Wintersonnenwende

Wintersonnenwende

Wenn sich Fallobst zur Wintersonnenwende trifft…

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dann wird das magisch ❤

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Auf einen entspannten Abend voller Ideen, Verrücktheiten und Herzwärme!

 

 

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Lilith – Miststück und Schlampe

Lilith – Miststück und Schlampe

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„Wie im Talmud berichtet wird, schuf Gott an Adams Seite eine Frau namens Lilith. Sie war diesem völlig gleichberechtigt und ebenbürtig, daher verstand sie sich als ein freies Wesen, dem Unterordnung völlig fremd war.  Ihr stolzes und selbstbewusstes Auftreten, ihre Weigerung Adam zu dienen, stießen nicht gerade auf die Zustimmung Gottes, der Adam als Abbild seinesgleichen sah und damit ihren Freiheitswillen als Rebellion gegen sich verstand. Es wird weiterhin erzählt, dass Lilith beim Sex stets oben liegen wollte. Adam aber wollte sich die dominante Position nicht nehmen lassen, und schließlich kam es zum Eklat zwischen den beiden. Lilith sprach den geheimen Namen des Herren  „Schem Hammeforasch“, eine Zauberformel, aus und flog davon. Auf Adams Flehen hin sandte Gott drei Engel ( Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) aus, um sie zurückzuholen. Lilith brach in schallendes Gelächter aus ob deren Versuche und Adams Wehklagen. Sie hatte sich an der Küste des Roten Meeres niedergelassen und war mittlerweile eine Verbindung mit dem Dämon Djinns eingegangen, mit dem sie viele Kinder gezeugt hatte. Als Strafe für ihren „Ungehorsam“ ließ Gott jeden Tag 100 ihrer Kinder töten. Vor Trauer wahnsinnig, begann sie nun selbst als kindermordende Dämonin Schrecken und Angst zu verbreiten. Auch soll sie die Schlange im Paradies gewesen sein, welche Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hat. Für Adam, der mit der umgänglichen Eva ein gutes Leben führte, hatte damit das Vergnügen wieder ein Ende. Bekanntermaßen mussten er und Eva aus dem paradiesischen Zustand heraus in die harte Wirklichkeit.

 

Soweit die Geschichte von Lilith, die ihr übrigens vergeblich in der Bibel suchen werdet. Überhaupt sind die überlieferten Hinweise zu Lilith recht spärlich und noch dazu stark geprägt vom Zeitgeist. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Jahrtausendelang haben sich die Patriarchen aller Konfessionen redlich Mühe gegeben,  Lilith als verteufeltes Weib darzustellen, die sich Männern  als verruchte Verführerin und widerspenstige Gottesgegnerin entgegenstellt, um sie vom rechten Weg abzubringen. In die entgegengesetzte Richtung zielen die jüngsten feministischen Bemühungen, Lilith schlicht als Symbol für ihren eigenen Freiheitsdurst und Kampf um Unabhängigkeit zu sehen. Obwohl wir Frauen aus Liliths Geschichte natürlich einiges lernen können, wenn wir sie als potentiellen Teil unserer Persönlichkeit wiederfinden.

 

Der Name Lilith wird vom babylonischem Wort Lilitu abgeleitet und bedeutet übersetzt Windgeist. Im alten Testament (Jesajas 34,14) wird sie als weiblicher Dämon ( die Nächtliche) erwähnt, ihren Ursprung hat sie allerdings eher in der babylonischen Mythologie, wo sie als Lilitu auftritt. Ihre sumerische Entsprechung findet sie in der  Kiskil-lilla. Im bereits erwähnten Talmud gilt sie blutsaugendes Nachtgespenst, als ein Weib des Teufels. Die kabbalistische Schrift Sohar zeichnet ihr Bild in den typischen erotischen Fantasien sex- und frauenfeindlicher Männer. Mitunter wird aber auch als göttliches Geschöpf genannt, wie in Griechenland, wo sie sich mit Hekate verband.

