Das einzig Beständige ist die Veränderung

Das einzig Beständige ist die Veränderung

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Mein Küchenradio, so ein altes Ding mit Antenne, kriegt manchmal das Rauschen. Stell ich mich daneben, empfängt es wieder klar, weil ich das elekromagnetische Feld erweitere. Mensch besteht eben nicht nur aus fester Materie, sondern ist ebenso ein Energiewesen. Und Energie ist nicht starr. Da verwundert es wenig, dass Veränderungen für uns lebensnotwendig sind. Selbst wenn man das begriffen hat, ist es trotz allem immer wieder ein schmerzhafter Prozeß. Denn um Platz für Neues zu schaffen, muss Altes losgelassen werden. Schön, wenn dieser Vorgang bewußt geschieht – so hat man wenigstens ein wenig das Gefühl von Kontrolle. Nur meist ist unser Leben so voll, dass die Veränderung von außen passiert, oder wir selbst setzen eine Veränderung in Gang und dann überrollen uns die Ereignisse.

Im Moment bin ich in einer beobachtenden und mitfühlenden Position, was mein Umfeld betrifft. Da zieht eine Freundin mal eben um, läßt ihre alte Wohnung los, auch das Sofa, das sie noch in der Ehe angeschafft hatte, eine andere Freundin muss nach und nach geliebte Menschen und Tiere gehen lassen und ein Anderer beendet seine längere Beziehung, bei den Nachbarn zieht der Sohn aus, usw… Und bald schreiben wir nicht mehr 2017, auch das alte Jahr verabschiedet sich.

Unsere Seele liebt Rituale! Und unser Unterbewußtsein reagiert darauf. Deshalb verabschieden wir uns mit Umarmungen und feiern den letzten Tag des Jahres mit einem Feuerwerk.  So ein Jahr entläßt sich schneller als manches andere im Leben. Also warum nicht mal ein persönliches und intimes Abschieds-Ritual an Silvester begehen?

Dazu nimmt man sich am besten 2-3 Stunden Zeit. Vorbereitend ist es empfehlenswert die Feuermelder in der Wohnung oder im Haus zu entschärfen. Um sich selbst körperlich und geistig einzustimmen ist ein Bad sinnvoll. So gereinigt in Klamotten, die einem gut tun und ein wenig in Meditation oder im Gebet versinken. Und auf ein weißes Blatt Papier notieren, was man loslassen möchte bzw. was gehen darf. Dann stellt man sich eine schöne Kerze, eine Schüssel (kein Plastik!) und einen kleinen Krug mit Wasser bereit, widmet seinem beschriebenen Papier nochmals soviel Aufmerksamkeit, wie man mag und entzündet das Blatt an der Kerze. In der Schale darf es dann niederbrennen. Die Asche wird hinterher mit etwas Wasser vermischt und darf in den Garten oder an die Zimmerpflanzen gegossen werden. Auf das aus der Asche etwas Neues entstehe. Und wer sich bei irgendeinem Schritt des Rituals unwohl fühlt, wandelt einfach ab und gestaltet es so, wie es für ihn stimmig ist ❤

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Der Phönix

von August von Arnswaldt

Phönix, Liebling aller Götter,
Dem Apoll mit eigner Hand
Kränze heil’ger Lorbeerblätter
Um die würd’ge Stirne wand,

Lebte einstens, himmlisch singend,

Allen Wilden Bildung bringend,
In der Künste Vaterland.

Wie der Aar dem Horst entschwebet,
Brach sein mächtig Lied hervor.

Wie die Flamm’ sich lodernd hebet,

Stieg es wirbelnd hoch empor.
Wogend senkt es sich dann nieder,
Und in sanften Tönen wieder
Rührt es das erstaunte Ohr.

Äschylos – denn so auf Erden
Kannten alle Völker ihn –
Durft’ er uns entrissen werden?
Mußt’ er uns auf ewig fliehn?
Wird er uns nie wieder singen?

