chemie passt immer noch, nun eben in der Friendzone. Und wenn wir demnächst die schönste Stadt der Welt unsicher machen, wird er bezahlen müssen – für die Abdrücke, die mein Gebiß nach dem Telefonat im Esstisch hinterlassen hat.

Warum ich das hier so ausbreite?

Weil es gerade in meinem Alter unglaublich viele Menschen gibt, die sich partnerschaftlich lösen bzw. neu orientieren. Ob freiwillig oder nicht – egal. Aber ich kenne das Gefühl kurz nach einer Trennung, zu befürchten, dass da NIE WIEDER was Schönes kommt. Doch es kommt: Wundervolles, Schönes, Überraschendes, Nostalgisches, Lustiges und auch Schmerzhaftes. Aber es kommt anders als vorher. Und es hilft, sich selbst klar aufzustellen, an sich zu arbeiten und zu glauben. Ich weiß, dass ich die oben aufgelisteten Erlebnisse sehr analytisch beschrieben habe. Der ein oder andere mag denken : „So ganz ohne Herz“. Stimmt. Das Herz hat in ersten Dates nichts zu suchen. Das macht die ganze Sache später schließlich kompliziert genug, also besser anfangs einen klaren Kopf behalten.

In Liebe für B. und S. und F. ❤