Oft wird sie von Kopf bis Nabel als wunderschöne Frau dargestellt, hüftabwärts aber als brennendes Feuer, was ein  eindeutiger Verweis auf ihre starke erotische Leidenschaft sein dürfte.“

 (Quelle: http://www.myss.de/Religion/lilith.html)


Der von mir geschätzte Paul hat besagte Problematik hier kurz dargestellt. Dann hat mich Ann mit ihrem heutigen Blogpost (der auch hier bei Michi zu finden ist) inspiriert, meinen heutigen Beitrag, der sicher die Gemüter spaltet, zu schreiben. Ann habe ich gerade zu einem Video von CARE (Lieber Papa) folgendes kommentiert:

„Das Video selbst ist mir zu eindimensional, aber vor allem zeigt es Mädchen und Frauen ausschließlich in der Opferrolle. Papa oder der spätere Prinz soll sie retten/beschützen etc. …ja nee, ist klar. Nur leider löst das das Problem nicht, denn vor allem in den Mädchen selbst sitzt die große Angst fest, als Schlampe abgestempelt zu werden. Ich habe (real) die Erfahrung gemacht, dass es die Mädchen/Frauen sind, die andere Geschlechtsgenossinnen argwöhnisch beobachten und entsprechend betiteln.
Mein Sohn z.B. sieht den Begriff sehr differenziert. Da gibt es die Mädchen, die sich sehr bewußt und ohne Alkoholeinfluß den “Typen” nehmen, den sie möchten (auch häufig wechselnd), die aber dazu stehen. Dann gibt es leider aber viel mehr Mädchen, die besonders unter Alkohol auf jeden “Typen”, der ein bisschen nett zu ihnen ist, reinfallen und von diesem am Tag darauf “entsorgt” werden. Letzteren Mädels würde der Lieblingssohn besagtes Prädikat verpassen, jedoch erst nach so einigen Wiederholungen. Anders dagegen die Mädchen unter sich. Da muss sowas nur einmal auf ner Party passiert sein und der Ruf unter den Mädels ist hinüber.
Geht es nicht eher vielmehr darum, das Selbstwertgefühl der Mädchen (und ja, dazu wäre Papa der geeigneteste Kandidat) zu stärken UND vor allem ihnen beizubringen, dass es ok ist, wild zu sein und häufig Sex zu haben (natürlich geschützt). Dass sie niemanden anders brauchen, der sie bestätigt, egal worin. Denn für mich hat jede Frau 2 Seiten: Eva und Lilith, den Engel und den Dämon, die Heilige und die Schlampe. Ich glaub, ich mach doch noch mal nen Post dazu😉 .“

Also dann mal los:

In der Psychologie wird Lilith thematisiert als dunkler Seelenanteil der Frau, der integriert werden will. Sogar in Goethes „Faust“ findet Lilith sich wieder. Also was ist dran und was bedeutet eigentlich diese dunkle Seite? Steckt wirklich in jeder Frau eine Schlampe, nur sie traut sich nicht, das zu zeigen? Ich kann und will hier auf gar keinen Fall für alle Frauen reden, deshalb meine ganz persönliche Erfahrung. Und ich würde mich über die Meinungen und Erfahrungen meiner Leserinnen sehr freuen.

Wenn ich mit mir im Reinen bin, mich so mag, wie ich bin (Stichwort Selbstliebe) – und ja, ich bezeichne mich auch als Schlampe ohne die negative Konnotierung (hat aber Arbeit gekostet): Wozu brauche ich dann einen Partner? Oder andersrum gefragt: Wart Ihr schonmal auf einer Singleparty ? Habt Ihr von vornehmlich weiblichen Geschlechtsgenossinnen dieses verzweifelte „auf-der-Suche-sein“ gespürt? Mit ein bisschen Alkohol wirds noch schlimmer, und was dann passiert, muss ich nicht schildern. Natürlich „knallt“ Amor ❤ auch mir ab und zu einen Pfeil rein. Aber ich entscheide dann, wieweit und ob ich „mitspiele“ …und manchmal spiele ich auch einfach so (weitestgehend gefühlsfrei) – weil ich es will oder hormonell gerade brauche. Natürlich höre ich da extrem auf mein Bauchgefühl, schütze mich (und mein Zuhause) soweit es geht, denn wer will schon einen liebestollen Typen vor der Haustür stehen haben 😉 .