Konnte solcher Ton verklingen?
Solches Feuer auch verglühn?

Horch! wie alle weinend klagen!
Weh! Des Schicksals hartes Wort
Hat auf ewig ihn getragen

Zu der Schatten finsterm Ort!
Aber matter Trostes-Schimmer
Malt in ihrem Blick sich immer:
Seine Lieder leben fort!

Ha! sie können ihn nicht sehen

Wie er selber wirkt und lebt
Und zu der Vollendung Höhen,
Seinem großen Ziele, strebt;
Wie er freudig und entschlossen,
Von Ambrosia-Duft umflossen,

In dem ew’gen Raume schwebt.

Phönix, Phönix sollte sterben,
Stürzen in des Orkus Nacht?
Er, der Göttliche, verderben
Durch der Parzen finstre Macht? –

Da sie selber ihn erheben,
Und die Musen ihm nur leben,
Und Apollo für ihn wacht?

Schon umleuchten ihn die Sterne –
Da ertönt dem Göttersohn

Heil’ges Rauschen, leis’ und ferne,
Vom erhab’nen Albion.

Und er folgt dem hohen Rufe,
Und betritt die letzte Stufe
Zu des ew’gen Ruhmes Thron.

Was der Sänger lang vergebens
Sucht’, und hier nun endlich fand,
Und worin das Glück des Lebens
Großer Seelen stets bestand:
Freiheit ist’s, – um die zu retten,

Läge auch die Welt in Ketten,
Duldet alles dieses Land.

Freiheit heilt ihm alle Wunden;
Freiheit nur ist seine Welt.
Sie, mit Tugend fest verbunden,

Ist’s, die ewig es erhält.
Freiheit ist sein einz’ges Sehnen;
Freiheit, Freiheit wird es krönen,
Bis der Bau des Himmels fällt!

Dahin senkt sich Phönix nieder –

Und vollendet ist sein Lauf.

Horch! ihn ruft Apollo wieder,
Regt die Urkraft in ihm auf –
Schon hat, da er tätig waltet,
Schon ein Holzstoß ihm gestaltet,

Und die Flamme lodert auf.

Und er stürzt sich in das Feuer;
Wonnig schwelgt sein Geist darin;
Schön ist seines Todes Feier,
Freudig, fessellos sein Sinn.

Ohne Klage, ohne Kummer
Sinkt er in den kurzen Schlummer,
Schwindet er in Asche hin.

Aber noch ein Funken glühet
Durch der Asche düstern Flor;

Klein, doch göttlich; – dieser sprühet
Aus des Todes Nacht hervor.
Alles Sterbliche vermodert;
Aus der schwachen Hülle lodert
Heil’ge Flamme hoch empor!

Und ein neuer Phönix schwebet
Auf zum freien Himmelszelt.
Wie die Kraft, die in ihm lebet,
Ihm den Mut der Seele schwellt!
Kühnes, freudiges Entzücken

Glüht in seinen Flammenblicken
Und sein Geist umfaßt die Welt.

Ha! jetzt singet er begeistert –
Wie in ihm ein Gott sich regt!
Wie der Neid nur an ihm meistert!

Wie er den daniederschlägt!
Wie ihn kühner, fesselfreier
Als den Vater, mächt’ges Feuer
Auf zum hohen Himmel trägt.

Siehst du wohl den Wandrer dorten,

Der voll Staunen nach ihm weist?
Fremd ist der an diesen Orten,
Der nicht weiß, wie jener heißt.
Wird er forschend nach ihm fragen,
Kannst du ihm mit Freude sagen:

Das ist Shakespeares Flammengeist.

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Haka

Haka

Vor einiger Zeit sah ich auf Facebook ein Video, in welchem ein neuseeländischer Bräutigam seiner Braut mithilfe seiner Kumpel einen Haka widmete. Die Meinungen und Kommentare dazu gingen sehr stark auseinander. Es gab nicht wenige insbesondere Frauen, die diese Art des Tanzens als agressiv und abstoßend empfanden. Natürlich fehlt uns der kulturelle Kontext dazu, jedoch akzeptieren wir ähnliches bei Sportveranstaltungen. Speziell im Mannschaftssport gibt es Rituale, die dazu dienen, das ICH zurückzustellen und eine WIR-Einheit zu bilden. Das konnte man als Zuschauer gerade bei der Handball-EM zu beobachten. Und auch beim kommenden Super-Bowl gibt es wieder Teamrituale zu sehen. Solchen Rituale stärken die Gruppe, lassen ein Gemeinschaftsgefühl entstehen und geben Sicherheit. Hier mal ein Beispiel aus dem Rugby, um eine Form von Haka zu zeigen:

Schon beim Zuschauen bekommt man Gänsehaut von der unglaublich ursprünglichen Kraft, die hier spürbar wird. Wie muss es wohl dem „Gegner“ gehen, der hier im Video das Ganze übersteht, indem sich die Teammitglieder als Kette verbinden ?

Wir sind eben nicht nur Materie sondern Energiewesen. Energie ist aber nicht in Schubladen einzuteilen, ist nicht gut oder schlecht, sie existiert einfach. Und diese kann man eben auch nutzen, um eine Gemeinschaft zusammenzuhalten. Auch ein Bund fürs Leben ist so eine Gemeinschaft, und deshalb finde ich das besagte Video wunderschön und möchte es Euch nicht vorenthalten:

 

Ich hoffe, Ihr habt es genauso genossen wie ich und genießt einen energievollen, lebendigen Tag.

 

 

 

 

Thanksgiving oder einfach mal Danke sagen

Thanksgiving oder einfach mal Danke sagen

Nein, falls jemand in eine bestimmte Richtung denkt, ich komme aus dem europäischen Kulturkreis. Jedoch sind Traditionen und Rituale für mich etwas, was passen muss. Es gab schon Menschen, die nicht verstehen konnten, dass ich alles hinterfrage. Nur weil man etwas schon immer so gemacht hat, muss ich das noch lange nicht fortsetzen. Traditionen und Rituale sollen zu meinem Leben passen und nichts finde ich schlimmer, als mich in vorbestimmte Korsetts zwängen zu müssen.

Und falls jemand meint, dass da im Elternhaus ja einiges schief gelaufen sein muss, den kann ich absolut beruhigen – wir hatten wunderbar traditionelle Feste und Rituale und ich erinnere mich gerne daran. Wobei ich eben nicht – anders als meine Schwester – alles so übernommen habe. Für mich macht es beispielsweise keinen Sinn, vor dem Ostersonntags-Frühstück einen Apfel zu verspeisen. Frage mich bitte niemand warum – für unsere Mutter war das Tradition und wir mußten mitziehen. Einige Gewohnheiten sind heutzutage aufgrund anderer Lebensbedingungen sowieso eher sinnlos. Uns wurde damals auch gepredigt, niemals einen Hut aufs Bett zu legen. Nicht nur, dass ich niemals einen Hut besessen habe, diese Vorgabe muss ja wohl noch aus der Zeit stammen, als kopfmäßig so einiges an Ungeziefer unterwegs war 😉

Bis hierhin vermute ich, dass die meisten Leser durchaus meine Haltung nachvollziehen können. Deshalb nur der kurze Hinweis an dieser Stelle, dass ich trotz zweier Kinder niemals Kinderwagen, Gitterbett oder Laufstall besessen habe, unser Weihnachtsbaum bevorzugt am Wochenende nach Nikolaus aufgestellt wird, meine Kinder zu jedem neuen Schuljahr eine kleine Schultüte bekommen 😉 und uns eher in die eiskalte Ostsee stürzen würden als Fasching (uuuaaahhh) zu feiern. Ok, letzteres wird sicher der geografischen Lage geschuldet sein, weil es definitiv nicht am Temperament liegt.