Hat mich Amor so richtig erwischt, ist mir trotzdem meine Eigenständigkeit wichtig. Keine falschen Kompromisse, Partner auf Augenhöhe, gleichberechtigt (also jeder mal oben und mal unten ;-))) ), Auszeiten für beide – und das alles, solange man sich gegenseitig gut tut. Und genau da fängt es an, kompliziert zu werden, denn Männer sind fasziniert von dem Gedanken, eine Frau zu haben, die sagt, was sie will, ABER gewöhnt sind sie nur Evas. Evas wissen vor allem, was sie nicht wollen und das ist ganz schön viel. Vor allem, weil sie sich selbst soviel verbieten, weil sie liebsein und gefallen wollen. Das kann ich übrigens auch: lieb sein bis zum gehtnichtmehr und hinter verschlossenen Türen die Schlampe sein 😉 .

Was aber, wenn die Beziehung zu Ende geht? Verletzte Gefühle im Spiel sind? Wer bis hierher mit mir konform gegangen ist, für den hab ich jetzt noch die härteste Nuss: Ist eine Beziehung beendet, räche ich mich für verletzte Gefühle. Es geht mir dabei um einen Energieausgleich also um angemessene Rache. Ich weiß, dass Psychologen empfehlen, Racheideen und – möglichkeiten ausschließlich im Kopf durchzuspielen. Wohlgemerkt, ich spreche nicht von Rache, die hohe Sachwerte zerstört oder äußere Verletzungen verursacht. Ich meine intelligente, raffinierte Rache, so, wie Lilith sie ausüben würde (die Schlange, die zum Paradiesausschluss von Adam geführt hat). Ihr Feuer steht für die Energie, die kraftvolle Umsetzung dahinter, ihr Aufstieg in den Himmel/die Luft dafür, dass sie Ideen austüftelt, sich Gedanken macht. Letztendlich eigentlich immer ein einziger intelligenter Streich, der vor allem eines tut: das EGO der Männer kränken. Natürlich macht das dann eine „Rückkehr“ unmöglich, aber auch da habe ich gelernt, dass Konsequenz der bessere Weg ist. Nach so einem kleinen Rachefeldzug fällt es mir absolut leicht, nach vorne zu gucken. Denn das Leben und die Liebe sind ein Spiel der Gegensätze. ❤

Hier noch ein geiler Song dazu 😉   – Annetts Schlampenlied  ❤

Mag sein, dass letzteres nicht jederfraus Sache ist. Ich bin überzeugt davon, dass ein  Lilith entsprechendes Aggressionspotential in jeder Frau vorhanden ist, sie es aber nicht auslebt. So wie alle anderen geschilderten obigen Aspekte auch nicht und das macht sich auch im Sexualleben bemerkbar. Es fehlt eben etwas. Frauen begreifen sich lieber als liebe und sanfte Wesen, die hinnehmen, statt selbst aktive Weiblichkeit zu betreiben – die Selbstachtung/Selbstliebe voraussetzt. Natürlich wird mir von einigen Seiten denn auch bei Beziehungsbrüchen unterstellt, dass ich daran ja selbst schuld wäre. Jeder darf das betrachten, wie er möchte. Denn ich brauche keinen Partner um GANZ zu sein.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in diese Lilith/Schlampensache bringen und bin jetzt gespannt auf Eure Erfahrungen.

Das Beitragsbild ist ein Gemälde von John Collier: „Lilith“