Warum, wieso und weshalb soll hier aber nicht das Thema sein, sondern meine Freude darüber, dass in 3 Wochen Thanksgiving ist. So manch einer verteufelt ja alles, was über den großen Teich zu uns rüberschwappt, und klar könnte ich dieses Fest auch irgendwie Erntedank nennen, das ist es aber nicht wirklich. Und auch die Kinder fragen schon im Oktober, wann es denn soweit ist, also auch da eine liebgewonnene Tradition, die zu uns passt.

Ich weiß nicht mehr, wann genau ich das erste Mal zum ausgiebigen Truthahnessen einlud, aber der Grund ist immer noch derselbe. Im Laufe des Jahres gibt es immer wieder Menschen, die mir Gutes tun: die Nachbarin, die mit nem Stapel getragener Kinderklamotten kam und nichts dafür wollte, der Nachbar, der mir ein paar schwere Möbelstücke getragen hat, die Freundin, die sich um den Hund gekümmert hat, als ich krank war, usw. usw.

Natürlich machen all diese lieben Menschen das alles „einfach so“ und erwarten nicht mehr als ein Dankeschön.

Ich finde jedoch, dass es in Beziehungen einen Ausgleich zwischen Geben und Nehmen geben sollte. Und so lade ich zum typisch-untypischen Thanksgiving-Essen ein, ohne Angabe von Gründen und einfach so, mein innerliches Danksagen. Im letzten Jahr hatte ich große Angst davor, die Zeitplanung einzuhalten und den Puter ganz alleine zu zerlegen – vollkommen unbegründet. Ersteres, weil alles prima vorzubereiten ist und letzteres, weil der Hübsche sowieso zerfällt, so weich und zart ist er 😉

Dieses Jahr habe ich aufgrund der Ortsveränderung nur noch die Hälfte an Wohnfläche zur Verfügung – und weiß gar nicht, wie ich alle Gäste an einen Tisch bringen soll, schon gar nicht, an welchen Tisch. Aber noch habe ich 3 Wochen Zeit und bis dahin wird auch diese Herausforderung gelöst. Besonderes Highlight ist neben dem Puter übrigens der Süßkartoffelauflauf mit Marshmallows und Pecannüssen – furchtbar süß und furchtbar lecker und immer zuerst leer gegessen. Ich freu mich drauf – auch darauf danke sagen dürfen.

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Samhain – Halloween feiern

Samhain – Halloween feiern

Halloween oder Samhain 😉

…mein erster Versuch zu rebloggen…mal sehn, was die Geister der Technik dazu sagen. Ich wünsch Euch einen schönen Tag.

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Es sind noch ein paar Tage bis Samhain (31.10. auf den 1.11.) und mit diesem Artikel möchte ich die Gedanken zum Trauer-Thema abrunden.

Samhain bzw. Halloween ist beides: lustig und traurig. Die Kleinen haben ihren Spaß als Hexen und Gruselgestalten und auch für die Großen gibt es Halloween-Parties. Für viele Hexen ist es das keltische Neujahrsfest, weil man davon ausgeht, dass die Kelten (so ähnlich, wie auch ein neuer Tag bei ihnen mit dem Abend begann) mit der dunklen Zeit ins neue Jahr starteten.

Es ist die zentrale Zeit der Ahnen und mittlerweile gibt es in Büchern und im Web so viele Tipps und Hinweise, wie man es feiern kann, dass ich mich schon gar nicht mehr traue, damit anzufangen.

Stattdessen möchte ich den Blick auf ein wichtiges Detail lenken, damit es auch wirklich gelungen wird. Manch eine(r) liest vielleicht eine Anleitung und denkt: Aha, na wenn das so gemacht…

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